Schweine befreien

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Theo Grabowski ist 35, mäßig erfolgreicher Lokaljournalist bei einem Anzeigenblatt und leidgeprüfter Fan des Zweitligaclubs FC Teutonia. Als er eines Morgens arg verkatert erwacht, erinnert er sich dunkel, in der Nacht zuvor den Vereinsmanager tot auf einem Schweinetransporter liegend gesehen zu haben. Umso größer die Verblüffung, als eben dieser Manager wenig später bei einer Pressekonferenz des Krisenclubs zwei vermeintlich heilsbringende Neuzugänge aus Kroatien vorstellt.

Grabowski beschließt, den Dingen auf den Grund zu gehen, was aber nicht einfach ist, da er an permanenter Geldnot leidet, sich allzu gerne von Freunden und Alkohol ablenken lässt und zudem immer mal wieder ein mysteriöses Ziehen im Schritt verspürt. Dennoch sammelt er bei seinen eher planlosen Ermittlungen zahlreiche Informationen, trifft geheimnisvolle Frauen und zwielichtige Fußballfunktionäre und taucht ein in die schillernde Welt der Spielerberater kurz nach dem Bosman-Urteil (der Roman spielt im Sommer 2001). Schließlich führt eine Spur auf den Balkan und er tritt die Reise an, trotz dezenter Hinweise, dass dort Gefahr für Leib und Leben droht…

»Schweine befreien« ist der erste Roman von Jens Kirschneck, seines Zeichens Redakteur beim Fußball-Fachblatt »11 Freunde« und er bietet formidabel spannende Unterhaltung nicht nur für Fußballfans, da der Autor ein weites Feld bestellt. Natürlich gibt es da die erwarteten Intrigen im globalisierten Fußballgeschäft, aber eben auch die Spätfolgen des jugoslawischen Bürgerkriegs oder die Balkanmafia. Mitunter ist das Buch mit Themen überfrachtet (Stichwort: 11. September), aber Kirschneck behält stets die Fäden in der Hand, die Stringenz des Plots geht nicht verloren.

Der Schreibstil ist flott, dabei wortgewaltig und die Protagonisten gefallen sich zwar manchmal in ein wenig Selbstmitleid, tun dies jedoch ohne nervende Larmoyanz. Gepaart mit dem trockenen Humor des Autors und seinen witzig originellen Sprachbildern und Wortspielen kommen Freunde gehobener Unterhaltung voll auf ihre Kosten, gerne mehr davon!


Kategorie: Humor, Krimi
Verlag: Verbrecher Verlag

The Fireman

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Wieder mal naht das Ende der Welt, dieses Mal in Form der globalen Seuche »Dragonscale«, eine Krankheit, die die Haut der Befallenen zwar mit wunderschönen Mustern bemalt, aber eben auch dafür sorgt, dass diese über kurz oder lang spektakulär in Flammen aufgehen. Es gibt kein Gegenmittel, weite Teile des Landes sind bereits verbrannte Erde und die noch nicht Infizierten versuchen verzweifelt, sich mit allen Mitteln zu schützen und dazu gehört auch, die Kranken präventiv zu töten. Die Krankenschwester Harper hat sich ebenfalls angesteckt und als ihr Psycho-Ehemann dahinter kommt, will er sie und ihrer beider ungeborenes Kind umbringen.

Die Rettung naht in Gestalt von John Rookwood, der als »Fireman« einen legendären Ruf erworben hat, da er nicht nur gelernt hat, sich vor den Flammen zu schützen, sondern diese als Waffen zu benutzen. John bringt Harper nach Camp Wyndham, ein Rückzugsort für Infizierte, die aber mit der Krankheit umzugehen wissen und daher nicht unmittelbar gefährdet sind. Zunächst lässt sich alles gut an, aber schon bald wachsen die Spannungen im Camp und Harper muss erkennen, dass die mobilen Verbrennungskommandos der »Gesunden« nicht die einzige Gefahr für sie und das Kind in ihrem Leib darstellen…

Mit »The Fireman« hat Joe Hill sein bisher bestes Buch abgeliefert, ausgefeilte Charaktere vielschichtig gezeichnet, geistreich witzige Dialoge, ein stringenter Plot und ein gelungen aufrechterhaltener Spannungsbogen lassen trotz knapp 800 Seiten keine Langeweile aufkommen. Dabei bedient er eine breite Palette an Lesern, die Fans von apokalyptischen Endzeit-Szenarien ebenso wie die klassischen Gore-Hounds, denn auch bei den blutigeren Szenen hält er bis zum bitteren Ende voll drauf statt barmherzig abzublenden, wie es andere Genre-Schreiber schon mal gern tun. Am wichtigsten aber ist: Joe Hill hat eine interessante Geschichte zu erzählen und das macht er richtig gut, denn er hat sich auch sprachlich gehörig weiterentwickelt, ohne dass die Empathie dabei zu kurz kommt. Auf die kommenden Werke dieses Autors darf man jedenfalls gespannt sein.

