Chaos: 429 Tage ohne Strom

ChaosChristin und ihre Dorfmitbewohner werden von dem flächendeckenden Stromausfall hart getroffen. Es ist Winter, die Vorräte sind knapp und niemand weiß, wann es wieder Elektrizität geben wird. Um zu überleben, muss sich die Dorfgemeinschaft neu organisieren.
Als die nahegelegene Großstadt zu brennen beginnt, flüchten Tausende von hungrigen, verzweifelten Menschen aufs Land. Mit ihnen kommen Krankheit, Verwüstung und Tod. Die Werte menschlichen Miteinanders werden im Kampf ums eigene Überleben auf eine harte Probe gestellt. Christin erzählt von dem beinahe aussichtslos erscheinenden Kampf gegen Hunger, Angst und dem Schrecken von Verbrechen und Vergeltung.

Christin und ihr Mann leben in einem 300-Seelendorf irgendwo in Schleswig-Holstein. Es beginnt damit, dass eines Tages das Licht immer wieder mal anfängt zu flackern oder der Strom kurzzeitig ausfällt. Nach kurzer Zeit werden die Stromausfälle immer länger, und eines Tages bleibt der Strom komplett weg. Die Menschen in dem kleinen Ort wissen nicht, was passiert is,t denn Radio, Fernsehen und Internet gibt es nicht mehr, und auch als der Strom noch teilweise vorhanden war, erfuhren die Menschen nicht, was die Ursache für die Stromausfälle ist, nur dass an einer Lösung gearbeitet wird.

Christin und ihr Mann haben sich notdürftig mit Wasser und Lebensmitteln eingedeckt. Aber nach ein paar Wochen wird Ihnen klar, dass etwas ganz gewaltig im Argen liegen muss und der Strom wohl so schnell nicht wiederkommen wird. Dies bedeutet aber auch, dass es bereits nach ein paar Wochen keine neue Lebensmitteln in der Geschäften, kein Benzin, keine ärztliche Versorgung und keine Medikamente mehr geben wird, denn unsere heutige Gesellschaft ist extrem abhängig vom Stromnetz. Bricht das Stromnetz zusammen, dann bricht auch alles andere ziemlich schnell zusammen und das normale Leben kommt zum Erliegen.

Christin, ihr Mann und die Dorfbewohner sind noch recht gut dran, denn sie leben auf dem Land. Vor der Haustür gibt es Wälder und die Natur bietet einigermaßen Wasser und Nahrung. Aber die Menschen aus den nahe gelegenen größeren Städten sind gezwungen, diese zu verlassen, um überleben zu können, und es dauert nicht lange,  bis unzählige hungrige und verzweifelte Menschen das kleine Dorf erreichen, das selbst ums Überleben kämpfen muss.

Dies war nach „Rattentanz“ und „one second after“ das dritte Buch, das ich zum Thema „Apocalypse-Stromausfall“ gelesen habe. Das Besondere an diesem Buch ist, dass es zur Abwechslung mal aus der Sicht von einer schon etwas älteren Frau erzählt wird. Ihr genaues Alter erfährt man nicht. Aber Christines Töchter sind beide bereits erwachsen und Ihre Enkelkinder sind 7, 4 und 2 ½ Jahre alt. Die gesamte Geschichte wird in Tagebuchform erzählt, welches von Christin geführt wird. Der Leser liest also ausschließlich ihre Aufzeichnungen, die sie ungefähr jeden zweiten Tag niederschreibt.

Christin tut dies für sich selbst aber auch für die Nachwelt, denn schließlich weiß sie nicht, was noch alles passieren wird. Da die gesamte Geschichte ausschließlich Ihre Tagebuchaufzeichnungen umfasst, weiß der Leser auch nur, was Christin weiß, selbst mitbekommen oder durch andere Leute erfährt, es gibt keinen allwissenden Erzähler.

Interessant fand ich auch, dass es kaum Namen gibt und man das ganze Buch über nicht weiß, wie die einzelnen Leute eigentlich heißen. Da es sich um Christins Aufzeichnungen handelt, erfährt man hauptsächlich, wie es ihr und ihrer Familie ergeht, aber sie spricht immer nur von „meinem Mann“, „meiner großen Tochter“ oder von „meinem Schwiegersohn“. Auch dass sie selbst Christin heißt, weiß man eigentlich nur durch den Klappentext. Man erfährt eigentlich nur die Namen Ihrer beiden größeren Enkelkinder und von ein paar Leuten aus dem Dorf, denen besonders schlimme Dinge wiederfahren sind oder die etwas besonders Schlimmes getan haben.

Ich denke, dass die Autorin damit zeigen will, dass Namen in einer Ausnahmesituation völlig egal sind und wir alle gleich sind. Trotz der fehlenden Namen baut man eine sehr starke Bindung zu Christin und Ihrer Familie auf ,denn schließlich liest man hauptsächlich über sie und Ihre Familie und erfährt aufgrund der Tagebuchform auch sehr viel über Ihre Empfindungen, Ängste und Gedanken.

Dadurch ist die Geschichte natürlich sehr emotional, man leidet förmlich mit Christin, ihrer Familie und den Menschen in ihrem Dorf mit und ich war an vielen Stellen sehr betroffen und hatte hin und wieder auch ein Tränchen im Auge. Ich habe das Buch verschlungen und fand es schade, dass ich die 512 Seiten so schnell durch hatte.

Das Ende hat mir auch gut gefallen ,denn es ist zwar, wie fast alle Endzeitgeschichten, offen aber man erkennt, in welche Richtung sich alles entwickeln wird und es gibt auch kein Friede-Freude-Bratkartoffel-Ende. Eine wirklich tolle, spannende, emotionale und erschreckend realistische Geschichte, die einem zeigt, wie schnell es in unserer hochentwickelten Welt doch zum Ausnahmezustand kommen kann. Eine Geschichte über Stärke, Not und Verzweiflung, über Zusammenhalt, Einfallsreichtum, Familiensinn und Menschlichkeit.

Ein großartiges Buch, ich kann es nur wärmstens empfehlen!

Bianca Bolduan ist Autorin und Unternehmerin und lebt mit ihrem Mann auf dem Land bei Bad Segeberg in Schleswig-Holstein. Sie engagiere sich für Tier- und Umweltschutz und für Obdachlose.
Seit 2010 schreibt sie ehrenamtlich für eine Straßenzeitung in Neumünster und hat im April 2013 die Buchreihe „LebensART – Ohne Dach und doch Zuhause“ ins Leben gerufen. Mit dem Verkauf dieser Bücher unterstützt sie mit 50% der Erlöse Projekte für Leute, die ohne Dach über dem Kopf leben.


Kategorie: Dystopie, Endzeitgeschichten, Self-Publisher
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Albino Devil

albinoEine unberührte Naturlandschaft. Eine fast vergessene Legende. Die Brut der Hölle, die einen harmlosen Abenteuerurlaub in ein blutiges Schreckensszenario verwandelt. Larissa bricht mit drei Freunden zu einem Camping-Trip in den rumänischen Karpaten auf. Phantastische Naturimpressionen, Lagerfeuerromantik und tanzende Hormone sorgen schnell für eine ausgelassene Stimmung, die auch nicht von der Legende des Albino Teufels getrübt wird, von der Medizin-Student Marc erzählt. Schnell jedoch hält der Trip in die Berge mehr Abenteuer für die Gruppe bereit, als ihnen lieb ist. Zudem bemerkt Larissa, dass Marc ein Geheimnis vor den anderen verbirgt. Bald schon entwickelt sich der Ausflug zu einem blutigen Albtraum – und einem Kampf um das nackte Überleben. Abenteuer, Sex und Horror!

Larissa ist Mitte 20 und hat sich dazu entschlossen mit Ihrem lockeren Bekannten Marc und seiner Freundin auf einen Campingtrip in die Karpaten zu gehen. 3-4 Tage sollen es werden, mit einer strammen Wanderroute, tollen Natureindrücken, Lagerfeuer und Übernachtungen im Zelt.

Larissa ist mit Marc gar nicht sooo gut befreundet, will sich diesen Trip aber nicht entgehen lassen. Seine Freundin, mit der Marc erst seit 3 Monaten zusammen ist, kennt sie noch gar nicht.

Mit von der Partie ist Marcs Freund, ein Computer-Nerd der in der wilden Natur eigentlich völlig fehl am Platz ist.

Die ersten zwei Tage verlaufen super, doch dann fängt die Gruppe an sich beobachtet und verfolgt zu fühlen und Marc wird immer nervöser, so als ob ahnt dass etwas ganz und gar nicht stimmt…!

Eigentlich gibt es zu der Geschichte nicht viel zu sagen, die story ist durch Filme wie „the hills have eyes“ oder „wrong turn“ bestens bekannt. In den Wäldern lebt ein seltsam zurückgebliebener Stamm von Männern die u.a unter dem Gendefekt des Albinismus leiden. Sie leben einem großen Höhlensystem und entführen immer wieder Wanderer um u.a frisches Blut in ihren Genpool zu bringen…!

Wer auf Filme wie „The hills have eyes“ oder „wrong turn“ steht der sollte dieses Buch unbedingt lesen denn genau so eine Geschichte bekommt man, nicht mehr und nicht weniger.

Ich Persönlich liebe diese beiden Filme, wusste dass das Buch so sein würde, habe exakt aus diesem Grund gekauft und wurde nicht enttäuscht denn es hat mir ziemlich gut gefallen!

Wer mit dieser Art nichts anfangen kann der sollte aber die Finger von dem Buch lassen denn eine große Handlung darf man nicht erwarten, obwohl ich positiv überrascht war denn ich hatte sogar mit noch weniger Handlung gerechnet. Es gibt zwar viel Gewalt, Metzeleien und auch die eine oder andere Vergewaltigungsszene aber es geht auch viel um die abenteuerliche Flucht und den Kampf gegen die Albinos und das Buch besteht nicht ausschließlich aus Gewaltexessen…!

Dem Autor ist auch durchaus bewusst dass er sich sehr an die von mir erwähnten Filme lehnt und so musste ich schon sehr schmunzeln als zwei der Hauptfiguren an der letzten runtergekommenen Tankstelle am Rand der Zivilisation anmerken „Also irgendwie erinnert mich das hier an „The hills have eyes“ oder „wrong turn“! Diesen Schachzug und dass sich der Autor damit selbst ein wenig auf die Schüppe nimmt fand ich einfach nur cool!

Gut gefallen hat mir auch die Hauptfigur Larissa, die mit Ihren schwarzgefärbten Haaren, den piercings,  Tattoos und einem spezielleren Charakter etwas aus der Rolle fällt…!

Ich kann dieses Buch gut empfehlen aber an  solche (recht flachen) und metzeligen Geschichten auf jeden Fall mögen…!

1978 in Friesoythe geboren, arbeitet André Wegmann seit 2011 als Autor und Texter. Er hat bereits einige Romane und Geschichten aus dem Horror-Genre veröffentlicht.


Kategorie: Horror
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Seelensühne von Eva Lirot

Inhalt:seelen
Die weiße Lilie, eine Gruppe engagierter Studenten prangert die Missstände der Welt an, die Profitgier der Oberen, die ohne Rücksicht auf Einzelschicksale immer mehr Geld scheffeln. Sie entführen Menschen, die sie für verantwortlich halten am traurigen Schicksal der Opfer der Profitgier wurden.
Mit starken Bildern wollen sie darauf aufmerksam machen, das Menschen zerbrechen wenn sie keine Arbeit haben oder immer in der Angst leben auf der Straße zu landen. Aber einer von ihnen macht eine schreckliche Entwicklung durch und verliert die Kontrolle über sich und seine Taten, er richtet die Opfer seiner Entführung hin.
Als die erste Leiche ohne Kopf gefunden wird, kommen auch Jim Devcon und sein Team an ihre Grenzen und sie ahnen noch nicht, wie weit sie noch in den Fall involviert werden.
Meine Meinung:
Liest man den Klappentext, erwartet man einen blutigen Thriller und keine Angst den bekommt man auch. Enthauptete Leichen sind kein schöner Anblick und die Opfer hatten sicherlich einen schrecklichen Tod, aber Seelensühne ist viel mehr als nur ein Thriller, viel mehr als nur die Jagt nach einer Tätergruppe, die von einem Psychopathen angeführt wird.
Eva Lirot hat mir vor Augen geführt, wie schnell man absteigen kann in unserer Gesellschaft und wie tief, das den einen oder anderen treffen kann, so tief das er seelisch und auch körperlich daran zerbricht.
Das Schicksal dieser Menschen ist meiner Meinung nach, der wahre Horror in diesem Buch.
Natürlich ist auch die Suche nach den Tätern spannend, die Protagonisten sind hervorragend beschrieben, nicht nur das Team um Jim Devcon die mir aus den vorhergehenden Bücher schon gut bekannt sind, auch die Täter konnte ich mir gut vorstellen, allen voran Hendrik, den Kopf der weißen Lilie, der seine Ansichten für die einzige Wahrheit hält und tatsächlich glaubt mit seinen Taten die Welt ändern zu können, er geht soweit in den sozialen Medien abstimmen zu lassen ob seine Opfer leben oder sterben.
Eva Lirot nimmt ihre Leser mit in die tiefen des Internets, ins Dark Net, da wo die abscheulichsten Verbrechen anonym geplant werden können und sie zeigt auf wie ermüdend Polizeiarbeit ist, wenn die Kriminellen keine Spuren hinterlassen.
In zwei Abschnitten werden kurz Opfer vorgestellt, die Autorin beschreibt wie die Menschen zu Opfern wurden, was sie vor und nach dem einschneidensten Erlebnis ihres Lebens durchmachten. Mehr verrate ich dazu allerdings nicht, es handelt sich aber um sehr wichtige Abschnitte, die mich wirklich berührt haben.
Seelensühne ist meiner Meinung nach der emotionalste Krimi aus der Jim Devcon Reihe, emotional ohne kitschig zu sein.

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Das Labor

LaborIn Las Vegas geht die Angst um: Detektoren greifen sich obdachlose Männer und verschleppen sie in ein unterirdisches Geheimlabor, wo sie für grausame Versuche missbraucht werden. Auch Jacks jüngerer Bruder wird entführt. Als Jack ihn retten will, gerät er in tödliche Gefahr…

 

Las Vegas im Jahr 2061: Die einst so glitzernde Stadt ist nicht mehr das was sie einmal war. Chemiefabriken verpesten die Luft und das Trinkwasser und Las Vegas gleicht mittlerweile eher einer Müllkippe in der zum größten Teil Obdachlose hausen. Jack ist 20 Jahre alt und haust mit seinem 18 jährigen Bruder Hector in der oberen Etage eines alten Hotels. Um zu überleben muss sich jeder selbst der Nächste sein und Perspektiven gibt es nicht. Es gibt aber das Gerücht, dass „Detektoren“ (Männer in Robotor ähnlichen Anzügen) durch die Straßen streifen und immer wieder junge Männer verschleppen…!

Als Jack eines Tages in sein Versteck zurückkehrt, muss er feststellen, dass es keine Gerüchte sind denn diese Detektoren haben sich nun seinen Bruder gegriffen. Jack ist fest entschlossen ihn zu finden und zu retten und lässt sich deshalb selbst von den Detektoren gefangen nehmen und Sie bringen ihn ein riesiges, unterirdisches Labor…!

Zuerst muss ich sagen, dass ich mich nicht vernünftig informiert hatte als ich mir dieses Buch im Internet bestellte. Hätte ich auf die Seitenzahl geachtet (gerade mal 150 Seiten) dann hätte ich bestimmt direkt die Finger davon gelassen. Denn wie soll auf so wenigen Seiten eine ausführliche und packende Geschichte entstehen? Die Antwort lautet leider: Gar nicht!

