Paläo-Art: Urzeittiere und Pulp-Dinos im Großformat

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paleoart_ju_d_3d_03421_1707131052_id_1128674Palaeo-Art: Das dreidimensionale Strukturencover lässt einen Dinosaurier ertasten, dessen Maul geradezu vor Blut trieft und Appetit auf noch mehr Urzeitgeschichte macht. Gleich die ersten Seiten hinter dem Hardcover-Cover sind ausklappbar und erreichen beinahe die Spannweite eines Urzeitvogels. Paläo-Art, das ist Geschichte in einem neuen Format erzählt, großformatig, bunt und spannend oder wie es Walter Ford im Vorwort nennt: „Das ist schon verwirrend, aber Paläo-Kunst ist keine Höhlenmalerei, das wäre paläolithische Kunst.“, letztere wäre tatsächlich schon „steinalt“, Paläo-Kunst hingegen ist gerade einmal 100 Jahre alt, wie auch der junge Walter Ford einst beim Spielen schmerzlich feststellen musste.

Palaeo-Art: Archiv der Illusionen

Die Paläo-Kunst ist eine zeitgenössiche Kunstform, die 1830 in England begann und die prähistorische Vergangenheit anhand von Knochen- und Skelettfunden rekonstruierte, um sich so ein Bild von der Altsteinzeit zu machen. Paläo-Künstler rekonstruierten dabei aber nicht nur die Urtiere, sondern ach die entsprechenden Landschaften. So wie sich die Menschen mit der Erfindung der Dampfmaschine vermehrt Gedanken über eine mögliche Zukunft machten, so konstruierten sie auch ihre prähistorische Vergangenheit mit Bildern von Tieren und Pflanzen, die zuvor noch nie ein menschliches Auge erblickt hatte. Walter Ford suchte also jemanden, der sich mit den künstlerischen Aspekten der Urzeit auseinandersetzte und fand Zoë Lescaze, die schon „riesige Wandbilder in Moskauer Museen, strahlende Ölgemälde in dunklen Lagerräumen in Tschechien und feine Aquarelle in Schubladen britischer Archive“ aufgestöbert hatte, noch bevor er von dieser Publikation zu träumen gewagt hatte.

Wahrheit: Kind ihrer Zeit

Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit liegt nun in einer einzigartigen Publikation des TASCHEN Verlages vor, die wieder einmal alle Grenzen sprengt. „Dieses Buch strotzt vor Darstellungen, die in der hitzigen Aufregung überraschender Entdeckungen entstanden. (…) Es ist wie eine doppelte Zeitmaschine aus einem Science Fiction Comic, den ich als Kind geliebt hätte“ und als Erwachsener erst richtig zu schätzen weiß, möchte man hinzufügen. Anhand von Werken aus der Zeit von 1830 bis 1990 zeichnet die vorliegende Publikation die wundersame Geschichte der Paläo-Kunst nach und zeigt dass die Wahrheit immer auch ein Kind ihrer Zeit ist, denn viele Darstellungen sind dem jeweiligen Zeitgeist angepasst und sagen wohl genau so viel oder sogar mehr über ihre Zeit aus, wie über die Zeit des Abgebildeten. Dinosaurier im Stile des Fauvismus, vom Japonismus oder vom Jugendstil beeinflusst, viktorianische und sowjetrussische Urzeittiere ebenso wie Pulp-Dinos, albtraumhafte Monster oder majestätische Titanen. Ein Essay von Zoë Lescaze sowie eine Vielzahl beeindruckender Abbildungen und Illustrationen sowie vier Ausklappseiten im Riesenformat überzeugen nicht nur Paläo-Fans, sondern auch zeitgenössische Kunstkritiker.

Zoë Lescaze/Walton Ford

Paläo-Art: Darstellungen der Urgeschichte
Hardcover mit 4 Ausklappseiten, 28 x 37,4 cm, 292 Seiten
Ausgaben in Deutsch/ Englisch/ Französisch/ Spanisch
2017, TASCHEN
ISBN 978-3-8365-6584-4
75.-€

 


Kategorie: Dokumentation, Dystopie, Kulturgeschichte, Palaeo-Art
Verlag: Taschen Köln

Chaos: 429 Tage ohne Strom

ChaosChristin und ihre Dorfmitbewohner werden von dem flächendeckenden Stromausfall hart getroffen. Es ist Winter, die Vorräte sind knapp und niemand weiß, wann es wieder Elektrizität geben wird. Um zu überleben, muss sich die Dorfgemeinschaft neu organisieren.
Als die nahegelegene Großstadt zu brennen beginnt, flüchten Tausende von hungrigen, verzweifelten Menschen aufs Land. Mit ihnen kommen Krankheit, Verwüstung und Tod. Die Werte menschlichen Miteinanders werden im Kampf ums eigene Überleben auf eine harte Probe gestellt. Christin erzählt von dem beinahe aussichtslos erscheinenden Kampf gegen Hunger, Angst und dem Schrecken von Verbrechen und Vergeltung.

Christin und ihr Mann leben in einem 300-Seelendorf irgendwo in Schleswig-Holstein. Es beginnt damit, dass eines Tages das Licht immer wieder mal anfängt zu flackern oder der Strom kurzzeitig ausfällt. Nach kurzer Zeit werden die Stromausfälle immer länger, und eines Tages bleibt der Strom komplett weg. Die Menschen in dem kleinen Ort wissen nicht, was passiert is,t denn Radio, Fernsehen und Internet gibt es nicht mehr, und auch als der Strom noch teilweise vorhanden war, erfuhren die Menschen nicht, was die Ursache für die Stromausfälle ist, nur dass an einer Lösung gearbeitet wird.

Christin und ihr Mann haben sich notdürftig mit Wasser und Lebensmitteln eingedeckt. Aber nach ein paar Wochen wird Ihnen klar, dass etwas ganz gewaltig im Argen liegen muss und der Strom wohl so schnell nicht wiederkommen wird. Dies bedeutet aber auch, dass es bereits nach ein paar Wochen keine neue Lebensmitteln in der Geschäften, kein Benzin, keine ärztliche Versorgung und keine Medikamente mehr geben wird, denn unsere heutige Gesellschaft ist extrem abhängig vom Stromnetz. Bricht das Stromnetz zusammen, dann bricht auch alles andere ziemlich schnell zusammen und das normale Leben kommt zum Erliegen.

Christin, ihr Mann und die Dorfbewohner sind noch recht gut dran, denn sie leben auf dem Land. Vor der Haustür gibt es Wälder und die Natur bietet einigermaßen Wasser und Nahrung. Aber die Menschen aus den nahe gelegenen größeren Städten sind gezwungen, diese zu verlassen, um überleben zu können, und es dauert nicht lange,  bis unzählige hungrige und verzweifelte Menschen das kleine Dorf erreichen, das selbst ums Überleben kämpfen muss.

Dies war nach „Rattentanz“ und „one second after“ das dritte Buch, das ich zum Thema „Apocalypse-Stromausfall“ gelesen habe. Das Besondere an diesem Buch ist, dass es zur Abwechslung mal aus der Sicht von einer schon etwas älteren Frau erzählt wird. Ihr genaues Alter erfährt man nicht. Aber Christines Töchter sind beide bereits erwachsen und Ihre Enkelkinder sind 7, 4 und 2 ½ Jahre alt. Die gesamte Geschichte wird in Tagebuchform erzählt, welches von Christin geführt wird. Der Leser liest also ausschließlich ihre Aufzeichnungen, die sie ungefähr jeden zweiten Tag niederschreibt.

Christin tut dies für sich selbst aber auch für die Nachwelt, denn schließlich weiß sie nicht, was noch alles passieren wird. Da die gesamte Geschichte ausschließlich Ihre Tagebuchaufzeichnungen umfasst, weiß der Leser auch nur, was Christin weiß, selbst mitbekommen oder durch andere Leute erfährt, es gibt keinen allwissenden Erzähler.

Interessant fand ich auch, dass es kaum Namen gibt und man das ganze Buch über nicht weiß, wie die einzelnen Leute eigentlich heißen. Da es sich um Christins Aufzeichnungen handelt, erfährt man hauptsächlich, wie es ihr und ihrer Familie ergeht, aber sie spricht immer nur von „meinem Mann“, „meiner großen Tochter“ oder von „meinem Schwiegersohn“. Auch dass sie selbst Christin heißt, weiß man eigentlich nur durch den Klappentext. Man erfährt eigentlich nur die Namen Ihrer beiden größeren Enkelkinder und von ein paar Leuten aus dem Dorf, denen besonders schlimme Dinge wiederfahren sind oder die etwas besonders Schlimmes getan haben.

Ich denke, dass die Autorin damit zeigen will, dass Namen in einer Ausnahmesituation völlig egal sind und wir alle gleich sind. Trotz der fehlenden Namen baut man eine sehr starke Bindung zu Christin und Ihrer Familie auf ,denn schließlich liest man hauptsächlich über sie und Ihre Familie und erfährt aufgrund der Tagebuchform auch sehr viel über Ihre Empfindungen, Ängste und Gedanken.

Dadurch ist die Geschichte natürlich sehr emotional, man leidet förmlich mit Christin, ihrer Familie und den Menschen in ihrem Dorf mit und ich war an vielen Stellen sehr betroffen und hatte hin und wieder auch ein Tränchen im Auge. Ich habe das Buch verschlungen und fand es schade, dass ich die 512 Seiten so schnell durch hatte.

Das Ende hat mir auch gut gefallen ,denn es ist zwar, wie fast alle Endzeitgeschichten, offen aber man erkennt, in welche Richtung sich alles entwickeln wird und es gibt auch kein Friede-Freude-Bratkartoffel-Ende. Eine wirklich tolle, spannende, emotionale und erschreckend realistische Geschichte, die einem zeigt, wie schnell es in unserer hochentwickelten Welt doch zum Ausnahmezustand kommen kann. Eine Geschichte über Stärke, Not und Verzweiflung, über Zusammenhalt, Einfallsreichtum, Familiensinn und Menschlichkeit.

Ein großartiges Buch, ich kann es nur wärmstens empfehlen!

Bianca Bolduan ist Autorin und Unternehmerin und lebt mit ihrem Mann auf dem Land bei Bad Segeberg in Schleswig-Holstein. Sie engagiere sich für Tier- und Umweltschutz und für Obdachlose.
Seit 2010 schreibt sie ehrenamtlich für eine Straßenzeitung in Neumünster und hat im April 2013 die Buchreihe „LebensART – Ohne Dach und doch Zuhause“ ins Leben gerufen. Mit dem Verkauf dieser Bücher unterstützt sie mit 50% der Erlöse Projekte für Leute, die ohne Dach über dem Kopf leben.


Kategorie: Dystopie, Endzeitgeschichten, Self-Publisher
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform

Underground

UndergroundEin tödliches Grippevirus grassiert in den USA. Während Chaos um sich greift, flieht eine Gruppe ganz unterschiedlicher Menschen in einen unterirdischen Luxusbunker – das Sanctum –, ihre eigene, sich selbst versorgende Welt. Doch schon bald befeuern Abschottung und Enge erste Spannungen unter den Bewohnern. Als der Erbauer des Bunkers tot aufgefunden wird, bricht Panik aus. Mit ihm ist der Code zum Öffnen der Türen verloren. Der Sauerstoff wird knapp. Die Wasservorräte schwinden. Der Kampf ums Überleben beginnt.

 

Bereits seit einiger Zeit wütet ein tödliches Virus in Asien und tausende Menschen sterben. Nun ist das Virus auch in den USA angelangt und das Massensterben beginnt…

Wie gut dass es das „Sanctum“, einen unterirdischen Luxusbunker, versteckt in den Wäldern von Maine gibt. Für 1,5 Millionen Dollar kann man sich dort ein Luxusappartement mieten um einer drohenden Katastrophe zu entfliehen. Auf 7 Etagen sind 6 Luxussuiten, ein Aufenthaltsraum, ein Fitnessraum, Swimmingpool, eine Krankenstation, eine kleine Hühnerfarm, und ein kleiner Hydrokulturgarten verteilt. So soll das Überleben für ein Jahr gesichert sein.

Aber der Platz im Sanctum ist begrenzt und nur wenige haben das Glück sich so ein Appartement sichern bzw überhaupt leisten zu können.

Fünf extrem unterschiedliche Familien treffen zu Beginn der Geschichte im Sanctum ein, klar dass Spannungen vorprogrammiert sind. Denn nicht nur die grundverschiedenen Charaktere gestalten das Leben im Bunker als schwierig, der Erbauer des Sanctum hat in seiner Hochglanzbroschüre auch mächtig übertrieben und an allen Ecken und Enden gespart…

Die Krankenstation ist nicht einmal ansatzweise fertig, so dass es keinerlei ärztliche Versorgung gibt, der Fahrstuhl zwischen den einzelnen Etagen funktioniert nicht, Essensvorräte und Wasser reichen nicht annähernd für ein Jahr und Vieles ist einfach nur billig zusammengeschustert.

Bereits nach ein paar Tagen bricht ein kleines Feuer aus, welches die Internetverbindung zur Außenwelt abschneidet und der Erbauer Greg wird tot aufgefunden. Leider hatte er kurz vor seinem Tod wohl noch den Sicherheitscode für die Einstiegsluke geändert und diese Luke ist scheinbar das Einzige woran nicht gespart wurde…

Die Geschichte beginnt damit dass erst einmal alle Familien getrennt voneinander auf dem Weg ins Sanctum sind und man einen so einen ersten Eindruck von den Bewohnern bekommt:

• Da wäre die kanadische Zahnärztin Stella, mit Ihrem koreanischen Mann und dem Teenager Sohn Jae, der am liebsten den ganzen Tag World of Warcraft spielt und chattet

• das stinkreiche, verwöhnte und ziemlich arrogante Ehepaar James und Vicky, dessen Ehe auch schon besser Tage gesehen hat

• der alleinerziehende Vater Tyson, mit seiner vier jährigen Tochter Sarita und dem südafrikanischen Aupair Mädchen Cait, die Mitte 20 ist und einfach nur wieder nach Hause möchte

• das 70-jährige Ehepaar Dannhauser und ihre 40 jährige Tochter Trudi

• der Erbauer und Besitzer Greg

• sein Bauleiter Will, der eigentlich gar nicht im Sanctum bleiben sondern zurück zu seiner schwerkranken Frau wollte

• und zu guter Letzt die Familie Guthrie. Vater Cameron und Teenagersohn Brett sind absolute „Alphamännchen“, Waffenbesessen, rassistisch und totale Machos. Mutter Bonnie hat absolut nichts zu sagen, will sie aber auch eigentlich gar nicht denn sie ist übertrieben religiös, eigentlich schon fanatisch und beschäftigt sich am liebsten mit ihrer Bibel und Gebeten. Bretts Zwillingsschwester Gina könnte man schon fast als Hausmädchen statt als Familienmitglied bezeichnen und sie hat noch viel weniger zu melden als Mutter Bonnie.

Klar dass das totale Chaos bei so einer Konstellation, unter Extrembedingungen auf engstem Raum vorprogrammiert ist.

Die Geschichte wird Kapitelweise aus der Sicht von verschiedenen Personen erzählt, wobei aber nicht die Sicht von allen Personen geschildert wird. Interessant fand ich dass die Kapitel über drei bestimmte Personen immer aus der Ich-Erzählperspektive geschildert werden, die anderen aber nicht.

Das Buch war der totale Hammer, von Anfang an sehr spannend und ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen, so dass ich die knapp 400 Seiten in Windeseile durch hatte.

Absolut großartig, sehr zu empfehlen!!

S.L Grey ist das Pseudonym der beiden Bestsellerautoren Sarah Lotz und Louis Greenberg. Sie leben beide in Südafrika. Unter ihrem Pseudonym beschäftigen sie sich mit Geschichten in denen Menschen in Extremsituationen geraten.


Kategorie: Dystopie, Endzeitgeschichten, Thriller
Verlag: Heyne München

Exit (Silo Band 3)

ExitWas würdest du tun, wenn du wüsstest, dass das Schicksal aller in deinen Händen liegt? Juliette Nichols, die neue Herrin in Silo 18, bricht mit den jahrhundertealten Regeln der unterirdischen Gemeinschaft – und lässt den riesigen Bohrer demontieren, um ihn für einen neuen Zweck einzusetzen. Denn Juliette weiß, dass ihr Freund Lucas und die anderen sterben werden, wenn sie nicht sofort handelt. Doch sie weiß nicht, dass ihr die größte Überraschung noch bevorsteht…
Der dritte und letzte Band der „Silo“ Trilogie und ich fand ihn großartig!

Die Figuren aus Band 1 und 2 stehen jetzt im direkten Zusammenhang und teilweise auch in Kontakt und das Buch war super spannend.
Die Geschichte springt kapitelweise immer zwischen den Personen aus Band 1 und Band 2 hin und her und entwickelt sich rasant. Währen große Teile des zweiten Bandes einige Schwächen hatten (Langatmigkeit und für meinen Geschmack zu viele und zu detaillierte Hintergrundinformationen), so sind jetzt auch die Kapitel über die Figuren aus Band 2 sehr fesselnd und kurzweilig.

Über den Inhalt möchte gar nicht viel verraten, weil die Klappentexte eigentlich schon zu viel preisgegeben und man diese dringend meiden sollte, wenn man erst bei Band 1 ist!
Ich möchte aber zumindest sagen, dass in Band 3 noch einmal ganz andere Aspekte hinzukommen, z.b die Angst vor Veränderung und wie sich Gruppen unter Extrembedingungen spalten können und Menschen sich verändern, wenn es ums Überleben geht…
Das Ende hat mir auch sehr gut gefallen, es ist nicht zu offen (was bei sehr vielen Endzeitgeschichten der Fall ist) und auch nicht zu sehr „alles ist schön“. Ich persönlich würde mir auch noch einen vierten Teil wünschen, denn genug Stoff dafür gäbe es allemal. Aber dann wäre es wohl eine unendliche Geschichte…

Eine wirklich großartige Trilogie, mit einigen Schwächen im zweiten Band aber für Endzeitfans auf jeden Fall sehr zu empfehlen!


Kategorie: Dystopie, Endzeitgeschichten
Verlag: Piper Verlag München

Level (Silo Band 2)

Level2049. Die Erde ist unbewohnbar. Nur wenige haben überlebt. Ihre letzte Hoffnung liegt tief unter der Oberfläche. Im einzigen Ort, an dem sie noch sicher sind. Im Silo. Doch ihre Sicherheit hat einen hohen Preis: In den Silos wird das Leben autoritär organisiert und streng reglementiert. Und es fordert Opfer. Als ein Aufstand ausbricht, muss der Wärter Troy alle Bewohner in den sicheren Tod schicken. Doch Troy weiß mehr über die Silos, als alle vermuten …

Ich konnte es gar nicht erwarten den zweiten Teil der „Silo-Trilogie“ zu lesen und war dann zuerst einmal ein wenig enttäuscht.

Die Personen, die man im ersten Band so liebgewonnen hat und mit denen man so sehr mitfieberte, tauchten gar nicht auf. Der erste Band endete an einer sehr spannenden Stelle, und ich bin fest davon ausgegangen, dass der zweite Band genau dort wieder ansetzen würde. Aber das tut er leider nicht.

Die Geschichte beginnt im Jahr 2049. Das ist das Jahr, in dem alles begann und der Silo geplant und gebaut wurde. Die Hauptfigur ist der Mitte 30-jährige Donald, ein Abgeordneter, der in Washington für den Senator arbeitet. Eher unfreiwillig wird Donald mit der Planung des Silos beauftragt und eine Zeitlang weiß er auch gar nicht so genau, warum er so einen Silo überhaupt bauen soll und was genau er eigentlich tut.

Die Geschichte springt kapitelweise in verschiedenen Zeiten hin und her, denn während viele Kapitel von Donald im Jahr 2049 erzählen, gibt es auch Kapitel über einen Mann namens Troy und sein Leben im Silo im Jahr 2110. Diese Kapitel haben mich zu Anfang etwas genervt, denn sie sind teilweise recht konfus, man versteht vieles nicht und einige Sachen scheinen keinen Sinn zu ergeben. Diese Ungereimtheiten klären sich im Laufe des Buches natürlich wie erwartet auf aber nervig fand ich das schon.

Im Laufe der Geschichte gibt es dann immer mehr Zeitsprünge, und das Buch umfasst insgesamt eine Zeitspanne von 300 Jahren. Da ich kein großer Fan von Science-Fiction bin, fand ich es auch nicht so toll, dass doch einige (für meinen Geschmack zu freakige) Elemente wie z.b das 100-jährige Einfrieren und Wiederauftauen von Menschen vorkommen.

Zwar ist es super, dass man in diesem Band nun endlich erfährt, was überhaupt mit der Welt passiert ist, wie es zu allem gekommen ist und wer die „Hintermänner“ des Silos sind. Aber für meinen Geschmack waren diese ganzen Erläuterungen etwas zu umfangreich. Ich habe bei Endzeitgeschichten selten erlebt,  dass sich ein Autor so umfangreiche Gedanken über die Entstehung seiner Welt gemacht hat und dies so extrem detailliert erläutert und ziehe davor wirklich meinen Hut. Aber manchmal ist weniger halt einfach mehr.

Während ich den ersten Band quasi inhaliert habe, musste ich mich hier teilweise zwingen, weiterzulesen da manche Kapitel einfach zu detailliert und somit langatmig waren. Nicht, dass diese Kapitel uninteressant waren, aber es fehlte einfach der „Pep“ des ersten Bandes.

Bei der Hälfte schlägt die Geschichte dann zum Glück aber um, gewinnt deutlich an Tempo und ich konnte das Buch dann auch wieder kaum aus der Hand legen.

Und gegen Ende passierte dann endlich das, worauf ich die ganze Zeit gewartet (und womit ich gerechnet hatte): Die Figuren aus Band eins und Band zwei treffen aufeinander und man sieht einiges nochmal mit ganz anderen Augen.

Trotz einiger Schwächen ein sehr guter zweiter Band, den man aber nicht mit dem umwerfenden ersten Band vergleichen kann.

Ich freue mich aber jetzt schon sehr auf den dritten und letzten Band.


Kategorie: Dystopie, Endzeitgeschichten
Verlag: Piper Verlag München

Silo

SiloIn einer feindlichen, zerstörten Umwelt gibt es nicht mehr viele Menschen. Sie haben sich in ein riesiges Silo unter der Erde geflüchtet. Um zu überleben, müssen sie die strengen Regeln des Silos befolgen. Aber einige Wenige tun das nicht. Sie sind gefährlich. Sie wagen es zu hoffen und zu träumen und stecken andere mit ihrer Hoffnung an. Ihre Strafe ist einfach und tödlich. Sie müssen nach draußen. Raus aus dem Silo. Juliette ist eine von ihnen. Vielleicht ist sie die Letzte.

 

Die Erde ist unbewohnbar, die Luft giftig! Seit mehreren Hundert Jahren leben die letzten Menschen in einem riesigen unterirdischen Silo auf 144 Stockwerken unter der Erde und wissen eigentlich nichts über die Außenwelt oder die Menscheitsgeschichte denn dieses Wissen ist verloren gegangen … Die Regeln im Silo sind streng denn nur so ist das Überleben möglich. In welchem Jahr die Geschichte spielt wird leider nicht erwähnt.

Das Silo ist in 3 große Bereiche unterteilt. In den oberen Stockwerken sitzt die Bürgermeisterin, eine gute und liebenswürdige aber auch naive Frau die nur das Beste für Ihr Volk will. Außerdem gibt es dort die Polizeistation, eine von mehreren Kranken- und Säuglingsstationen und eine von mehreren Hydrofarmen, auf denen Gemüse angebaut wird und sogar ein paar Nutztiere wie Kaninchen und Schweine gehalten werden.

Der wirkliche Strippenzieher des Silos ist allerdings die IT Abteilung die sich in der Mitte des Silos befindet und alles peinlich genau überwacht und kontrolliert. Jeder hat seine Aufgaben zu erfüllen, es gibt Träger, die den ganzen Tag zwischen den verschiedenen Stockwerken auf und abgehen um Lebensmittel oder Nachrichten zu übermitteln.

Auch Partnerschaften und Familiengründungen werden strengstens überwacht, denn der Platz im Silo ist schließlich begrenzt. Paare, die sich offiziell als solche eintragen lassen, dürfen erst ein Kind kriegen, wenn sie in der Lotterie gewinnen und diese Lotterie findet nur dann statt, wenn Jemand gestorben ist und seinen Platz quasi für einen neuen Menschen freigegen hat.

Um die Kontrolle nicht zu verlieren, gelten aber auch noch ganz bestimmte und extrem strenge Regeln, denn es ist z.b absolut verboten, das Silo zu hinterfragen, Fragen über die Außenwelt zu stellen oder sogar nur von der Außenwelt zu sprechen oder gar den Wunsch zu äußern das Silo zu verlassen. Dies sind die schlimmsten Verbrechen die man im Silo begehen kann und ziehen den Tod durch die „Reinigung“ nach sich.

Oberhalb des Silos gibt es nämlich einen Turm, der mit Kameras ausgestattet ist und über diese Kameras werden Bilder der Außenwelt in die erste Etage des Silos übertragen. Die Menschen aus der ersten Hälfte des Silos kommen nach Feierabend gerne dorthin um einen Blick auf die Außenwelt zu werfen, obwohl diese immer trostlos, grau und leer ist. Sandstürme verschmutzen die Kameralinsen aber immer wieder, so dass die Sicht getrübt wird und zwar so lange, bis wieder eine Reinigung ansteht und die Verurteilten zum Säubern der Linsen aus dem Silo verbannt werden. Sie bekommen zwar einen Schutzanzug, aber ihr Tod ist unausweichlich, denn die giftige Atmosphäre zersetzt die Anzüge innerhalb kürzester Zeit.

Das Silo ist so gewaltig, dass es 1-2 Tage dauert, die gigantische Wendeltreppe komplett zu beschreiten und von ganz oben bis ganz unten zu gelangen. Dort in den Tiefen des Silos sitzt die Mechanik und dort lebt und arbeitet die 34-jährige Juliett leidenschaftlich an ihren Pumpen und Generatoren, um den Menschen im Silo das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Sie interessiert sich nicht die Bohne für die oberen Etagen des Silos oder gar die Außenwelt sondern ist als Mechanikerin einfach nur zufrieden.

Eines Tages hinterfragt der Sheriff des Silos zu viel und wird zur Reinigung verurteilt, so dass nun ein neuer Sheriff her muss. Die Wahl fällt auf Juliett, denn die clevere und fleißige Frau hat in der Vergangenheit bereits einmal bei polizeilichen Ermittlungen in der Mechanik geholfen und interessiert sich absolut nicht für die Außenwelt –eine perfekte Frau für diesen Posten also.

Juliett ist zuerst gar nicht begeistert über ihre Beförderung, denn ihr Herz schlägt für die Mechanik, sie lässt sich dann aber doch auf den Job ein und zieht in den oberen Bereich des Silos. Dort fängt sie an das Vergehen des alten Sheriffs zu hinterfragen, beginnt in dieser Richtung heimlich zu ermitteln und stößt dabei auf jede Menge Ungereimtheiten was das Silo und die Außenwelt betrifft.

Endlich mal wieder eine richtig geniale und ausführliche/umfangreiche Dystopie, von der ich völlig begeistert bin. Ideal für Leute, die sich gern so richtig in Endzeitgeschichten festfressen denn dazu ist das Buch mit seinen 530 Seiten bestens geeignet. Von Anfang an ist die Geschichte sehr spannend und hat mich voll in ihren Bann gezogen. Teilweise konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. „Silo“ ist der erste Teil einer Trilogie und schon bevor ich das Buch auch nur zur Hälfte durch hatte, habe ich mir die anderen beiden Bücher besorgt.

Tolle Charaktere, eine außergewöhnliche und detailliert erschaffene Welt, unerwartete Wendungen, viel Spannung –was will man mehr?

Für Endzeitfans wirklich ganz großes Kino, ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen und werde jetzt gleich direkt mit dem zweiten Teil „Level“ beginnen!

Hugh Howey wurde 1975 geboren und verdiente sein Geld als Skipper, Bootsbauer, Dachdecker und Buchhändler, bevor er als Romanautor erfolgreich wurde. Sein Endzeitthriller »Silo« war eigentlich als Erzählung angelegt, fand aber so  überwältigend viele Leser dass schließlich ein Roman daraus wurde. Mit Silo gelang ihm auch der internationale Durchbruch. Inzwischen verkaufte sich die Trilogie weltweit mehr als 3 Millionen Mal. Hugh Howey lebt mit seiner Frau in Jupiter, Florida.


Kategorie: Dystopie, Endzeitgeschichten
Verlag: Piper Verlag München

Casting – Spiel ums Leben

castingLovis ist ein Siegertyp. Geschickt bewegt er sich in der schillernden Spielewelt, deren Gesetze längst in sämtlichen Bereichen des Lebens gelten. Eine Clique von selbstverliebten Juroren hält das Karussel der Castings und Contests in Gang. Sie sorgen mit drastischen Methoden dafür, dass niemand aus der Reihe tanzt. Als Lovis sich mit Jo anfreundet, beginnt er am Sinn der strengen Regeln zu zweifeln. Das Mädchen und er gehen auf gefährliche Touren. Was sie dabei hinter den Kulissen der Vergnügungsmaschinerie entdecken, stellt alles Gewohnte infrage. Mit einigen Gleichgesinnten finden sie Zuflucht in einer alten Manufaktur und proben den Widerstand. Aber Detektive sind ihnen bereits auf der Spur. Wird es den Ausreißern gelingen, sich gegen das übermächtige System zu behaupten und ihren eigenen Ideen zu folgen?

