Dark Wood

Dark WoodAuf sich gestellt und rund um die Uhr von Kameras überwacht, sollen sechs Angestellte einer Hamburger Werbeagentur ihre Teamfähigkeit unter Beweis stellen. Für eine neue TV-Reality-Show müssen sie drei Tage und Nächte in einem abgelegenen Camp im Norden Norwegens einen hinterhältigen und zum Teil lebensgefährlichen Parcours bewältigen. Aber die schikanösen Aufgaben sind das kleinste Problem der Gruppe. Denn in den Wäldern lauert ein uraltes Grauen, eine tödliche Bedrohung, die die sechs vernichten will…

Es ist DIE neue Erfolgsshow im deutschen Fernsehen. Finanziell angeschlagene Firmen können sechs ihrer Mitarbeiter an der Show teilnehmen lassen denn das Preisgeld beträgt 500.000 Euro und hat schon so manch kleine Firma vor der Insolvenz bewahrt. Für den Publikumsliebling gibt es obendrein noch einmal 50.000 Euro. Somit melden sich sechs Mitarbeiter einer Hamburger Werbeagentur, der das Wasser bis zum Hals steht, um ebenfalls bei der Reality-Show mitzumachen.

Die Teilnehmer sind der übergewichtige Systemadministrator Sören, die Sexbombe Katja, die graue Maus Dagmar, der Weiberheld Lars, der arrogante Bernd und der mit dem Chef befreundete Gunnar.

Alle Mitarbeiter sind motiviert, die Agentur zu retten, haben darüber hinaus aber auch alle ihre eigenen, privaten Probleme und können aus verschiedensten Grünsten die 50.000 Euro Extraprämie sehr gut gebrauchen. Außerdem haben alle ihre kleinen oder größeren Geheimnisse und nach und nach kommt raus, dass sie doch nicht so ein gutes Team sind wie sie eigentlich immer dachten …

Kaum in der Wildnis angekommen, werden sie gekonnt gegeneinander ausgespielt, und von Teamgeist ist schon nach dem ersten Tag nicht mehr viel zu sehen.

Dabei ist Teamgeist das, was sie jetzt am meisten brauchen, denn schon sehr bald passieren komische Dinge: Die Filmcrew ist plötzlich verschwunden und eine Kontaktaufnahme zur Außenwelt ist nicht möglich. Als einer der Kandidaten verletzt wird, wollen sie die Show abbrechen, aber das ist nicht möglich, denn der Hubschrauber, der sie in der Wildnis abgesetzt hat, kommt erst in drei Tagen zurück und somit sitzen sie fest.

Darüber hinaus haben sie keine Nahrung und kein Trinkwasser, denn das wären die Gewinne der einzelnen Spiele/Aufgaben, die es absolut in sich haben und völlig übertrieben sind. Somit haben die Kandidaten keine Wahl als trotz allem noch die Aufgaben zu bewältigen, wenn sie in den nächsten Tagen essen und trinken wollen. Außerdem wird immer deutlicher, dass in diesen Wäldern noch ganz andere Gefahren lauern. Was als Spiel begann wird schnell zum Kampf um Leben und Tod…

Das Buch war von Anfang an sehr spannend und das nicht nur, weil die gesamte Show innerhalb kürzester Zeit so dermaßen außer Kontrolle gerät, sondern auch, weil man nach und nach erfährt, welche Geheimnisse jeder der Teilnehmer zu hüten versucht und weil sich in dieser Extremsituation auch sehr schnell der wahre Charakter jedes Einzelnen zeigt. Die gestellten Aufgaben sind sehr kreativ und es gibt einige überraschende Wendungen.

Natürlich ist vieles ziemlich übertrieben, manche Handlungen sind echt nicht nachzuvollziehen, aber mir hat das Buch sehr gut gefallen und die „Metzeleien“ halten sich auch in Grenzen. Die Geschichte ist nicht unnötig von Blut durchtränkt, vielmehr geht darum, die drei Tage bis zur Rettung durchzuhalten und sich mit wenigen Hilfsmitteln am Leben zu halten und sich zu verteidigen.

Eine kreative, coole und spannende Mischung aus „wrong turn“, „28 days later“ und dem Dschungelcamp. Muss man schon mögen aber ich persönlich fand es super!

Thomas Finn, geboren 1967 in Chicago, wuchs in Deutschland auf und wohnt in Hamburg. Er ist ausgebildeter Werbekaufmann, Diplom-Volkswirt und preisgekrönter Spiele- und Romanautor. Er arbeitete als Lektor und Dramaturg in einem Drehbuchverlag und als Chefredakteur des Phantastik-Magazins Nautilus. Für seinen Roman „Das unendliche Licht“ gewann er 2007 den Literaturpreis ‚Segeberger Feder‘. Viele Titel der Rollenspielreihe „Das schwarze Auge“ stammen aus seiner Feder.


Kategorie: Horror, Thriller
Verlag: Knaur TB

Der Todesprophet

atb_Karlden_Todesprophet_rz.inddDer Berliner Boulevard-Journalist Ben Weidner arbeitet an einer Serie über Hellseher und Wahrsager. Dabei trifft er auf einen unheimlich wirkenden Vertreter dieses Fachs. Ein Mann mit schlohweißem Haar und langem Bart weisssagt ihm, zu einer bestimmten Nachtstunde geschehe Schreckliches. Und der Todesprophet behält Recht, denn tatsächlich ereignet sich zur genannten Zeit ein grauenvoller Mord: Eine Mutter wird vor den Augen ihrer Tochter in der Badewanne ertränkt.
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Kategorie: Thriller
Verlag: Aufbau Taschenbuch Berlin

Underground

UndergroundEin tödliches Grippevirus grassiert in den USA. Während Chaos um sich greift, flieht eine Gruppe ganz unterschiedlicher Menschen in einen unterirdischen Luxusbunker – das Sanctum –, ihre eigene, sich selbst versorgende Welt. Doch schon bald befeuern Abschottung und Enge erste Spannungen unter den Bewohnern. Als der Erbauer des Bunkers tot aufgefunden wird, bricht Panik aus. Mit ihm ist der Code zum Öffnen der Türen verloren. Der Sauerstoff wird knapp. Die Wasservorräte schwinden. Der Kampf ums Überleben beginnt.

 

Bereits seit einiger Zeit wütet ein tödliches Virus in Asien und tausende Menschen sterben. Nun ist das Virus auch in den USA angelangt und das Massensterben beginnt…

Wie gut dass es das „Sanctum“, einen unterirdischen Luxusbunker, versteckt in den Wäldern von Maine gibt. Für 1,5 Millionen Dollar kann man sich dort ein Luxusappartement mieten um einer drohenden Katastrophe zu entfliehen. Auf 7 Etagen sind 6 Luxussuiten, ein Aufenthaltsraum, ein Fitnessraum, Swimmingpool, eine Krankenstation, eine kleine Hühnerfarm, und ein kleiner Hydrokulturgarten verteilt. So soll das Überleben für ein Jahr gesichert sein.

