Ethischer Welthandel

Felber_135x210_Welthandel_1410.inddFelber enttarnt die Mathematisierung der Wirtschaft seit David Ricardo und die Berufung der WTO und der EU auf dessen Lehre als Effizienzfalle, die Konzernen fette Gewinne bringt, aber Menschen- Arbeits- Sozialrechte und die Rechte der Natur missachtet. Es ginge gemäß Aristoteles um keine chrematistische – also rein geld- und profitorientierte – Wirtschaft, sondern um „oikonomia“ die dem „guten Leben“ aller Haushaltmitglieder dient. Speziell die Welthandelsorganisation aber handle nach Richtlinien und Gesetzen, die den „Frei-Handel“ als wichtiger als gar die Menschenrechte ansehen. Felber spricht sich überhaupt nicht gegen Welthandel aus, er zeigt allerdings im Buch, wie ein gerechterer Handel aussehen könnte – nämlich einer, der Zölle einhebt auf Waren, die aus menschenunwürdiger Produktion stammen (von denen es mehr als zu viele gibt), während entsprechend einer Gemeinwohl-Ökonomie hergestellte Produkte frei gehandelt werden sollten. Kein TTIP oder CETA sollten uns knebeln, sondern eine Eintrittskarte in eine „Ethische Handelszone“ erworben werden. Die „Lizenz zum Plündern“ jedoch verurteilt. Ein hohes Maß aktueller Machtlosigkeit der Bürger verortet Felber in der Übergabe der Souveränitätsrechte an die Regierungen, statt an den Souverän: das Volk, wie es ja eigentlich in den meisten europäischen Verfassungen hieße. Kommt es zum Volksentscheid gegen die Durchsetzung von Konzernwillen in einem der EU-Staaten machen alle andern so lange Druck, bzw. wird solange erneut abgestimmt, bis die Reichen recht erhalten.
Die Regelung des Welthandels habe sich an Menschen- und Arbeitsrechten zu orientieren. An Umweltschutzabkommen, Klimaschutz, kultureller Vielfalt, Ernährungssouveränität. Die Ziele des Handels habe eine souveräne Demokratie zu entscheiden, nicht von Lobbyisten geköderte Parlamente.
Felber gibt nicht nur Einblick in die unseriösen Methoden von WTO und Konsorten sondern entwirft eine durchaus verwirklichbare Alternative, sodass nicht von Nörgelei sondern konkret-verantwortungsvollen Alternativen gesprochen werden kann. Mit andern Worten: Vom ethischen Welthandel.

Christian Felber: „Ethischer Welthandel – Alternativen zu TTIP, WTO & Co.“, Deuticke, 2o17, Paperback, 224 S, ISBN: 978-3-552-o6338-9


Genre: Sachbuch
Illustrated by Deuticke Wien

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