Der 12 jährige Lovis lebt in einer harten Welt. Es gibt kaum noch Arbeit oder gesicherten Wohnraum. Auch Essen und Kleidung sind knapp und um dies alles zu bekommen, sind die Menschen gezwungen an unzähligen Castingshows teilzunehmen denn wer diese gewinnt der kann diese Güter gewinnen, wer verliert der bleibt auf der Strecke.

 
Für den Großteil der Bevölkerung gibt es keine Arbeit und somit kein Geld mehr aber Geld ist auch, zumindest für die Unterschicht der Bevölkerung, sehr nebensächlich und uninteressant geworden. Es gibt für Geld nämlich nichts mehr zu kaufen, keine Nahrung, keine Kleidung und auch sonst nichts…!

 
Geld nur noch dazu da sich die Teilnahmegebühren an den Castingshows leisten zu können denn nur dort können die Menschen durch gewinnen an Kleidung, Nahrung oder Wohnraum kommen.
Wohngewinn ist heiß begehrt aber auch dieser ist immer zeitlich auf höchstens 3 Monate begrenzt denn man möchte ja nicht dass die Castidaten faul und träge werden denn schließlich sollen sie das wohlhabende Publikum unterhalten, das außerhalb der Stadt, gemeinsam mit den Regisseuren, Juroren und Sponsoren der Castingshows im gut abgeriegelten und luxuriösen „St. Privat“ residiert.

 
Ist der Wohngewinn, der ausschließlich aus winzigen Einraumwohnungen in überwachten Wohnbunkern besteht  ausgelaufen, die Nahrung gegessen und die Klamotten zerschlissen, so sind die Menschen wieder gezwungen an Castings teilzunehmen um ihr Überleben zu sichern.
Ist man alt und/oder krank und kann nicht mehr an Castingshows teilnehmen, so wird man „ausgecastet“ und fristet sein Leben zwangsläufig in großen Fabriken denn schließlich braucht man auch Leute die die ganzen Castinggewinne, wie Kleidung anfertigen…!

 
Die Castingsshow selbst sind sehr unterschiedlich. Weit verbreitet sind über klassische Gesangsshows harte sportliche Wettbewerbe, es gibt aber auch Quizshows, Kochshows und vieles mehr.
Als die Castingshows immer härter, ausgefallener und erniedrigender werden, reicht es Lovis und er tut sich mit der gleichaltrigen Jo zusammen, die er bei einer Castingshow kennengelernt hat. Gemeinsam wollen sie gegen das System angehen denn es soll endlich Schluss sein mit den Castings…! Nach und nach finden Lovis und Jo immer mehr Verbündete im Kampf gegen das menschenunwürdige System  und entwickeln einen Plan…!

 
Als ich das Buch angefangen habe, da dachte ich mich erwartet ein Abklatsch der „Tribute von Panem“, nur halt als Kinderbuch aufgemacht  denn das Buch ist für Kinder und Jugendliche von 10-16  Jahren gedacht. Ich wurde aber positiv überrascht denn die Geschichte weicht doch stark von Panem ab. Es handelt sich zwar um ein Kinderbuch, allerdings hab ich es mir wesentlich „kindlicher“ vorgestellt. Man merkt zwar vor allem an Namen und Bezeichnungen (z.b heißt der Juror der Castingshow „Topkoch“ „Donald Meck“ und die Jurorin der Castingshow „Topkult“ trägt den Namen „Kroko Flanell“) aber ansonsten ist es nicht unbedingt als Kinderbuch erkennbar und kann durchaus auch gut von Erwachsenen gelesen werden.
Leider erfährt man nicht genau in welcher Zeit das Buch spielt denn so etwas interessiert mich bei Dystopien/Endzeitgeschichten immer sehr. Es wird aber angedeutet dass die Geschichte irgendwann zwischen 2040 und 2060 spielen muss…! Einzig das Ende hat mir nicht sooo gut gefallen da ich es etwas zu abrupt fand aber ansonsten fand ich das Buch wirklich gut!

Eine spannende und schöne Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt, dem Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung und dem Kampf gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung!

Mir persönlich hat das Buch wirklich gut gefallen und ich kann es auf jeden Fall empfehlen.

Yvonne Richter wurde im Jahr 1956 geboren und studierte zuerst Kunst, bevor Sie eine Ausbildung zur Kunsterzieherin absolvierte.  Anschließend fand Sie bei einem Museum im Nürnberg ihre berufliche Heimat. Dort baute sie das erste mobile Kindermuseum mit auf, bis sie nach der Geburt ihrer Tochter 1990 neue Aufgaben suchte und einige Jahre als Figurentheaterspielerin und Performancekünstlerin arbeitete. Sie blieb dem Kindermuseum aber treu und als sich das  Kinder & Jugendmuseum Nürnberg formte, stieg sie wieder mit ein und gab dem jungen Unternehmen grafisch und gestalterisch ein unverwechselbares Gesicht.
Seit 2008 schreibt Sie Kinder- und Jugendbücher.


Kategorie: Dystopie, Endzeitgeschichten, Kinder- und Jugendbuch
Verlag: Fabulus Verlag

Lebensnacht

lebensnachtMenschen sterben weltweit in großer Zahl, ihre Leichname lösen sich in Pfützen auf, nur Knochen und Kleidungsstücke bleiben übrig. Und der Geruch nach Benzin. Der nicht für möglich gehaltene Super-GAU stellt selbst die Auswirkungen der Atombombe in den Schatten und wird Realität: Die Menschheit steht vor dem Aus.
Professor Harry Kauffmann, Träger des Chemie-Nobelpreises und weltweit anerkannte Koryphäe auf seinem Gebiet, versucht mit seinem Team, den Schaden einzudämmen, der ihm bei seinen Experimenten unterlaufen ist. Er wollte Benzin mithilfe genetisch veränderter Bakterien herstellen. Um die tödlichen Folgen seiner Forschungen zu bekämpfen, fehlen aber die adäquaten Mittel. Ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit beginnt. Wie wird dieser enden?

Harry Kaufmann, der berühmte und geniale Biochemiker hat es geschafft! Er hat Tuberkulose Bakterien genetisch so verändert dass sie Oktan produzieren, woraus dann Benzin hergestellt werden kann. Die Nation feiert ihn denn Deutschland ist nicht länger abhängig vom Benzinimport. Für die Wirtschaft ein unvorstellbar großer Gewinn. Er wird umjubelt und bekommt den Chemienobelpreis verliehen. Doch dann gerät alles außer Kontrolle denn seine Bakterien sind ins Trinkwasser gelangt, sind dort mutiert und haben klamm heimlich 98% der Bevölkerung infiziert.

Nach und nach erleiden immer mehr Menschen heftige Schmerzen und brechen innerhalb von Minuten zusammen. Die Bakterien haben im menschlichen Körper Oktan produziert, dass sie tötet und die Körper zersetzt…!

Diese „Krankheit wird „Oktanose“ genannt und bedroht die gesamte Menschheit denn sie ist hoch ansteckend und tritt innerhalb kürzester Zeit auch weltweit auf! Harry wird vom gefeierten Helden zum größten Unheilbringer der Menschheit degradiert und versucht nun, schockiert und von Schuld zerfressen, gemeinsam mit seinem Bruder, dem Arzt Wolfgang ein Gegenmittel zu finden…!

Die Geschichte wird zu großen Teilen aus der Sicht des 80 jährigen, ehemaligen Biologielehrers Walter erzählt, von dem man erfährt dass die ganze Katastrophe mittlerweile 15 Jahr her ist und die Menschheit jetzt anfängt sich langsam von den Folgen der Oktanose-Seuche zu erholen.

Walter hat nämlich beschlossen alles aus seiner Sicht niederzuschreiben denn er kennt Harry und Wolfgang schon seit deren Kindheit denn er war viele Jahre lang ihr Nachbar und die Jungs gingen bei ihm ein und aus und haben bis heute ein gutes Verhältnis zu Walter.

Die Geschichte umfasst insgesamt also einen Zeitraum von 15 Jahren, wobei aber nur die ersten 4 Jahre wirklich ausführlich thematisiert werden.

Anders als bei vielen anderen Dystopien/Endzeitgeschichten befasst sich dieses Buch nicht hauptsächlich mit der detaillierten Beschreibung der Veränderungen der Welt/Gesellschaft, sonders hauptsächlich mit der Hauptfigur Harry Kaufmann und seinem Kampf gegen die Oktanose. Natürlich erfährt man auch was für Auswirkungen diese Seuche auf die Menschen, die Gesellschaft und die Wirtschaft hat aber nicht so ausführlich wie es in Endzeitgeschichten normalerweise der Fall ist.

Da ich schon sehr viele Dystopien gelesen habe, fand ich das eine gelungene Abwechslung aber ich könnte mir schon vorstellen, dass dies nicht allen Lesern gefallen wird.

Man erfährt sehr viel über Harrys Kindheit und Jugend, seine Arbeit und begleitet ihn bei seinen Forschungen nach einem Gegenmittel. Auch die Beziehung zu seinem Bruder Wolfgang und sein gestörtes Sozialverhalten sind ein großes Thema. Harry ist in dieser Geschichte einfach das Hauptthema.

Außerdem ist die Geschichte sehr „chemisch“ und man bekommt wirklich viele chemische und biologische Erklärungen über die Bakterien, ihr wirken, die Auswirkungen und bekommt detaillierte Erklärungen zu Harrys Versuchen diese zu stoppen.

Ich persönlich war schon immer sehr an Biologie und Chemie interessiert und fand es deshalb sehr interessant, auch wenn es mir ab und zu doch auch etwas zu viel war…!

Ich würde dieses Buch deshalb nicht ausnahmslos jeden empfehlen aber Leute die Endzeitgeschichten mögen und die mal eine lesen wollen die etwas aus der Art schlägt, werden das Buch definitiv mögen.

Ich persönlich fand es spannend und es hat mir wirklich gut gefallen!

 


Kategorie: Dystopie, Endzeitgeschichten
Verlag: Fabulus Verlag

Die letzten Kinder von Schewenborn

Schewenborn„Als wir durch Lanthen fuhren, war noch alles wie immer. Aber im Wald, gerade in der Kurve am Kaldener Feld, blitzte es plötzlich so grell auf, daß wir die Augen zupressen mußten. Meine Mutter stieß einen Schrei aus, und mein Vater trat so fest auf die Bremse, daß die Reifen quietschten. Sobald der Wagen stand, sahen wir am Himmel, hinter den Wipfeln, ein blendendes Licht, weiß und schrecklich, wie das Licht eines riesigen Schweißbrenners oder eines Blitzes, der nicht vergeht. Ich schaute nur einen Augenblick hinein. Trotzdem war ich danach eine ganze Weile wie blind“

Der 12 jährige Roland lebt mit seinen Eltern, seiner vierjährigen Schwester Kerstin und seiner 15 jährigen Schwester Judith in der Nähe von Frankfurt. Wie jeden Sommer will die Familie ein paar unbeschwerte Wochen der Ferien bei den Großeltern in dem kleinen Ort „Schewenborn“ bei Fulda verbringen. Die Lage in Deutschland ist angespannt und immer öfter fällt das Wort „Atombombe“ aber die Familie will sich nicht in Angst versetzen lassen und begibt sich auf die Fahrt…!

Bis nach Schewenborn kommen sie aber gar nicht denn das unfassbare wird bittere Realität, eine Atombombe explodiert! Druckwellen und Stürme ziehen übers Land, Feuer brechen aus, Bäume stürzen um und die Familie muss das Auto stehen lassen und die letzten Kilometer zu Fuß nach Schewenborn zurücklegen. Dort angekommen ist Schewenborn zwar stark verwüstet, kein Haus besitzt mehr Fenster, Trümmer verstopfen teilweise die Straßen, vereinzelnd gibt es Brände aber das Örtchen ist nicht komplett ausradiert und das Haus der Großeltern steht noch relativ unversehrt.

Die Großeltern sind allerdings nicht da, sie wollten noch schnell nach Fulda um ein Geschenk für die Enkelkinder zu kaufen…! Die total entsetzte Familie wartet tagelang auf die Großeltern doch sie kommen nicht wieder…! In den nächsten Tagen kommen viele Leute aus dem Umland nach Schewenborn, fast alle mit fürchterlichen Verletzungen, Verbrennungen und ersten Anzeichen der Strahlenkrankheit. Roland und seine Familie erfahren dass Fulda komplett ausgelöscht wurde und erfahren in den nächsten Tagen auch dass in vielen größeren Städten, deutschlandweit Atombomben gefallen sind…!

Deutschland und das Leben das sie kannten existiert nicht mehr, es gibt keine Regierung mehr und auf Hilfe braucht man nicht zu hoffen…!

Innerhalb kürzester Zeit beginnen Plünderungen, es kommen immer mehr Fremde und Verletzte Menschen nach Schewenborn, Nahrung und Medikamente gehen schnell aus und der Kampf ums nackte Überleben beginnt…!

Dann brechen Krankheiten aus, es kommt zu einer ersten Sterbewelle und Gedanken an den nicht mehr weit entfernten Winter ziehen auch ein…!

Ich habe bereits sehr viele Dystopien/Endzeitgeschichten gelesen aber dieses  Buch ist wirklich hardcore und ist mir sehr an die Nieren gegangen, was auch hauptsächlich daran liegt, dass die Geschichte aus der Ich-Erzählperspektive des 12 jährigen Roland erzählt wird…! Da das Buch den Titel „Die letzten Kinder von Schewenborn“ trägt, ist natürlich klar, dass sich ein großer Teil der Handlung um die Kinder, die jetzt für die Fehler der Erwachsenen büßen müssen dreht…!

Manche Stellen sind mir wirklich sehr an die Nieren gegangen und ich hatte ein paar Mal auch Tränen in den Augen, weil die Geschichte so grausam ist mich so sehr bewegt hat! Faszinierend ist dass das Büchlein gerade einmal 189 Seiten umfasst, die Autorin aber mit so einer Genauigkeit berichtet, dass ich es eigentlich gar nicht fassen kann, dass auf so wenigen Seiten eine so ausführliche und bewegende Geschichte entstehen kann in der so viel passiert…!

Es geht auch nicht „nur“ ums nackte Überleben, sondern auch darum wie man in solch schlimmen Zeiten, mit so wenig Hoffnung einen Rest Menschlichkeit bewahren kann…! Um überleben zu können muss man einfach egoistisch sein aber es gibt auch Grenzen, die Rolands Familie und vor allem auch Roland, versuchen einzuhalten und vor allem Roland engagiert sich z.b aufopferungsvoll für die unzähligen Strahlenopfer und Schwerverletzten, die im völlig überfüllten Krankenhaus untergebracht werden und denen nicht geholfen werden kann…!

Dieses Buch ist extrem verstörend und regt ungeheuer zum Nachdenken an!

Was mich ziemlich schockiert hat: Wie fast all meine Bücher, habe ich auch dieses Buch gebraucht bei Ebay erworden. Auf der ersten Seite steht mit Kugelschreiber der Name des Vorbesitzers und zwar steht dort „Marc XXX Klasse 8B“! Das hat mich wirklich umgehauen denn das Buch ist auf seine extrem grausame und düstere Art einfach großartig aber ich würde es auf keinen Fall in einer achten Klasse lesen!! Das vom Hersteller empfohlene Alter ist 12 Jahre und das finde ich ziemlich krass denn das Buch ist einfach unheimlich heftig…!

Das Buch ist aus dem Jahr 1984 aber es ist eine absolut zeitlose Geschichte und die Geschichte selbst spielt auch Mitte der 80ger Jahre.

Die Verfilmung zu Gudrun Pausewangs Dystopie „Die Wolke“ habe ich bereits mehrfach gesehen und ich werde jetzt bestimmt noch weitere Bücher von ihr lesen.

Ein großartiges Buch, es hat mich einfach nur umgehauen! Ich kann es absolut empfehlen aber man sollte schon auf Dystopien stehen und auch nicht zart besaitet sein denn die Geschichte geht an die Nieren…!

Gudrun Pausewang wurde 1928 in Ostböhmen geboren. Sie erlebt Vertreibung und Flucht, kommt 1945 nach Deutschland und beendet in Wiesbaden die Schule. Sie wurde Lehrerin und unterrichtete viele Jahre in Südamerika, wo Sie auch Ihre ersten Bücher verfasste. Ihre politische Haltung – „Schluss mit dem Krieg! Schluss mit der Umweltzerstörung!“ – thematisiert sie nicht nur im Fiktionalen: 1998 promoviert sie über das Thema „Jugendliteratur und Nationalsozialismus“. Weitere wissenschaftliche Titel sowie zahlreiche Kinder- und Jugendbücher folgen. Sie lebt in Schlitz bei Fulda, einem kleiner Ort neben dem nicht fiktivem Ort Schewenborn.


Kategorie: Dystopie, Endzeitgeschichten
Verlag: Ravensburger

Die Wahrheit sagen

Leben und Lieben in Zeiten des Krieges

formánek_mluviti-pravdu_coverJosef Formáneks zweiter Roman. In einer Straßenbahn auf die Welt gerutscht wurde der kleine Bernhard Mares von seiner Mutter bald weggegeben und seinem Schicksal überlassen. Mehr aus Zufall denn Überzeugung landet der „Sudetendeutsche“ bei der Waffen-SS und ist dort zwar nur der Fahrer, aber dennoch auf der Seite der Gewinner. Vorläufig. Als Kind hatten ihn seine tschechischen Klassenkameraden immer gehänselt, weil er der Deutsche war, als Erwachsener merkt er, dass er vielmehr Österreicher ist oder eigentlich sogar Tscheche. Und beinahe am Ende seines Lebens, auf der Suche nach seiner verschollenen Mutter in Caracas, findet er heraus, dass er eigentlich Jude ist. Sein ganzes Leben erzählt Mares – in einer Art Lebensbeichte – dem Schriftsteller Josef Formánek, der sich mit diesem auch im Buch im Dialog befindet. Selbst gezeichnet von seiner Alkoholsucht und dem gleichzeitigen Ekel und der Faszination an seiner Figur gelingt es Formánek ein wahrhaftiges Porträt eines Menschen zu zeichnen, das ehrlicher nicht sein könnte. Nicht umsonst lautet der Titel ja: „Die Wahrheit sagen“.