Aber der Platz im Sanctum ist begrenzt und nur wenige haben das Glück sich so ein Appartement sichern bzw überhaupt leisten zu können.

Fünf extrem unterschiedliche Familien treffen zu Beginn der Geschichte im Sanctum ein, klar dass Spannungen vorprogrammiert sind. Denn nicht nur die grundverschiedenen Charaktere gestalten das Leben im Bunker als schwierig, der Erbauer des Sanctum hat in seiner Hochglanzbroschüre auch mächtig übertrieben und an allen Ecken und Enden gespart…

Die Krankenstation ist nicht einmal ansatzweise fertig, so dass es keinerlei ärztliche Versorgung gibt, der Fahrstuhl zwischen den einzelnen Etagen funktioniert nicht, Essensvorräte und Wasser reichen nicht annähernd für ein Jahr und Vieles ist einfach nur billig zusammengeschustert.

Bereits nach ein paar Tagen bricht ein kleines Feuer aus, welches die Internetverbindung zur Außenwelt abschneidet und der Erbauer Greg wird tot aufgefunden. Leider hatte er kurz vor seinem Tod wohl noch den Sicherheitscode für die Einstiegsluke geändert und diese Luke ist scheinbar das Einzige woran nicht gespart wurde…

Die Geschichte beginnt damit dass erst einmal alle Familien getrennt voneinander auf dem Weg ins Sanctum sind und man einen so einen ersten Eindruck von den Bewohnern bekommt:

• Da wäre die kanadische Zahnärztin Stella, mit Ihrem koreanischen Mann und dem Teenager Sohn Jae, der am liebsten den ganzen Tag World of Warcraft spielt und chattet

• das stinkreiche, verwöhnte und ziemlich arrogante Ehepaar James und Vicky, dessen Ehe auch schon besser Tage gesehen hat

• der alleinerziehende Vater Tyson, mit seiner vier jährigen Tochter Sarita und dem südafrikanischen Aupair Mädchen Cait, die Mitte 20 ist und einfach nur wieder nach Hause möchte

• das 70-jährige Ehepaar Dannhauser und ihre 40 jährige Tochter Trudi

• der Erbauer und Besitzer Greg

• sein Bauleiter Will, der eigentlich gar nicht im Sanctum bleiben sondern zurück zu seiner schwerkranken Frau wollte

• und zu guter Letzt die Familie Guthrie. Vater Cameron und Teenagersohn Brett sind absolute „Alphamännchen“, Waffenbesessen, rassistisch und totale Machos. Mutter Bonnie hat absolut nichts zu sagen, will sie aber auch eigentlich gar nicht denn sie ist übertrieben religiös, eigentlich schon fanatisch und beschäftigt sich am liebsten mit ihrer Bibel und Gebeten. Bretts Zwillingsschwester Gina könnte man schon fast als Hausmädchen statt als Familienmitglied bezeichnen und sie hat noch viel weniger zu melden als Mutter Bonnie.

Klar dass das totale Chaos bei so einer Konstellation, unter Extrembedingungen auf engstem Raum vorprogrammiert ist.

Die Geschichte wird Kapitelweise aus der Sicht von verschiedenen Personen erzählt, wobei aber nicht die Sicht von allen Personen geschildert wird. Interessant fand ich dass die Kapitel über drei bestimmte Personen immer aus der Ich-Erzählperspektive geschildert werden, die anderen aber nicht.

Das Buch war der totale Hammer, von Anfang an sehr spannend und ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen, so dass ich die knapp 400 Seiten in Windeseile durch hatte.

Absolut großartig, sehr zu empfehlen!!

S.L Grey ist das Pseudonym der beiden Bestsellerautoren Sarah Lotz und Louis Greenberg. Sie leben beide in Südafrika. Unter ihrem Pseudonym beschäftigen sie sich mit Geschichten in denen Menschen in Extremsituationen geraten.


Kategorie: Dystopie, Endzeitgeschichten, Thriller
Verlag: Heyne München

Leaving Berlin

Leaving Berlin von Joseph Kanon

Leaving Berlin von Joseph Kanon

Januar 1949. Berlin liegt immer noch weitgehend unter Kriegsschutt und Trümmern begraben. Das Alltagsleben in den vier von den Besatzungsmächten errichteten Sektoren erholt sich mühsam. Ohne Schwarzhandel oder Beziehungen zu den Siegern lässt sich kaum ein halbwegs erträgliches Leben führen. Die Rote Armee hat einen eisernen Ring um die Stadt gelegt, im Minutentakt versorgen die Alliierten über eine Luftbrücke den Westen der einst so stolzen Reichshauptstadt. Stromausfälle gehören zum Alltag. Jeder bespitzelt jeden oder zieht Gewinn aus seinem Wissen über die Vergangenheit. Continue reading


Kategorie: Spionageroman, Thriller
Verlag: C. Bertelsmann München

Tief im Wald und unter der Erde

tief-im-waldEine einsame Bahnschranke im Wald, dunkle Nacht. Seit an diesem Ort vier ihrer Freunde bei einem mysteriösen Unfall ums Leben kamen, wird Melanie von panischer Angst ergriffen, wenn sie hier nachts anhalten muss. Denn jedes Mal scheint es ihr, als krieche eine dunkle, schemenhafte Gestalt vom Waldrand auf ihren Wagen zu. Niemand glaubt ihr – bis die junge Jasmin Dreyer verschwindet, und ihr Fahrrad an der Bahnschranke gefunden wird…
 

Ein etwas unpassender Klappentext denn Melanie und Jasmin sind nur Nebenfiguren die nach ein paar Seiten auch schon wieder verschwunden sind.
Die Hauptfiguren sind die junge Polizistin Nele Karminter und Ihre Kollegin/Freundin Annouschka Rossberg, die alles daran setzen um denjenigen zu schnappen, der innerhalb von drei Tagen, drei Frauen entführt hat und sie vermutlich tief im Wald und unter der Erde, in der Nähe von Lüneburg gefangen hält…!

Nach anfänglichen, für meinen Geschmack etwas zu schleppenden Ermittlungen, entwickelt sich die Geschichte und wird ziemlich rasant und spannend.

Im Vordergrund steht die junge Polizistin Nele, die bei diesen Ermittlungen einen ziemlichen Spagat zwischen Beruf und Privatleben absolvieren muss und natürlich der Entführer, über den man im Laufe der Geschichte sehr viel erfährt. Man bekommt Einblicke in sein Leben und seine fürchterliche Kindheit, was mir gut gefallen hat.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Neles Sicht, der Sicht der entführten Frauen, der Sicht des Entführers und auch aus Annouschkas Sicht erzählt, was mir ebenfalls gut gefallen hat. Auch dass manche Szenen/Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden fand ich klasse.
Die Geschichte ist streckenweise schon sehr brutal und blutig, dies hält sich aber noch in Grenzen.

Alles in allem ist es ein spannendes und sehr kurzweiliges Buch. Umgehauen hat es mich allerdings nicht, da hab ich von Herrn Winkelmann schon Besseres gelesen (z.b „Die Zucht“ oder „Kill Game“) denn „Tief im Wald und unter Erde“ ist bereits das vierte Buch dass ich von Andreas Winkelmann gelesen habe, da waren die Erwartungen natürlich auch dementsprechend groß…!

Empfehlen kann ich das Buch aber auf jeden Fall!


Kategorie: Thriller
Verlag: Goldmann München

Memento

mementoSchneemannwettbewerb in Minneapolis. Auch die beiden Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth bauen fleißig mit, als plötzlich ein Kind wie am Spieß zu schreien beginnt. Die Mittagssonne hat einen Schneemann zum Schmelzen gebracht und sein makabres Innen-leben enthüllt – einen toten Polizisten. Als einen Tag später eine zweite Leiche in einem Schneemann in Dundas County entdeckt wird, machen sich die Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth inmitten eines Blizzards auf den Weg nach Norden. Dort, am gefühlten Ende der Welt, entdecken sie mehr, als ihnen lieb ist…

Ich erwühlte dieses Buch auf einem Flohmarkt und nahm es spontan mit. Erwartet hatte ich nicht viel, höchstens einen netten 0 8 15 Thriller der mir die Zeit vertreibt bis ich mir neues Lesefutter herangeschafft habe und mit dem ich mein „Notfallregal“ wieder aufrüsten kann…!

Bekommen habe ich aber einen richtig guten, spannenden und kreativen Thriller den ich gar nicht mehr aus der Hand legen wollte und den ich blitzschnell durch hatte!

Die Geschichte entwickelte sich in eine völlig andere Richtung als ich es erwartet hatte und die beiden Ermittler haben mir mit ihrem Witz, ihrem Zynismus und bissigem Humor außerordentlich gut gefallen!

Die Geschichte startet im sehr verschneiten Minneapolis, die Ermittlungen führen Gino und Leo dann aber an den Arsch der Welt, in das große aber sehr dünn besiedelte Dundas Country in Minnesota, wo Fuchs und Hase sich noch gute Nacht sagen und wo seit Tagen ein schrecklicher Schneesturm wütet…

Bei Ihren Ermittlungen bekommen Gino und Leo immer wieder Hilfe von ein paar merkwürdigen/freakigen Computerspezialisten die auf einer Ranch, der „Monkeewrench“ leben und arbeiten und auch diese Figuren haben mir gut gefallen!

Leider kann ich nicht mehr zur Geschichte schreiben da ich sonst schon zu viel verraten würde aber das Buch lohnt sich, ich fand es einfach super!

Auch das Ende fand ich gut denn es handelt sich nicht um ein ewig gleiches „Friede-Freude-Bratkartoffelende“ sondern es bleibt vieles offen und „Recht und Unrecht“ sind auch nicht eindeutig zuzuordnen, was zum nachdenken anregt…!

Jetzt habe ich erfahren dass dieses Buch zu einer ganzen Reihe von Büchern über die Detectives Leo Magozzi, Gino Rolseth und die „Monkeewrench“ gehört und ich hier Band 4 gelesen habe. Das war aber überhaupt nicht schlimm denn dieses Buch kann prima auch unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden, mir ist nichts aufgefallen…!

Jetzt werde ich mir aber auf jeden Fall noch die anderen Bände besorgen und hoffe dass mir diese dann auch so gut gefallen wie dieses Buch…!

P.J. Tracy ist das Pseudonym eines Autorenteams welches aus Mutter und Tochter besteht. Die ehemaligen Drehbuchautorinnen erzielten mit ihrem Krimidebüt „Spiel unter Freunden“ einen internationalen Überraschungserfolg, der von Lesern und Kritikern mit Lob überhäuft wurde. Seitdem schreiben sie erfolgreich an ihrer Serie um das Monkeewrench-Team.


Kategorie: Thriller
Verlag: Rowohlt Tb.

Das Geständnis

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Der Roman „Das Geständnis“ von John Grisham spielt im Jahr 1998 und ist auf beängstigende Weise zeitgemäß. Es geht um die Todesstrafe und um zweierlei Recht in den USA – für Weiße oder für Schwarze. Es geht auch darum, dass in Texas, Mississippi oder Kansas auch heute noch die juristischen Uhren völlig anders ticken, als im Rest des Landes.

Bei einem Pfarrer einer Kirchengemeinde taucht ein Mann auf und bezichtigt sich des Mordes, begangen vor über neun Jahren. Brisant an seinem Geständnis ist, dass für eben diesen Mord in knapp einer Woche ein anderer Mann per Giftspritze – gängige Praxis in Texas – hingerichtet werden soll. Das einzige Vergehen des Todeskandidaten – wenn man es so nennen will – ist die Tatsache, dass er schwarz ist.

Als Schwarzer unschuldig in der Todeszelle, knapp eine Woche vor der Hinrichtung, da besteht wenig Anlass zur Hoffnung. Der Gouverneur von Texas, nur er kann einen Aufschub anordnen, hat vor allen Dingen seine Beliebtheit bei den weißen Wählern und seine anstehende Wiederwahl im Kopf. Das soll er für einen schwarzen Todeskandidaten, der auch noch dumm genug war, ein Geständnis abzulegen, aufs Spiele setzen? Auch wenn das Geständnis unter dubiosen Umständen zustande kam, und es eine amouröse Verquickung zwischen Richterin und Staatsanwalt gab. Die Geschworenenliste, ein ebenso brisantes Thema. Weshalb haben über einen schwarzen Angeklagten nur weiße Geschworene geurteilt?

Schließlich tauchen vor einer Hinrichtung immer wieder Spinner auf, die sich nur wichtig machen wollen. Nicht zu vergessen – der Mann, der sich als Mörder bezeichnet, steht kurz vor seinem eigenen Dahinscheiden – Hirntumor in fortgeschrittenem Stadium. Obwohl Weißer, ist er mit seinen Selbstbezichtigungen absolut unglaubwürdig, denn er hat sein halbes Leben wegen diverser Sexualdelikte im Knast verbracht.

Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Die immer noch für den Todeskandidaten aktive Anwaltskanzlei nimmt sich der Sache an und versucht einen Aufschub zu bewirken. Aber die Mühlen der Justiz mahlen stetig und unerbittlich, sind kaum aufzuhalten.

John Grisham schildert die Verwahrlosung – anders kann man es kaum nennen – der US-amerikanischen Justiz. Minutiös beschreibt er, wie hinter den Kulissen gemauschelt wird, wobei die Schuld oder Unschuld des Beklagten Nebensache ist. Da geht es um Wiederwahl des Bezirksstaatsanwaltes oder der Richter, Menschenleben sind zweitrangig. Überlegenswert ist höchstens noch die Frage, ob mit Rassenunruhen zu rechnen ist und ab wie vielen Hausbränden oder sonstigen Übergriffen die Nationalgarde alarmiert werden muss.

Wie bei jedem Roman muss auch hier im Epilog stehen – alle Personen und Sachverhalte sind frei erfunden. Das muss sein, will der Autor sich nicht selbst vor Gericht wiederfinden. Andererseits sind die Schilderungen der Abläufe derartig detailgenau, dass man annehmen darf, der Autor hat sich als Vorlage wahrer Begebenheiten bedient. Naheliegend, denn John Grisham war selbst Anwalt für Strafrecht in Southaven/Mississippi. Er kennt die Südstaaten und das US-Strafrecht aus eigenem Erleben.

Beschrieben wird auch das geltende Wahlgesetz, ein durchaus aktuelles Thema. Der Mensch, der nichts oder wenig besitzt, hat kaum Chancen, sich in die Wählerlisten eintragen zu lassen und verständlicherweise hat er auch wenig Interesse daran. Er ist mit dem Kampf ums Überleben beschäftigt und der ist in den USA ungleich härter als alles, was wir uns hier in Deutschland und Europa vorstellen können.


Kategorie: Thriller
Verlag: Heyne München

Kontrolle. Macht. Tod.

kontrolle-macht-todEine schöne Frau zu quälen verschafft ihm Befriedigung. Ihren Willen zu brechen ist besser als jeder Sex. Von dieser Erkenntnis führen den Unbekannten nur wenige Schritte bis zum perfide kalkulierten Mord. Das erste Opfer ist eine Jurastudentin, das grausame Spiel beginnt. Es wird sechzehn lange, entsetzliche Tage dauern.Wer steckt dahinter? Die Polizei tappt im Dunkeln, während der 54-jährige Privatdetektiv Molden mitten in die Ermittlungen gerät. Für seine Auftraggeberin verfolgt er Spuren, die sich als trügerisch erweisen, und verliebt sich leidenschaftlich in eine faszinierende Frau. Dabei merkt er nicht, dass er unaufhaltsam selbst in den Fokus des Mörders rückt. Und mit ihm Greta, deren bezauberndes Lachen seinen wunden Punkt berührt.

Molden ist 54 Jahre alt, sieht nicht besonders gut aus, ist eher ein Eigenbrödler und hat weder Familie noch Freunde. Er geht voll auf in seiner kleinen 1 Mann Detektei und außer seiner Arbeit kennt er eigentlich nicht viel…!

Eine Jurastudentin wird ermordet aufgefunden und ein Sohn aus reichem Hause wird anonym verdächtigt mit dem Verbrechen in Verbindung zu stehen. Als dieser aber entlastet wird, will seine reiche Mutter die falsche Anschuldigung aber nicht ungestraft im Sande verlaufen lassen und beauftragt Molden die Identität des anonymen Anrufers herauszufinden…!

Moldern nimmt den Auftrag an und ermittelt dabei völlig anders als die Polizei denn sein Ziel ist ja nicht den wahren Mörder zu fassen sondern den anonymen Anrufer zu enttarnen…!

Eher durch Zufall gerät er dabei tiefer in die eigentlichen Mordermittlungen als er eigentlich wollte und plötzlich befindet er sich in der gleichen Gefahr in der sich auch seine neue Bekannte Greta befindet…!

Die Geschichte wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt, hauptsächlich aber aus Moldens Perspektive. Es gibt aber auch Kapitel die aus der Sicht des ermittelnden Kommissars oder aus der Sicht von Zeugen oder Verdächtigen erzählt werden.

Ein paar Kapitel werden auch aus der Sicht des Täters geschildert, was mir immer ziemlich gut gefällt und damit beginnt das Buch auch. Leider gibt es von diesen Kapiteln nur sehr wenige und schon nach kurzer Zeit hören diese Kapitel fast ganz auf. Dies kam mir ein bisschen vor wie „Anfüttern“ denn das Buch fing sehr spannend und interessant an, wurde dann meiner Meinung nach aber leider nicht mehr als ein recht lahmer 0 8 15 Thriller! Viel Spannung gab es nicht mehr und irgendwie war die Geschichte wirklich nichts Besonderes sondern plätscherte so dahin…!

Die Nebenhandlung (beginnende Liebesgeschichte zwischen Molden und Greta) ist auch nicht sonderlich spannend und deshalb auch recht überflüssig, genau wie manche Kapitel die aus der Sicht von Zeugen/Verdächtigen erzählt werden…!

Gut gefallen haben mir allerdings ein paar Kapitel die aus der Perspektive eines Verdächtigen, geistig behinderten Jungen Mannes erzählt werden aber diese sind auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen…! Auch diese Kapitel gab es direkt zu Anfang des Buches aber dann hörten sie leider schon wieder auf!Das Buch begann wirklich vielversprechend, driftete dann aber in eine völlig andere/langweilige Schiene ab, was ich wirklich schade finde…!

Nach dem Klappentext hatte ich mir deutlich mehr versprochen aber ich kann dieses Buch leider nur als mittelmäßig bezeichnen! Gegen Ende gab es ein paar Wendungen aber ich kann nicht sagen dass diese Wendungen mich wirklich überrascht haben und das Ende an sich war irgendwie auch 0 8 15 mäßig! Auch die Taten des Mörders hab ich mir wesentlich kreativer vorgestellt, mal abgesehen davon dass auch gar nicht sooo intensiv darauf eingegangen wird wie ich gedacht/gehofft hatte…! Damit lockt man echt keinen Hund hinterm Ofen hervor…!

Ein Buch das man lesen kann  wenn man sich die Zeit vertreiben muss (vielleicht in einem Wartezimmer oder in der Bahn/Flugzeug) aber wirklich kein Buch das man gelesen haben muss…!

Klaus Schuker wurde 1959 geboren, ist verheiratet und lebt bei Ravensburg. Bevor er sich ganz dem Schreiben widmete, arbeitete er als Polizeibeamter. Neben Krimis (»Brudernacht«, »Trau keiner Leiche«) veröffentlicht er Kurzgeschichten, Erzählungen und Filmbesprechungen.

