Prinz Eisenherz: Der Schatz

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Prinz Eisenherz Werkausgabe 91

 

„…und Deine Verbündeten vor der Küste müssen abziehen, sobald sie kein Trinkwasser mehr haben“, grinst der Widersacher von Prinz Eisenherz ihm hämisch ins Gesicht. Der Pirat Strakonus bringt Eisenherz gleich zu Beginn dieses Abenteuers in eine ordentliche Bredouille, denn der Prinz muss sich zwischen der Befreiung seines Sohnes Nathan und der Befreiung von Aleta und ihren Töchtern entscheiden. Doch dann bekommt Prinz Eisenherz unverhofft Schützenhilfe von einer Inselbewohnerin. Die Wahnsinnige Thanaa, die stets von einem schwarzen Panther und einem Leoparden begleitet wird, hasst die Piraten, vor allem aber wegen ihrem Sklavenhandel, den sie als Freie abgrundtief verurteilt.

Aletas besänftigende Umarmung

Ein Zweikampf zwischen Strakonus und Eisenherz endet mit der Gnade des letzteren, denn Thanaa hält ihn davor zurück, noch mehr Rache an Strakonus zu nehmen, es hat ja schon genug Tote gegeben. Aber „Wenn es etwas gibt, das Eisenherz’ Kampfeslust besänftigen kann, dann ist es Aletas Umarmung. Ihre Ankunft hat Strakonus gerettet.“, eigentlich. Die überlebenden Piraten werden mit einem harten aber gerechten Urteilsspruch konfrontiert: entweder auf der Insel zu bleiben oder zu helfen die Schiffswracks zu reparieren und zu den Nebelinseln aufzubrechen, um dort ihr eigentliches Urteil zu erwarten. Wer sich erinnert wie dort mit Piraten umgegangen wurde, als Aleta und Eisenherz noch nicht verheiratet waren, dem wird bange um das Schicksal der Verurteilten. Aber haben sie denn ein anderes Schicksal verdient, nachdem was sie Eisenherz’ Familie alles angetan haben? Natürlich beugen sich alle, nur Strakonus schmiedet weiterhin Rachepläne für seine erneute Meuterei auf den Schiffen Skjalddis und Calypso.

Prinz Eisenherz‘ Tochter auf der Flucht

yeates2Aber auch in dieser Folge der Abenteuer des unsterblichen Helden von Hal Foster muss Eisenherz wieder eine Menge familiäre Probleme bewältigen oder zumindest zu ihrer Lösung beitragen. Als Valeta, seine Tochter, sich bei ihm über Karen, seine andere Tochter, beschwert, greift der Vater beherzt in die Liebesabenteuer seiner Zwillinge ein und spielt dabei den Amor mit dem Liebespfeil. Auch Bukota ist bei diesem Abenteuer wieder mit dabei und als sich auf dem Marktplatz die Händler über seine alte Heimat Ab’Saba und seine Königin Makeda unterhalten wird er hellhörig und die alte Sehnsucht flammt wieder auf. Doch dann schlittert sein Sohn Nathan unversehens in ein anderes Abenteuer, das mit dem seltsamen Artefakt etwas zu tun hat, das Guryan Sur umklammert wie einen Schatz. Ein fremder einäugiger Zauberer taucht auf und behauptet etwas über den verschwundenen Ehemann Karens, Prester John, zu wissen und prompt wird die Familie Eisenherz wieder durch eine anderes Abenteuer auseinander gerissen, ganz so, wie es ihm einst in jungen Jahren die Hexe Hobbit prophezeit hatte: „Du wirst aller Herren Länder sehen, Reiche untergehen und auferstehen sehen, aber Zufriedenheit, das wirst du nie erreichen.“ Wird Eisenherz seine verschollene Tochter und das Artefakt wiederfinden? Wird Karen wirklich zu ihrem Ehemann geleitet? Band 92 ist bereits in Vorbereitung!

Thomas Yeates
Prinz Eisenherz Band 91: Der Schatz
Originalseiten 4053 bis 4098
Aus dem Amerikanischen von Wolfgang J. Fuchs
2017, Carlsen Comics, 48 Seiten
ISBN: 978-3-551-71604-0
12,40.-

 


Kategorie: Comics, Fantasy, Kulturgeschichte, Märchen, Sagen und Fabeln
Verlag: Carlsen Verlag Hamburg

Peter Schlemihls wunderbare Geschichte

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Peter Schlemihl ist ein armer Teufel und so nimmt es nicht Wunder, dass er seinen Schatten gegen ein unerschöpfliches Füllhorn voll Gold verkauft. Aufkäufer ist ein mysteriöser grauer Geselle, der ihm auf einer Gartenparty begegnet. Zunächst scheint der Handel ein gutes Geschäft, denn Schlemihl wird dank der Reichtümer schnell zum hochgeschätzten Wohltäter; alle Türen öffnen sich ihm geschwind.

Doch dann wendet sich das Blatt, seine Mitmenschen bemerken den fehlenden Schatten und der eben noch Umgarnte wird zum Paria der feinen Gesellschaft. Selbst sein Liebesglück droht zu zerbrechen als die Auserwählte ein Ultimatum stellt, um den Schatten wieder zu beschaffen. Da taucht in letzter Minute erneut der Graue auf, mit dem nächsten Angebot im Gepäck: Schlemihl bekommt den verlorenen Schatten zurück, wenn er dafür seine Seele abtritt …

Mit dieser Geschichte gelang Adelbert von Chamisso der literarische Durchbruch und das ist durchaus gerechtfertigt, denn sie ist stringent ausgearbeitet und gut geschrieben. Natürlich wirkt der antiquierte Schreibstil auf den modernen Leser zunächst mitunter befremdlich und es bedarf einiger Zeit, sich daran zu gewöhnen, aber die sollte man sich nehmen, denn es lohnt sich. Liebhaber der Sprache werden mit einer Fülle kunstvoller Begriffe verwöhnt und werden an dem Text viel Freude erfahren. Und man darf getrost darauf verzichten, sich den Kopf mit allzu tiefschürfenden Interpretationen zu zerbrechen, denn die Geschichte ist ein Märchen und war ursprünglich für Kinder gedacht.

Angereichert ist das Buch vom Herausgeber Ruprecht Frieling mit farbigen Holzschnitten von Ernst Ludwig Kirchner und gewohnt sorgfältigen Hintergrundinformationen zum Verfasser und zur Zeitläufte. Gerade diese aufwändig recherchierten Hintergründe und Beigaben unterscheiden Frielings Klassiker-Ausgaben von anderen Verlegern, die oft genug nur lieblos die ungeschminkten Texte veröffentlichen und sich dabei meist nicht einmal sonderlich um Design oder Lesbarkeit bemühen; Chapeau dafür, Herr Frieling!

 


Kategorie: Märchen, Sagen und Fabeln
Verlag: Internet-Buchverlag Berlin

Mandergrimm – Das Buch der Magoi

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MandergrimmIn diesem Buch geht es um einen jungen Kobold namens Nimrod, der sich in Aura, eine Elfe verliebt. Doch leider ist Aura bereits Jaris, einem auserwählten Mann des bösartigen Königs versprochen worden. Zudem kommt noch hinzu, dass ein Kobold, der sich zu der Liebe zu einer Elfe bekennt, grundsätzlich mit dem Tode bestraft wird. Jedoch ist Nimrod so leicht nicht zu töten. Doch schafft er es auch, seine Liebste aus den Händen von dem machthungrigen Günstling des bösartigen Elfenkönigs zu retten? Dazu muss er es erst einmal schaffen, den riesigen Grimwald mit all seinen Widersachern und weiteren unerwarteten Gefahren zu überwinden; den Wald, aus dem vor Jahren bereits sein Vater nicht mehr wiederkehrte. Denn der Grimwald gibt niemanden mehr her, den er erst einmal gepackt hat … Continue reading


Kategorie: Märchen, Sagen und Fabeln
Verlag: Verlag der Märchenkönig

Märchen aus der Unterschicht

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Eine märchenhafte Gesellschaftskritiktorsten-siekierka-maerchen-aus-der-unterschicht-9783734760921

Diese Überschrift soll nicht in die Irre führen, märchenhaft meint in diesem Fall nicht so etwas wie traumhaft oder rosa und glitzerig. Sie besagt lediglich, dass vorliegendes Buch ein Märchenbuch ist. Und Märchen waren schon zu früheren Zeiten eine Möglichkeit, Kritik am System, an der herrschenden Klasse zu üben. So auch in diesem Buch: Es beinhaltet altbekannte Geschichten dieser Art, nur wurden sie in unsere moderne Welt adaptiert.
Frau Holle lebt nicht im Himmel, sondern auf einer Onkologiestation. Hänsel und Gretel werden zu einer modernen Version von Bonnie und Clyde. Allerleihrau hat ihren Namen durch ihre von Neurodermitis geschändete Haut bekommen, ausgelöst durch Zitrusfrüchte. Nebenbei hilft diese Haut einer „Pferdebürste“ auch, den zudringlichen Heimleiter abzuwehren, leider nicht langfristig.
Schneeweißchen und Rosenrot leben auf Sylt und müssen sich mit ihrer Mutter allein durchschlagen, weil ihr Erzeuger ausschließlich Geld scheffeln will.
Die sieben Geißlein stammen eigentlich aus dem Kongo und sollen abgeschoben werden und der Fischer mit seiner dicken, gierigen Frau lebt, natürlich, in Wilhelmshaven.
Der böse Wolf jagt in Gestalt eines grantigen Hausmeisters Rotkäppchen. Es ist schließlich eine Unverschämtheit, dass eine Sozialschmarotzerin mit einem roten Kopftuch herumläuft, mit dem Aufdruck einer teuren Label-Marke.

Märchen haben eine moralische Aussage, heute wie früher. Und Märchen sind brutal, erzählen eine lange Geschichte komprimiert zusammengefasst, nur mit den wichtigsten Inhalten.
So hat es der Autor hier auch gehalten.
Die Bremer Stadtmusikanten ziehen als Punks durch die Lande und gehen knallhart vor, als sie sich eine Villa erobern wollen. Trotzdem erscheint es für den Leser richtig, wird das Haus doch von Ausbeutern bewohnt, die es nicht besser verdient haben. Zimperlich darf man jedoch nicht sein, harte Worte zur Beschreibung des Geschlechtsaktes fallen z.B. häufig und ungeschönt.
Einen großen Unterschied von diesen zu den alten, bekannten Märchen gibt es: Sie gehen nicht immer positiv aus und das Gute gewinnt nicht immer (nebenbei: auch bei älteren Märchen, abseits der Grimmschen, siegt manchmal das Böse).
Sehr eindrücklich ist „Die Alle-Ausländer-nehmen-Drogen-und-werden-kriminell-Geschichte“. Vorurteile werden hier geschickt verpackt aufgezeigt, wer hier nicht merkt, dass da irgendwas gehörig schief läuft, dem ist nicht mehr zu helfen.

Märchen waren früher nicht für Kinder gedacht und dieses Buch ist es auch nicht. Wer ein Problem mit deutlichen Worten außerhalb des gehobenen Schriftniveaus hat, sollte die Finger davon lassen. Wer nicht bereit ist, sich einen Spiegel vorhalten zu lassen, ebenso. Wenn ich auch gerade diesen Menschen zu gerne dieses Büchlein in die Hände drücken würde, es hätte wohl keinen Sinn. Perlen vor die Säue und so.

Jedem, der ein bisschen Futter zum Nachdenken sucht, Märchen mag, Kritik erkennen und annehmen kann oder einfach ein Buch lesen möchte, welches auf einer schönen Idee basiert, sei es ans Herz gelegt. Manche der Geschichten sind sogar ein bisschen witzig, der größere Teil jedoch eher positiv (im Sinne von aufrüttelnd) verstörend. Ganz nebenbei ist es handwerklich einfach toll geschrieben, kleine, feine Sprachspielereien haben mich begeistert und die Anlehnung an etablierte Märchen ist perfekt gelungen.
Definitiv ein Autor, den ich im Auge behalten werde und von dem ich mehr lesen will.


Kategorie: Märchen, Sagen und Fabeln
Verlag: BoD Norderstedt

Der illustrierte Mann

In der Tradition von H.G. Wells erzählt der amerikanische Autor Ray Bradbury von der Zukunft, von der Sucht der Raumfahrt, von Liebe und Einbildungskraft auf anderen Planeten, vom einsamen Tod im Raum, von der Endlichkeit und Unendlichkeit der Dinge. Die in dem Band gesammelten achtzehn Geschichten sind mit der Idee vom illustrierten Mann gebunden, dessen Körper über und über mit lebenden Bildern tätowiert ist, die zu erzählen beginnen.

In dem Band findet sich mit »Das Kinderzimmer« eine der stärksten Kurzgeschichten der phantastischen Weltliteratur. Zwei Kinder leben in einem ultramodernen Haus, das jeden technischen Schnickschnack bietet. Die Wände des Kinderzimmers sind sogar in der Lage, Gedanken seiner Bewohner in konkrete Bilder umzusetzen. So entsteht eine täuschend echte afrikanische Savanne, in der wilde Tiere herrschen und das Gebrüll der Löwen durch Mark und Bein geht. Den Eltern wird die Phantasie ihrer Sprösslinge unheimlich, und sie drohen damit, die Technik abzuschalten. Da locken die Kinder sie in ihr virtuelles Reich und schließen sie darin ein …

 


Kategorie: Märchen, Sagen und Fabeln, Science-fiction
Verlag: Diogenes Zürich