Exit (Silo Band 3)

ExitWas würdest du tun, wenn du wüsstest, dass das Schicksal aller in deinen Händen liegt? Juliette Nichols, die neue Herrin in Silo 18, bricht mit den jahrhundertealten Regeln der unterirdischen Gemeinschaft – und lässt den riesigen Bohrer demontieren, um ihn für einen neuen Zweck einzusetzen. Denn Juliette weiß, dass ihr Freund Lucas und die anderen sterben werden, wenn sie nicht sofort handelt. Doch sie weiß nicht, dass ihr die größte Überraschung noch bevorsteht…
Der dritte und letzte Band der „Silo“ Trilogie und ich fand ihn großartig!

Die Figuren aus Band 1 und 2 stehen jetzt im direkten Zusammenhang und teilweise auch in Kontakt und das Buch war super spannend.
Die Geschichte springt kapitelweise immer zwischen den Personen aus Band 1 und Band 2 hin und her und entwickelt sich rasant. Währen große Teile des zweiten Bandes einige Schwächen hatten (Langatmigkeit und für meinen Geschmack zu viele und zu detaillierte Hintergrundinformationen), so sind jetzt auch die Kapitel über die Figuren aus Band 2 sehr fesselnd und kurzweilig.

Über den Inhalt möchte gar nicht viel verraten, weil die Klappentexte eigentlich schon zu viel preisgegeben und man diese dringend meiden sollte, wenn man erst bei Band 1 ist!
Ich möchte aber zumindest sagen, dass in Band 3 noch einmal ganz andere Aspekte hinzukommen, z.b die Angst vor Veränderung und wie sich Gruppen unter Extrembedingungen spalten können und Menschen sich verändern, wenn es ums Überleben geht…
Das Ende hat mir auch sehr gut gefallen, es ist nicht zu offen (was bei sehr vielen Endzeitgeschichten der Fall ist) und auch nicht zu sehr „alles ist schön“. Ich persönlich würde mir auch noch einen vierten Teil wünschen, denn genug Stoff dafür gäbe es allemal. Aber dann wäre es wohl eine unendliche Geschichte…

Eine wirklich großartige Trilogie, mit einigen Schwächen im zweiten Band aber für Endzeitfans auf jeden Fall sehr zu empfehlen!


Kategorie: Dystopie, Endzeitgeschichten
Verlag: Piper Verlag München

Level (Silo Band 2)

Level2049. Die Erde ist unbewohnbar. Nur wenige haben überlebt. Ihre letzte Hoffnung liegt tief unter der Oberfläche. Im einzigen Ort, an dem sie noch sicher sind. Im Silo. Doch ihre Sicherheit hat einen hohen Preis: In den Silos wird das Leben autoritär organisiert und streng reglementiert. Und es fordert Opfer. Als ein Aufstand ausbricht, muss der Wärter Troy alle Bewohner in den sicheren Tod schicken. Doch Troy weiß mehr über die Silos, als alle vermuten …

Ich konnte es gar nicht erwarten den zweiten Teil der „Silo-Trilogie“ zu lesen und war dann zuerst einmal ein wenig enttäuscht.

Die Personen, die man im ersten Band so liebgewonnen hat und mit denen man so sehr mitfieberte, tauchten gar nicht auf. Der erste Band endete an einer sehr spannenden Stelle, und ich bin fest davon ausgegangen, dass der zweite Band genau dort wieder ansetzen würde. Aber das tut er leider nicht.

Die Geschichte beginnt im Jahr 2049. Das ist das Jahr, in dem alles begann und der Silo geplant und gebaut wurde. Die Hauptfigur ist der Mitte 30-jährige Donald, ein Abgeordneter, der in Washington für den Senator arbeitet. Eher unfreiwillig wird Donald mit der Planung des Silos beauftragt und eine Zeitlang weiß er auch gar nicht so genau, warum er so einen Silo überhaupt bauen soll und was genau er eigentlich tut.

Die Geschichte springt kapitelweise in verschiedenen Zeiten hin und her, denn während viele Kapitel von Donald im Jahr 2049 erzählen, gibt es auch Kapitel über einen Mann namens Troy und sein Leben im Silo im Jahr 2110. Diese Kapitel haben mich zu Anfang etwas genervt, denn sie sind teilweise recht konfus, man versteht vieles nicht und einige Sachen scheinen keinen Sinn zu ergeben. Diese Ungereimtheiten klären sich im Laufe des Buches natürlich wie erwartet auf aber nervig fand ich das schon.

