Eden Summer

Eden Summer„Wenn wir Eden nicht finden, werde ich mir nie, nie verzeihen, was letzten Samstagabend passiert ist.“ Obwohl die schüchterne Jess und die allseits beliebte Eden so unterschiedlich sind wie Tag und Nacht, kann nichts die beiden trennen. Bis Eden eines Tages spurlos verschwindet! Die Suche nach der vermissten Freundin konfrontiert Jess bald mit dunklen Kapiteln ihrer eigenen Vergangenheit, und dann ist da noch Liam, Edens Freund, mit dem Jess mehr verbindet als sie wahrhaben will.

Die 15 jährige Jess und ihre beste Freundin Eden sind extrem unterschiedlich und trotzdem wie Pech und Schwefel. Während Eden mit Ihrer großen und schlanken Figur, der gebräunten Haut und den langen blonden Haaren eher einem Model ähnelt, ist Jess klein, mager und bleich. Sie wechselt ständig ihre Haarfarbe z.b von blau zu knallrot, hat Piercings und ist tätowiert.

Eines Morgens erreicht Jess die schreckliche Nachricht dass Eden nicht nach Hause gekommen und spurlos verschwunden ist. Was ist passiert? Wo ist Eden?

Die Geschichte wird in verschiedenen Zeitebenen aus Jess´ Ich-Erzählperspektive erzählt. Während die Hauptebene chronologisch abläuft und mit dem Tag nach Edens verschwinden beginnt, werden Kapitelweise immer wieder Rückblicke der letzten Jahre eingestreut.

In diesen Kapiteln erfährt man viel über Jess´ und Edens Freundschaft und man erfährt auch was für schlimme Dinge beide bereits durchleben mussten. Diese Dinge bekommt man von der Autorin allerdings sehr gekonnt nur häppchenweise serviert, so dass die Geschichte immer spannender wird und man unbedingt wissen möchte was den beiden wiederfahren ist und ob diese Ereignisse mit Edens Verschwinden im Zusammenhang stehen…

An dieser Stelle möchte ich auch unbedingt noch auf das Erscheinungsbild des Buches eingehen denn eigentlich ist mir das Cover und die Aufmachung eines Buches immer völlig egal denn es kommt ja schließlich auf den Inhalt und nicht auf die Aufmachung an, aber diesmal möchte ich doch etwas dazu sagen.

Das Cover ist einem freundlichen und hellen Blau gehalten, es zeigt eine Kinderzeichnung und der Innenteil des Buches ist knallig grün. Alles deutet auf eine leichte Jugendgeschichte hin und auch der Titel „Eden Summer“ lässt nicht wirklich auf den Inhalt schließen.

Die Gestaltung des Buches steht nämlich im ziemlichen Kontrast zur Geschichte (was ich wirklich klasse finde, ist auf jeden Fall mal eine interessante und ungewöhnliche Idee) denn die Geschichte ist eher düster, schwermütig und melancholisch. Das Buch ist für Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren gedacht und dieser Altersempfehlung kann ich gut zustimmen, nur sollte man keine flockig leichte Jugendliteratur erwarten.

Bei diesem Buch handelt es sich um einen Jugendthriller über Freundschaft, Trauer, Hoffnung, Liebe, Loyalität, Werte, Individualismus und noch einiges mehr. Eine sehr vielschichtige Geschichte die ich auf jeden Fall empfehlen kann!

Ein wirklich gutes Buch!

Liz Flanagan hat in verschiedenen Positionen, in diversen Kinderbuchverlagen gearbeitet. Sie promoviert zurzeit in  Creative Writing an der Leeds Trinity University und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in West Yorkshire.

 


Kategorie: Kinder- und Jugendbuch
Verlag: Aladin

Im Wolfsland

Wolfsland»Wolfsland – erlebe das Abenteuer deines Lebens«, steht auf dem Werbeprospekt des Schullandheims, in das die 14-jährige Lou mit ihrer Klasse fährt. Der Slogan verspricht nicht zu viel, wie sich bald erweist. Im Grenzland zu Polen wird aus einer harmlosen Exkursion zu Bildungszwecken unversehens ein Kampf gegen gewissenlose Machenschaften. Und Lou ist mittendrin. Die Ereignisse überstürzen sich, als die Waise sich gegen Mobbing zur Wehr setzt und vorzeitig nach Hause geschickt werden soll. Lou reißt aus. In den einsamen Wäldern trifft sie nicht nur auf Wölfe, sondern auch auf den rätselhaften Lupo, der sich hier versteckt hält. Plötzlich befinden sie sich beide auf der Flucht – vor den Suchtrupps auf der Spur der vermissten Schülerin und vor den Wilderern, die hinter den Wölfen her sind. Wenige Tage und Nächte stellen Lous Leben auf den Kopf. Am Ende erkennt sie: Ich bin nicht allein.

Zum Inhalt brauche ich gar nicht mehr zu schreiben, da der Klappentext schon ausführlich genug ist.
Die Protagonistin Lou, aus deren Ich-Erzählperspektive die Geschichte erzählt wird, war mir zuerst nicht besonders sympathisch. Eine Außenseiterin die von ihren Mitschülern nicht akzeptiert wird, woran Sie meiner Meinung nach aber auch teilweise selbst schuld ist und die auch zu Ihren neuen Pflegeeltern durchaus netter sein könnte. Auf das Schullandheim und das Erforschen der Wälder hat Lou mal gar keine Lust und auch zu ihrer Zimmergenossin, das einzige Mädchen, das wirklich nett zu ihr ist, ist sie nicht gerade freundlich.

Dann überschlagen sich die Ereignisse und durch mehrere unglückliche Zufälle verschlägt es Lou alleine in den Wald, wo sie sich mit allerlei Gefahren wie Wilderern, Kälte und tagelangem Hunger auseinandersetzen muss.

Diese Tage verändern Lou, sie schließt endlich Freundschaft und zwar mit einem Jungen, der gemeinsam mit den Wölfen in den Wäldern lebt. Lou bekommt durch ihn endlich Verantwortungsbewusstsein und einen Freund.

Das Buch ist ganz nett, hat mich aber nicht umgehauen. Ich lese recht oft Kinder- und Jugendbücher und habe schon Besseres gelesen. Das Buch ist laut Verlag für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren geeignet, aber ich glaube, dass ein 15-jähriger das Buch bestimmt  zu unspektakulär finden würde, obwohl der Klappentext ja durchaus sehr spannend klingt. Aber gerade der Klappentext nimmt der Geschichte auch schon die Spannung denn er verrät eigentlich schon zu viel.