Wahre Liebe wartet

Der vielschichtige zweite Roman des tschechischen Schriftstellers, der gleichzeitig auch einen Verlag gegründet hat, um die Literatur seines Landes in der Welt besser bekannt zu machen, beginnt auf einer Müllhalde wo der Journalist dem Protagonisten begegnet. Der eine will eine Geschichte, der andere seine Sophie zurück. Die Liebschaft aus den Tagen bei der SS ist eigentlich auch der rote Faden dieses Lebens, denn eine wirkliche wahrhaft große Liebe kann einem tatsächlich das Leben retten. So geschehen im Falle Bernhard Mares, der zwanzig Jahre seines Lebens im Gefängnis verbrachte um dann als „letzter deutscher Soldat des Zweiten Weltkriegs aus der Gefangenschaft entlassen zu werden“. Das war erst 1969, das Jahr in dem Josef Formánek gerade seinen ersten Schrei in die Welt abgab. Denn obwohl es Mares nach dem Krieg bis zum kommunistischen Kreissekretär gebracht hatte, holte ihn doch die Vergangenheit ein. Eine seiner Liebschaften hatte ausgeplaudert, dass er früher einmal bei der SS war. Aber die große Liebe, Sophie, die trifft er immer wieder, wegen ihr bricht er sogar dreimal aus dem Gefängnis aus, nur um sie wieder zu „im Heustadel zu lieben“ wie einst. Die Liebe ist aber genauso unmöglich wie sein Leben und am Ende, bei der letzten Begegnung in einem Prager Café muss wohl auch er einsehen, dass er sich getäuscht hat. Oder doch nicht? „Warum?“ frägt er sie zuletzt noch, ihre Antwort: „weil es sonst ewig so weitergegangen wäre“. Lesen Sie es selbst wie Mares rückwärts: „remmi rüf“.

Einsiedlerkrebs auf Quartiersuche

Die Sprache des Romans erinnert an Bukowski, Céline, Kafka und zuletzt auch Hrabal, denn sie ist geradlinig, ehrlich und nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Stilistisch ist es als Dialog konzipiert, der immer wieder von lateinischen Zitaten und Sinnsprüchen unterbrochen wird. Der aufmerksame Leser wird auch bemerken, woher diese Sprüche stammen, wie sie den Krieg überlebten und wo er sie sich hinstecken kann. Die Reflektionen Formáneks, seine Gedanken über den Sinn des Lebens, die Liebe und den Tod, die er Mares in den Mund legt, sind prätentiös und wahrhaftig und reißen einen tatsächlich vom Hocker, etwa wenn er die Geschichte des Einsiedlerkrebses in seinem Kleiderkasten erzählt, der sich immer wieder größere Behausungen sucht, aber letztlich in seinem Schrank vertrocknet, weil er nichts größeres mehr findet. „Zum anderen, weil im Dunkel, in der Einsamkeit hinter dem Schrank, nicht nur Einsiedler sterben“, schreibt Formánek nicht ganz ohne Selbstmitleid. Immer wieder betont er auch, dass wir selbst die Meister unseres Schicksals wären und uns unser Leben ja auch selbst aussuchten, wie es auch in der psychologischen Richtung des Konstruktivismus heißt. „Nur in der Gegenwart, im einzelnen Augenblick kann man die Zukunft finden.“, alle Fragen nach dem Sinn seien aber sinnlos. Am Ende vergisst Josef Formánek auch nicht darauf eine von vielen Pointen einzubauen, denn als Mares von dem Buch erzählt in dem ein Computer die Wahrheit über den Sinn des Lebens errechnet und ihn dann ausspuckt lautet die Antwort im Gegensatz zum Original nicht „42“, sondern „48“, das Jahr in dem die Kommunisten die Tschechoslowakei für sich reklamierten.

Ein tiefsinniger Roman, den man gelesen haben muss, da er in seiner Vielschichtigkeit und Ehrlichkeit mindestens so viel über den Sinn des Lebens vermittelt, wie die lateinischen Zitate, die der Autor so gerne verwendet: Victrix fortunae sapientia (Siegerin über das Schicksal ist die Weisheit).

Josef Formánek
Die Wahrheit sagen. Brutaler Roman über die Liebe zum Leben.
Gekko Verlag
480 Seiten
ISBN-13: 978-8090635401
23 Euro


Kategorie: Biographien, Briefe, Dokumentation, Dystopie, Erinnerungen, Liebesroman, Memoiren, Politische Romane
Verlag: Gekko

Götter

GötterIn Deutschland gibt es vier geheime Reservate, in denen, nach Geschlechtern getrennt, Männer und Frauen wie Sklaven gehalten und körperlich sowie sexuell durch sogenannte Götter ausgebeutet werden. Diese gebärden sich zu ihrem eigenen Vorteil als Herren über Leben und Tod und führen über ihre Untertanen ein strenges Regiment bis hin zur Todesstrafe.
Diesem Terrorregime entfliehen unabhängig voneinander Agnes und Günter. Sie treffen sich zufällig in der Freiheit, tun sich zusammen und müssen das zivilisierte Leben von Grund auf neu lernen. Mithilfe von Freunden gelingt ihnen dieser Prozess erstaunlich schnell. Zugleich entsteht bei ihnen der Wunsch, die vermeintlichen Götter zu entmachten. Werden sie diesen Kampf erfolgreich bestehen?

Agnes ist noch fast ein Teenager als ihr die Flucht aus einem dieser Reservate gelingt denn Sie wurde zum Tode verurteilt und musste fliehen. Seit Generationen werden in den Reservaten Frauen und Männer zum Arbeiten gehalten, Ihnen wird jegliche Bildung und Allgemeinwissen verwehrt. Das wurde im Laufe von 2 Jahrhunderten so intensiv und ausgeklügelt betrieben dass sogar die Existenz von Männern in den Frauenreservaten und umgekehrt die Existenz von Frauen in den Männerreservaten völlig unbekannt ist. Es wird nur gearbeitet und gebetet denn vor den Toren der Reservate lauern viele Gefahren und nur die „Götter“ können die Reservatsbewohner vor diesen Gefahren beschützen…!

Einmal in der Woche kommen die Götter in großen, lauten stählernen Vögeln ins Reservat, halten Gottesdienste ab und überbringen den Reservatsbewohnern wundersame und göttliche Sachen wie z.b Medikamente! Im Gegenzug nehmen Sie Geschenke in Form von angebautem Obst, Gemüse und Schnitzereien mit und man ist dankbar dass die Götter wohl gesonnen sind…! Besonders gläubige Frauen werden von den „Göttern“ auserwählt, bekommen einen göttlichen Trank und werden von ihnen mitgenommen…! Nach Ihrer Rückkehr ins Reservat verändern Sie sich dann meist nach ein paar Monaten denn Ihr Bauch wird dicker und scheint ein Eigenleben zu führen aber das sind nur die Dämonen die dank der Götter in den Körpern geweckt wurden und dabei sind ihn bald endlich zu verlassen…! Nach ungefähr 8 Monaten werden die Frauen erneut von den Göttern abgeholt und kehren dann „gereinigt“ zurück denn die Götter haben die Dämonen endlich aus den Körpern geholt, was eine Narbe am Bauch der Frauen beweist…! Ein paar Wochen später bringen die Götter dann oftmals ein Baby ins Reservat, welches natürlich ebenfalls sehr gläubig und gehorsam aufgezogen und in die Gemeinde integriert wird…!

So geschieht es seit Generationen aber die aufgeweckte und neugierige Agnes will sich mit diesem Leben nicht zufrieden geben! Warum ist es außerhalb des Reservates so gefährlich und was ist außer Herz, Lunge und Magen noch in unseren Körpern? Agnes fängt an sich heimlich ein paar Mäuse als Haus- und Forschungstiere zu halten und ist ganz verblüfft dass es nach kurzer Zeit viel mehr Mäuse sind! Wo kommen die kleinen Mäuse nur her? Haben die Götter sie gebracht? Agnes fängt an ihr Weltbild komplett in Frage zu stellen, an den „Göttern“ zu zweifeln und soll deshalb zum Tode verurteilt werden! Mit viel List gelingt ihr die Flucht tief in die Wälder, wo sie von nun an die Welt ganz neu entdeckt…!

Nach 3 Jahren in der Wildnis trifft sie zufällig auf Günther der erst kürzlich aus einem der Männerreservate geflohen ist weil auch ihm die Todesstrafe drohte…! Agnes und Günther freunden sich an und werden nach einiger Zeit sogar ein Liebespaar, was beide viel Überwindung kostet denn schließlich hatten sie noch nie Kontakt zum anderen Geschlecht, hatten ja auch gar keine Ahnung dass es überhaupt ein anderes Geschlecht gibt und selbstverständlich war in den Reservaten jeglicher Körperkontakt strengstens verboten…! Nach einiger Zeit wollen Agnes und Günther auch die Welt außerhalb der Wälder erkunden, stoßen dabei auf ein kleines Dorf und kommen mit der Zivilisation in Kontakt…!

Die Geschichte beginnt an der Stelle an der Agnes und Günther zum ersten Mal völlig verwundert vor der Kühltruhe eines Supermarktes stehen und dabei vom Kartoffelhändler Clemens beobachtet werden. Die Geschichte wird nämlich nicht nur aus Agnes´ Sicht erzählt sondern auch aus Clemens´ Sicht, aus der Sicht eines gewissen Rudolphs und aus der Sicht einer jungen Frau namens Inga Braun. Am Anfang fragt man sich öfter mal was diese Figuren mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben aber nach und nach verdeutlichen sich die Zusammenhänge und es entstehen allerlei Verbindungen zu den Reservaten. Auch den Geheimbund „der Streber“, der immer öfter zum Thema wird, kann man zuerst nicht richtig einordnen aber nach und nach ergibt alles einen Sinn und man erkennt wie viele Gedanken sich der Autor über Zusammenhänge und Querverbindungen gemacht hat…!

Als Agnes und Günther sich in der Wildnis kennen und lieben lernen, erinnerte mich dieser Teil sehr stark an „die Blaue Lagune“ und ich musste oftmals schmunzeln denn auch in diesen Teil hat sich der Autor ganz hervorragend hineinversetz!

Generell hat der Autor viel Liebe zum Detail bewiesen und ist auch auf den Übergang der beiden in die Zivilisation gut eingegangen. Die Geschichte umfasst einen Zeitraum von ca. 30 Jahren. Herr Hofmann hat sich wirklich sehr viele Gedanken gemacht und schafft es auch, diese doch schon ziemlich „an den Haaren herbei gezogene“ Geschichte plausibel zu erklären und zu begründen, wie es so lange möglich war mitten in Deutschland und in unserer heutigen Zeit solche Reservate zu „betreiben“ und zu verheimlichen…!