 

 


Kategorie: Thriller
Verlag: Fabulus Verlag

Killgame

killgameDas Mädchen hat Angst. Seit Tagen ist sie in einem Verschlag unter der Erde gefangen. Jemand öffnet die Klappe und wirft Laufkleidung herunter. Sie klettert aus ihrem Gefängnis und beginnt zu rennen. In die Freiheit. In den Wald.
Da zischt der erste Pfeil haarscharf an ihrem Kopf vorbei..

Dries Torwellen hat geschworen, seine Nichte Nia zu finden, die von zu Hause ausgerissen ist. Die Spur führt ihn zu einer Lodge in den tiefen Wäldern Kanadas. Ihre Betreiber werben mit einem einzigartigen Urlaubserlebnis. Einem Erlebnis, das alle Grenzen sprengt…

Nia ist gerade 18 Jahre alt und träumt von der großen Freiheit. Nach dem Tod Ihrer Mutter vor 6 Jahren hält sie es zu Hause in Frankfurt nicht mehr aus. Ihr Vater hat den Tod seiner Frau nicht verkraftet, ist dem Alkohol verfallen und versinkt in Selbstmitleid, während er nur noch neben Nia her lebt.

Nia verlässt ihr zu Hause und will schnell etwas Geld verdienen um in Kanada, dem Land Ihrer Träume neu anzufangen und frei zu sein. Da kommt ihr der alte Walter gerade recht den Sie zufällig in einem Schnellrestaurant kennenlernt. Die beiden kommen ins Plaudern, verstehen sich recht gut und Nia erfährt dass Walter ein Haus in den kanadischen Wäldern besitzt. Die beiden beschließen gemeinsam nach Kanada zu gehen, Walter bezahlt Nia den Flug und füttert Sie durch, während Nia den Haushalt schmeißen und sich um den kränklichen Walter kümmern soll. So fliegen Sie nach Kanada aber es kommt alles anders als Nia es sich vorgestellt hat denn Walter ist nicht der harmlose, alte Herr den Nia in Frankfurt kennengelernt hat…!

Als Nia bereits ein paar Tage fort ist, bitten Ihre Großeltern Dries Torwellen, den Zwillingsbruder von Nias Mutter, Ihre Enkelin zu finden denn sie machen sich schrecklichen Sorgen um Nia.

Dries, ehemaliger Polizist und jetzt eine Art Söldner, nimmt Nias Spur auf und folgt ihr nach Kanada, wo er durch die Wildnis streift und auf eine schreckliche Lodge stößt, in der reiche Touristen für 500.000 Euro Jagd auf Menschen machen können…!

Nachdem ich von „Wassermanns Zorn“ etwas enttäuscht war und das Buch lediglich als mittelmäßig einstufen konnte, hat mir „Killgame“, wie bereits schon „Die Zucht“, ausgesprochen gut gefallen!

Die Geschichte braucht zwar ein bisschen bis sie richtig in Gang kommt, denn sie spielt doch recht lange in Frankfurt, ist aber ein keiner Stelle langweilig. Der Wechsel des Handlungsorts in die kanadischen Wälder ist dem Autor sehr gut gelungen, man bekommt einen richtigen tollen und detaillierten Eindruck der Wildnis und man merkt dass der Autor selbst viel Zeit in den Wäldern und beim Jagen mit Pfeil und Bogen verbringt.

Das Buch hat mir super gefallen, einzig die Figur Dries Torwellen fand doch ein wenig überzogen.

Dries ist Mitte 30, ehemaliger Polizist und eine Art Söldner, wobei er sich selbst nicht als Söldner bezeichnet sondern als Mann der noch weiter außerhalb des Systems steht. Er wird beauftragt Leute zu finden die nicht gefunden werden sollen/wollen und ER ist es der abtrünnige Söldner findet und ausliefert. Er ist groß, sieht blendend aus, ist intelligent, ein absolut harter Kerl aber auch gleichzeitig einfühlsam und sensibel. Man hat das Gefühl dass (wenn überhaupt) nur Chuck Norris es mit diesem Bild von einem Mann aufnehmen könnte…! 😉 Die Figur ist einfach zu perfekt angelegt aber das ist ja nur ein kleiner Kritikpunkt und auch nur meine persönliche Meinung.

Ein wenig hat mich auch gestört dass Dries´ Spiritualität (z.b der Glaube an gute und böse Schatten), die er sich auf seinen unzähligen Einsätzen in verschiedenen Krisengebieten der Welt angeeignet hat, auch eine recht große Rolle spielt aber auch das ist ja nur mein persönliches Empfinden…!

Besonders gut gefallen hat mir, dass auch die Touristengruppe recht stark mit einbezogen wird, denn man fragt sich natürlich was für Menschen viel Geld dafür bezahlen ein Mädchen mit Pfeil und Bogen durch die Wildnis zu jagen…!

Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen, es hat mir sehr gut gefallen!


Kategorie: Thriller
Verlag: Wunderlich

Die Zelle

ZelleSammy ist elf und gerade mit seinen Eltern nach Berlin gezogen. Im Luftschutzbunker der alten Jugendstilvilla, die die Familie im Grunewald bezogen hat, macht er eine verstörende Entdeckung. Ein vollkommen verängstigtes Mädchen, nicht viel älter als er, ist dort unten in einer Zelle eingesperrt, die man mit Gummifolie ausgekleidet hat. Nur durch einen winzigen Schlitz hindurch kann er sie sehen. Am nächsten Tag ist die Zelle leer, das Mädchen verschwunden. Und für Sammy kann es dafür eigentlich nur einen Grund geben: seinen Vater.

Der elfjährige Sammy zieht mit seiner Familie von London nach Berlin, da seine Mutter, eine erfolgreiche Opernsängerin in Berlin eine Anstellung bekommen hat. Die Sommerferien haben gerade begonnen und Sammy langweilt sich in der großen, alten Villa ziemlich denn er hat in Berlin noch keine Freunde und sein älterer Bruder Linus macht lieber sein eigenes Ding. Der Vater hat auch keine Zeit und verbringt die meiste Zeit allein in seinem Arbeitszimmer wo er mit dem Komponieren von Filmmusik beschäftigt ist…!

Sammy beginnt das riesige Anwesen zu erkunden und beobachtet eines Tages heimlich wie sein Vater in einen alten Luftschutztunnel im hinteren Teil des Gartens hinabsteigt…! Kurze Zeit später steigt auch Sammy den Tunnel hinab und entdeckt in einer Zelle ein völlig verängstigtes, asiatisches Mädchen…!

