Meine geniale Freundin

Meine geniale Freundin von Elena Ferrante
Meine geniale Freundin von Elena Ferrante

Elena Ferrante: Neapolitanisches Epos Band 1

 

„Meine geniale Freundin“ ist die Geschichte der Kindheit zweier Freundinnen, die in Neapel aufwachsen und sie wird von Elena Ferrante im Original teilweise in dem Dialekt erzählt, aus dem sie geboren wurde. „L’ammore nun te fa mangia’/te fa suffri‘ te fa‘ pensa“, heißt es zum Beispiel in einem neapolitanischen Volkslied namens „Lazzarella“, das auch in dem vorliegenden Roman eine große Rolle spielt: die Liebe füttert dich nicht, sie macht dich nur leiden und nachdenken.  Als „Lazzaroni“ wiederum werden die armen Bewohner Neapels bezeichnet und auch die Maestra Oliviero (Lehrerin) der Ich-Erzählerin des Romans verwendet eine ähnliche Bezeichnung für die Bewohner des Viertels in dem sie aufwächst: Plebs. „Was der Plebs war,“ – sinniert Lenuccia am Ende des aufsehenerregenden ersten Teils der neapolitanischen Familiensaga – „der Pöbel, erkannte ich in jenem Augenblick und viel klarer als damals, vor Jahren, als die Oliviero mich danach gefragt hatte. Der Pöbel, das wir waren wir.“ Aber die Lazzaroni Neapels waren es auch, die den Aufstand gegen die Obrigkeit während der Parthenopäischen Republik anzettelten. Später entwickelte sich aus ihren Reihen allerdings auch die Camorra, von der in vorliegender Erzählung immer nur indirekt gesprochen wird.

Elena Ferrante: „piano, pianissimo, intimo, dolce“

Der erste Teil der Familiensaga über die Cerullos und Grecos schildert die Kindheit der beiden „besten Freundinnen“ Raffaella genannt Lina und Elena genannt Lenuccia oder Lenú. Das Aufwachsen in einem eher popularen Viertel Neapels ist voller Hingabe zu Details geschildert und zeigt auch die Brüche auf, die die italienische Gesellschaft auch heute noch durchziehen: ein Mangel an Vergangenheitsbewältigung. Eigentlich spielt der Roman nach dem Krieg, aber er ist wohl ebenso zeitlos wie allgemeingültig, wenn man an die schweren Hürden denkt, die junge Frauen in Italien auch heute noch zu nehmen haben: Bildung ist in diesem volkstümlichen Rione (ital.: für Viertel) der Stadt am Vesuv verpönt, besonders für Mädchen, die ohnehin nur zum Heiraten geboren werden, so die allgemeine Ansicht und auch die der Eltern der beiden Freundinnen. So muss Lina Cerullo alsbald ihrem Bruder und Vater in der Schusterwerkstatt helfen, obwohl sie für die Schule eigentlich viel talentierter als Lenuccia (ein vezzeggiativo für Elena) wäre. Aber mit viel Fleiß schafft letztere es beinahe bis zum Abitur, bis der erste Teil der Neapolitanischen Familiensaga mit der Hochzeit von Lina jäh abbricht. Denn auch Heirat ist eine Möglichkeit der Armut zu entkommen und wie es aussieht, die viel einträglichere Methode, um zu Reichtum und einem besseren Leben für sich und die ganze Familie zu kommen. Aber für Lenuccia sieht es weniger rosig aus: „Bei ihnen (die Bewohner des Viertels, JW) konnte ich nichts von dem anwenden, was ich Tag für Tag lernte, ich musste mich zurücknehmen, mich gewissermaßen herabsetzen.“

An Ferragosto wird alles anders

Lenuccia muss nicht nur gegen ihre Mutter ankämpfen, die sie lieber arbeiten sehen würde, sondern auch gegen die Verlogenheit der Nachkriegsgesellschaft und die Bewohner ihres Viertels, die nichts von Bildung halten. Auch nach dem Krieg geht es vor allem jenen besser, die sich während des Krieges auf Seiten der Schwarzhemden hielten. Ein solcher ist Don Achille Carracci, der von dem Tischler Alfredo Peluso wohl aufgrund einer alten Fehde getötet wird und Lenuccia verliebt sich ausgerechnet in seinen Sohn Pasquale. Aber noch schlimmer ist, dass Lina den Sohn von Don Achille, Stefano, heiraten wird. Und auch wenn er sehr reich ist, klebt ein stinkender Geruch an seinem Geld. Doch auch Nino Sarratore, der Sohn des dichtenden Eisenbahners, wirkt sehr anziehend auf Lenuccia. Von beiden Jungs – Pasquale und Nino – lernt sie ein politisches Bewusstsein, das alsbald den ganzen Rione durcheinanderwirbelt. Ein groß angelegtes Epos über zwei Freundinnen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und das gut inszeniert und pointiert zu einer spannenden Kulmination auf einer Hochzeit führt. Gekonnt geschrieben und spannend erzählt von der Schauspielerin Eva Mattes. Wer von den beiden – Lina oder Lenuccia – nun die geniale Freundin des Titels ist, wird aber hier aber nicht verraten.

Meine geniale Freundin
Band 1 der Neapolitanischen Saga: Kindheit und frühe Jugend
Die Neapolitanische Saga (1)
Ungekürzte Lesung mit Eva Mattes
Hörverlag Buch erschienen bei Suhrkamp
€ 22,99 [D]* inkl. MwSt.
Hörbuch MP3-CD
ISBN: 978-3-8445-2352-2
Der Hörverlag/Random House


Kategorie: Belletristik, Biografie, Dokumentation, Erinnerungen, Frauenliteratur, Kulturgeschichte, Liebesroman, Memoiren, Roman
Verlag: Hoerverlag, Random House UK

Gänseblümchen hat Gänsehaut

gaensebluemchen_hat_gaensehaut

gaensebluemchen_hat_gaensehautDer Klappentext beginnt mit dem Satz „Humorvoll bis satirisch, manchmal nachdenklich oder auch romantisch“

Dieser Satz ist für dieses Buch über Frauen, die mitten im Leben stehen und doch so manche Katastrophe überstehen, perfekt gewählt.

Sei es die eine, die endlich mal wieder einen Wellnesstag einlegen möchte und dauernd dabei gestört wird und letztendlich ihrem Traummann mit ihrer Schokomaske im Gesicht gegenüber steht, oder diejenige, die den Garten ihrer Freundin auf Vordermann bringt und dabei den falschen Garten zu einer Traumoase macht, oder die gestresste Businessfrau, die sich mehr Ruhe gönnen sollte und im Yogakurs landet, sowie viele andere Frauen, die in dieser Sammlung aus Kurzgeschichten erscheinen.

Kurzgeschichten waren bisher nicht mein Ding. Ich liebe es, in „richtige“ Bücher einzutauchen und mich tagelang im Geschehen aufzuhalten. Dieses Buch von Silke Kasamas hat mich jedoch davon überzeugt, dass es mir auch richtig Spaß machen kann, Kurzgeschichten zu lesen. So manches Mal brach ich in schallendes Gelächter aus, schmunzelte und grinste über die Protagonistinnen, von denen mir jede einzelne auf ihre Weise ans Herz wuchs.

Die Autorin schafft es, auf wenigen Seiten Begeisterung zu wecken und gespannt auf die nächste Geschichte zu machen. Sie verfügt über eine herrlich lockere und freche Ausdrucksweise, sodass ich eine wahre Freude am Lesen hatte.

Sie wählte zum Einstieg in diese Kurzgeschichtensammlung Einsteins Satz

„Kreativität ist Intelligenz, die Spaß macht“

Ja, Kasamas ist kreativ und sie vermittelt Spaß am Lesen.

Der Aufbau ihrer Geschichten ist logisch nachvollziehbar und vor allem kann ich mir vorstellen, dass es bei manchen Frauen im Leben genau so abgeht. Traurige Szenen gibt es nicht, daher ist dieses Buch das perfekte Werk um abzuschalten und einfach nur mit einem kleinen Tick Schadenfreude das Leben anderer Revue passieren zu lassen.

Titel und Cover sind perfekt gewählt und zaubern dem Leser schon im Laden ein Lächeln ins Gesicht.

Guten Gewissens spreche ich „Gänseblümchen hat Gänsehaut“ meine 100%ige Empfehlung aus.


Kategorie: Frauenliteratur
Verlag: Thekla Verlag

Black Rabbit Hall

Black Rabbit Hall

Roman, Familiensaga

Klappentext:

Der Geruch nach Bienenwachs, das Summen des Globusses. Der Geschmack der Vergangenheit. Salzig, köstlich auf der Zungenspitze – das ist

BLACK RABBIT HALL

Amber Alton weiß, dass die Stunden auf Black Rabbit Hall, dem Sommersitz ihrer Familie, langsamer vergehen als anderswo. Es passiert nicht viel. Bis zu einem stürmischen Abend 1968. Vereint durch eine unfassbare Tragödie, müssen Amber und ihre drei Geschwister sich nun mehr denn je aufeinander verlassen.

Jahrzehnte später fahren Lorna Smith und ihr Verlobter Jon auf der Suche nach einem Ort für ihre Hochzeitsfeier durch die wilde Landschaft Cornwalls – und stoßen auf ein altes , leicht verfallenes , aber wunderschönes Haus…

Mein Umriss:

Lorna und Jon wollen heiraten. Weitab ihrer Heimatstadt London, in Cornwall. Auf einem alten Landsitz soll die Hochzeit gefeiert werden. Auf der  Suche nach Black Rabbit Hall will Jon schon aufgeben, als er in einen Beinaheunfall verwickelt wird und ihm der Bauer den restlichen Weg auf den Landsitz erklärt. Dort angekommen, sieht Jon das Gebäude nüchterner als Lorna. Er will ihr die Feier dort ausreden. Lorna jedoch verliebt sich auf Anhieb in das alte Gemäuer und bleibt sogar ein paar Tage, um mehr darüber zu erfahren.