Überhaupt ist das Frühjahr 2016 eine höchst erfreuliche Zeit für alle Freunde gepflegter Horror-Literatur: Zunächst legt Joe Hill vor und demnächst zieht dann sein Dad Stephen King mit »End of Watch«, dem Abschluss der Bill Hodges-Trilogie nach; ein weiteres Highlight, auf das sich nicht nur die Hardcore-Fans freuen können.

P.S.: Wie schon in seinen früheren Werken beweist Joe Hill übrigens auch in »The Fireman« einen exzellent erlesenen Musikgeschmack. 😉

P.P.S.: Joe Hill vermarktet sein Buch absolut professionell. Schon vor dem Erscheinen verschickte er großflächig Rezensionsexemplare, so dass sich sein Vater in einer Mail beschwerte »…it would be really nice if I could get an advance reader’s copy of my son’s book since every motherfucking person on the planet seems to have a copy.« Derzeit tourt er unermüdlich auf Vortrags- und Lesereise und begleitet das ausführlich in den sozialen Netzwerken wie Twitter. Ergebnis: »The Fireman« steht aktuell auf Platz 1 der New York Times Bestsellerliste.


Kategorie: Endzeitthriller, Horror
Verlag: William Morrow

Ich habe ein Buch geschrieben – Was nun?

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Schon der zauberhafte Umschlag ist eigentlich Grund genug, Frielings neues Werk zu erwerben, denn er stammt erneut von dem wunderbaren niederländischen Künstler Jan Bouman und zeigt zwei Eulen in eleganter Abendgarderobe. Die alte Weisheit »Never judge a book by its cover« darf man in diesem Fall also getrost vernachlässigen.

Aber natürlich ist der Inhalt ebenso gelungen, Frieling gibt wertvolle (und zum Teil unverzichtbare) Ratschläge für angehende Autoren und zwar nicht nur zum Schreiben an sich, sondern auch für die unerlässliche Kärrnerarbeit danach, denn was nützt der beste Text, wenn ihn niemand liest? Außerdem erklärt er, wie man juristische Fallstricke vermeidet und gibt Hilfestellung zu den handwerklichen Grundlagen des Veröffentlichens; oft genug scheitern etliche Self-Publisher bereits daran, dass der Leser ihr Werk verärgert beiseite legt, nicht wegen des Inhalts, sondern weil es vor Tipp- und Setzfehlern nur so strotzt und ihm dadurch die Freude am Buch vergällt wird.

Selbstverständlich finden sich auch Tipps für die Vermarktung, spätestens seit der Flut von Neuerscheinungen aus dem Independent-Bereich ein absolutes Muss um als Schriftsteller überhaupt wahrgenommen zu werden. Und Frieling weiß, wovon er schreibt, hat er doch sein ganzes Leben mit Büchern verbracht, als Autor UND Verleger. Dieses Werk ist ein weiteres aus der Reihe »Frielings Bücher für Autoren«, aber es ist auch für »normale« Leser ein reines Vergnügen dank der Sprachgewalt und des Wortwitzes des Verfassers.


Verlag: Internet-Buchverlag Berlin

Der Mann, der wie Jesus wirkte

51VTiGsGUvL._SX312_BO1,204,203,200_Was haben Promis wie Goethe, Heinrich von Kleist, Wilhelm Busch und Truman Capote gemeinsam mit einer geheimnisvollen Mumie in der DDR (nein, nicht das, was Sie denken), einem Seiltänzer, Verkehrspolizisten, Catcher, oder Flohbändiger? Nun, sie alle sind Protagonisten in W.R. Frielings neuer Reportagensammlung über Männer, die in ihrem Leben etwas Besonderes geleistet haben.

 

Frieling hat diese Menschen entweder selbst aufgestöbert und interviewt oder er hat journalistisch sauber und sorgfältig recherchiert; in jedem Fall erzählt er launige Geschichten, die den staunenden Leser nicht nur bestens unterhalten sondern ihm auch interessantes Wissen vermitteln; mir zumindest war nicht bekannt, dass Heinrich von Kleist der Erfinder der Tageszeitung ist. Dennoch ist das Buch weit davon entfernt, nur staubtrockenen Lernstoff unters Volk zu streuen, das verhindern schon die oft skurrilen Charaktere und natürlich des Autors gewohnt geistreicher Sprachwitz; ein höchst veritables Lesevergnügen.