Ein wirklich tolles und spannendes Buch, das ich persönlich wirklich sehr empfehlen kann denn es hat mich total gefesselt!

Will Hofmann, geboren 1949, arbeitete nach dem Medizinstudium in Mainz. Er führte eine Praxis für Allgemeinmedizin in Berlin-Neukölln und ist seit seiner Studienzeit schriftstellerisch tätig. Er hat Kurzgeschichten, Fantasyromane und ein Kinderbuch veröffentlicht.


Kategorie: Dystopie, Romane
Verlag: Fabulus Verlag

Das Labor

LaborIn Las Vegas geht die Angst um: Detektoren greifen sich obdachlose Männer und verschleppen sie in ein unterirdisches Geheimlabor, wo sie für grausame Versuche missbraucht werden. Auch Jacks jüngerer Bruder wird entführt. Als Jack ihn retten will, gerät er in tödliche Gefahr…

 

Las Vegas im Jahr 2061: Die einst so glitzernde Stadt ist nicht mehr das was sie einmal war. Chemiefabriken verpesten die Luft und das Trinkwasser und Las Vegas gleicht mittlerweile eher einer Müllkippe in der zum größten Teil Obdachlose hausen. Jack ist 20 Jahre alt und haust mit seinem 18 jährigen Bruder Hector in der oberen Etage eines alten Hotels. Um zu überleben muss sich jeder selbst der Nächste sein und Perspektiven gibt es nicht. Es gibt aber das Gerücht, dass „Detektoren“ (Männer in Robotor ähnlichen Anzügen) durch die Straßen streifen und immer wieder junge Männer verschleppen…!

Als Jack eines Tages in sein Versteck zurückkehrt, muss er feststellen, dass es keine Gerüchte sind denn diese Detektoren haben sich nun seinen Bruder gegriffen. Jack ist fest entschlossen ihn zu finden und zu retten und lässt sich deshalb selbst von den Detektoren gefangen nehmen und Sie bringen ihn ein riesiges, unterirdisches Labor…!

Zuerst muss ich sagen, dass ich mich nicht vernünftig informiert hatte als ich mir dieses Buch im Internet bestellte. Hätte ich auf die Seitenzahl geachtet (gerade mal 150 Seiten) dann hätte ich bestimmt direkt die Finger davon gelassen. Denn wie soll auf so wenigen Seiten eine ausführliche und packende Geschichte entstehen? Die Antwort lautet leider: Gar nicht!

Die Idee an sich ist schon gut, hat mich sehr interessiert und man hätte wirklich viel daraus machen können, hat die Autorin aber leider nicht. Die Geschichte ist leider sehr oberflächig. Ich hätte gern mehr über Las Vegas und Amerika im Jahr 2061 erfahren aber das bleibt einem verwehrt. Ich hätte auch gern eine engere „Bindung“ zum Protagonisten Jack aufgebaut und mit ihm mitgefiebert aber auf so wenig Seiten wird man ja kaum warm mit einander und erfährt leider auch nicht wirklich viel über ihn…! Auch über die Experimente und das Labor an sich erfährt man leider nicht so viel wie man es eigentlich möchte…! Irgendwie wird man nur „angefüttert“ und kommt nicht auf seine Kosten…!

Es tröstet mich auch nicht, dass dies erst der erste Teil einer Trilogie ist, denn ich bezweifle stark dass Band zwei und drei mehr Tiefgang haben werden. Ich hatte auch gar nicht mitbekommen dass es sich überhaupt um eine Trilogie handelt, denn auch dann hätte ich das Buch nicht gekauft (Bei der Kindle Version wurde darauf hingewiesen, beim Taschenbuch leider nicht). Mir geht es nämlich ziemlich auf die Nerven, dass Trilogien zur Zeit so extrem in Mode sind und man dann oftmals endlos warten muss bis der nächste Band auf den Markt geworfen wird…! Und es scheint auch hier so zu sein dass der zweite Band noch gar nicht geschrieben wurde, obwohl Band eins bereits im Jahr 2013 erschienen ist…!

Aus diesem Grund meide ich nämlich seit einigen Jahren Trilogien (es sei denn es handelt sich um ältere Bücher, die bereits komplett erschienen sind).

Die Geschichte ist schon nett und kurzweilig, man kann sie gut lesen, man verpasst aber Nichts wenn man es nicht tut…!

Dee Hunter arbeitet und lebt in Innsbruck. Früher hat Sie Bilanzen analysiert, Männerbünde wissenschaftlich untersucht und als Modefotografin gearbeitet. Heute schreibt sie Thriller, die vor allem düster und beklemmend sind.


Kategorie: Dystopie, Endzeitgeschichten, Thriller
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform

Miranda – Das Klon-Projekt

MirandaMiranda führt ein Bilderbuchleben: Sie ist hübsch und erfolgreich, klug und selbstsicher, das einzige Kind wohlhabender Eltern. Aber dann bricht von einem Tag auf den anderen ihre heile Welt zusammen. Miranda erfährt, dass sie eine seltene, lebensgefährliche Erbkrankheit hat. Vor allem ihre Leber ist bereits so geschädigt, dass sie sofort gegen eine neue ausgetauscht werden muss. Miranda ist verzweifelt, denn woher soll so schnell ein Organ kommen, das ihr Körper nicht wieder abstoßen wird?

Miranda ist fast 14 Jahre alt und führt mit Ihren wohlhabenden Eltern ein perfektes Leben. Sie hat gute Schulnoten, ist eine begabte Tänzerin, hübsch und versteht sich mit Ihren Eltern hervorragend. Am Tag vor einer wichtigen Tanzaufführung, bekommt Miranda plötzlich Probleme mit den Augen und wird direkt in eine Spezialklink gebracht die Ihrem Vater gehört.

Miranda wird von Kopf bis Fuß durchgecheckt und schnell stellt sich heraus, dass Sie schwer erkrankt ist und nur eine Organtransplantation Sie retten kann. Miranda ist verzweifelt und gleichzeitig aber auch sehr verwundert denn warum sind Ihre Eltern so zuversichtlich, geradezu überzeugt davon dass das benötigte Organ sehr schnell gefunden werden kann? Sie kann sich darauf keinen Reim machen und dann belauscht Sie heimlich mehrere Gespräche Ihrer Eltern und Ihres Arztes die keinen Sinn zu ergeben scheinen und Sie sehr neugierig und auch misstrauisch werden lassen! Als Sie zwei Tage vor der Lebertransplantation heimlich nachts durch das Krankenhaus streift, schnüffelt Sie auf der Forschungsstation herum und macht dabei ein paar erschreckende Entdeckungen…!

Die Geschichte ist aus Mirandas Ich-Erzählperspektive geschrieben und äußerst kurzweilig, so dass ich das Buch an nur einem Nachmittag durch hatte. Natürlich kann man sich direkt denken was Miranda auf der Forschungsstation findet (den „Untertitel“ „Das Klon-Projekt“ hätte ich persönlich ja weggelassen denn er verrät ja schon extrem viel) und dieses Thema ist ja auch schon oft in Büchern behandelt worden. Als Jugendbuch kannte ich eine solche Geschichte aber noch nicht und finde die Idee sehr gut. Außerdem das Buch nicht so vorhersehbar wie man es annimmt denn es gibt auch ein paar Überraschungen die mir gut gefallen haben. Außerdem finde ich es sehr erfrischend, ein solche Geschichte mal aus der Sicht eines jungen Mädchens zu erleben.

Ein sehr gutes Buch über Ethik, Verzweiflung, Vertrauen zwischen Eltern und ihren Kindern und die Frage wie weit der Mensch/die Forschung gehen darf um geliebte Menschen zu schützen und Krankheiten zu heilen. Was macht den Menschen wirklich zum Menschen?

Ich kann dieses Buch sehr empfehlen!

Die Jugendbuchautorin Carol Matas wurde 1949 in Winnipeg, Kanada geboren und hat bisher 45 Bücher für Kinder und Jugendliche veröffentlicht, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden.


Kategorie: Dystopie, Kinder- und Jugendbuch
Verlag: Sauerländer

Centum Night

51rAhGc2QPL._SX326_BO1,204,203,200_Macht ist alles, was zählt. Mehr und mehr Länder schließen sich der Coastal Alliance an. Der Beitritt eines Landes verhilft der dortigen Elite zu einem Luxusrefugium, während die verarmte Bevölkerung in einer vom Verbrechen beherrschten Crime Zone leben muss. Zwischen diesen Territorien befindet sich eine Hochsicherheitszone, deren Bewohner in monotoner Bedürfnislosigkeit gehalten werden. Wünsche nach emotionaler Nähe und sexuelles Verlangen werden auf hohem technologischen Niveau kontrolliert abgebaut. Hier, in Solocity, gibt es keine Gewalt. Da geschieht das Undenkbare. In Solocity beginnt eine rätselhafte Mordserie. Agent Eddie Bellefleur erhält bei seinen Ermittlungen Hinweise auf ein weitgespanntes Netz aus Verrat und verborgenen Leidenschaften, das bis in die Spitze des Regimes reicht.

Die Geschichte spielt in einer Zukunft, in der die Armen immer ärmer werden und die Reichen immer reicher werden. Das Land ist in drei unterschiedliche Bereiche aufgeteilt, in den Bereich der High Society, der „Ghettos“ und den Bereich der Normalbevölkerung die in „Solocity“ leben. Solocity befindet sich zwischen den anderen beiden Bereichen und fungiert quasi als Puffer um die Reichen in großem Abstand zu den Armen und den Ghettos fern zu halten. Die Landesgrenzen verschwimmen immer mehr und mehr denn nicht nur Reichtum und Macht, sondern auch Armut und Kriminalität steigen stetig an. In Solocity gab es seit 18 Jahren keine Gewalt mehr und erst recht keinen Mord, deshalb ist das Regime jetzt natürlich in größter Sorge als innerhalb kurzer Zeit gleich drei Frauen umgebracht werden …

Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut, meine Erwartungen waren recht hoch; aber leider wurde ich ziemlich enttäuscht.