Als sie Bruchstücke über die ehemaligen und auch der noch aktuellen Bewohner erfährt, sieht sie einen Zusammenhang mit ihrer eigenen Adoption und beginnt, näher zu forschen und stößt auf Dinge, die sie niemals für möglich hielt…

Mein Eindruck:

Schnell liest man sich in diesen Roman ein. Die Schreibweise der Autorin erinnerte mich etwas an die Bücher der Jahre 1950 bis 1970. Damals beherrschten die Autoren sie ebenso wie Eve Chase. Blumig, bildhaft, teils so detailverliebt, dass es schon unrealistisch ist und trotzdem einfach nur schön zu lesen. Nein, um anspruchsvolle Literatur handelt es sich bei diesem Buch nicht, aber das wollte Chase wohl auch nicht erreichen. Hier geht es nur darum, den Leser nach Cornwall zu entführen, ihn eintauchen zu lassen, in die Landschaft und diesen ehemaligen Landsitz, der zu verkommen begann, als sich der Herr des Hauses nach dem Tod seiner ersten Frau eine Nachfolgerung für sie ins Haus holte. Durch die Beschreibungen der Autorin, kommt es einem während des Lesens vor, als würde man mitten drin sein, die Gerüche wahrnehmen, den Wind, die salzige Meeresbrise und man hört die Kinder, die dort lebten.

Die Aufmachung des Buches verdient besonderes Lob. Der Schutzumschlag besteht aus Transparentpapier, auf dem der Klappentext und der Titel gedruckt ist. Nimmt man diesen ab, so erkennt man nur noch Black Rabbit Hall unter einem wolkenverhangenen Himmel.

Eben wie das Buch an sich, ist die Aufmachung auch eine Augenweide, die sich in jedem Bücherregal einen Sonderplatz verdient

Mein Fazit:

Nette Unterhaltung für entspannte Urlaubstage oder während einer längeren Bahnfahrt

Danksagung:

Mein Dank geht an den Blanvalet Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zukommen ließ. An Randomhouse geht mein herzlicher Dank, das Cover zum Zwecke der Veröffentlichung in Verbindung mit meiner Rezension veröffentlichen zu dürfen


Kategorie: Belletristik, Frauenliteratur, Romane
Verlag: Blanvalet

So lange es Schmetterlinge gibt

muenzer_schmetterlingeWer Hanni Münzers Erfolgsroman »Honigtot« kennt, der freut sich in diesem Roman über ein kurzes Wiedersehen mit der Widerstandskämpferin Marlene Kalten. Dennoch ist »So lange es Schmetterlinge gibt« ein eigenständiges Werk, das auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann, obwohl die Autorin damit einen Brückenschlag zwischen ihren Büchern unternehmen möchte.

»So lange es Schmetterlinge gibt« beginnt als klassisches Chic-Lit-Werk, das die Protagonistin, eine vergrämte graue Maus namens Penelope mit einem draufgängerischen jungen Mann in Latzhose zusammenbringt. Allerdings mündet die Beziehung der vertrockneten Blume und dem schönen Schmetterling bereits bei 23 Prozent im Bett, und ist der Leser bis hierher der anfangs etwas profan erscheinenden Romanhandlung gefolgt, dann wird er reich belohnt. Denn Hanni Münzer kann sehr viel mehr als eine Romanze schreiben, bei der ein stilles Mädchen von einem stürmischen jungen Mann erobert wird.

Die Autorin entspinnt neben einer Kriminalhandlung und einer durchaus possierlichen Geschichte um den Dope-Anbau einer Sterbenskranken, mit der sich eine alte Dame illegal Linderung ihrer Schmerzen verschafft, Themata mit philosophischem Tiefgang. Es geht um Fragen wie Freundschaft und Älterwerden, um das Recht auf einen selbstbestimmen Tod und die Frage, wie mit seelischen Schmerzen umgegangen werden kann.

Münzer versteht es, die Psyche ihrer Charaktere auszuloten und den Dingen auf den Grund zu gehen. Insbesonders Penelope, die sich unsichtbar zu machen versucht und sich der Aufmerksamkeit der Welt entziehen will, weil sie aufgrund des eigenen Unglücks Glück oder Freude ihrer Umwelt ebenso unerträglich empfindet wie ihre Anteilnahme oder ihr Mitleid, macht eine ganz erstaunliche Entwicklung durch.

Es handelt sich insofern um einen Entwicklungsroman, der eine Fraupersönlichkeit realistisch zeichnet und ihr eine eigenständige und selbstbewusste Entfaltung zuschreibt.