 

Die allgegenwärtigen Gleichstellungsbeauftragten könnten bemängeln, dass ausschließlich Männer portraitiert werden, aber sie mögen beruhigt sein, denn Frieling höchstselbst verspricht im Vorwort, dass ein Folgeband mit außergewöhnlichen Frauen schon in Arbeit ist. Na dann frisch ans Werk, wir freuen uns schon darauf!


Verlag: Internet-Buchverlag Berlin

Basar der bösen Träume

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Ein Auto, das Leute frisst, ein Strand, an dem wie von Geisterhand Namen von bald Sterbenden geschrieben werden und ein Kindle mit magischen Qualitäten. Das sind nur einige der Protagonisten in »The Bazaar of Bad Dreams«; willkommen in der Welt von Stephen King! In dieser neuen Sammlung von Kurzgeschichten zeigt der Meister, dass er auch dieses Metier perfekt beherrscht. Er wird ja von Kritikern oft für seine angeblich allzu ausschweifenden Romane kritisiert (eine Einschätzung, die ich ganz und gar nicht teile), aber hier ist er zur Selbstdisziplinierung gezwungen und das funktioniert, die Pointen sitzen und treffen zielsicher.

»Basar der bösen Träume« enthält neben dem Hardcore-Fan bereits bekannten Stories wie »Mile 81«, »Bad Little Kid«, »Ur«, »Under the Weather« und »Blockade Billy« jede Menge neues Material und auch das ist richtig gut, der Leser wird immer wieder aufs Neue überrascht vom Einfallsreichtum und der Erzählkunst des Autors. Zu jeder Geschichte gibt es eine sorgfältige Einleitung über die Entstehung, die ebenso lesenswert ist wie die Story selbst. Enthalten ist übrigens auch »That Bus is Another World«, die Idee dafür hatte King, als er im November 2013 auf Europa-Tournee war, bei der Lesung in München erzählte er davon.

Für Fans ist das Buch sowieso ein Muss, für Neulinge ein prima Einstieg in das Alptraum-Universum von Mister King. Vergleichen lässt sich diese Geschichtensammlung (wie so vieles) mit einer Schachtel Pralinen, man kann sie nach und nach genießen, oder alles möglichst schnell hinunter schlingen. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden, die erste lässt sich ja nachholen.

P.S.: Ich habe das Buch im amerikanischen Original gelesen und kann daher die Qualität der Übersetzung nicht beurteilen.


Kategorie: Horror
Verlag: Heyne München

Peter Schlemihls wunderbare Geschichte

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Peter Schlemihl ist ein armer Teufel und so nimmt es nicht Wunder, dass er seinen Schatten gegen ein unerschöpfliches Füllhorn voll Gold verkauft. Aufkäufer ist ein mysteriöser grauer Geselle, der ihm auf einer Gartenparty begegnet. Zunächst scheint der Handel ein gutes Geschäft, denn Schlemihl wird dank der Reichtümer schnell zum hochgeschätzten Wohltäter; alle Türen öffnen sich ihm geschwind.

Doch dann wendet sich das Blatt, seine Mitmenschen bemerken den fehlenden Schatten und der eben noch Umgarnte wird zum Paria der feinen Gesellschaft. Selbst sein Liebesglück droht zu zerbrechen als die Auserwählte ein Ultimatum stellt, um den Schatten wieder zu beschaffen. Da taucht in letzter Minute erneut der Graue auf, mit dem nächsten Angebot im Gepäck: Schlemihl bekommt den verlorenen Schatten zurück, wenn er dafür seine Seele abtritt …

Mit dieser Geschichte gelang Adelbert von Chamisso der literarische Durchbruch und das ist durchaus gerechtfertigt, denn sie ist stringent ausgearbeitet und gut geschrieben. Natürlich wirkt der antiquierte Schreibstil auf den modernen Leser zunächst mitunter befremdlich und es bedarf einiger Zeit, sich daran zu gewöhnen, aber die sollte man sich nehmen, denn es lohnt sich. Liebhaber der Sprache werden mit einer Fülle kunstvoller Begriffe verwöhnt und werden an dem Text viel Freude erfahren. Und man darf getrost darauf verzichten, sich den Kopf mit allzu tiefschürfenden Interpretationen zu zerbrechen, denn die Geschichte ist ein Märchen und war ursprünglich für Kinder gedacht.

Angereichert ist das Buch vom Herausgeber Ruprecht Frieling mit farbigen Holzschnitten von Ernst Ludwig Kirchner und gewohnt sorgfältigen Hintergrundinformationen zum Verfasser und zur Zeitläufte. Gerade diese aufwändig recherchierten Hintergründe und Beigaben unterscheiden Frielings Klassiker-Ausgaben von anderen Verlegern, die oft genug nur lieblos die ungeschminkten Texte veröffentlichen und sich dabei meist nicht einmal sonderlich um Design oder Lesbarkeit bemühen; Chapeau dafür, Herr Frieling!