Die Idee an sich ist schon gut, hat mich sehr interessiert und man hätte wirklich viel daraus machen können, hat die Autorin aber leider nicht. Die Geschichte ist leider sehr oberflächig. Ich hätte gern mehr über Las Vegas und Amerika im Jahr 2061 erfahren aber das bleibt einem verwehrt. Ich hätte auch gern eine engere „Bindung“ zum Protagonisten Jack aufgebaut und mit ihm mitgefiebert aber auf so wenig Seiten wird man ja kaum warm mit einander und erfährt leider auch nicht wirklich viel über ihn…! Auch über die Experimente und das Labor an sich erfährt man leider nicht so viel wie man es eigentlich möchte…! Irgendwie wird man nur „angefüttert“ und kommt nicht auf seine Kosten…!

Es tröstet mich auch nicht, dass dies erst der erste Teil einer Trilogie ist, denn ich bezweifle stark dass Band zwei und drei mehr Tiefgang haben werden. Ich hatte auch gar nicht mitbekommen dass es sich überhaupt um eine Trilogie handelt, denn auch dann hätte ich das Buch nicht gekauft (Bei der Kindle Version wurde darauf hingewiesen, beim Taschenbuch leider nicht). Mir geht es nämlich ziemlich auf die Nerven, dass Trilogien zur Zeit so extrem in Mode sind und man dann oftmals endlos warten muss bis der nächste Band auf den Markt geworfen wird…! Und es scheint auch hier so zu sein dass der zweite Band noch gar nicht geschrieben wurde, obwohl Band eins bereits im Jahr 2013 erschienen ist…!

Aus diesem Grund meide ich nämlich seit einigen Jahren Trilogien (es sei denn es handelt sich um ältere Bücher, die bereits komplett erschienen sind).

Die Geschichte ist schon nett und kurzweilig, man kann sie gut lesen, man verpasst aber Nichts wenn man es nicht tut…!

Dee Hunter arbeitet und lebt in Innsbruck. Früher hat Sie Bilanzen analysiert, Männerbünde wissenschaftlich untersucht und als Modefotografin gearbeitet. Heute schreibt sie Thriller, die vor allem düster und beklemmend sind.


Kategorie: Dystopie, Endzeitgeschichten, Thriller
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Fida

Fida

Was würden Sie tun, wenn Ihr Kind einfach verschwindet? Wenn Sie nicht wissen ob es noch am Leben oder schon tot ist? Würde Ihre Familie näher zusammenwachsen oder unter der Last auseinanderbrechen? Wann würden Sie die Hoffnung aufgeben? Und wie weit würden Sie gehen, wenn Sie den Täter finden? Die dreizehnjährige Laura kam nach einem Besuch in der Bücherei nicht nach Hause. Schnell fand die Polizei einen Verdächtigen – doch keine Spur von dem Kind. Seit mehr als einem Jahr sucht Tatjana nach ihrer Tochter und ist nicht bereit, die Hoffnung aufzugeben. Während ihre Ehe langsam zerbröckelt und ihr Leben zerfällt, setzt sie alles daran, herauszufinden, was geschah. Tom wollte schon immer ein Haustier. Am liebsten ein Hündchen, das seinen Befehlen gehorcht. Doch sein Vater Wolfgang ahnte schon damals, was für eine bösartige, sadistische Ader sein Sohn hat und so blieb dieser Wunsch lange unerfüllt. Heute ist Wolfgang alt und bettlägerig – und Thomas erwachsen. Tom findet, es ist Zeit, sich seine Wünsche selbst zu erfüllen. Zeit für Fida!