Kategorie: Belletristik, Frauenliteratur
Verlag: Kindle Edition

Himmelreich mit kleinen Fehlern

Emma_Wagner_HimmelreichDurchaus unterhaltsam liest sich Emma Wagners spritziger Roman um die Großstadttussi Valentina Leumund, ein verwöhntes Kind stinkreicher Eltern.

Mit einem feuerroten Mercedes SL, Gucci-Sonnenbrille, Hermès-Vintagebag, sauteuren Louboutins (laut Google sind das luxuriöse französische Schuhe) und einer Auswahl sexy Sommerkleider fährt sie in das Dorf ihrer Kindheit, um eine überraschend verstorbene Jugendfreundin auf dem letzten Weg zu begleiten und gleichzeitig einen Job zu erledigen.

Gleich zu Beginn des Romans legt sich die junge Dame mit einem Bäuerlein an, der ihr mit seinem schwerfälligen Traktor den Weg versperrt. Als sich dieser jedoch als jung und muskulös darstellt und ihr am nächsten Morgen im Bad nackt mit ansehnlicher Morgenlatte begegnet, beginnt ihr bislang unterfordertes Becken zu kreisen. Dabei ist der Typ in der Region, in der Kühe definitiv die intelligenteste Lebensform sind, natürlich völlig daneben.

Selbst der in diesem Genre weitgehend unerfahrene Leser ahnt nun, wie die Story weitergeht, und darf lediglich spekulieren, ob sie konventionell auf weißem Linnen, im duftenden Heu oder auf einem Acker im Mondlicht endet. Für den männlichen Leser interessant ist die weibliche Betrachtungsweise, wonach offenbar doch die körperliche Ausstattung sowie die ausgefahrene Männlichkeit Schwerpunkte des Interesses der Damenwelt sind. Wobei sich die Weiblichkeit offenbar nie die Frage stellt, ob denn ein Mann Interesse an ihnen hat. Im Gegenteil: Die Typen nehmen eo ispe alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist und dürfen sich freuen, an derart tollen Tussen zu knabbern.

Die Autorin versteht es allerdings, ihre Story geschickt zu verpacken und allerlei andere Herren, die ebenfalls gut gebaut und zudem nett sind, auftreten zu lassen. Der Einbau einer kleinen Kriminalhandlung um den Bruder des störrischen Bauern, der in den Unfalltod der Freundin verwickelt ist, macht die Sache durchaus spannend. Und schließlich geht es auch um das Gutshaus ihrer Eltern, das Valentina gewinnbringend vermarkten will. Das wiederum wird von Mister Morgenlatte und seinem Clan bewirtschaftet und nun sei nicht zu viel verraten, was aus dieser Konstellation erwächst …

Rasant geschrieben schafft Emma Wagner es mit ihrem Werk, den Leser durchaus gefangen zu nehmen. Sie umschifft durchaus gekonnt die allerschlimmsten Fettnäpfchen des Genres und tupft die Klischees sanft. In erster Linie leichte Kost von Frauen für Frauen, aber (sic!) auch Männer können der Lektüre durchaus Erkenntnisse abgewinnen.

Nachtrag

Ob der sächsische Genitiv in einem deutschen Buchtitel (»Amor´s Five«) akzeptabel ist, bestreite ich mit Nachdruck. Es handelt sich um ein deutschsprachiges Buch, wir reden nicht über die englische Übersetzung. »Amor« ist  auch kein englischer Begriff, man würde »Amors Five« mit »Cupid´s Five« übersetzen. Die Lektorin, die ich auf der BuchBerlin auf den Schnitzer ansprach, reagierte aggressiv und erklärte mir, sie diskutiere nicht »mit jedem« über ihre Arbeit. – Na denn …


Kategorie: Frauenliteratur, Liebesroman
Verlag: Kindle Edition

Die Schule des Gehorsams

Auf eine Anzeige hin lernt Cassandra zwei Menschen kennen, die sie in die Welt des Sadomasochismus einweisen werden. Die lesbische Becky und der geheimnisvolle Herr König lassen Cassandra die Welt von Dominanz und Unterwerfung kennenlernen.

Hier liegt erotische Literatur im guten Sinne vor, die nicht mit plumper und platter Pornographie zu verwechseln ist. Der Leser lernt aufregende und erregende Sexualpraktiken kennen, die in der breiten Öffentlichkeit kaum Erwähnung finden. Rollenspiele seien hier genauso als Beispiel genannt wie Fesselspiele.

Die Ausführungen lassen der Phantasie des Lesers einen breiten Spielraum – das Kino im Kopf fängt ganz schnell an. Ob man dann auch den Mut hat, diese Spielarten der Sexualität am eigenen Körper auszuprobieren, bleibt ja jedem selbst überlassen.
Das Buch gefällt auf jeden Fall


Kategorie: Frauenliteratur
Verlag: Rowohlt Taschenbuchverlag Reinbek bei Hamburg

Der private Abendtisch

Mari, eine Frau um die Vierzig, als Einzelkind aus einer ordentlichen, bürgerlichen Familie – Vater Lehrer, Mutter Hausfrau, stammend, eigensinnig, eigenwillig, eigenbestimmt, extravagant, außergewöhnlich, geht ihren eigenen Weg, ihren Lebensweg. Der wird an einem dramatischen Wendepunkt ausschnitthaft in einzelnen Sequenzen, schlaglichtartig beleuchtet, in achtunddreißig kurzen Kapiteln erzählt.