 


Kategorie: Märchen, Sagen und Fabeln
Verlag: Internet-Buchverlag Berlin

Avenue Of Mysteries

 

51oVJJvF+kL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-v3-big,TopRight,0,-55_SX324_SY324_PIkin4,BottomRight,1,22_AA346_SH20_OU03_1970: Juan Diego ist 14 und lebt in einer Baracke neben einer Müllhalde in Mexico, wo er autodidaktisch das Lesen und sogar Fremdsprachen erlernt. Seine um ein Jahr jüngere Schwester Lupe kann Gedanken lesen und manchmal in die Zukunft blicken; wegen eines Sprachfehlers versteht sie allerdings nur ihr Bruder, der dann als (selektiver) Übersetzer tätig wird. Durch einen bizarren Unfall(?) werden die beiden zu Waisen und landen in einem Jesuitenheim für »verlorene Kinder«. Der Aufenthalt dort ist jedoch nicht von Dauer, ihr Weg führt die Geschwister in einen Zirkus, wo der Bruder als Seiltänzer eingesetzt werden soll, während die Schwester die Gedanken der Löwen lesen soll. Es kommt ganz anders…

 

2010: Juan Diego ist inzwischen ein leidlich berühmter und erfolgreicher Schriftsteller (wie so viele Helden aus Irvings Romanen), lebt in Iowa und tritt eine Reise zu den Philippinen an. Schon im Flugzeug lernt er zwei geheimnisumwitterte Frauen (Mutter und Tochter) kennen, die auch nach der Ankunft immer wieder auftauchen und verschwinden. Juan Diego erlebt dort diverse Abenteuer und nicht zuletzt dank seiner Experimente mit verschiedenen Medikamenten träumt er intensiv von seiner Jugendzeit; Träume, in denen sich Vergangenheit und Gegenwart begegnen, dann vermischen und schließlich nach und nach Realität werden…

 

Wer diese Inhaltsangabe für arg verschwurbelt hält, hat natürlich recht, aber der Autor macht es dem Rezensenten auch nicht leicht, Irving-Kenner wissen, wovon ich rede. Auch »Avenue of Mysteries« ist wieder ein episches Werk, ein typischer John Irving, mit vielen kleinen Geschichten, voll wortwitziger Fabulierkunst und dennoch präzisen Formulierungen. Die Protagonisten (nicht nur die Hauptfiguren) sind sorgfältig ausgearbeitet, der Leser lacht und weint mit ihnen und trifft jede Menge herrlich skurriler Charaktere: Der amerikanische Missionar, der sich in eine transsexuelle Prostituierte verliebt, der ernsthafte Katholik, dessen Tante sich eine Muräne als Haustier hält und (quasi als Dreingabe) die verschiedenen Heiligen Jungfrauen Mexikos, um nur einige zu nennen.

 

John Irving ist einer der ganz großen Autoren der Gegenwart, eine seiner immer wiederkehrenden Themen sind »Verlust und Gewalt, die bizarr und völlig unerwartet passieren«, wie er einmal in einem Interview verriet. Das allein ist noch keine Kunst, aber die Art und Weise, wie er eben diese Themen schriftstellerisch umsetzt, ist schlichtweg exzellent. Obwohl vordergründig eher unpolitisch, beschäftigt sich der Autor in seinem neuen Roman mit diversen gesellschaftlich relevanten Themen und beleuchtet beispielsweise den Einfluss von Glauben, Religion und Kirche; er tut dies kritisch, aber ohne dabei den Zeigefinger zu erheben.

 

Irving ist ein Erzähler im besten Sinne, der den Leser fesselt, weil er stets den Überblick behält und nie den Faden verliert. Auch »Avenue of Mysteries« ist ein opulent ausschweifendes Buch, das man langsam und bedächtig lesen sollte, denn die Geschichte und die erzählten Ereignisse benötigen Zeit um ihre Wirkung vollständig zu entfalten. Die Belohnung dafür ist ein exquisites Leseerlebnis, ein kraftvoller Roman mit vielen Facetten, mal heiter, mal tragisch, oft melancholisch, aber stets zutiefst anrührend.

 

P.S.: Bisher ist das Buch nur in Englisch und Niederländisch erhältlich. Laut Angaben von SPIEGEL ONLINE, wo der Roman nun ebenfalls rezensiert wurde, erscheint die deutsche Ausgabe am 23.03.2016.

 


Kategorie: Belletristik
Verlag: Simon & Schuster

The Bazaar of Bad Dreams

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Ein Auto, das Leute frisst, ein Strand, an dem wie von Geisterhand Namen von bald Sterbenden geschrieben werden und ein Kindle mit magischen Qualitäten. Das sind nur einige der Protagonisten in »The Bazaar of Bad Dreams«; willkommen in der Welt von Stephen King! In dieser neuen Sammlung von Kurzgeschichten zeigt der Meister, dass er auch dieses Metier perfekt beherrscht. Er wird ja von Kritikern oft für seine angeblich allzu ausschweifenden Romane kritisiert (eine Einschätzung, die ich ganz und gar nicht teile), aber hier ist er zur Selbstdisziplinierung gezwungen und das funktioniert, die Pointen sitzen und treffen zielsicher.