Sammy weiß nicht was er tun soll, kann er das Entdeckte doch kaum fassen! Er will mit seiner Mutter und seinem Bruder reden aber er wird von allen nur abgewimmelt und Niemand will ihm zuhören und sich Zeit für ihn nehmen…! Sammy macht das alles zunehmend mehr zu schaffen, er beginnt immer mehr an seinem Verstand zu zweifeln denn zwei Tage später ist das Mädchen verschwunden und die Zelle völlig leer…! Hat er sich das alles nur eingebildet? Sammys Leben gerät immer mehr aus den Fugen und schon bald kann er nicht mehr zwischen Realität und Phantasie unterscheiden und alles platzt endlich aus ihm heraus! Das Problem ist nur: Niemand glaubt ihm und er bekommt sogar Psychopharmaka verordnet…!

Die Geschichte beginnt damit dass der inzwischen 31 jährige Sammy über seine Erlebnisse in diesem Sommer in Berlin erzählt! 20 Jahre ist das Ganze mittlerweile her und Sammy muss seine Geschichte einfach aufschreiben um damit abschließen zu können! Denn nach 20 Jahren ist jetzt bald der Tag gekommen an dem ER wieder frei kommt…! Wer genau mit ER gemeint ist, erschließt sich nicht! Ist es Sammys Vater oder vielleicht doch Jemand anderes?

Das Buch wird rückblickend aus der Ich-Erzählperspektive des 11 jährigen Sammy erzählt, was mir super gefallen hat! Die Geschichte fängt sehr spannend an, schleppt sich dann streckenweise aber schon ein bisschen dahin und es passiert nicht viel, sie wird aber nie wirklich langweilig! Nach der Hälfte wird das Buch aber unglaublich spannend und man kann es kaum mehr aus der Hand legen, auch wenn es zwischendurch schon ziemlich hart wird und man schon einen guten Magen braucht…!

Das Ende ist ein ziemlicher Hammer und ein ziemliches Verwirrspiel mit einigen krassen Wendungen, bei dem man bis zum Schluss nicht wirklich weiß ob jetzt alles tatsächlich passiert ist oder doch nur Einbildung war…!

Ein sehr gutes Buch, das ich auf jeden Fall empfehlen kann, was aber mit Sicherheit nicht jedermanns Sache ist!

Jonas Winner wurde 1966 in Berlin geboren und wuchs in Rom und den USA auf. Er arbeitete u.a auf dem Bau, am Fließband und als Nachtportier. Er ist promovierter Philosoph und arbeitete nach dem Studium in Berlin und Paris als Journalist. Er drehte Reportagen fürs Fernsehen und schrieb Drehbücher für ARD, ZDF, Sat.1 und RTL.


Kategorie: Thriller
Verlag: Knaur TB

Gift

Gift

GiftIn einem NATO-Stützpunkt an der deutsch-polnischen Grenze bahnt sich Schlimmes an.

Eine Kantinenmitarbeiterin verhält sich an diesem Tag besonders vorsichtig als sie die Milchkännchen auffüllt, das Müsli vorbereitet und vieles mehr. Sie arbeitet hochkonzentriert und weiß, dass sie ihren Feierabend nicht mehr erleben wird.

Ein hinterhältiger Giftanschlag soll die Soldaten töten, die kurz darauf in der Kantine ihr Frühstück zu sich nehmen.

Patrizia Hardt und Gernot Löw, Angehörige der nationalen Terrorabwehr stoßen bei ihrer Jagd nach den Drahtziehern auf Furchtbares. Sie finden heraus, dass auf ostdeutschem Boden versteckte Depots mit biologischen Waffen und gefährlichen Giften vorhanden sind. Dass es sich um tödliche Gifte handelt, sollen sie schnell herausfinden. Als sie die Terroristen bis nach Leipzig verfolgen, gibt es den ersten Todesfall. Als sie herausfinden, dass es sich um die Pest handelt, spitzt sich die Lage dramatisch zu.

Nach H2O hat Ivo Pala wieder ein heißes Eisen angefasst. Realitätsnah erzählt er in diesem Buch über einen Anschlag auf die deutsche Bevölkerung, um die Regierung Deutschlands und Russlands unter Druck zu setzen. Wer Ivo Pala kennt, weiß dass er nicht zu faul für ausgiebige Recherche ist und glaubt ihm jedes Wort dieses erschreckenden Thrillers. Er entführt den Leser in Kasernen, in Regierungsgebäude und lässt ihn Zeuge von Verbrecherjagd und Aufklärung eines Verbrechens werden, das einmal in Gang gekommen, ganze Landstriche an Menschen töten könnte.

Ein von Anfang an hoch angesetzter Spannungslevel wird vom Autor stetig nach oben getrieben, ohne zwischendurch abzusacken.

Zwar ist das Ende in einigen Punkten vorhersehbar, aber das ist nicht schlimm, denn trotzdem bringt Pala den Showdown perfekt ins Ziel.

Durch seine ausführliche Schreibweise, ist er sehr gut verständlich und nachvollziehbar. Jeder Thrillerfan wird begeistert sein und dieses Buch am liebsten in einem Rutsch lesen. So erging es mir, aber bei der Anzahl Seiten, wird es dann doch etwas länger dauern.

Das Cover ist wie bereits beim Vorgänger H2O perfekt in schwarz ohne großen Schnickschnack gewählt und spricht damit den Thrillerfan voll und ganz an.

Wieder ein Pala wie man Pala kennt, dem ich natürlich wieder meine 100%ige Empfehlung ausspreche.


Kategorie: Thriller
Verlag: Blanvalet

Sterbenswort

SterbenswortZum wiederholten Male dringt jemand in Kathrins Abwesenheit in ihre Wohnung ein. Panik klettert in der jungen Mutter hoch. Als dann noch ihre Tochter im Kindergarten von Kathrins totgeglaubtem Ex-Mitbewohner angesprochen wird, ahnt sie, dass etwas Schreckliches bevorsteht. Wird die tragische Entscheidung, die sie und ihre Freunde damals in der WG getroffen haben, sie nun einholen? Getrieben von Schuld und Rache beginnt ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit, und zum ersten Mal in ihrem Leben muss sie die Kontrolle abgeben…

Kathrin ist Anfang 30 und führt eigentlich ein schönes und erfülltes Leben. Zwar ist Sie mit dem Vater Ihrer 4 jährigen Tochter nicht mehr zusammen aber Sie versteht sich noch gut mit ihm. Kathrin ist Ärztin mit einer gut laufenden Praxis und alles könnte schön sein, bis um Sie herum seltsame Dinge geschehen. Gegenstände in Ihrer Wohnung befinden sich nicht mehr am richtigen Platz, Wasserhähne laufen als sie nach Hause kommt, in der Obstschale liegt ein angebissener Apfel. Zuerst beginnt Kathrin an Ihrem Verstand zu zweifeln, dann wird Ihr klar dass Jemand in Ihrer Wohnung gewesen sein muss…! Aber nicht Irgendjemand will Kathrin Angst machen, sondern vieles spricht dafür dass ein totgeglaubter Freund aus früheren Tagen, der unter „unglücklichen Umständen“ ums Leben kam, für diese Vorfälle verantwortlich ist…!