Mit siebzehn Jahren Schulabbruch. Sie reist ihrem ersten, älteren Geliebten, für den sie nur ein Stück Jugend ist, nach Rom nach. Dort lernt sie kochen, wie eine römische Mamma, das heißt: Einfaches köstlich und raffiniert. Das ist das Einzige, was sie wirklich gelernt hat und kann, das wird zu ihrer Lebensgrundlage. Sie betreibt mit ihrer Freundin Vera den „Privaten Abendtisch“, dreimal die Woche. Mari kocht, Vera kümmert sich um die Getränke. So hat sie es sich eingerichtet im Leben; nach jahrelangem Herumziehen mit ihrem Mann Björn, einem egomanischen Musiker. Man lebt getrennt. Sie mit ihren halberwachsenen Kindern, den beiden Zwillingen Max und Mimi im Haus von Björn. Der zieht weiter herum, mit seiner Band und seinen Weibergeschichten. Auch Mari hat (gerne) ihre wechselnden Liebhaber als Abwechslung im stets gleichen und doch so aufreibenden Alltag. Das Leben verläuft so dahin.

Bis plötzlich eines Tages die Würgeanfälle kommen, unerklärbar woher und warum; und mit ihnen die unerträgliche Angst davor. Und die Angst vor dem Ersticken dabei. Nein, sie gehen nicht einfach so vorbei, im Gegenteil, sie werden häufiger, intensiver, bringen das gewohnte Leben aus dem (scheinbaren) Gleichgewicht. Eine Psychoanalytikerin und Psychotherapeutin geht der Sache nach und ihr auf den Grund. Ergebnis: Kindesmißbrauch im frühesten Alter, im Babyalter, durch den eigenen Vater, für den Mari eine Totalversagerin ist. Unglaublich: ein solcher Inzest. Babyfick-Oralbefriedigung am eigenen Kind. Eine Ungeheuerlichkeit. Davon gibt es auch kein Kindheitserinnerungsbild; nein, noch zu früh geschah „das/es“. Aber der Körper hat sich eben aus irgend einem Grund plötzlich oder sich an den Abgrund annähernd, erinnert; und darauf reagiert: mit den unerträglichen Würgeanfällen. Nun ist alles aufgedeckt. Wie lebt man weiter? Die Kinder sind beim Großvater auf Urlaub. Kommen heim. Wie sagt man ihnen, was los ist; muß/soll man es ihnen sagen? Der eigene Vater! Ihr Großvater! Den man trotz seiner unerträglichen Überheblichkeit und Schulmeisterhaftigkeit doch irgendwie geliebt hat. Liebe schlägt in Haß um. Nein: Gleichgültigkeit. Dieser Vater ist jetzt für sie gestorben; die Mutter sowieso schon wirklich. Ich spucke auf ihr Grab, denkt Mari, tut es aber doch nicht. Frage am Grab: Hast du was davon bemerkt, etwa gar weggeschaut? Wer fickt noch alles seine Babys? Alles Babyficker, die da herumstehen, am Busbahnhof, in Kaufhäusern, sonstwo. Eine verfickte Babyfickerwelt Und da soll man denen noch ihr Essen kochen und servieren, damit man irgendwie Geld verdient und über die Runden kommt. Wie konfrontiert man den Vater damit, daß man es nun weiß, sein Geheimnis, das was einen fürs ganze Leben stigmatisiert hat, von dessen Stigmatisierung der Körper wußte und das man nun als erwachsene Frau mit Gewißheit weiß? Nein, Reden kommt nicht mehr infrage. Mari schreibt einen Brief, kurz, knapp: Ich weiß nun, was Du getan und mir angetan hast. Vom Vater keine Antwort. Weder Abstreiten noch Entschuldigung. Auf eine solche wartet Mari. Oder doch nicht wirklich. Denn sie kennt ihren Vater, den Herrn Lehrer. Nein, keine Konfrontation, keine Aussprache, Versöhnung ist sowieso nicht möglich. Nur: Überleben!

Aber auch das wäre nicht möglich, wenn es nicht Anton gäbe in ihrem Leben , jetzt, gerade zur richtigen Zeit. Anton, der kein Liebhaber ist, sondern ein liebevoller Freund, der zum Lebensgefährten wird, schon geworden ist. Anton, der sich wirklich um sie kümmert, sie nicht sexuell ausbeutet als Gelegenheitsfick. Nein, Anton ist endlich der Mann, der sie liebt. Und dann gibt es natürlich noch die beiden Kinder, die jetzt aber schon – sie haben sogar beide gerade maturiert – ihr eigenes Leben leben. Aber kaum daß man überlebt hat, geschieht eine weitere Katastrophe: Vera, die einzige wirkliche Freundin, mit der Mari jahrelang gearbeitet und die an ihrem Leben teilgenommen hat, bringt sich um, einfach so, unbegreiflicherweise. Immer war sie für Mari da, aufgeschlossen, in sich selber verschlossen; daß sie einen Sohn hatte, blieb ihr Geheimnis; von wem bleibt ungewiß. Und da stehen sie nun zur Verabschiedung vor dem Sarg, bevor der abfährt in den Verbrennungsofen. Alle stumm. Acht Menschen, die nichts zu sagen haben, nicht sagen können in einer solchen Abschiedssituation. Was sollte man einem toten Menschen, einem Leichnam denn auch sagen können, ohne daß es abgeschmackt klingt, Bruchstück einer nicht zelebrierter Zeremonie. Dann geht man zum Leichenschmaus. Niemand ißt was. Alle trinken nur, zu viel. Auf Vera! So endet dieser Lebensabschnitt in Maris Leben, in Trauer und Tod. Aber doch auch mit einem hoffnungsvollen Lichtblick: Anton und Mari brechen auf in ein neues Leben, in ihr Leben, lassen alles Bisherige hinter sich, beginnen ein neues Leben, irgendwie, aber jedenfalls zusammen, in einem kleinen Haus. „Für mich klingt das eher nach Bruchbude“, meint Mimi. „Keine Bruchbude“ erwidert Mari; und fügt hinzu: „ganz und gar nicht, die innere Architektur ist intakt“. „Und darin willst du leben?“ – fragt Mimi. Und Marie sagt lächelnd: „Ja“.

So endet der Text in diesem Buch, das Tabuisiertes aufzeigt, nichts verschweigt, das ergreift, berührt, provoziert, das unsentimental und unromantisch ist, die Dinge beim Namen nennt, das schonungslos ist, stellenweise erschüttert, gerade durch die lapidare aber präzise Darstellung des Abgründigen. Ein Buch, das von der Wirklichkeit spricht, in der die Wahrheit, die Wirklichkeit stets hinterfragend und sie sezierend, gesucht und in ihr gefunden wird. Ein Buch, das als ein wichtiges und hervorragend geschriebenes in die österreichische Literaturlandschaft gehört; so wie die eigenwillige jenische Autorin Simone Schönett.


Kategorie: Frauenliteratur
Verlag: Verlag Johannes Heyn Klagenfurt / Österreich

Mut zur Demut

Mut zur Demut. Erotische Phantasien von Frauen hieß das Erstlingswerk der Journalistin und Schriftstellerin. Dies ist der Nachfolgeband. Darin schildert die Autorin die Fantasien sadomasochistischer Frauen. Der Band enthält drei Geschichten, die zuvor fast wörtlich in der Zeitschrift Schlagzeilen des Charon-Verlages erschienen waren, darunter die Erzählung eines Mannes, die nun als die einer Frau dargestellt wird. „Gewalt und Schmerz, selbstgewählte Demut, Vergewaltigungsphantasien und absolutes Ausgeliefertsein spielen in der Phantasiewelt vieler Frauen eine bedeutende Rolle,“ berichtet die Inhaltsangabe auf dem hinteren Buchdeckel.

So nebenbei bemerkt: Der Charon-Verlag hat sich auf Zeitschriften und Literatur aus dem Bereich BDSM spezialisiert.

Sind andere Veröffentlichungen Geißlers noch journalistisch verbrämt und pseudokumentarisch, so bietet dieses Buch reine Fiktion, also unterhaltende Belletristik. Daß der Heyne-Verlag das Buch in den Bereich „Sachbuch“ einordnet, ist in dieser Hinsicht völlig unverständlich – mit der Vermittlung von Fakten hat das Buch nun überhaupt nichts zu tun.

Wer sich für diese Art Literatur begeistern kann, hält sicherlich gute Unterhaltung in den Händen. Gängige erotische Literatur sieht allerdings anders aus, weil sanfter und zärtlicher.


Kategorie: Frauenliteratur
Verlag: Heyne München

Lust an der Unterwerfung

Masochistinnen leiden gerne. Sie wollen gerne gequält werden. Schmerz und Unterwerfung gehören für sie zum Lust beim Sex. Erniedrigung und Demütigung mag für viele Frauen abstoßend sein – für Masochistinnen gehört sie dazu.
Sina-Aline Geißler ist Jahrgang 1965. Sie wurde 1990 bundesweit durch die Veröffentlichung ihrer Lebensgeschichte in dem Buch Lust an der Unterwerfung. Frauen bekennen sich zum Masochismus bekannt, in dem sie sich selbst als Masochistin outete.

„Im Rahmen des folgenden großen Presseechos erschien unter anderem eine Titelgeschichte der Zeitschrift „Stern“ Ich bin Masochistin – Sina Geißler, 24, bricht ein Tabu (stern Nr.10, 1990).

Insbesondere nach der Titelgeschichte des „stern“ kam es aus Teilen der Frauenbewegung zu scharfen Protesten und zu einer Besetzung der Redaktionsräume der Zeitschrift. Im Rahmen einer Strafanzeige warfen Kritikerinnen dem Blatt die Verherrlichung von Gewalt, die Aufforderung zur Vergewaltigung sowie die Beleidigung von Frauen und Mädchen vor,“ ist in der Internetenzyklopädie Wikipedia nachzulesen.
Selten habe ich es erlebt, daß Fiktion und Wahrheit so weit auseinanderklaffen. Das Buch erinnert an vielen Stellen an Belletristik. Frauen, die doch sehr an fiktionale Gestalten erinnern, erzählen über ihren Masochismus, über ihre (sexuellen) Vorlieben. Die Ausführungen sind aber so allgemein gehalten, daß sie – trotz gelegentlicher Querverweise zu Autoren wie Erich Fromm und Friedrich Nietzsche – noch nicht einmal als journalistische Arbeit oder gar eigene Biographie durchgehen können.

Für den unbefangenen Leser ist das Buch eher eine spielerische (Selbst-)Beschäftigung mit dem Thema. Wer den Inhalt unbefangen liest, könnte ihn als Unterhaltung, als Freizeitbeschäftigung abtun, ohne sich näher mit ihm zu beschäftigen. Wer sich aber näher mit den menschlichen Sexualpraktiken möchte, hält hiermit jedenfalls keine fachliche Literatur in den Händen.

Wer die angeblichen oder tatsächlichen Hintergründe des Buches nicht kennt, würde nie darauf kommen, daß es sich hier um eine angebliche Biographie handelt. Ich nutze das Wort „angeblich“ hier gezielt. Ich kann mich – trotz regelmäßiger Lektüre der Tagespresse – nicht daran erinnern, jemals über das Buch und die Ereignisse im Stern gelesen zu haben. Dessen elektronisches Archiv geht nur bis ins Jahre 2002 zurück. Von daher ist es etwas schwierig, zu recherchieren, was damals tatsächlich passiert ist.


Kategorie: Frauenliteratur
Verlag: Heyne München

High Heels und die Frauen, die sie lieben

Schuhe üben einen Zauber auf Frauen aus, der von anderen Kleidungsstücken nicht ausgeht. In enier sexuell übersättigen Gesellschaft werden High Heels zu einem vermeintlichen Symbol der Macht, Freiheit und sexuellen Identität.

Das Buch beschreibt sowohl erotische wie auch sozialwissenschaftliche, historische und medizinische Facetten der Schuhform High Heel. Dies geschieht insofern recht anschaulich, da sowohl historische Dokumente wie auch Frauen von heute zu Wort kommen.

Doch Vorsicht: Das Buch ist eine reine Bleiwüste. Schuhe gibt es nur auf dem vorderen und hinteren Buchdeckel zu sehen. Was schon ein wenig bedauerlich ist. Ein wenig mehr Illustrationen wären schön gewesen.

Das vorliegende Buch hat schon einen gewissen Charme und Witz. Tannenbaum ist eine amerikanische Journalistin, die in New York lebt und arbeitet. Frauenthemen sind ihr bevorzugtes Metier. Ob sie sich hier über ein Randthema Gedanken macht oder einen bedeutsamen Beitrag zum Miteinander der Geschlechter abliefert, kann der geneigte Leser ja selbst entscheiden.


Kategorie: Frauenliteratur
Verlag: Orlando Frauenverlag Berlin

Der lautlose Aufbruch

»Der lautlose Aufbruch« berichtet von Frauen, die ihr Leben in die eigene Hände nahmen und nicht bevormundet zu Hause sitzen bleiben wollten. Frauen, die trotz der Widerstände zu ihrer Zeit, sich den Weg in die Universitäten und zu den Wissenschaften eroberten. Sie setzten sich über althergebrachte Vorurteile hinweg. Dabei sahen sie sich meist nicht als Vorreiterin oder Kämpferin für die Gleichberechtigung der Frauen. Sie gingen ihren Weg leise und lautlos, aber mit forschem Schritt. Sie forderten zäh das für sich, was Männer als Selbstverständlichkeit beanspruchen: Wissen zu erwerben, eine akademische Laufbahn einzuschlagen.

In diesem Buch gehen wir ein Stück des Weges mit Maria Sibylla Merian, Dorthea Christian Erxleben, Caroline Herschel, Dorothea Schlözer, Betty Gleim, Amalie Dietrich, Henriette Hirschfeld-Tiburtius, Ricarda Huch, Margarethe von Wrangell, Lise Meitner und Emmy Noether. »Der lautlose Aufbruch« von Renate Feyl ist ein Frauenbuch im besten Sinne des Wortes. Es gibt uns Mut, unsere eigenen Möglichkeiten auszuloten und Chancen am Schopf zu ergreifen.

Renate Feyl wurde 1944 in Prag geboren, verbrachte die Schulzeit in Jena, studierte an der Humboldt-Universität Berlin Philosophie und lebt noch heute in dieser Stadt.


Kategorie: Frauenliteratur
Verlag: Diana Verlag

Der Seitensprung

Die Ehe von Eva und Hendrik scheint zerrüttet. Er betrügt sie mit der Kindergärtnerin ihres Sohnes. Sie fühlt sich tief verletzt und will sich von ihm trennen. Doch zuvor will sie Genugtuung. Sie rächt sich mit einem One-Night-Stand, bei dem sie allerdings einen Psychopathen aufgabelt. Damit gerät die Geschichte vom Seitensprung aus allen Fugen und führt ins Chaos. Was wie ein Drama sprachlicher Missverständnisse zwischen Mann und Frau beginnt und durch eine klärende Aussprache vielleicht gerettet werden könnte, entwickelt sich zu einem spannenden Thriller voller Hintersinn und doppelter Böden.

Die subtil scheinende Geschichte der schwedischen Krimiautorin Karin Alvtegen entpuppt sich als phantastisch ausgefeilte Fallstudie über die Kommunikationslosigkeit zwischen Mann und Frau vor dem Hintergrund von Zwangsneurosen. Vor allem aus weiblicher Perspektive zeichnet sie das Fühlen und Empfinden der Protagonistin auf, die entdeckt, dass sie von ihrem Ehemann hintergangen wird und vergeblich versucht, die Beziehung zu retten. Als sie erkennt, dass ihre Versuche harsch zurück gewiesen werden, entwickelt sie sich zum verletzten Racheengel.

Eva versucht, die Rivalin fertig zu machen. Sie fälscht deren E-Mails und kramt im Hintergrund der Widersacherin herum, um sie unmöglich zu machen. All das würde auch aufgehen, wäre sie nicht eines Nachts Jonas in die Arme gelaufen. Jonas ist ein von Zwängen getriebener Psychopath, der Frauen, die ihm begegnen, nicht mehr loslässt. Der Wahnsinnige verfolgt die Ehefrau und Mutter und bricht in ihr Leben ein. Damit entsteht in kürzester Zeit ein Tohuwabohu, das Eva nicht mehr beherrschen kann …


Kategorie: Frauenliteratur
Verlag: Rowohlt

Und morgen bringe ich ihn um

Tag der Abrechnung für eine Sekretärin aus dem Vorzimmer. Endlich kann sie ihren jahrelang aufgestauten Frust ablassen. Mit ihrem unter Pseudonym veröffentlichten Namen Katharina Münk lässt sie kein gutes Haar an ihren ehemaligen Vorgesetzten. Soldaten schicken Fotos zu BILD und lösen einen Skandal aus. Sie hingegen Lachkrämpfe.

\“Und morgen bringe ich ihn um! Als Chefsekretärin im Top-Management\“, so lautet der vollständige Titel der Beurteilung der Manager aus Deutschlands Führungsebene. Sie beantwortet erst auf den letzten Seiten den Grund ihres Schreibens: \“Ab und zu gibt es Grenzen. Und wenn diese überschritten werden, schreiben wir das einfach alles auf. Möge es einen guten Zweck dienen.\“

Erster Zweck scheint erfüllt. Denn die Verkaufszahlen des Buches dürften der Vorzimmerdame das (schmale) Gehalt ein wenig aufbessern helfen. Andererseits hofft sie auf ein wenig Gefühlsregungen seitens des Chefs von nebenan. Dies müsste eigentlich das Mindeste sein, denn auf 173 Seiten stellt sie Persönlichkeitsprofile von diversen Cheftypen auf, die jeder – ob im Vorzimmer oder nicht – bereits einmal im Berufsleben angetroffen haben muss.

Von Narzisten, Cavemen, rollengezwungenen Wirtschaftslenkern und Ehemännern spannt sie den Neurosenbogen über den Vollstreckern und Clubmitgliedern bis hin zu den Scheinheiligen. Genau das ist die Skala, die Autorin in ihrem Beruf bisher kennen gelernt hat. Natürlich geht sie auf der anderen Seite auch auf ihresgleichen ein, die sie ebenfalls in ironischer Manier kritisiert.

Dabei kommt sie zu dem Schluss für ihre Gilde: \“Die wahre Kunst ist es, im Vorzimmer die goldene Mitte zu finden zwischen Nagellackfläschchen und Makro-Programmierung der Joint-Venture-Kostenanalyse.\“

Es stellt sich nun die Frage, wann denn Bücher von Lehrern über ihre Schüler erscheinen. Mögliche Titel: \“Mein Leben mit den Quälgeistern.\“ Andersrum wäre es natürlich auch möglich. \“Der Penner vor der Tafel.\“

Seien wir gespannt auf Folgeerscheinungen.


Kategorie: Frauenliteratur
Verlag: Unbekannter Verlag