»The Bazaar of Bad Dreams« enthält neben dem Hardcore-Fan bereits bekannten Stories wie »Mile 81«, »Bad Little Kid«, »Ur« und »Blockade Billy« jede Menge neues Material und auch das ist richtig gut, der Leser wird immer wieder aufs Neue überrascht vom Einfallsreichtum und der Erzählkunst des Autors. Zu jeder Geschichte gibt es eine sorgfältige Einleitung über die Entstehung, die ebenso lesenswert ist wie die Story selbst. Enthalten ist übrigens auch »That Bus is Another World«, die Idee dafür hatte King, als er im November 2013 auf Europa-Tournee war, bei der Lesung in München erzählte er davon.

Für Fans ist das Buch sowieso ein Muss, für Neulinge ein prima Einstieg in das Alptraum-Universum von Mister King. Vergleichen lässt sich diese Geschichtensammlung (wie so vieles) mit einer Schachtel Pralinen, man kann sie nach und nach genießen, oder alles möglichst schnell hinunter schlingen. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden, die erste lässt sich ja nachholen.

P.S.: Die deutsche Ausgabe erscheint am 18. Januar 2016


Kategorie: Horror, Kurzgeschichten und Erzählungen
Verlag: Hodder & Stoughton

Die Erbseninseln

41T-cl2H6hL._SX307_BO1,204,203,200_Ich muss gestehen, dass mir die Erbseninseln (eine Gruppe von winzigen Eilanden bei Dänemark) bisher kein Begriff waren, aber das hat sich nach der Lektüre dieses wunderbaren Werkes gründlich geändert. In zehn Geschichten (»Passagen«) erzählt die Autorin vom Leben auf den Inseln und ihren Bewohnern; dabei fehlt weder Historisches noch Sportliches und am Ende wird der Leser sogar mit dem Rezept für eine leckere Erbsensuppe beschenkt.

Man sollte sich Zeit nehmen beim Lesen, zu groß ist sonst die Gefahr, etwas zu übersehen und somit passt die Geschichtensammlung perfekt zu den beschriebenen Eilanden, wo Stress und Hektik ebenfalls keinen Platz finden. Der Autorin gelingt es ausgezeichnet, uns Lesern Land und Leute nahe zu bringen, sie vermittelt kongenial ihre eigene Sympathie für diese Region, am liebsten möchte man sofort den nächsten Flug dorthin buchen. Das Buch ist nicht nur mit viel Liebe geschrieben, sondern auch gestaltet und produziert; Papier und Einband sind von hervorragender Qualität.

Doris Brockmann kannte ich bisher von ihrem exquisiten Werk »Das Schreiben dieses Romans war insofern ein Glücksfall« und »Die Erbseninseln« stehen dem in keiner Weise nach; auch hier machen Sprachwitz und (trockener) Humor das Buch zu einem ungetrübten Lesevergnügen, zu einem echten Kleinod im oft doch recht tristen Literaturbetrieb.


Kategorie: Kurzgeschichten und Erzählungen, Reiseführer
Verlag: Edition Krill Wien

A Head Full Of Ghosts

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Die Barretts sind eine amerikanische Vorzeigefamilie: Mom, Dad und zwei Töchter, Marjorie (14) und Merry (8). Doch die Idylle ist trügerisch, denn Marjorie beginnt, sich merkwürdig zu benehmen; ihr Verhalten ist trotz Teenager-Bonus nicht mehr erklärbar. Spontanes Erbrechen, Sprechen mit verschiedenen Stimmen und allgemeine Bösartigkeit, das ganze Programm halt. Ärztliche Behandlung zeitigt keine Erfolge, die Kosten wachsen den Barretts über den Kopf (Dad hat seinen Job verloren, dafür aber die katholische Kirche gefunden; Mom sucht derweil Trost im Wein) und so trifft es sich gut, dass sich ein TV-Sender für die Geschichte interessiert, eine Reality-Show wird aus dem Boden gestampft, mit einem leibhaftigen Exorzismus als Höhepunkt.

15 Jahre später erzählt die kleine Schwester Merry einer Autorin die damaligen Geschehnisse aus ihrer Sicht, ein Buch soll verfasst werden. Schnell wird deutlich, dass die Dinge nicht immer so sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen, ständig tauchen neue Aspekte auf, die ein anderes Licht auf die Ereignisse werfen und über allem schwebt die Frage: War Marjorie krank, von einem Dämon besessen oder einfach nur eine verdammt gute Schauspielerin?