Kathrin nimmt Kontakt zu Ihren früheren Freunden auf, mit denen Sie schon lange keinen Kontakt mehr hat, und muss erfahren, dass auch Ihnen seltsame und unheimliche Dinge widerfahren…!

Die Geschichte steigt direkt voll ein und beginnt damit dass ein kleines Mädchen, völlig verängstigt und beengt im Dunkeln liegt und nach Luft ringt…!
Anschließend schleppen 4 junge Erwachsene, völlig aufgelöst, einen leblosen Körper durch das nächtliche Berlin um ihn im dichten Schneetreiben von einer Eisenbahnbrücke zu werfen…!
Schnell wird klar dass es sich bei dem Toten und einen guten Freund der 4 handelt und das etwas Schreckliches passiert sein muss…! Was genau passiert ist wird im Laufe der Geschichte immer deutlicher ans Tageslicht kommen denn Kathrin war eine der 4 jungen Leute…!

Die Geschichte wird in unterschiedlichen Zeitebenen Erzählt, es gibt die „Damals-Kapitel“, die „Heute-Kapitel“ und die „Neulich-Kapitel“, was mir wirklich gut gefallen hat! Aber anders als bei „Vater, Mutter Tod“ hält der Autor sich hier ziemlich genau an die chronologische Reihenfolge, die Ereignisse werden nicht durcheinander geschildert.

Es ist sehr cool im Laufe der Geschichte immer mehr und ausführlicher zu erfahren was „damals“ passiert ist, wie es zum Tod Ihres Freundes gekommen ist und was hinter den Ereignissen in den „Heute-Kapiteln“ steckt!

Sollte ich die Geschichte in kurzen Worten zusammenfassen dann würde ich sie als recht unblutige aber spannende und „erwachsene“ Version von „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ beschreiben!

Das Buch ist spannend, hat mir gut gefallen und ich kann es auf jeden Fall empfehlen! Allerdings kommt es für meinen Geschmack nicht an „Vater, Mutter, Tod“ heran, das ich zuvor gelesen habe und das mir wirklich unglaublich gut gefallen hat…!


Kategorie: Thriller
Verlag: Amazon Publishing

Die Zucht

ZuchtNur fünf Minuten hat Helga Schwabe ihren Sohn aus den Augen gelassen. Einen unaufmerksamen Moment lang. Und in diesem Moment ist er verschwunden.
Als fielen Hauptkommissar Henry Conroy die Ermittlungen in diesem Fall mutmaßlicher Kindesentführung nicht schon schwer genug, muss er sich auch noch mit einer neuen Kollegin herumschlagen. Vorlaut, frech, selbstbewusst – das ist Manuela Sperling. Aber sie hat einen guten Riecher. Und bald stoßen die beiden auf eine Spur, die zu einem einsamen, verfallenen Gehöft im Niemandsland an der Grenze zu Tschechien führt, auf dem illegal Hunde gezüchtet werden…

Der sechsjährige Oleg spielt im Garten als seine Mutter nur kurz ins Haus geht um das Mittagessen vorzubereiten, aber als Sie wieder in den Garten kommt ist Oleg verschwunden. Wie kann das sein denn Oleg würde das Grundstück nie allein verlassen…?! Es gibt nur eine Erklärung, Oleg muss entführt worden sein! Aber wer ist der Täter? Die Schwabes wohnen nämlich so einsam dass er eigentlich kein zufällig ausgewähltes Opfer sein kann, oder doch?

Der 2 Meter große, einschüchternde und ziemlich griesgrämige Kommissar Henry Conroy übernimmt denn Fall und wird dabei auch noch vor eine Geduldsprobe gestellt denn seine neue Kollegin Manuela Sperling kann schon ziemlich anstrengend sein. Erst vor kurzem wurde Sie in seine Dienststelle versetzt da es Differenzen mit Ihrem früheren Chef gab…! Auch Henry fällt es zunächst schwer mit Manuela zusammen zu arbeiten und mit Ihrer lockeren und vorlauten Art klar zu kommen…!

Und dann gibt es noch Rieke, eine Tierschützerin die es sich zum Ziel gemacht hat Tiere, vor allem Hunde, aus schlechter Haltung zu befreien und immer wieder Befreiungsaktionen auf eigene Faust durchführt…! Doch bald ist Rieke spurlos verschwunden, nachdem Sie auf einem abgelegenen Hof nahe der Tschechischen Grenze rumgeschnüffelt hat der von sehr seltsamen Leuten bewohnt wird…! Ihre beste Freundin Lea begibt sich auf die Suche nach Ihr…!

Die einzelnen Kapitel werden abwechselnd mal aus Riekes, Leas, Henrys oder Manuelas Sicht geschildert, was eine schöne Abwechslung in die Geschichte bring wenn man so viele Sichtweisen zur Verfügung hat. Außerdem werden manche Kapitel auch immer wieder mal aus der Sicht eines gewissen Mareks erzählt der auf diesem seltsamen Hundehof lebt…! In diesem Zusammenhang gibt es auch noch die „Früher“ Kapitel, die von Mareks Kindheit erzählen, als er 6 Jahre alt war!

Die Geschichte ist sehr spannend, sehr kreativ und schon ziemlich krank! Es geht hauptsächlich um Henrys und Manuelas polizeiliche Ermittlungen, diese sind aber absolut nicht langatmig, wie es so oft bei ausführlichen Ermittlungen in Büchern der Fall ist! Die Geschichte ist ziemlich krass aber größtenteils ziemlich unblutig! Wenn es dann aber mal blutig wird, sind die Szenen aber nur etwas für stärkere Mägen…! Das Ende bringt dann noch eine Wendung mit der man nicht gerechnet hat und die auch offen bleibt, so dass ich jetzt immer noch darüber grüble…!

Ich fand das Buch absolut großartig und habe den 528 seitigen Klopper förmlich verschlungen! Absolut zu empfehlen wenn man kranke Geschichten mag und nicht zu zart besaitet ist…!

*Anmerkung: Die Figur Manuela Sperling ermittelt bereits in dem Buch „Wassermanns Zorn“! Dort jagt sie einen Mörder und gerät dabei mit Ihrem früheren Chef aneinander, bevor Sie in eine andere Stadt zu Henry Conroy versetzt wird! „Die Zucht“ ist also quasi der Nachfolger, kann aber völlig unabhängig gelesen werden! „Wassermanns Zorn“ habe ich mir jetzt aber auch direkt bestellt und es werden mit Sicherheit noch weitere Bücher von Andreas Winkelmann folgen…!

Andreas Winkelmann wurde 1968 in einem „Dreißig-Einwohner-Nest irgendwo in Niedersachsen“ geboren. Natur und Einsamkeit prägten ihn von Kindheit an. In Korea erreichte sein Buch „Blinder Instinkt“ kurz nach Erscheinen den dritten Platz der Bestsellerliste, was dort vorher noch keinem deutschen Thriller-Autor gelungen ist.

 

 


Kategorie: Thriller
Verlag: Rowohlt

Axt

Axt

AxtMax Hermann und Ines Mellinghof reisen in München an, um die Beisetzung seines Vaters zu besuchen, der im Pflegeheim verstarb. Aber bereits kurz nach ihrer Ankunft geraten die beiden in Streit und Ines läßt Max stehen.

In der U-Bahn trocknet sie ihre Tränen der Wut auf ihren Lebensgefährten. Dabei wird sie von zwei Männern beobachtet, die ihr folgen. Als sie am Bahnsteig auf gleicher Höhe sind, versucht sie gerade Max über Handy zu erreichen. Dass sie Entführungsopfer werden soll, ist ihr da noch nicht klar. Können die perversen Brüder ihre Sexgelüste an ihr ausleben? Wird sie rechtzeitig von Max gefunden?

Zeitgleich entdeckt ein Tippelbruder unter „seiner“ Brücke eine schrecklich zugerichtete Frauenleiche. Ihr fehlen die Hände und die Füße. Schnell rückt die Polizei an und nimmt die Ermittlungen auf. Als sie feststellen, dass die Frau noch am Leben ist, gehen sie noch von einem Fall aus, der recht schnell geklärt werden kann.

Aber dann mischt sich Max Hermann ein und es geht hart zur Sache…

Mit „Axt“ knüpft Marcus Sammet an seine Vorgänger-Thriller an, indem er den roten Faden der Fälle und Protagonisten, die schon in früher in Erscheinung traten, immer weiter spinnt. Auch bleibt er mit diesem fünften Band dem ursprünglichen, optischen Erscheinungsbild treu, von dem er mit Band vier leider abgewichen war.

Immer wieder flocht er Hinweise auf zurückliegende Fälle ein, obwohl auch dieser Band aus der „Sterbe wohl-Reihe“ in sich abgeschlossen ist. Aber durch dieses Verflechten macht er die Leserschaft geschickt darauf aufmerksam, dass da schon mal was war und bringt sie dazu, auch die anderen Teile lesen zu wollen.

Das jedoch war in meinem Fall nicht nötig, da ich alle gelesen und damit festgestellt habe, dass Sammet von Band zu Band immer besser wird.

„Axt“ ist in meinen Augen nun sein bester Thriller. Er hat im Laufe der Zeit gelernt, immer mehr mit den Gefühlen und der Psyche seiner Leser zu spielen. Schnell war ich mitten im Geschehen und hätte ich nicht so viele Termine gehabt, hätte ich dieses Manuskript, das ich mir als Testleser zu Gemüte führen durfte, wohl in einem Rutsch gelesen.

Sammet baut die Story in zwei Handlungssträngen auf, die sich im Laufe des Geschehens immer wieder annähern und sich aber ebenso schnell wieder voneinander entfernen und die er erst zum Ende hin im letzten Drittel perfekt zueinander führt, bis es zum Showdown kommt, bei dem es nur einen Gewinner geben darf.

Wer sich in München auskennt, wird die eine oder andere Stelle dort sofort wieder erkennen und sich wohl beim nächsten Mal dort bildlich ausmalen, was ihm der Autor im Buch vorgezeigt hat. Ob es nun um Schusswechsel, Schlägereien oder andere Dinge geht, sie werden sicher bei Betreten der Plätze wieder präsent sein.

In diesem Buch hat er es so richtig geschafft, meine Gefühle überborden zu lassen. So mancher Leser wird sicher auch weinen und eine bestimmte Szene mit einem lauten „NEIN“ kommentieren.

Marcus Sammet liebt es kurz und knapp und bringt auf 284 alles an Action und Gefühlen unter, was ein perfekter Thriller braucht.

Wer eine schlaflose Nacht haben will, ist mit diesem Thriller bestens bedient.


Kategorie: Thriller
Verlag: Schindler Verlag Holzkirchen

Die Lazarusformel

Lazarusformel

LazarusformelSchon seit langer Zeit forschen die Wissenschaftler nach einem Heilmittel gegen Krebs. Durch Zufall stößt Eve Sinclair im Zuge ihrer Untersuchungen auf das Geheimnis ewigen Lebens.

Wieso hat es noch niemand vor ihr entdeckt? Es offenbart sich vor ihr, als wäre es für jeden ohne großen Aufwand zu entdecken gewesen.

Bis Eve feststellt, dass es bereits Unsterbliche gibt, die auf das gleiche Geheimnis stießen wie sie. Aber warum machen die sich nun auf die Jagd und trachten ihr nach dem Leben? Da tritt ein Mörder in ihr Leben und rettet sie…

Ivo Pala hat sich mit diesem Thriller auf den Weg in die Wissenschaft und deren Rätsel gemacht. Er hetzt den Leser einen stetig ansteigenden Spannungsbogen hinauf, auf dem es zu keinem Zeitpunkt Langeweile gibt. Schnell ist man voll im Geschehen und tut sich schwer, dieses Buch zur Seite zu legen.

Der Autor hetzt einen von Kampf zu Kampf und wenn er beim Schreiben ebenso außer Atem geriet, wie ich beim Verfolgen der spannenden Kämpfe, dann spart er sich wohl für lange Zeit das Sport treiben. So hart, teilweise brutal wie er die Kämpfe um das ewige Leben beschreibt, mit so viel Gefühl geht er in die Beschreibung der wenigen erotischen Szenen.

Die Story um Eve, Margaret, Set und Ben ist in sich schlüssig und einmalig recherchiert und in Szene gesetzt. Pala hauchte den Protagonisten die perfekte Vita ein, sodass keiner unsympathisch erscheint und einem jeder auf seine Weise ans Herz wächst.

Die Schreibweise ist relativ einfach gehalten, sodass jeder Leser dem Geschehen folgen kann. Auch die wissenschaftlichen Dinge, die perfekt ins Geschehen eingebaut sind, wurden sehr gut erklärt, sodass keine Fragen offen blieben.

Ich persönlich hätte ewig weiter lesen können.

Das Cover zeigt die Frucht und die Nadeln der Eibe, um die sich der Großteil dieses Thrillers dreht, das an sich dunkle, düstere ist perfekt an das Geschehen angelehnt.

Kurz und gut, wo Pala drauf steht, ist Pala drin und zu 100% empfehlenswert.


Kategorie: Thriller
Verlag: Blanvalet