Die Geschichte ist nicht wirklich langweilig und wie gesagt ganz nett. Ich möchte sie nicht unnötig schlecht reden, aber mehr als „nett“ ist das Buch meiner Meinung nach halt nicht. Teilweise ist die Handlung auch recht vorhersehbar und es fehlt einfach das gewisse Etwas.

Uta Reichardt wurde 1970 geboren und hat osteuropäische Geschichte und Politikwissenschaften studiert. Außerdem absolvierte Sie eine Ausbildung bei der Polizei und schrieb für eine Lokalzeitung. Sie lebte mehrere Monate in Sankt Petersburg. 2013 erschien ihr erstes Kinderbuch „Verflixt und zugeMÄHt“, ein rasanter Schafskrimi mit zwei chaotischen Stoffschafen in den Hauptrollen. Sie arbeitet außerdem als Marketingassistentin und studiert literarisches Schreiben und Kulturjournalismus. Uta Reichardt lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Stuttgart.

 


Kategorie: Kinder- und Jugendbuch
Verlag: Fabulus Verlag

Die Bettelmönche aus Atlantis

Fünf Jugendliche  sind verschwunden. Haben sie sich den Bettelmönchen angeschlossen, die in einem abgelegenen Landhaus leben und in der ganzen Gegend ihr Unwesen treiben?

Niemand weiß, was die Jugendlichen wirklich vorhaben. Bekannt ist nur, daß der Orden aus Tunesien stammt.

Als auch ein Schüler aus dem Internat verschwindet macht sich TKKG – Tarzan, Klößchen, Karl und Gaby – auch auf die Suche. Anfangs tappen sie noch im Dunkeln. Als noch ein Schüler verschwindet, finden sie eine erste  Spur. Tarzan bekommt eine Reise für zwei Personen nach Tunesien geschenkt. Dort kommt es dann zum Showdown.

Rein äußerlich ist dem Buch sein Alter anzusehen. Am Anfang werden die vier Jugendlichen jeweils auf einer Seite vorgestellt. Auf den folgenden Seiten werden immer wieder Tuschezeichnungen in die Handlung eingestreut. Vermeintliche Fremdwörter werden noch an Ort und Stelle erklärt. Ganz am Ende gibt es Verlagswerbung, wobei TKKG natürlich am umfangreichsten vorgestellt wird.

Auch inhaltlich ist das Alter unübersehbar. Es gibt vier Kinder und ihren Hund. Der Vater von Gaby ist Polizeikommissar. Er steht am Ende hilfreich zur Seite. Die Personen sind vorhersehbar. Tarzan ist sportlich und ein Gerechtigkeitsfanatiker. Gaby ist das beschützenswerte Mädchen, das Tiere über alles liebt. Karl der Computer ist (fast) allwissend. Und Klößchen ist verfressen, gutmütig und auch ein wenig faul und naiv. Die vier Jugendlichen können entscheidend zum Aufklären des Verbrechens beitragen.

So weit so gut. Eine entscheidende Änderung zu den anderen Geschichten gibt es hier schon. Die Kinder schlittern zwar eher durch Zufall in die Handlung; im Ausland spielt aber sonst keine andere Geschichte. Auch der Papa von Gaby hat hier einen großen Anteil am Erfolg.

Das Alter ist auch in anderer Hinsicht überdeutlich zu merken. Das Netz ist hier noch völlig unbekannt. Das Mobiltelefon in all´ seinen Varianten wird noch von niemandem genutzt. Für heutige, moderne Leser ist dieses Fehlen von moderner Technologie ein völliges Unding – wer kann sich das noch vorstellen?

Gibt es TKKG heute noch im Buchladen? Kauft das noch jemand? Gibt es überhaupt noch aktuelle Ausgaben aus der TKKG-Jugendbuchreihe? Laut Sekundärliteratur ist das letzte Buch aus der Reihe im Jahre 2012 erschienen; verschiedene Autoren haben die Hörspielreihe bis (aktuell) zur Nummer 1999 weitergeführt. Ob es noch jemals neue gedruckte Geschichten gibt, steht wohl in den Sternen.

Welche zeitgemäßen Aktualisierungen müßten in die Handlung eingebaut werden? Technische Neuerungen auf jeden Fall; ohne Mobiltelefone, Netz, moderne Unterrichtsmedien (z. B. Digitalstrahler) u. ä. wäre die Handlung nicht mehr zeitgemäß und für heutige Jugendliche unverständlich. TKKG müßte damit umgehen, aber auch die gejagten Verbrecher.

Wieviel Naivität kann man heutigen Kindern und Jugendlichen zumuten? Gemeint ist damit: Die alten TKKG-Bücher bieten viel Schwarz-Weiß-Denken. TKKG steht für gut. Die Verbrecher sind selten dämlich. Es geht um relativ harmlose Verbrechen wie Diebstahl, Erpressung oder Tierquälerei. Lockt man damit heute noch Kinder und Jugendliche hinter dem sprichwörtlichen Ofenrohr hervor.

Alkohol, Drogen, Kleidung, Autos, Freundschaft und Partys – dies waren – der Sekundärliteratur zufolge – gesellschaftliche Themen, die in der Anfangszeit der Buchreihe zielgruppengerecht aufgearbeitet werden sollten. Eigentlich ist der Ansatz ja nicht schlecht. Ob aber wirklich deutlich geworden ist, wo die Gefahren von Drogen und Alkohol liegen, sei einmal dahingestellt. Die Figur des Klößchens wird übertrieben dargestellt: Der übermäßige Genuß von Schokolade und damit Süßigkeiten kann – zumindest in der dargestellten Form – Diabetes und Zuckerkrankheit fördern. Hier hätte deutlicher auf die Gefahren von Gefräßigkeit und Unmäßigkeit hingewiesen werden können.

Sei es wie es sei. Wir dürfen gespannt sein, ob sich die Kinder- und Jugendbuchreihe in ihrer bisherigen, alten Form überholt hat und damit eingestellt wird oder mit einem Relaunch weitergeführt werden kann.

Stefan Wolf: Die Bettelmönche aus Atlantis; Pelikan Hannover 1981; 184 Seiten; ISBN: 3-8144-0113-1


Kategorie: Kinder- und Jugendbuch
Verlag: PELIKAN Hannover

Die dunkle Macht

Auch wenn Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews einige spektakuläre Entdeckungen machen können, bleibt ihnen der „Teumessische Fuchs“ zunächst immer einen Schritt voraus. Wer verbirgt sich hinter dem rätselhaften Wesen? Je näher sie ihm kommen, desto gefährlicher wird es für sie.

„Schattenwelt“ ist Band 175 der „Die drei ???“ – Jugendbuchreihe überschrieben. Es handelt sich dabei um eine Trilogie. Hier liegt deren 3. Teil vor.