»A Head Full of Ghosts« wurde mir von keinem Geringeren als Stephen King (via Twitter) empfohlen und auf den Meister ist Verlass. Der Roman ist beileibe kein konventioneller 0815-Horrorschocker, sondern ein Thriller durchaus abseits des Mainstreams. Paul Tremblay zeichnet darin das Psychogramm des Zerfalls einer Familie und das tut er äußerst gekonnt. Die dichte Atmosphäre fesselt den Leser, der stringente Plot sorgt für atemberaubende Spannung; es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Auch die kritische Betrachtung des Religions- und Medienbetriebs überzeugt, die Protagonisten handeln nachvollziehbar und sind vielschichtig angelegt, ein ungetrübtes Lesevergnügen!

P.S.: Eine deutsche Ausgabe ist (noch) nicht erhältlich, vielleicht ändert sich das ja bald, wünschenswert ist es allemal.


Kategorie: Horror, Thriller
Verlag: William Morrow

Haus der bösen Lust

Justin Collier, ei51aiM5r34sL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-v3-big,TopRight,0,-55_SX324_SY324_PIkin4,BottomRight,1,22_AA346_SH20_OU03_n Bierexperte mit eigener TV-Show, begibt sich zu Recherchezwecken für sein neues Buch in den tiefsten Süden der USA, nach Gast, Tennessee. Das Kaff ist benannt nach dem schwerreichen Howard Gast, der zu Zeiten des Sezessionskriegs eine Eisenbahnlinie bauen ließ und dafür – lokalen Gerüchten zufolge – seine Seele dem Teufel andiente. Collier steigt in Gasts ehemaligem Wohnhaus ab und merkt schon bald, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht. Geistererscheinungen und schreckliche Alpträume aus der Vergangenheit sind hier an der Nachtordnung und dazu kommt noch seine Libido, die verrückt spielt und sich rasend steigert …

Edward Lee brennt hier ein wahres Horror-Feuerwerk ab, das keine Wünsche offen lässt und dem geneigten Fan ein riesiges Lesevergnügen beschert. Trotz einiger Szenen, die auch abgehärteten Mägen alles abverlangen, überwiegt der pechschwarze Humor, den der Autor permanent und gekonnt einsetzt. Dass er sich dabei auch mit einem dunklen Kapitel der US-Geschichte, dem Bürgerkrieg auseinandersetzt, macht die Sache noch interessanter.

Viel mehr „Abseits des Mainstreams“ (wie der Titel der Website proklamiert) geht kaum, denn der Autor schielt weder auf den herrschenden Publikumsgeschmack (und damit auf hohe Verkaufszahlen), er macht auch traditionsgemäß keine Gefangenen. Ein eingefleischter Fan des Genres schreibt Bücher für andere Fans und das macht er richtig gut, stets nach dem Motto „Sex, Gewalt und gute Laune“.  Hier ist nichts pathetisch oder prätentiös, der Spaß steht im Vordergrund, auch wenn gesellschaftskritische Aspekte keineswegs ausgespart werden. Gerne mehr davon, Mr. Lee!


Kategorie: Horror
Verlag: Festa

Der törichte Engel

“Wie ein schleimiges Ungeheuer schleppte sich Weihnachten durch Pine Cove, zog eine Spur von Lametta, Girlanden und Schlittenglöckchen durch den Ort, triefte vor Eierpunsch, stank nach Tannenbaum und festlichem Verhängnis, wie Herpes unter einem Mistelzweig.“

Ein Buch, das so beginnt kann nicht gänzlich unbrauchbar sein und dieses ist im Gegenteil höchst vergnüglich, auch wenn man es stilgerecht eigentlich in der Adventszeit lesen müsste. Wir befinden uns in dem kalifornischen Kaff Pine Cove, nicht zum ersten Mal Schauplatz eines Romans von Christopher Moore, wo die Vorbereitungen für das Fest der Liebe auf Hochtouren laufen. Durch ein Missgeschick kommt der dabei der als Weihnachtsmann verkleidete Rabauke Dale Pearson nach einem Gerangel mit seiner Ex-Frau zu Tode un ein kleiner Junge droht ob des zufällig beobachteten Ablebens des heiligen Mannes traumatisiert zu werden. Wie praktisch, dass der törichte Erzengel Raziel (bekannt aus „Die Bibel nach Biff“) gerade in der Nähe und auf der Suche nach dem alljährlich fälligen Wunder ist: Flugs macht er das Geschehene rückgängig; allerdings werden durch einen Flüchtigkeitsfehler auch gleich noch alle anderen Bewohner des Friedhofs wiederbelebt. Und wie man es aus zahlreichen einschlägigen Filmen kennt, ist mit den lebenden Toten nicht gut Kirschen essen…

Christopher Moore hat mit „Der törichte Engel“ wiederum einen Roman geschrieben, der richtig Spaß macht und den dankbaren Leser verzaubert. Mit viel Liebe zum Detail brennt er ein Feuerwerk des Humors ab und lässt seine skurillen Protagonisten mächtig aufdrehen: Sheriff Crowe, der meistens bekifft ist und seine Frau Molly, die etwas aus dem Ruder läuft, seit sie eigenmächtig ihre Medikamente abgesetzt hat, nehmen an der Seite der übrigen Dorfbewohner den Kampf auf gegen blutrünstige Zombies, die zunächst Gehirne verspeisen und anschließend zu IKEA gehen wollen. In kleinen aber feinen Nebenrollen dürfen wir auch ein Wiedersehen mit dem Piloten Tucker Case und seinem sprechenden Flughund Roberto aus „Himmelsgöttin“ feiern und dabei bleibt kein Auge trocken.

Ich staune über die unerschöpfliche Fantasie des Autors und bewundere seinen herrlich trockenen Schreibstil, der im Genre der intelligenten Unterhaltung nicht leicht zu finden ist. Zu Recht wird Moore von den Kritikern immer wieder in die Nähe von Terry Pratchett und Douglas Adams gerückt und er braucht diesen Vergleich beileibe nicht zu scheuen. Ich wünschte, es gäbe mehr Bücher dieser Qualität, dann wären auch die Prüfungen, die die Deutsche Bahn täglich ihren (an Kummer gewohnten) Kunden auferlegt leichter zu ertragen.


Kategorie: Romane
Verlag: Goldmann München

Himmelsgöttin

412vWWEUq0L._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-v3-big,TopRight,0,-55_SX324_SY324_PIkin4,BottomRight,1,22_AA346_SH20_OU03_Der junge Tuck ist Pilot, als solcher aber nicht sehr verantwortungsbewusst, und so geschieht es, dass er eines Tages den Jet eines Kosmetikkonzerns, für den er tätig ist, in sämtliche Bestandteile zerlegt. Es drohen der Verlust seiner Fluglizenz sowie strafrechtliche Konsequenzen und so ist Tuck mehr als froh, als er ein obskures aber prächtig dotiertes Angebot erhält: Transportflüge für einen Arzt/Missionar auf einer winzigen mikronesischen Insel. Allerdings gestaltet sich schon die Anreise dorthin mehr als abenteuerlich, denn das Boot ist in der Obhut eines wenig erfahrenen Navigators (ein Transvestit mit einem sprechenden Flughund!) und kentert. Die beiden Schiffbrüchigen retten sich mit letzter Kraft ans Ufer, wo sie sogleich von einem greisen Kannibalen in Empfang genommen werden.

Nach Klärung einiger Missverständnisse lernt Tuck dann seinen neuen Arbeitgeber und dessen Frau kennen, die eine Klinik auf der Insel der Haifischmenschen betreiben. Von Missionierung ist jedoch nicht viel zu sehen, die Eingeborenen hängen vielmehr einem „Cargo-Kult“ an und verehren ein altes Kriegsflugzeug mit einem aufgemalten Pin-up-Girl. Und es gibt noch mehr Merkwürdigkeiten: Geld scheint für den guten Doktor keine Rolle zu spielen, das Krankenhaus ist bestens ausgerüstet und wird streng bewacht, der Strand ist vermint und Tuck ist es untersagt, das Gelände zu verlassen. Klar, dass der draufgängerische Abenteurer jetzt erst recht neugierig wird und Erkundigungen anstellt…

Nach meiner ersten, eher zwiespältig verlaufenen Begegnung mit Christopher Moore in „Die Bibel nach Biff“ beschloss ich, dem Autor eine zweite Chance zu geben und siehe da, es hat sich mehr als gelohnt! „Himmelsgöttin“ sprüht nur so vor Witz und Erzählfreude und der Leser verfolgt das bunte Treiben der liebevoll ausgestalteten Protagonisten mit großem Vergnügen. Trotzdem ist der Roman mehr als nur eine Komödie, denn auch medizinisch brisante Themen stehen auf der Tagesordnung und werden ebenso souverän abgehandelt wie Religionswahn oder der Evergreen zwischenmenschliche Beziehungen. Moore bleibt dabei stets voller Humor, aber nicht ironisch distanziert, sondern er fühlt und leidet mit seinen herrlich skurrilen Figuren und das wirkt ansteckend. So entsteht ein wunderbarer Lesespaß, den ich allen Freunden intelligenter Unterhaltung guten Gewissens empfehlen kann.


Kategorie: Romane
Verlag: Goldmann München

Die Bibel nach Biff

51WFGZrIdxL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-v3-big,TopRight,0,-55_SX324_SY324_PIkin4,BottomRight,1,22_AA346_SH20_OU03_Wir schreiben das Jahr 1999, der zweitausendste Geburtstag Jesu Christi steht kurz bevor und die himmlischen Mächte beschließen, an ihrer Außendarstellung zu arbeiten. Sie schicken den – nicht sonderlich intelligenten und zuverlässigen – Engel Raziel zur Erde, um Jesus‘ besten Freund Biff wieder zum Leben zu erwecken, damit dieser die wahre Geschichte der Jahre des jungen Messias aufschreibt; ein neues Evangelium muss her. Die beiden mieten sich in einem Hotel in New Orleans ein, und während der Engel sich mit TV-Seifenopern und Wrestling-Kämpfen die Zeit vertreibt, erzählt Biff, was damals wirklich geschehen ist.

Es beginnt mit den Kindheitstagen der beiden Freunde, Jesus (oder Josua, wie er im Buch heißt) lässt tote Eidechsen auferstehen; er weiß zwar, dass er Gottes Sohn ist, aber nicht recht,was von ihm genau erwartet wird. Biff und Josua treffen Maria Magdalena („Maggie“), verlieben sich beide in das Mädchen, aber der Sohn des Herrn sich nicht mit fleischlichen Gelüsten beschäftigen darf, ist er auf seinen Freund angewiesen und lässt sich alles haarklein schildern. Als Maggie jedoch einem Pharisäer zur Frau versprochen wird, brechen die Freunde zu einer langen Reise nach China und Indien auf; sie suchen die drei Weisen aus dem Morgenland, die zu Josuas Geburt erschienen waren, denn von ihnen erhoffen sie sich Aufschluss über seine Mission…

Der Roman nutzt geschickt den Umstand, dass in der Bibel in der Biographie von Jesus ca. 30 Jahre fehlen, berichtet wird lediglich über die Geburt und die letzten Wochen vor seinem Tod. Auch die Spekulation, dass er sich im fernen Osten aufgehalten haben könnte, ist ja so neu nicht. Christopher Moore schreibt durchaus humorvoll, sehr gelungen sind beispielsweise die Passagen, in denen der dämliche Engel durch die TV-Kanäle zappt und auch Jesus weist bisweilen allzu menschliche Eigenschaften auf. Allerdings legt der Autor nie den (zu) großen Respekt vor seinem Protagonisten ab, gerade gegen Ende geht es dann schon ziemlich christlich zu. Eigentlich ist das schade, denn man hätte mehr aus dem Stoff machen können, ich denke zum Beispiel an den Film „Das Leben des Brian“. So ist es aber nicht mehr als ein vergnügliches Buch, das wohl auch Papst Ratzinger ohne schlechtes Gewissen lesen könnte.


Kategorie: Romane
Verlag: Goldmann München

Rock-and-Roll-Zombies aus der Besserungsanstalt

51GKK9Ig6bL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-v3-big,TopRight,0,-55_SX324_SY324_PIkin4,BottomRight,1,22_AA346_SH20_OU03_USA 1987: Die reaktionäre Reagan-Regierung versucht mit allen Mitteln ihre Vorstellungen einer christlichen und moralisch integren Gesellschaft umzusetzen und hat für jugendliche Rebellen (Punk- und Heavy Metal-Fans) Gehirnwaschanlagen eingerichtet, um diese Delinquenten auf den rechten Weg der Bigotterie zurück zu führen. In einer dieser Anstalten ist Melissa gefangen und als sie die Folter nicht mehr erträgt ruft sie ihre Freunde Wayne und Steve zu Hilfe. Die Befreier machen sich auf den Weg, doch dann schlägt ein Meteor in der Nähe des Jugendknasts ein und die dort verscharrten Toten erwachen zum Leben, um als Zombies blutrünstige Rache an ihren Peinigern zu nehmen…

Bryan Smith hat mit dieser flott geschriebenen Geschichte wieder einmal gezeigt, dass er alles liefern kann, was sich Horror-Fans vom Genre wünschen und erwarten: Eine originelle Story, Tempo, jede Menge Action und das gewürzt mit einer ordentlichen Prise Sex, Gore und Rock ’n Roll. Bei seinen Zombies hält er sich eng an die Vorgaben der Romero-Klassiker (wer gebissen wird, verwandelt sich und das Gehirn muss zerstört werden um sie zu töten) und erweist dem Altmeister damit Referenz und Respekt. Dass er nebenbei auch noch ätzende Kritik an der Bigotterie und Heuchelei in Teilen der US-Gesellschaft äußert, erhöht den Unterhaltungswert durchaus. Ein Riesenspaß, allein der Titel des Buchs ist schon preiswürdig!


Kategorie: Horror
Verlag: Festa