Tom ist ein Soziopath, er ist nicht fähig Gefühle oder Mitleid für andere zu empfinden und es bereitet ihm Größtes Vergnügen seine sadistischen Triebe an Frauen auszulassen! Jetzt ist es endlich soweit denn Tom hat das alte Haus seiner Eltern übernommen, den Keller schalldicht isoliert und sich die 13 jährige Laura für seine sadistischen Vorlieben ins Haus geholt…! Seit nunmehr einem Jahr hält er Sie nun schon in seinem Keller gefangen, während Lauras Mutter Tatjana an Ihrer Trauer und der Ungewissheit über den Verbleib Ihrer Tochter fast zerbricht. Anders als Ihr Mann, ist Tatjana nämlich nicht in der Lage nach vorne zu blicken, was die Ehe extrem stark belastet. Einmal in der Woche zieht Tatjana mit Flugblättern los um diese in der ganzen Stadt aufzuhängen, dabei ahnt Sie nicht wie nah Sie Laura dabei immer wieder kommt…!

Die Geschichte wird abwechselnd aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, nämlich aus Lauras, Tatjanas und Toms Perspektive, was mir gut gefallen hat.

Sehr intensiv wird auf Tatjanas Gefühlsleben und Ihre Verzweiflung eingegangen, die Autorin hat sich wirklich gut in eine leidende Mutter hineinversetzt.

Auch über Tom und seine Neigungen, die er bereits in frühster Kindheit entdeckte, wird ausführlich eingegangen und auch das hat mir gut gefallen.

Die Geschichte ist krass, grausam und schockierend und nicht unbedingt etwas für zarte Gemüter, obwohl ich sie mir wesentlich blutiger vorgestellt hatte. Die Autorin berichtet zwar von den Taten die der Entführer Tom an Laura begeht, bricht aber oftmals im richtigen Augenblick ab und überlässt die finalen Handlungen der Phantasie des Lesers, was ich sehr positiv fand. Diese Tatsache, und auch dass sich so intensiv mit der Psyche der beteiligten Figuren beschäftigt wird, lässt die Geschichte nicht so „billig“ wirken wie es bei solchen Büchern oft der Fall ist und werte Sie meiner Meinung nach gut auf…!

Nicht die körperliche-, sondern die psychologische Folterung des Opfers steht hier im Vordergrund, denn Toms Ziel ist es, Laura komplett zu brechen und Sie nach und nach quasi in sein „Hündchen“ „Fida“ zu verwandeln, welches ihm bedingungslos gehorcht…!

Ein Buch was für dieses Genre recht viel Niveau an den Tag legt und mir gut gefallen hat.

Auch das Ende hat mir gut gefallen denn es ist kein klassisches „Friede-Freude-Bratkartoffel“ Ende.

Eine Sache hat mich allerdings ziemlich gestört, das Buch wimmelt von Rechtschreibfehlern (nicht dass ich da perfekt wäre), Wörter sind doppelt geschrieben und Sätze sind ab und an mal verdreht und das hat mich schon ziemlich genervt…!

Stefanie Maucher lebt in Leipzig und wurde 1976 in Stuttgart geboren. Sie sammelte Erfahrung in verschiedenen Berufszweigen und widmet sich nun ihrem Kindheitstraum, dem Schreiben von Geschichten. Ihr Buch „Fida“ wurde 2013 für den Vincent Preis in der Kategorie „Bester deutschsprachiger Roman“ nominiert. Mit diesem Preis werden jedes Jahr die besten Werke der Genres „Horror“ und „Unheimliche Phantastik“ ausgezeichnet.


Kategorie: Horror
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Rotbartsaga. Die Abenteuer eines legendären Schiffskaters

Im Mittelpunkt des literarischen Schaffens von Journalist, Online-Redakteur, Buchautor und Blogger Wolfgang Schwerdt steht seine ausgeprägte Vorliebe für Samtpfoten. Gern gelesen habe ich Schwerdts Bücher »Die Schwarzbärflotte. Wahre Geschichten über seefahrende Katzen« und »Die Abenteuer des legendären Schiffskaters Rotbart«. Doch wer hätte geahnt, dass gerade aus letzterem Werk ein umfangreiches literarisches Projekt erwächst, das die Kraft des Autors inzwischen in vollem Umfang fordert?

Schwerdt arbeitet nämlich daran, sämtliche Reisen von Rotbart aufzuzeichnen und taucht dazu tief in die oft ereignisreiche Geschichte der Seefahrt ein. Die Abenteuer des legendären Schiffskaters spielen in einer Zeit, als die noch kaum richtig entdeckte »neue« Welt bereits zwischen den europäischen Handelsmächten hart umkämpft war.

Geplant sind fünf Bände über die Seereisen des Schnurrbärtigen, der vorliegende erste Band bezieht sich sowohl auf die Story, wie Rotbart zum Schiffskater wurde, als auch auf die Entdeckung der Rotbartgeschichte selbst. Dieser Einstieg in die Geschichte macht – in der klassischen Papierausgabe – zugleich deutlich, was der eigentliche Pfiff des Projekts ist: Der Autor baute zahlreiche QR-Codes in den laufenden Text ein, mit dem der Leser mit seinem Smartphone sofort auf verlinktes Hintergrundwissen im Internet zugreifen kann.

Diese zusätzlichen Möglichkeiten sind für den Lauf der Handlung keinesfalls zwingend. Sie erlauben aber, sich bei Interesse sehr viel tiefer in den Hintergrund und die Welt der Seefahrt einzuarbeiten. Hinter den Pixelkästchen verbergen sich Links zu sorgfältig ausgesuchten Sachartikeln, Museumsvideos oder unterhaltsamen und informativen Geschichtsmagazinen seriöser wissenschaftlicher Institutionen, die als eine Art hochwertiger Zusatznutzen abgerufen werden können.

Neben einer spannenden Geschichte, die in einem kleinen Gasthof in Hessen beginnt, wo eine geheimnisvolle Karte auftaucht, erhält der Leser damit Zugriff auf eine Datenbank des Wissens, die ihn umfassend in die Welt entführt, die Schiffskater Robert bereist. SmartConEnt-Konzept nennt Wolfgang Schwerdt diese Art des neuen Lesens, die das reine Lesevergnügen keinen Augenblick lang beschwert. Denn die Rotbartsaga ist in erster Linie ein historischer Katzenroman, der voller humoriger wie abenteuerlicher Ereignisse steckt, die das Lesen zum Vergnügen machen.


Kategorie: Historischer Roman
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Albsoluter Wahnsinn

Er sitzt bei Günther Jauch auf dem heißen Stuhl, tritt beim europäischen Schlagerfest auf, lässt sich ein Buch von Boris Becker signieren, plagt sich mit marodierenden Zombie-Rentnern im Supermarkt herum, wird in Guantánamo von Elke Heidenreich gefoltert, leidet wie ein Hund im Düsseldorfer Karneval und dann steht auch noch die komplette Geissen-Family vor der Tür.

Dies sind nur einige der Widrigkeiten, die das Leben für Michael Albrecht parat hält; er hat es also wahrlich nicht leicht, aber sein Pech ist das Glück des Lesers, der so in den Genuss kommt, an diesen Events teilzunehmen. Der Autor deckt dabei ein breites Spektrum ab; neben einigen ausgewählten Albträumen (s.o.) beschäftigt er sich auch mit dem grassierenden Wahnsinn in den Bereichen Medien, Politik, Religion, Kultur, Gesellschaft, Soziales, Konsum, Technik und Philosophie.

Die Geschichten und Gedichte (ja, auch die gibt es und sie sind echte Kleinode) sind überaus witzig, der Humor ist aber dabei nicht platt, sondern intelligent; mitunter pointiert sarkastisch, aber nie zynisch formuliert. Michael Albrecht geht wachen Auges durch das Leben und schreibt über Dinge, von denen er etwas versteht; damit unterhält er den Leser nicht nur bestens sondern regt ihn auch zum Nachdenken an und das ist mehr, als man normalerweise geboten bekommt. Gerade in der Kategorie „Humor“ finde ich es verdammt schwierig, deutsche Bücher zu finden, die die Messlatte eines Mario Barth oder anderen dieses Kalibers locker überqueren. Dem Autor ist nichts weniger als ein kleines Meisterwerk gelungen.


Kategorie: Humor und Satire
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