Die Geschichte spielt in einer unglaublich technisierten Zukunft mit unzähligen neuen, technischen Wörtern, neuen Erfindungen, neuen Staatsformen, Berufen und Berufsbezeichnungen, Personenbezeichnungen, Dienstgraden, Einrichtungen und und und. Diese Begriffe sind alle frei erfunden und man weiß oft nicht einmal wie sie ausgesprochen werden und es gibt kaum einen Satz ohne diese ganzen Begriffe! Man kann die Geschichte kaum flüssig lesen, man holpert und stolpert förmlich durch die Sätze und das alles ist so gewaltig, dass es hinten im Buch sogar ein zehnseitiges Glossar gibt, um sich diese Begriffe erklären zu lassen.

Ich als großer und auch erfahrener Endzeitfan bin ziemlich enttäuscht von dem Buch, und es hat mir überhaupt nicht gefallen. Es erinnerte mich in seiner Art ein wenig an „Der zweite Engel“ von Philip Kerr, denn auch dieses Buch wimmelte in der ersten Hälfte von vielen neuartigen Begriffen aber bei weitem nicht in diesem Ausmaß. Dort gab es auch immerhin Sternchen mit Fußnoten, so dass die Erklärung zumindest unten auf der Seite stand!

In diesem Buch muss man immer nach hinten blättern und sich die richtigen Begriffe auf unzähligen Seiten und zusammensuchen, einfach nur grauenhaft! Man kommt gar nicht voran, das Lesen macht echt keinen Spaß und ich würde es sogar als Qual bezeichnen! Die Autorin ist da wirklich sehr weit übers Ziel hinausgeschossen, was ich wirklich schade finde, denn die Grundidee gefällt mir ziemlich gut und die Autorin hat auch sehr viel Herzblut in die Geschichte fließen lassen und eine sehr detaillierte Zukunftsvision geschaffen. Herzblut und Detailgenauigkeit sind aber leider nicht alles und manchmal ist weniger halt mehr und in diesem Fall wäre viel weniger auch wirklich viel mehr gewesen!

Lou Timisono studierte Englische Literatur und Philosophie. Sie lebt abwechselnd in Cambridge, England, und Orange, Frankreich.


Kategorie: Dystopie
Verlag: Balladine Publishing

Schmetterling aus Staub

SchmetterlingDie Stadt, in der die 16-jährige Mika lebt, gleicht dem Paradies: Blumen blühen überall, die Menschen lächeln einander freundlich an und die Sonne scheint 365 Tage im Jahr. Dennoch ist Mika nicht glücklich. Seit sie vor acht Jahren am staatlich angeordneten Persönlichkeitstest teilnehmen musste, ahnt sie, dass die Realität außerhalb von Seelenheide ganz anders aussieht, als sie das Fernsehen glauben machen will. Ihre Vermutung bestätigt sich, als eines Tages ein fremder Junge auf der Mauer in ihrem Garten sitzt. Aaron gehört zu den »Risi­kos«, die als Kinder von ihren Eltern getrennt werden, weil sie sich zu Freidenkern entwickeln könnten. Die Regierung hat Angst vor ihnen, nennt sie Verbrecher und sperrt sie ein. Aaron konnte fliehen und will nun das System stürzen, das ihn und Tausende andere aussortiert hat. Mika ist vom ersten Moment an fasziniert von Aaron und begibt sich mit ihm auf die gefährliche Mission. Doch schon bald muss sie sich nicht nur mit Kopfgeldjägern auseinandersetzen, sondern auch mit Janna, die bei dem Test zum »Machtmenschen« erkoren wurde.

Die Geschichte spielt im Jahr 2250 und wird aus der Ich-Erzählperspektive der 16 jährigen Mika erzählt. Vor ca. 70 Jahren wurde Deutschland von einer Infektion heimgesucht, die großen Teilen der Bevölkerung das Leben gekostet hat und die Bevölkerungszahl Deutschlands drastisch minimiert hat. Ein Diktator, der sich selbst „Caesar“ nennt, bekam die Herrschaft über Deutschland und schuf das neue „Alemania“. Seitdem ist Alemania vom Rest der Welt abgeschottet und hat nichts mehr mit dem eigentlichen Deutschland gemeinsam.

Alemania besteht nun aus 4 Sektoren, nämlich aus „Seelenheide“, aus „Geistfurt“, „Machthall“ und „Sturmbruch“. Der Rest des Landes ist unbewohntes Ödland und die 4 Sektoren sind durch Mauern abgeschottet und liegen weit voneinander entfernt, so dass es keine Berührungspunkte zwischen den Sektoren gibt. Den Menschen ist es strengstens untersagt Ihre jeweiligen Sektoren zu verlassen. In Seelenheide leben die „Harmoniemenschen“, die Arbeiterschicht in der die Menschen Bauern sind oder auf Obstplantagen arbeiten. Sie sollen immer glücklich sein und sind einzig und allein dazu da um glückliche und zufriedene Nachkommen zu zeugen, die wiederum glückliche aber kleingehaltene Bauern werden. Wissen wird Ihnen verwehrt, sie sollen nicht denken, nichts hinterfragen denn dazu gibt es schließlich die Gelehrten aus Geistfurt. Diese Menschen fristen Ihr einsames Leben in Laboratorien oder Bibliotheken um Alemania mit neuem Wissen und Erfindungen zu versorgen, glücklich sind sie jedoch nicht.

Die Menschen in „Machthall“ sind kalthartzig, zielstrebig und wie schon der Name sagt Machtbesessen. Diese Gruppe von Menschen sind Caesars bevorzugte Bevölkerungsschicht und sie bekommen vom ihm Vieles dass den anderen Schichten verwehrt wird wie z.b Partys und Alkohol. Diese Machtmenschen sind Caesars Soldaten, Leibwächter und sein innerer Kreis, der ihm dabei hilft das System aufrecht zu erhalten.

Der Dorn im Auge der Nation sind die „Risikos“ aus Sturmbruch. Es sind abenteuerlustige Freidenker die es gilt auszurotten. Sturmbruch ist verfallen und dem Rest Alemanias werden seit Jahrzehnten die schlimmsten Geschichten über die Risikomenschen erzählt. Sturmbruch selbst ist noch einmal unterteilt und zwar in die „Frauenstadt“ und die „Männerstadt“ denn selbstverständlich möchte Caesar nicht dass sich die Risikos fortpflanzen und neue Risikokinder zur Welt bringen. Schwangere Risikofrauen werden sofort getötet.

Im Alter von 8 Jahren müssen alle Kinder Alemanias zur „Selektion“, einem psychologischen Test, bei dem festgestellt werden soll, was für eine Persönlichkeit sie entwickeln werden. Ein Kind, welches z.b aus einer Harmoniefamilie stammt, aber eher Tendenzen zum Machtmenschen hat, wird somit aus der Familie herausgenommen und einer Familie in Machthall zugeteilt.

Als die kleine Mika zur Selektion muss, da wissen sie und Ihre Harmonieeltern eigentlich, dass Mika kein Harmoniemädchen ist aber Mika hat verstanden was zu tun ist um bei Ihren geliebten Eltern bleiben zu dürfen und gibt bei der Selektion unehrliche Antworten…!

Nun ist Mika 16 Jahre alt und nicht glücklich in Seelenheide denn Sie möchte mehr als glücklich Pfannkuchen essen, sie möchte Abenteuer erleben, das Land bereisen oder einfach nur wissenschaftliche Artikel veröffentlichen. Eines Tages sitzt dann der Risikojunge Aron auf Ihrer Mauer und Aron hat Genug von diesem System und möchte Caesar stürzen…!

Ich muss sagen, dass ich begeistert bin! Eine wirklich tolle, detailliert ausgedachte und spannende Dystopie! Ich persönlich mag es sehr gerne wenn eine Geschichte aus der Ich-Erzählperspektive erzählt wird, man so richtig intensiv mit dem Erzähler mitfiebern kann und das ist hier auf jeden Fall gegeben!

Meiner Meinung nach hat sich die Autorin von der großartigen „Delirium Trilogie“ von Lauren Oliver inspirieren lassen, denn vor allem zu Anfang, gibt es doch deutliche Parallelen, die sich im Laufe der Geschichte aber immer mehr verlieren! Ich möchte jetzt aber Nichts unterstellen und es ist auch nur mein persönliches Empfinden…!

Ein bisschen etwas hat mich aber schon gestört! In der Geschichte ist Alemania vom Rest der Welt völlig abgeschottet, die Bevölkerung weiß Nichts über die Geschehnisse der übrigen Welt oder über die Vergangenheit und altes Wissen, ja sogar Fremdsprachen sind im Laufe der Jahre völlig in Vergessenheit geraten. Das ist ja alles schön und gut aber die Figuren benutzen immer wieder mal Sprichwörter und Redewendungen die sie eigentlich gar nicht mehr kennen dürften und das hat mich ein klein wenig gestört, halt weil der Rest so gut durchdacht ist. Vielleicht bin ich mittlerweile aber auch zu empfindlich und hier geht einfach der „Endzeitpingel“ mit mir durch…!

Von Anna Palm habe ich bereits „die Selbstvergessenen“ gelesen, was mir auch gefallen hat, mit „Schmetterling aus Staub“ aber nicht zu vergleichen ist, denn dieses Buch ist noch ein paar Klassen besser.

Ein wirklich tolles Buch, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann!

Die 1995 in Aachen geborene Anna Palm ist Schülerin an einem Gymnasium in Neuss. „Schmetterling aus Staub“ ist nach Ihrem Debütroman „Ellen, Schutzengel“ und „Die Selbstvergessenen“ ihr drittes Buch.


Kategorie: Dystopie, Kinder- und Jugendbuch
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf