Blutiges Afrika

afrikaHarry Kowalski ist ein ehemaliger Bundeswehr-Soldat, der in zahlreichen Afghanistan-Einsätzen zerschlissen wurde und mit 54 Lenzen bereits Frührentner ist. Posttraumatisches Belastungssyndrom, kurz PTBS, nennt sich seine Erkrankung. Er leidet darunter, zu einer bösartigen Waffe erzogen worden zu sein, zu einem Roboter aus Fleisch und Blut, programmiert zum Töten. Dabei war er ausschließlich des Geldes wegen Richtung Kabul gezogen, nicht, um den Helden zu spielen oder den Menschen in der Ödnis Demokratie bringen zu wollen; und das Leben am Hindukusch war besonders lukrativ, weil es als gefährlich galt.

Kowalskis Sohn Sven ist vor der Polizei nach Afrika geflohen. In Selbstjustiz hatte er den Mörder seiner Frau gerichtet, nachdem dieser von der Justiz verschont blieb. Inzwischen arbeitet er in Kenia im Grenzgebiet zum Südsudan als Arzt in einem Flüchtlingslager und kämpft dort gegen Pocken, Gelbfieber und Schlangenbisse. Hannes möchte den Sohn besuchen und reist nach Kenia.

Währenddessen werden in Genf Söldner rekrutiert, die zu einem Spezialeinsatz nach Afrika geschickt werden sollen. Es geht darum, ein Gebiet, in dem angeblich Uran gefunden wurde, abzusichern und diverse Geheimaufträge zu erledigen. Tatsächlich sollen die Mietsoldaten Angst und Schrecken verbreiten, um das Flüchtlingslager aufzulösen, in dem Sven Kowalski tätig ist, denn das Gelände wird für die Uransuche benötigt. Bis an die Zähne bewaffnet greifen sie die Flüchtlinge an, stoßen dabei auf unerwartete Gegenwehr, die der einstige Afghanistan-Kämpfer Harry Kowalski organisiert.

Mit seinem Roman schildert der Autor anschaulich das große Problem Schwarzafrikas: die künstlichen, jede ethnische Zusammengehörigkeit ignorierenden Trennungen durch die Kolonialherren und der Reichtum dieser Länder an Bodenschätzen, bei deren Ausbeutung die heimische Bevölkerung nur im Wege ist. Er schildert das anschaulich und kenntnisreich, hat er doch vor Ort selbst Land und Leute kennengelernt und auf seinem abenteuerlichen Lebensweg Afrika als Seemann, Globetrotter, Waffenhändler und Häftling im Jeep, auf dem Kamel und zu Fuß durchstreift.

Wer den packenden Roman liest, spürt, dass der Autor seine Figuren nicht erfinden muss; sie sind ihm in dieser oder jener Form konkret begegnet, sie sind Teil seiner Persönlichkeit. Gleichzeitig schreibt Eddy Zack alias Detlev Crusius enorm kenntnisreich und so erntet der Leser aus diesem Roman mehr Informationen über Schwarzafrika als aus manchem Geschichts- oder Politikbuch.


Kategorie: Romane
Verlag: Kindle Edition

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *