Fünf Freunde im Orient-Express

Die fünf Freunde sind in den Sommerferien mit dem Zug auf dem Weg zu einem Ferienkurs. Doch plötzlich muß der Expreßzug halten – ein umgestürzter Baum verhindert das Weiterfahren. Ein Unglücksfall? Oder sind Eisenbahnräuber am Werke?
Auf den ersten Blick ist der Buchtitel etwas irreführend. Die Kinder sind in England mit einem Nachtzug und nicht mit dem berühmten Zug durch den Balkan unterwegs.
Interessant sind eher die Bezüge zu der englischen Kriminalschriftstellerin Agatha Christie und deren Roman „Mord im Orientexpress“, der bei uns auch unter dem Titel „Kimono“ erhältlich ist.
Die fünf Freunde sind der Detektiv, der sich auf eine Reise begibt. Sie treffen eine Truppe unterschiedlichster Personen an, zu denen auch der „Chef“ des Eisenbahnunternehmens gehört. Der Zug bleibt aus irgendeinem Grunde stecken und hat einen längeren Aufenthalt – ein Kunstkniff, den jeder Krimi-Liebhaber sofort erkennt: Ort und Personen sind überschaubar, der Detektiv arbeitet unter Zeitdruck, weil sich die Tatverdächtigen ansonsten in alle Winde verstreuen würden.
Ein Verbrechen aus der Vergangenheit spielt auch hier eine Rolle. Die Kinder können die Tat auch (fast) ohne Hilfe von Erwachsenen lösen – die Eltern von George werden hier noch nicht einmal namentlich erwähnt.
Für Kinder und Jugendliche welchen Alters ist das Buch am besten geeignet? Gezielte Angaben darüber sind in dem Buch nicht enthalten? Es dürften Kinder im Alter von 10 – 14 Jahren sein. Die Geschichte wurde behutsam modernen Lesegewohnheiten angepaßt, ohne die Originalgeschichte völlig in die Neuzeit zu holen. Gegenstände wie Computer oder gar Mobiltelefonie sind also nicht enthalten – wer die Originalgeschichten noch von früher aus seiner eigenen Kindheit kennt, wäre heute als Mama / Papa wohl auch reichlich überrascht darüber.
Trotz aller offensichtlichen Bezüge zu Agatha Christie gefällt die Geschichte aber. Die Handlung ist gut lesbar; man kann sie leicht und locker an einem Wochenende schaffen.

Enid Blyton wurde 1897 in London geboren. Sie ist bereits 1968 verstorben. Dieses Buch wurde nicht etwa posthum veröffentlicht. Es stammt vielmehr aus der Feder von Sarah Bosse.

Und Bosse ist mitnichten Engländerin. Sie erblickte 1966 in Düsseldorf das Licht der Welt, lebt seit 1975 im Münsterland, hat Germanistik und Skandinavistik studiert. Und schreibt so nebenbei Kinderbücher.

Enid Blyton: Fünf Freunde im Orient-Express; cbj München 2012; 156 Seiten; ISBN: 978-3-570-13818-2


Kategorie: Kinder- und Jugendbuch
Verlag: cbj Verlag München

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