Im Laufe der Geschichte gibt es dann immer mehr Zeitsprünge, und das Buch umfasst insgesamt eine Zeitspanne von 300 Jahren. Da ich kein großer Fan von Science-Fiction bin, fand ich es auch nicht so toll, dass doch einige (für meinen Geschmack zu freakige) Elemente wie z.b das 100-jährige Einfrieren und Wiederauftauen von Menschen vorkommen.

Zwar ist es super, dass man in diesem Band nun endlich erfährt, was überhaupt mit der Welt passiert ist, wie es zu allem gekommen ist und wer die „Hintermänner“ des Silos sind. Aber für meinen Geschmack waren diese ganzen Erläuterungen etwas zu umfangreich. Ich habe bei Endzeitgeschichten selten erlebt,  dass sich ein Autor so umfangreiche Gedanken über die Entstehung seiner Welt gemacht hat und dies so extrem detailliert erläutert und ziehe davor wirklich meinen Hut. Aber manchmal ist weniger halt einfach mehr.

Während ich den ersten Band quasi inhaliert habe, musste ich mich hier teilweise zwingen, weiterzulesen da manche Kapitel einfach zu detailliert und somit langatmig waren. Nicht, dass diese Kapitel uninteressant waren, aber es fehlte einfach der „Pep“ des ersten Bandes.

Bei der Hälfte schlägt die Geschichte dann zum Glück aber um, gewinnt deutlich an Tempo und ich konnte das Buch dann auch wieder kaum aus der Hand legen.

Und gegen Ende passierte dann endlich das, worauf ich die ganze Zeit gewartet (und womit ich gerechnet hatte): Die Figuren aus Band eins und Band zwei treffen aufeinander und man sieht einiges nochmal mit ganz anderen Augen.

Trotz einiger Schwächen ein sehr guter zweiter Band, den man aber nicht mit dem umwerfenden ersten Band vergleichen kann.

Ich freue mich aber jetzt schon sehr auf den dritten und letzten Band.


Kategorie: Dystopie, Endzeitgeschichten
Verlag: Piper Verlag München

Silo

SiloIn einer feindlichen, zerstörten Umwelt gibt es nicht mehr viele Menschen. Sie haben sich in ein riesiges Silo unter der Erde geflüchtet. Um zu überleben, müssen sie die strengen Regeln des Silos befolgen. Aber einige Wenige tun das nicht. Sie sind gefährlich. Sie wagen es zu hoffen und zu träumen und stecken andere mit ihrer Hoffnung an. Ihre Strafe ist einfach und tödlich. Sie müssen nach draußen. Raus aus dem Silo. Juliette ist eine von ihnen. Vielleicht ist sie die Letzte.

 

Die Erde ist unbewohnbar, die Luft giftig! Seit mehreren Hundert Jahren leben die letzten Menschen in einem riesigen unterirdischen Silo auf 144 Stockwerken unter der Erde und wissen eigentlich nichts über die Außenwelt oder die Menscheitsgeschichte denn dieses Wissen ist verloren gegangen … Die Regeln im Silo sind streng denn nur so ist das Überleben möglich. In welchem Jahr die Geschichte spielt wird leider nicht erwähnt.

Das Silo ist in 3 große Bereiche unterteilt. In den oberen Stockwerken sitzt die Bürgermeisterin, eine gute und liebenswürdige aber auch naive Frau die nur das Beste für Ihr Volk will. Außerdem gibt es dort die Polizeistation, eine von mehreren Kranken- und Säuglingsstationen und eine von mehreren Hydrofarmen, auf denen Gemüse angebaut wird und sogar ein paar Nutztiere wie Kaninchen und Schweine gehalten werden.

Der wirkliche Strippenzieher des Silos ist allerdings die IT Abteilung die sich in der Mitte des Silos befindet und alles peinlich genau überwacht und kontrolliert. Jeder hat seine Aufgaben zu erfüllen, es gibt Träger, die den ganzen Tag zwischen den verschiedenen Stockwerken auf und abgehen um Lebensmittel oder Nachrichten zu übermitteln.

Auch Partnerschaften und Familiengründungen werden strengstens überwacht, denn der Platz im Silo ist schließlich begrenzt. Paare, die sich offiziell als solche eintragen lassen, dürfen erst ein Kind kriegen, wenn sie in der Lotterie gewinnen und diese Lotterie findet nur dann statt, wenn Jemand gestorben ist und seinen Platz quasi für einen neuen Menschen freigegen hat.