Der erste Teil des Buches wirkt so, als habe er einige Längen. Man kann leicht den Eindruck gewinnen, daß einige Kapitel durchaus weggelassen werden könnten. Der zweite Teil des Buches ist dafür umso spannender. Die drei Juniordetektive können den Teumessischen Fuchs sehr spektakulär entlarven. Die Fallgestaltung ist dabei sehr komplex und umfangreich angelegt – man braucht tatsächlich schon drei Bücher, um eine solche Geschichte hinzubekommen. In einen normalen, einteiligen Band hätte die Handlung nicht hineingepaßt. Die Handlung hat einen leicht verschwörungstheoretischen Ansatz. Es geht um unerlaubte Forschung, die auch für Spionage und Hypnose eingesetzt werden kann.

Drei Bücher drei Autoren. Klappt das? In dieser Trilogie schon. Man muß also Leser schon sehr genau hinschauen, um Unterschiede bei den Erzählweisen zu erkennen. Die Bücher bauen aufeinander auf; Fehler und Ungereimtheiten in der Handlung fallen da nicht auf. Dieser Band wird dem Drei-Fragenzeichen-Fall auf jeden Fall gefallen.

Hendrik Buchna: Die dunkle Macht; Franckh-Kosmos Verlag Stuttgart 2014; 126 Seiten; ISBN: 978-3-440-13478-8


Kategorie: Kinder- und Jugendbuch
Verlag: Frankh-Kosmos-Verlag Stuttgart

Angriff in der Nacht

Die drei Fragezeichen führen ihre Ermittlungen an der Universität Ruxton fort. Sie sind dem „Teumessischen Fuchs“ auf der Spur – doch wer ist dieser „Teumessische Fuchs“  eigentlich? Er scheint überall und nirgends zu sein. Und doch müssen die drei Schüler aus Rocky Beach ihm bedrohlich nahe kommen. Denn eines Nachts schlägt ihr Gegner plötzlich und gefährlich zu.

„Schattenwelt“ ist Band 175 der Jugendbuchreihe überschrieben. Es handelt sich dabei um eine Trilogie. Dies hier ist deren zweiter Teil.

Bei dem Teumessischen Fuchs handelt es sich um eine Figur aus der griechischen Mythologie. Es handelt sich dabei um einen riesigen, menschenfressenden Fuchs, den die Götter wegen eines Frevels nach Theben gesandt haben.

Die Geschichte wird gut und spannend erzählt. Insbesondere jugendliche und jung gebliebene erwachsene Leser werden ihre Freude daran haben.

Justus, Peter und Bob haben ja schon viele „gefährliche“ Abenteuer überstehen müssen. Doch so lebensbedrohlich wie hier ist es nur selten. Hinzu kommt, daß Justus in einer Szene neurologische Aussetzer haben, die ihn für einige Zeit außer Gefecht setzen. So kommt der große Einsatz für Peter und Bob. Sie können den „Fall“ aufklären. Oder doch etwa nicht?

Dieses Buch hat so etwas wie eine Brückenfunktion – es soll zum dritten Band überleiten. Von daher wird hier eigentlich nur Ermittlungsarbeit vorgestellt. Mit Samantha ist auch eine Figur dabei, die es nur in diesem Band gibt.

Drei Bücher, drei Autoren – was den Schreibstil anbelangt, gibt es keine (für den Laien sichtbaren) Unterschiede. Es macht auch Freude, dieses Buch zu lesen.

Kari Erlhoff: Angriff in der Nacht; Franckh-Kosmos Verlag Stuttgart 2014; 126 Seiten; ISBN: 978-3-440-13478-8


Kategorie: Kinder- und Jugendbuch
Verlag: Frankh-Kosmos-Verlag Stuttgart

Teuflisches Duell

Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews sind die drei Fragezeichen. In den Sommerferien erhalten die drei Schüler aus Rocky Beach die Gelegenheit, das Studentenleben an der Universität von Ruxton kennenzulernen.

Und schon zu Beginn geraten sie in mysteriöse Ereignisse. Nicht nur, daß unmenschliche Schreie auf dem Universitätsgelände zu hören sind und sich eigentlich sympathische Mitstudenten (und Mitstudentinnen) plötzlich aggressiv verhalten – die drei Juniordetektive lernen auch eine geheimnisvolle Studentenverbindung kennen.

Dies hier ist Band 175 aus der Jugendbuchreihe. Er trägt den Titel „Schattenwelt“. Es handelt sich dabei um eine Trilogie – das Buch  besteht also aus drei eigenständigen Büchern, die aufeinander aufbauen.

Dies ist Band 1 aus der Trilogie. Er bietet – im Vergleich zu anderen Bänden – einige Besonderheiten.

Die Handlung spielt nicht in Rocky Beach auf dem Trödelplatz = Gebrauchtwarencenter von Onkel Titus und Tante Mathilda. Justus, Peter und Bob sind an einem fremden Ort auf sich alleine gestellt. Trotzdem ist der Geist von Bobs Vater bei ihnen – hat der Papa ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit zu verbergen?

Den drei  Fragezeichen gelingt es in Rekordzeit, eine kriminelle Verbindung auszuheben. Ungewöhnlich dabei: Justus muß sein Talent als Einbrecher und Dieb beweisen. Seine Kombinationsgabe ist weniger gefragt…

Pater hat (wieder?) eine Freundin. Auch bei den Kommilitoninnen hat er großen Erfolg.

Die Buchreihe ist ja inzwischen nicht nur für junge und jugendliche Leser attraktiv. Auch junggebliebene Erwachsene, die früher, in jungen Jahren schon zu den Büchern  gegriffen haben, werden sie heute  gerne lesen. Sie dürfen auf die Fortsetzung gespannt sein.

Christoph Dittert: Teuflisches Duell; Franckh-Kosmos Verlag Stuttgart 2014; 126 Seiten; ISBN: 978-3-440-13478-8


Kategorie: Kinder- und Jugendbuch
Verlag: Frankh-Kosmos-Verlag Stuttgart

Pokémon Go. Das ultimative inoffizielle Handbuch

8002Pokémon Go ist statistisch betrachtet das erfolgreichste Handy-Spiel aller Zeiten. Um die Millionen deutscher Kids, die mit ihren Smartphones Pokémons jagen, mit erforderlichem Basiswissen auszustatten, legt der Loewe Verlag nun ein ansprechendes Handbuch vor. Damit können sich Anfänger die Grundlagen des Spiels aneignen und Fortgeschrittene erhalten nützliche Anregungen. Continue reading


Kategorie: Kinder- und Jugendbuch, Sachbuch
Verlag: Loewe Bindlach

Schokolade des Schreckens

Lilo, Poppi, Axel und Dominik sind die Knickerbocker-Band. Als sie einem Schweizer Autoren helfen, ein Buch über die Kinderfreundlichkeit der Eidgenossenschaft zusammenzustellen, machen sie eine gruselige Entdeckung: In einem Fachgeschäft für Süßigkeiten gibt es hochexplosive Confiserie-Produkte. Und schon sind die vier Kinder mitten auf der Jagd nach finsteren Gestalten…

Dies hier ist Band 17 der „Die Knickerbocker-Bande“ – Jugendbuchreihe.

Auf den ersten Blick folgt die Handlung dem üblichen Schema dieser Buchreihe. Die Detektivarbeit führt die Knickerbocker in der Welt herum, hier: in die Schweiz. (Einige Abenteuer spielen auf heimischem (österreichischem) Boden.

Die Knickerbocker lösen ihre Fälle immer gemeinsam; in der Regel helfen ihnen dabei keine Erwachsenen. Bei ihren Abenteuern werden sie den Übeltätern ein ums andere Mal lästig Die Folge? Die vier Junior-Detektive oftmals in die Falle gelockt werden. Eine weitere Auffälligkeit: Die Knickerbocker jagen keinen Bankräubern aus Kitzbühel hinterher, sondern Erpressern im großen Stil oder Schatzräubern.

Diese Gemeinsamkeiten sind auch hier anzutreffen. Ein paar Auffälligkeiten gibt es dann aber doch. In dieser Geschichte tauchen weder die Eltern der Kinder noch Sachen, die zur Lebenswirklichkeiten von jungen Leser gehören (wie beispielsweise die Schule und Schulferien, das Elternhaus, Bezüge zu ihren Wohnorten u. ä.) auf. Es wird nicht erzählt, wie der Kontakt zu dem schweizerischen Schriftsteller zustandegekommen ist. Die Handlung wirkt etwas sprunghaft – was sich allein schon an den häufig wechselnden Schauplätzen zeigt.

Thomas Conrad Brezina wurde am 30. Januar 1963 in Wien geboren. Er ist ein österreichischer Kinder- und Jugendbuchautor, Drehbuchautor, Fernsehmoderator und Produzent. Er ist vor allem durch seine Buchreihe Die Knickerbocker-Bande bekannt geworden.

Thomas Brezina: Schokolade des Schreckens; OMNIBUS C. Bertelsmann Jugendbuch Verlag München 1997; 143 Seiten; ISBN: 3-570-20350-6


Kategorie: Jugendbuch, Kinder- und Jugendbuch
Verlag: Bertelsmann Jugendbuch

Fünf Freunde im Orient-Express

Die fünf Freunde sind in den Sommerferien mit dem Zug auf dem Weg zu einem Ferienkurs. Doch plötzlich muß der Expreßzug halten – ein umgestürzter Baum verhindert das Weiterfahren. Ein Unglücksfall? Oder sind Eisenbahnräuber am Werke?
Auf den ersten Blick ist der Buchtitel etwas irreführend. Die Kinder sind in England mit einem Nachtzug und nicht mit dem berühmten Zug durch den Balkan unterwegs.
Interessant sind eher die Bezüge zu der englischen Kriminalschriftstellerin Agatha Christie und deren Roman „Mord im Orientexpress“, der bei uns auch unter dem Titel „Kimono“ erhältlich ist.
Die fünf Freunde sind der Detektiv, der sich auf eine Reise begibt. Sie treffen eine Truppe unterschiedlichster Personen an, zu denen auch der „Chef“ des Eisenbahnunternehmens gehört. Der Zug bleibt aus irgendeinem Grunde stecken und hat einen längeren Aufenthalt – ein Kunstkniff, den jeder Krimi-Liebhaber sofort erkennt: Ort und Personen sind überschaubar, der Detektiv arbeitet unter Zeitdruck, weil sich die Tatverdächtigen ansonsten in alle Winde verstreuen würden.
Ein Verbrechen aus der Vergangenheit spielt auch hier eine Rolle. Die Kinder können die Tat auch (fast) ohne Hilfe von Erwachsenen lösen – die Eltern von George werden hier noch nicht einmal namentlich erwähnt.
Für Kinder und Jugendliche welchen Alters ist das Buch am besten geeignet? Gezielte Angaben darüber sind in dem Buch nicht enthalten? Es dürften Kinder im Alter von 10 – 14 Jahren sein. Die Geschichte wurde behutsam modernen Lesegewohnheiten angepaßt, ohne die Originalgeschichte völlig in die Neuzeit zu holen. Gegenstände wie Computer oder gar Mobiltelefonie sind also nicht enthalten – wer die Originalgeschichten noch von früher aus seiner eigenen Kindheit kennt, wäre heute als Mama / Papa wohl auch reichlich überrascht darüber.
Trotz aller offensichtlichen Bezüge zu Agatha Christie gefällt die Geschichte aber. Die Handlung ist gut lesbar; man kann sie leicht und locker an einem Wochenende schaffen.

Enid Blyton wurde 1897 in London geboren. Sie ist bereits 1968 verstorben. Dieses Buch wurde nicht etwa posthum veröffentlicht. Es stammt vielmehr aus der Feder von Sarah Bosse.

Und Bosse ist mitnichten Engländerin. Sie erblickte 1966 in Düsseldorf das Licht der Welt, lebt seit 1975 im Münsterland, hat Germanistik und Skandinavistik studiert. Und schreibt so nebenbei Kinderbücher.

Enid Blyton: Fünf Freunde im Orient-Express; cbj München 2012; 156 Seiten; ISBN: 978-3-570-13818-2


Kategorie: Kinder- und Jugendbuch
Verlag: cbj Verlag München

Casting – Spiel ums Leben

castingLovis ist ein Siegertyp. Geschickt bewegt er sich in der schillernden Spielewelt, deren Gesetze längst in sämtlichen Bereichen des Lebens gelten. Eine Clique von selbstverliebten Juroren hält das Karussel der Castings und Contests in Gang. Sie sorgen mit drastischen Methoden dafür, dass niemand aus der Reihe tanzt. Als Lovis sich mit Jo anfreundet, beginnt er am Sinn der strengen Regeln zu zweifeln. Das Mädchen und er gehen auf gefährliche Touren. Was sie dabei hinter den Kulissen der Vergnügungsmaschinerie entdecken, stellt alles Gewohnte infrage. Mit einigen Gleichgesinnten finden sie Zuflucht in einer alten Manufaktur und proben den Widerstand. Aber Detektive sind ihnen bereits auf der Spur. Wird es den Ausreißern gelingen, sich gegen das übermächtige System zu behaupten und ihren eigenen Ideen zu folgen?

Der 12 jährige Lovis lebt in einer harten Welt. Es gibt kaum noch Arbeit oder gesicherten Wohnraum. Auch Essen und Kleidung sind knapp und um dies alles zu bekommen, sind die Menschen gezwungen an unzähligen Castingshows teilzunehmen denn wer diese gewinnt der kann diese Güter gewinnen, wer verliert der bleibt auf der Strecke.

 
Für den Großteil der Bevölkerung gibt es keine Arbeit und somit kein Geld mehr aber Geld ist auch, zumindest für die Unterschicht der Bevölkerung, sehr nebensächlich und uninteressant geworden. Es gibt für Geld nämlich nichts mehr zu kaufen, keine Nahrung, keine Kleidung und auch sonst nichts…!

 
Geld nur noch dazu da sich die Teilnahmegebühren an den Castingshows leisten zu können denn nur dort können die Menschen durch gewinnen an Kleidung, Nahrung oder Wohnraum kommen.
Wohngewinn ist heiß begehrt aber auch dieser ist immer zeitlich auf höchstens 3 Monate begrenzt denn man möchte ja nicht dass die Castidaten faul und träge werden denn schließlich sollen sie das wohlhabende Publikum unterhalten, das außerhalb der Stadt, gemeinsam mit den Regisseuren, Juroren und Sponsoren der Castingshows im gut abgeriegelten und luxuriösen „St. Privat“ residiert.

 
Ist der Wohngewinn, der ausschließlich aus winzigen Einraumwohnungen in überwachten Wohnbunkern besteht  ausgelaufen, die Nahrung gegessen und die Klamotten zerschlissen, so sind die Menschen wieder gezwungen an Castings teilzunehmen um ihr Überleben zu sichern.
Ist man alt und/oder krank und kann nicht mehr an Castingshows teilnehmen, so wird man „ausgecastet“ und fristet sein Leben zwangsläufig in großen Fabriken denn schließlich braucht man auch Leute die die ganzen Castinggewinne, wie Kleidung anfertigen…!

 
Die Castingsshow selbst sind sehr unterschiedlich. Weit verbreitet sind über klassische Gesangsshows harte sportliche Wettbewerbe, es gibt aber auch Quizshows, Kochshows und vieles mehr.
Als die Castingshows immer härter, ausgefallener und erniedrigender werden, reicht es Lovis und er tut sich mit der gleichaltrigen Jo zusammen, die er bei einer Castingshow kennengelernt hat. Gemeinsam wollen sie gegen das System angehen denn es soll endlich Schluss sein mit den Castings…! Nach und nach finden Lovis und Jo immer mehr Verbündete im Kampf gegen das menschenunwürdige System  und entwickeln einen Plan…!

 
Als ich das Buch angefangen habe, da dachte ich mich erwartet ein Abklatsch der „Tribute von Panem“, nur halt als Kinderbuch aufgemacht  denn das Buch ist für Kinder und Jugendliche von 10-16  Jahren gedacht. Ich wurde aber positiv überrascht denn die Geschichte weicht doch stark von Panem ab. Es handelt sich zwar um ein Kinderbuch, allerdings hab ich es mir wesentlich „kindlicher“ vorgestellt. Man merkt zwar vor allem an Namen und Bezeichnungen (z.b heißt der Juror der Castingshow „Topkoch“ „Donald Meck“ und die Jurorin der Castingshow „Topkult“ trägt den Namen „Kroko Flanell“) aber ansonsten ist es nicht unbedingt als Kinderbuch erkennbar und kann durchaus auch gut von Erwachsenen gelesen werden.
Leider erfährt man nicht genau in welcher Zeit das Buch spielt denn so etwas interessiert mich bei Dystopien/Endzeitgeschichten immer sehr. Es wird aber angedeutet dass die Geschichte irgendwann zwischen 2040 und 2060 spielen muss…! Einzig das Ende hat mir nicht sooo gut gefallen da ich es etwas zu abrupt fand aber ansonsten fand ich das Buch wirklich gut!

Eine spannende und schöne Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt, dem Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung und dem Kampf gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung!

Mir persönlich hat das Buch wirklich gut gefallen und ich kann es auf jeden Fall empfehlen.

Yvonne Richter wurde im Jahr 1956 geboren und studierte zuerst Kunst, bevor Sie eine Ausbildung zur Kunsterzieherin absolvierte.  Anschließend fand Sie bei einem Museum im Nürnberg ihre berufliche Heimat. Dort baute sie das erste mobile Kindermuseum mit auf, bis sie nach der Geburt ihrer Tochter 1990 neue Aufgaben suchte und einige Jahre als Figurentheaterspielerin und Performancekünstlerin arbeitete. Sie blieb dem Kindermuseum aber treu und als sich das  Kinder & Jugendmuseum Nürnberg formte, stieg sie wieder mit ein und gab dem jungen Unternehmen grafisch und gestalterisch ein unverwechselbares Gesicht.
Seit 2008 schreibt Sie Kinder- und Jugendbücher.


Kategorie: Dystopie, Endzeitgeschichten, Kinder- und Jugendbuch
Verlag: Fabulus Verlag

Der erste Tod der Cass McBride

 

cass

Cass, die High School Queen, lässt David abblitzen. Auf ihre gewohnt arrogante Art. Am nächsten Tag ist David tot. Und Cass steckt in einer engen Kiste, unter der Erde. Über Walkie-Talkie steht sie mit ihrem Kidnapper in Verbindung. Kann sie ihn von ihrer Unschuld überzeugen? Ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit beginnt…

 

 

 

Cass ist in der Junior High und ein hübsches, kluges aber auch sehr oberflächliches und egoistisches Mädchen! Sie möchte mal groß raus kommen, etwas aus Ihrem Leben machen und da macht es sich doch wunderbar im Lebenslauf die Ballkönigin gewesen zu sein…!

Cass ist äußerst berechnend und auf Ihren guten Ruf bedacht, deshalb ist sie zu allen Mitschülern freundlich aber hinter Ihrem Rücken lästert sie was das Zeug hält…!

Eines Tages wird Sie vom Außenseiter und Sonderling David um ein Date gebeten, was Sie ihm aber höflich abschlägt…! Cass ist darüber so entrüstet, dass Sie einen Brief an Ihre beste Freundin schreibt, in dem Sie sehr fies über David herzieht denn wir konnte ausgerechnet ER es wagen SIE nach einem Date zu fragen! Dummerweise findet David aber diesen Brief und erhängt sich daraufhin!

Kyle, Davids älterer Bruder, gibt Cass nun die alleinige Schuld am Tod seines Bruders und will ihn rächen! Er entführt Cass und vergräbt sie in einer Kiste…!

Das Buch beginnt damit dass Kyle im Verhörraum der Polizei sitzt und die ganze Sache aus seiner Sicht erzählen soll! Schnell erfährt man, dass Cass die Entführung überlebt hat aber man weiß nicht in welchem Zustand Sie sich befindet!

Die Geschichte wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählten, nämlich Cass´ Ich-Erzählperspektive, Kyles Ich-Erzählperspektive und aus der Sicht des Polizisten Ben!

Es handelt sich jeweils um sehr kurze Kapitel und viele sind z.b nur 1 ½ oder 2-3 Seiten lang, was der Geschichte ein gutes Tempo verleiht und was ich als sehr angenehm empfunden habe denn somit kann man dieses spannende Buch auch immer wieder mal nur kurz zur Hand nehmen wenn man gerade ein paar Minuten Zeit zum lesen hat…!

Auch die Idee mit den verschiedenen Ich-Erzählperspektiven fand ich sehr gelungen denn das mag ich generell sehr gerne!

Im Laufe der Geschichte erfährt man viel über Cass´, Davids und Kyles Leben und auch viel über Ihre jeweiligen Eltern! Und man erfährt in was für schwierigen/schlimmen Verhältnissen David und Kyle aufgewachsen sind denn Cass´ fieser Brief war natürlich nur der Tropfen der das Fass bei David zum überlaufen gebracht hat…!

Ein spannendes Buch, was mir gut gefallen hat!

Gail Giles ist ehemalige High-School-Lehrerin und hat bereits mehrere preisgekrönte Jugendromane veröffentlicht. In den USA gilt sie als Königin der Thriller für junge Erwachsene. Ihre Bücher erscheinen in Australien, Dänemark, Großbritannien, Kanada, den Niederlanden und den USA.


Kategorie: Kinder- und Jugendbuch, Thriller
Verlag: Thienemann Verlag

Infinity

InfinityEwig leben? Auf der Suche nach dem Methusalem-Gen übertreten ein Arzt und ein Pharmakonzern jede moralische Grenze: Sie experimentieren mit Kindern. Heimlich. Jahre später drehen junge Männer durch. Plötzlich. Auch Richi und Jonas, Klaras beste Freunde. Warum? Sie fängt an, Fragen zu stellen. Hartnäckig, unbeugsam. Und kommt dabei Menschen in die Quere, für die nur eines zählt: Macht. Um diese zu sichern, ist ihnen jedes Mittel recht. Auch Mord?

 

Die 16 Jährige Klara lebt in der Nähe von Wien und besucht ein Gymnasium für hochbegabte Schüler. Sie ist eher eine Einzelgängerin und verbringt ihre Freizeit am liebsten mit lernen und lesen. Freunde hat sie nur wenige und ihr Leben wird auf den Kopf gestellt als ihr bester Freund Jonas plötzlich extrem gewalttätig wird, einen Mitschüler zusammenschlägt und dann selbst im Krankenhaus landet. Auch ihr Freund Richi, der vor ein paar Jahren in eine andere Stadt zog, rastet plötzlich aus, landet im Krankenhaus und verstirbt kurz darauf.

Für die wissbegierige Klara können das keine Zufälle sein und so tut sich notgedrungen mit ihrer Rivalin und Hackerin Luci, sowie Richis Zimmergenossen Alan zusammen. Gemeinsam fangen sie an zu recherchieren und stoßen dabei auf den Pharmakonzern „SanaLife“ und auf eine geheimnisvolle Liste, auf der sowohl die Namen von Jonas und Richi, aber auch ihr eigener und Lucis Name stehen…! Eher sie sich versehen, werden sie beobachtet und sitzen in ernsthaften Schwierigkeiten denn sie sind einem ungeheuerlichen Skandal auf die Schliche gekommen…!

Ich habe schon viele Medical-Thriller zum Thema Genmanipulation, Klonen usw gelesen und bin deshalb vielleicht etwas verwöhnt. Das Buch war kurzweilig und hat mir gut gefallen, allerdings fand ich es eine Spur zu durchschaubar und vorhersehbar. Ich hätte mir ein paar Überraschungen oder Wendungen gewünscht aber das ist leider nicht der Fall. Man bekommt genau das was man erwartet, was ja auch eigentlich schön ist denn man wird nicht enttäuscht. Aber eine Spur spannender hätte es für meinen Geschmack schon sein können.

Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass es sich um einen Medical-Thriller für Jugendliche ab 13 Jahren handelt und dafür ist das Buch schon gut gelungen. Dass es mich nicht vom Hocker gerissen hat, liegt vielleicht daran dass ich zu diesem Thema einfach schon sehr viel gelesen habe.

Für Jugendliche die sich zum ersten Mal an dieses Thema heranwagen ist es mit Sicherheit sehr zu empfehlen.

Gabriele Gfrerer wurde 1961 in Wien geboren und wuchs mit vier älteren Brüdern auf. Sie absolvierte ein Lehramtsstudium, arbeitete als Grundschullehrerin und als  selbstständige Grafikdesignerin. Sie lebt und schreibt in der Nähe von Wien.


Kategorie: Kinder- und Jugendbuch, Medical-Thriller
Verlag: Thienemann Verlag

Der Märchenerzähler

MärchenerzählerAbel Tannatek ist ein Außenseiter, ein Schulschwänzer und Drogendealer. Wider besseres Wissen verliebt Anna sich rettungslos in ihn. Denn es gibt noch einen anderen Abel: den sanften, traurigen Jungen, der für seine Schwester sorgt und der ein Märchen erzählt, das Anna tief berührt. Doch die Grenzen zwischen Realität und Phantasie verschwimmen. Was, wenn das Märchen gar kein Märchen ist, sondern grausame Wirklichkeit? Was, wenn Annas schlimmste Befürchtungen wahr werden?

Anna ist 17 Jahre alt, steckt mitten im Abitur und lebt in der Nähe von Greifswald. Sie hat nicht wirklich viel mit den anderen Schülern Ihrer Stufe gemeinsam denn Anna ist noch eher kindlich, geht z.b noch gern Schlittenfahren, hatte noch nie einen Freund, spielt Querflöte und möchte Musik studieren.

 
Eher zufällig kommt Sie zum ersten Mal mit dem Außenseiter der Stufe, Abel Tannatek in Kontakt und wird neugierig denn Abel erscheint ganz anders als sein Ruf als Drogendealer, Militärjackenträger und „Böse Onkelz“ Hörer.
Sie beginnt Abel heimlich nach der Schule zu verfolgen und entdeckt dabei dass er außerhalb des Schulgeländes ein liebevoller Bruder ist der sich um seine kleine, 6 jährige Schwester Micha kümmert. Anna und Abel freunden sich locker an und die kleine Micha hat schnell einen Narren an Anna gefressen, so dass die Freundschaft zwischen Anna und Abel schnell tiefer wird und Anna sich in Abel verliebt.
Abel hat für Liebe aber eigentlich gar keinen Kopf und keine Zeit da er sich in jeder freien Minute um Micha kümmert denn seine Mutter, die Alkoholikerin Michelle, hat beide vor einiger Zeit sitzen gelassen und nun wohnen der 17 jährige Abel und die kleine Micha alleine in dem runtergekommenen Plattenbau, versuchen irgendwie über die Runden zu kommen und vor dem Jugendamt zu verheimlichen dass Michelle weg ist.

 
Für Anna ist das alles eine völlig neue Welt denn sie selbst stammt aus reichem Haus, Ihr Vater ist Arzt und ihre Mutter Professorin.
Um der kleinen Micha alles besser verständlich zu machen, erzählt Abel ihr immer wieder ein selbst ausgedachtes Märchen, welches er das ganze Buch hindurch immer wieder weitererzählt und an dem auch Anna schnell gefallen findet. Doch nach und nach beginnt Anna zu begreifen, dass in dem Märchen über die kleine Klippenkönigin, deren sichere Insel in Gefahr ist, viel mehr Wahrheit steckt als erwartet denn Abel verarbeitet in diesem Märchen seines und Michas Leben und lässt auch real existierende Personen in diesem Märchen auftauchen, was nach und nach immer düsterer und beunruhigender wird…! Und auch Abel beginnt sich zu verändern und Anna fängt an sich zu fragen, ob die anderen nicht doch Recht hatten als sie Sie immer wieder vor ihm gewarnt haben…

 
Die Geschichte beginnt direkt ziemlich düster, mit Blut auf weißen Fliesen, einer Toten im Winterwald und man wird sofort ziemlich neugierig. Generell hat mich das Buch sehr gefesselt und ich konnte es nur schwer wieder aus der Hand legen.
Der Kontrast zwischen Annas heiler und Abels trost-/hoffungsloser Welt ist sehr schön herausgearbeitet und die Geschichte selbst ist eigentlich komplett von Trostlosigkeit durchzogen, was aber auch in einem schönen Kontrast zu dem hoffnungsvollen Märchen steht, welches Abel immer wieder weitererzählt.

Die Geschichte über Abels Leben, geprägt von Geldsorgen, Zeitmangel, Angst vor dem Jugendamt und Einsamkeit wird halt immer wieder durch das wirklich niedliche Märchen der kleinen Klippenkönigin mit dem Diamantherz unterbrochen, welche von Ihrer kleinen und sicheren Insel (Plattenbauwohnung) fliehen muss, weil diese im Begriff ist unter zu gehen. Gemeinsam mit ihrem Freund dem Seelöwen (Abel selbst), macht sich die kleine Königin mit einem grünen Schiff auf den Weg um das sichere Festland zu erreichen und trifft dabei auf das Rosenmädchen, von der Insel der Rosen auf der alles schön und toll ist (Anna) und auf den Leuchtturmwärter (Abels Deutschlehrer). Die kleine Königin ist aber in Gefahr denn sie hat viele Verfolger die verhindern wollen dass sie und ihre Freunde das sichere Festland erreichen. Auch diese Verfolger sind real existierenden Personen wie z.b Michas leiblichem Vater oder dem Jugendamt nachempfunden…!

 
Ein wirklich ganz tolles Buch über den Kontrast zwischen Arm und Reich, über Hoffnung und Verzweiflung, darüber dass es nicht nur Gut und Böse, sondern auch Grauzonen gibt, über Freundschaft und Liebe und noch so viel mehr…!

Ein bisschen hat mich lediglich gestört dass Anna gegen Ende des Buches ein paar Entscheidungen trifft die eigentlich völlig unrealistisch und nicht nachvollziehbar sind! Aber wer aus Liebe noch nie eine oder mehrere unlogische Entscheidungen getroffen hat der möge den ersten Stein werfen…!
Gut gefallen hat mir auch, dass es kein typisches „Friede-Freude-Bratkartoffel-Ende“ gibt denn das hätte zu so einer düsteren und traurigen Geschichte auch nicht gepasst…!

 
Ein wirklich tolles Buch, welches ich auf jeden Fall wärmstens empfehlen kann!

Antonia Michaelis wurde 1979 in Kiel geboren und ist in Augsburg aufgewachsen. Sie studierte in Greifswald Medizin und hat unter anderem in Nepal, Peru und Indien gearbeitet. Sie lebt mit Ihrem Mann und Ihren zwei Töchtern sehr abgelegen gegenüber der Insel Usedom und schreibt Kinder und Jugendbücher.


Kategorie: Kinder- und Jugendbuch
Verlag: Oetinger

Lauf, wenn es dunkel wird

laufWas für ein schrecklicher Zufall: Cheyenne schläft auf dem Rücksitz des Familienautos, als dieses gestohlen wird. Und Griffin, der junge Dieb, kann sie nicht einfach so laufen lassen, obwohl er Bedenken hat. Denn Cheyennes Vater ist ein reicher Unternehmer und das perfekte Ziel für eine Erpressung, finden Griffins Komplizen. Cheyenne bleibt nur ein Ausweg: Flucht. Doch die ist doppelt schwierig – denn Cheyenne ist blind!

Cheyenne ist 16 Jahre alt und verlor bei einem Unfall vor 3 Jahren Ihre Mutter und auch ihr Augenlicht. Gemeinsam mit Ihrem Vater und ihrer Stiefmutter lebt Sie in Portland. Cheyenne hat eine Lungenentzündung und als Sie mit ihrer Stiefmutter eines morgens vom Arzt kommt, bleibt Sie in eine Decke gehüllt auf dem Rücksitz des Autos liegen, während ihre Stiefmutter noch schnell zur Apotheke eilt um das Antibiotikum zu holen. Sie lässt den Zündschlüssel stecken und wird dabei von Griffin beobachtet, der die Gelegenheit nutzt, ins Auto springt und damit davonrast. Nach kurzer Zeit bemerkt er Cheyenne auf dem Rücksitz, bereut den Autodiebstahl und die ungewollte Entführung sofort, kann jetzt aber nicht mehr zurück.

Griffin ist mit der Situation völlig überfordert und so fährt er zielstrebig zu seinem Vater Roy nach Hause. Griffin und Roy leben auf einem einsamen und runtergekommenen Grundstück außerhalb von Portland und sind das was in Amerika „white trash“ genannt wird. Sie „verdienen“ sich Ihren Lebensunterhalt mit dem stehlen von Autos, die sie in Ihrer Scheune auseinander schrauben und dann in Einzelteilen verkaufen. Unterstützt werden Sie dabei von zwei nicht minder runtergekommenen Typen die auf dem Grundstück ständig ein und ausgehen.

In dieses Chaos wird Cheyenne also gebracht und allein die Tatsache dass Cheyenne blind ist, hält die Typen wohl davon ab sie zu beseitigen denn schließlich kann sie ein blindes Mädchen zumindest nicht identifizieren.

Innerhalb kürzester Zeit wird Roy klar, dass die versehentliche Entführung ein glücklicher Zufall sein könnte denn wie man aus den Nachrichten hört, hat Cheyennes Vater Geld und kann somit bestimmt ordentlich Lösegeld bezahlen…!

Nach und nach gerät die ganze Sache aber immer mehr außer Kontrolle denn Roy ist aggressiv, die beiden Typen würden Cheyenne nur zu gern an die Wäsche und Griffin bedauert die ganze Sache zutiefst und hat Zweifel daran dass Cheyenne tatsächlich Lebend aus der Sache rauskommen wird…!

Die Geschichte wird abwechselnd aus Cheyennes und Griffins Sicht erzählt die Autorin versteht es super sich in eine blinde Person hinein zu versetzen. Teilweise hatte ich schon fast das Bedürfnis selbst meine Arme zum Tasten auszustrecken, wirklich ganz toll umgesetzt.

Die Geschichte ist die ganze Zeit über sehr interessant und spannend und am Ende konnte man es vor Spannung kaum noch aushalten und nicht mehr aus der Hand legen!

Bereits April Henrys Jugendbuch „Breakout“ hat mir super gefallen aber dieses Buch ist noch mal um Klassen besser!

Eigentlich soll auch dieses Buch ein Jugendbuch bzw. Jugend-Thriller sein und wird für Jugendliche aber 13 Jahren empfohlen aber außer dass die Hauptfiguren Chayenne und Griffin Teenager sind, kann ich nicht sagen dass dieses Buch ein Jugendbuch ist. Es ist einfach sehr guter und spannender Thriller und das empfohlene Alter „ab 13 Jahren“ finde ich ehrlich gesagt ein wenig unpassend!

Ein super Buch das ist blitzschnell durch hatte und auf jeden Fall wärmstens empfehlen kann.

April Henry lebt mit Ihrem Mann und Ihrer Tochter in Portland und hat zahlreiche Thriller und Krimis verfasst. Bereits im Alter von 11 Jahren wurde Ihre erste Kurzgeschichte veröffentlicht. Sie studierte an der Oregon University und verbrachte ein Austauschjahr in Stuttgart.


Kategorie: Kinder- und Jugendbuch, Thriller
Verlag: Carlsen Verlag Hamburg

Isola

isolaZwölf Jugendliche, drei Wochen allein auf einer einsamen Insel vor Rio de Janeiro – als Darsteller eines Films, bei dem nur sie allein die Handlung bestimmen. Doch bald schon wird das paradiesische Idyll für jeden von ihnen zu einer ganz persönlichen Hölle. Und am Ende müssen die Jugendlichen erkennen, dass die Lösung tief in ihnen selbst liegt.

Joy ist 17 Jahre alt und hat sich freiwillig für ein ganz besonderes Filmprojekt gemeldet. Der exzentrische Regisseur Quint Tempelhoff will 6 Jungen und 6 Mädchen 3 Wochen lang auf einer kleinen, komplett Kamera überwachten Insel filmen um daraus hinterher einen Film zusammen zu schneiden, bei dem bisher weder Handlung noch Genre feststeht. Die Jugendlichen sollen sich neue Namen geben und können sich aussuchen ob sie sich selbst spielen oder in eine völlig andere Persönlichkeit schlüpfen. Es gibt nicht viele Regeln, nur dass es keinen Alkohol, keine Drogen und keinen Sex geben darf ist vorgeschrieben.

Bereits am Flughafen wird Joy, die sich auf der Insel „Vera“ nennt, bewusst dass es vielleicht keine gute Entscheidung war sich für dieses Projekt zu melden denn eigentlich ist sie eher eine Einzelgängerin und ziemlich still und schüchtern…! Während der 3 Wochen wird sie allerdings ihren 18. Geburtstag feiern und dann kann sie tun und lassen was sie will und sie will nach der Insel unbedingt noch etwas in Brasilien erledigen, denn zu Brasilien hat sie eine ganz bestimmte Verbindung, was nach und nach deutlich wird…!

Jedenfalls sind die 12 Jugendlichen so unterschiedlich wie es auch nur sein kann und Joy fühlt sich zuerst nicht besonders wohl unter Ihnen…! Nach 3 Tagen auf der Insel, stellt sich dann heraus, dass die Jugendlichen an eine „Spiel“ teilnehmen sollen und das Inselprojekt direkt abgebrochen wird, sollte sich Jemand weigern mitzumachen oder sich nicht an die Spielregeln hält…! Natürlich gerät dieses „Spiel“ ziemlich schnell außer Kontrolle und aus dem anfänglichen Spiel wird bitterer Ernst…!

Die Geschichte wird aus Joys bzw. Veras Sicht erzählt und ist eine sehr nette Mischung aus „Herr der Fliegen“ und Agatha Christies „10 kleine Negerlein“! Dies ist der Autorin aber durchaus bewusst denn sie lässt eine der Figuren sogar die „10 kleinen Negerlein“ erwähnen! Sicherlich ist die Idee nicht wirklich neu aber das Spiel bringt schon frischen Wind in die Geschichte! Aber auch wenn das Spiel nicht Bestandteil der Geschichte gewesen wäre, so hätte sie mir bestimmt trotzdem gefallen denn ich mag es einfach wenn so viele verschiedene Charaktere in einer Ausnahmesituation aufeinandertreffen und kann so etwas immer wieder und in verschiedensten Varianten (oder halt auf einer Insel) lesen und es wird mir nicht langweilig…!

Die Geschichte hält auch ein paar wirklich kreative Überraschungen bereit, allerdings ist sie an ein paar Stellen auch eher durchschaubar…!

Mir hat das Buch gut gefallen, es war sehr kurzweilig und ich kann es gut weiter empfehlen!

Isabel Abedi wurde 1967 geboren und lebt mit Ihrer FAmilie in Hamburg. Sie hat 13 Jahre lang als Werbetexterin gearbeitet und ist inzwischen eine der erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen Deutschlands. Ihr Roman „Whisper“ wurde 2006 für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und Ihr Roman „Isola“ war Spiegel-Bestseller.


Kategorie: Kinder- und Jugendbuch
Verlag: arena Würzburg