Um die Kontrolle nicht zu verlieren, gelten aber auch noch ganz bestimmte und extrem strenge Regeln, denn es ist z.b absolut verboten, das Silo zu hinterfragen, Fragen über die Außenwelt zu stellen oder sogar nur von der Außenwelt zu sprechen oder gar den Wunsch zu äußern das Silo zu verlassen. Dies sind die schlimmsten Verbrechen die man im Silo begehen kann und ziehen den Tod durch die „Reinigung“ nach sich.

Oberhalb des Silos gibt es nämlich einen Turm, der mit Kameras ausgestattet ist und über diese Kameras werden Bilder der Außenwelt in die erste Etage des Silos übertragen. Die Menschen aus der ersten Hälfte des Silos kommen nach Feierabend gerne dorthin um einen Blick auf die Außenwelt zu werfen, obwohl diese immer trostlos, grau und leer ist. Sandstürme verschmutzen die Kameralinsen aber immer wieder, so dass die Sicht getrübt wird und zwar so lange, bis wieder eine Reinigung ansteht und die Verurteilten zum Säubern der Linsen aus dem Silo verbannt werden. Sie bekommen zwar einen Schutzanzug, aber ihr Tod ist unausweichlich, denn die giftige Atmosphäre zersetzt die Anzüge innerhalb kürzester Zeit.

Das Silo ist so gewaltig, dass es 1-2 Tage dauert, die gigantische Wendeltreppe komplett zu beschreiten und von ganz oben bis ganz unten zu gelangen. Dort in den Tiefen des Silos sitzt die Mechanik und dort lebt und arbeitet die 34-jährige Juliett leidenschaftlich an ihren Pumpen und Generatoren, um den Menschen im Silo das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Sie interessiert sich nicht die Bohne für die oberen Etagen des Silos oder gar die Außenwelt sondern ist als Mechanikerin einfach nur zufrieden.

Eines Tages hinterfragt der Sheriff des Silos zu viel und wird zur Reinigung verurteilt, so dass nun ein neuer Sheriff her muss. Die Wahl fällt auf Juliett, denn die clevere und fleißige Frau hat in der Vergangenheit bereits einmal bei polizeilichen Ermittlungen in der Mechanik geholfen und interessiert sich absolut nicht für die Außenwelt –eine perfekte Frau für diesen Posten also.

Juliett ist zuerst gar nicht begeistert über ihre Beförderung, denn ihr Herz schlägt für die Mechanik, sie lässt sich dann aber doch auf den Job ein und zieht in den oberen Bereich des Silos. Dort fängt sie an das Vergehen des alten Sheriffs zu hinterfragen, beginnt in dieser Richtung heimlich zu ermitteln und stößt dabei auf jede Menge Ungereimtheiten was das Silo und die Außenwelt betrifft.

Endlich mal wieder eine richtig geniale und ausführliche/umfangreiche Dystopie, von der ich völlig begeistert bin. Ideal für Leute, die sich gern so richtig in Endzeitgeschichten festfressen denn dazu ist das Buch mit seinen 530 Seiten bestens geeignet. Von Anfang an ist die Geschichte sehr spannend und hat mich voll in ihren Bann gezogen. Teilweise konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. „Silo“ ist der erste Teil einer Trilogie und schon bevor ich das Buch auch nur zur Hälfte durch hatte, habe ich mir die anderen beiden Bücher besorgt.

Tolle Charaktere, eine außergewöhnliche und detailliert erschaffene Welt, unerwartete Wendungen, viel Spannung –was will man mehr?

Für Endzeitfans wirklich ganz großes Kino, ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen und werde jetzt gleich direkt mit dem zweiten Teil „Level“ beginnen!

Hugh Howey wurde 1975 geboren und verdiente sein Geld als Skipper, Bootsbauer, Dachdecker und Buchhändler, bevor er als Romanautor erfolgreich wurde. Sein Endzeitthriller »Silo« war eigentlich als Erzählung angelegt, fand aber so  überwältigend viele Leser dass schließlich ein Roman daraus wurde. Mit Silo gelang ihm auch der internationale Durchbruch. Inzwischen verkaufte sich die Trilogie weltweit mehr als 3 Millionen Mal. Hugh Howey lebt mit seiner Frau in Jupiter, Florida.


Kategorie: Dystopie, Endzeitgeschichten
Verlag: Piper Verlag München