Hochzeitsglocken

Margareta Sommerfeld hat sich von ihrer Mutter zu einer Kaffeefahrt überreden lassen. Sie sitzt in einem Reisebus, der mit Senioren gut gefüllt ist. Da entdeckt sie den Schönling Simon von Brehden. Wie Margareta senkt auch er den Altersdurchschnitt deutlich. Margareta ist so sehr von ihm angetan, daß sie sich prompt in ihn verliebt. Näherkommen können sie sich aber nicht. Kaum wieder zuhause angekommen, entdeckt sie seinen Leichnam im Heizungskeller seiner Villa.

Der Gmeiner-Verlag aus Baden-Württemberg ist dafür bekannt, daß er Kriminalromane herausgibt. Von einem Regionalkrimi ist hier nichts zu spüren. Dieses Werk ist mit „Ein Ruhr-Krimi“ untertitelt. Von Ortsangaben wie Gelder oder Gelsenkirchen abgesehen sind das Ruhrgebiet bzw. der Niederrhein aber nicht sichtbar. Es fehlt jeglicher (gegensätzliche) Flair, der für die beiden Regionen typisch ist. Das Arbeitermilieu kommt also genausowenig vor wie ein bäuerliches Umfeld.
Margit Kruse wurde 1957 in Gelsenkirchen geboren. Sie hat schon einige Romane herausgegeben. Viel mehr ist über die Autorin nicht in der Öffentlichkeit bekannt.
Der kriminalliterarische Dreisprung aus Aufgabenstellung – Ermittlung – Lösung ist vorhanden. Zwischen den ersten beiden Punkten gibt es noch einen Einschub, der die Vorgeschichte des Mordes erzählt, ohne den Mörder zu enthüllen.
Der Roman ist sowohl Kriminalgeschichte wie auch Liebesroman. Er bewegt sich am Rande zum Groschenroman. Die mannstolle, reiche verwitwete Alte, die verliebte Landadelige und die gutmütige Nachbarin kommen hier genauso vor wie ein unsicherer und überforderter Polizeikommissar. Selbst ein heißblütiger Madyarensohn darf nicht fehlen. Ist das eventuell Humor, der nicht sofort ins Auge fällt? Oder ein Kriminalroman, der sich gezielt an Frauen wendet? Sei es, wie es sei: Gut lesbar ist er auf jeden Fall, auch wenn man aus den eben genannten Gründen ein paar Abstriche machen muß.

Kategorie: Liebesroman
Verlag: Gmeiner-Verlag Meßkirche

Die Pilgerin von Passau

Alice ist 15 Jahre alt und Kaufmannstochter. Als im Jahre 1096 der 1. Kreuzzug beginnt, schließt sie sich ihrem Vater Karl auf dem Wege nach Jerusalem an. Die folgende Zeit wird sehr ereignisreich und gefährlich.

Alice wird die Geliebte eines draufgängerischen Ritters. Auch als Frau bleibt sie von den Überfällen und Schlachten jener Zeit nicht verschon. Selbst der Mord an ihrer Mutter in längst vergangenen Tagen spielt im Orient eine Rolle. Welche Rolle spielt der unnahbare Abt, der der Bruder ihres Vaters ist und der im Hintergrund die Fäden spinnt?

Bohm hat Germanistik, Theologie und Geschichte studiert. Seit ihrer Promotion lebt und arbeitet sie als Schriftstellerin.

Das hier vorliegende Buch wird vom Verlag als „historischer Kriminalroman“ beworben. Die lebendig beschriebene Geschichte steht allerdings im Vordergrund. Das Sittengemälde der Menschen im süddeutschen Raum wird von den historischen Ereignissen um den 1. christlichen Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems umrahmt.

Dies geht soweit, daß es am Ende des Buches eine kurze Chronik des Kreuzzuges sowie eine Übersicht über die erfundenen und tatsächlichen Personen, die in der Handlung vorkommen, gibt.

Das Verbrechen, die Ermittlungsarbeit des Detektivs und seine Lösung – dies sind die wichtigen Elemente eines jeden Kriminalromanes. Sie fehlen hier über weite Strecken. Es ist also schon ein wenig wagemutig, diesen Roman als „Krimi“ zu klassifizieren.

Doch abgesehen von solch´ formalen Fragen ist das Buch gute Unterhaltung. Die Spannung kommt nicht zu kurz, auch die Verständlichkeit steht nicht hintenan. Vielleicht wäre es noch möglich gewesen, die Handlung etwas zu kürzen – 695 Seiten wollen schließlich erst einmal gelesen werden.

Wie könnte ein Fazit aussehen? Die Kreuzzüge liegen zwar schon lange zurück. Wer sich aber für historische Romane begeistern kann, hält hiermit aber auf jeden Fall ein gelungenes Buch in den Händen.


Kategorie: Kriminalliteratur
Verlag: Gmeiner-Verlag Meßkirche

Mark Twain unter den Linden

Mark Twain ist ein berühmter amerikanischer Schriftsteller. Im Jahre 1891 weilt er im wilhelminischen Berlin zu Berlin. Dort trifft er nicht nur den Kaiser, sondern auch Wissenschaftler wie Virchow und Mommsen. Und beim amerikanischen Botschafter geht die Familie Twain ein und aus. Eine mysteriöse Frau interessiert sich für den Literaten, aber auch die örtliche Unterwelt.

Beckmann wurde 1960 geboren. Der Autoren von Sachbüchern, Hörspielen und Geschichten lebt in Berlin.

Das Buch bietet teilweise humorvolle Unterhaltung, die nebenbei um ein wenig Spannung und ganz am Rande um einen Kriminalfall, zu dessen Lösung Twain allerdings überhaupt nichts beiträgt, ergänzt. Was die historischen Tatsachen anbelangt, ist nicht ersichtlich, ob und inwieweit sich Beckmann daran hält. Ein Sachbuch liegt hier keinesfalls vor.

Das Buch ist gut, leicht und vor allem: schnell lesbar. Lange im Gedächnis bleiben wird es aber nicht.

Der Gmeiner-Verlag mit Sitz in Meßkirch im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg hat sich auf die Publikation von Spannungsromanen, die im deutschsprachigen Raum spielen, sowie von Kultur- und Reiseführern spezialisiert.

Der Verlag wurde 1986 von Armin Gmeiner gegründet. Er widmete sich ursprünglich der Veröffentlichung landesgeschichtlicher Titel in kleinen Auflagen. 1998 startete das belletristische Programm mit der Reihe Schwabenkrimis. Ende 2002 erfolgte die Neugründung der Gmeiner-Verlag GmbH sowie die Entscheidung, das Krimiprogramm auszubauen und den regionalen Bezug auf den gesamten deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) auszuweiten.


Kategorie: Humor und Satire
Verlag: Gmeiner-Verlag Meßkirche

Amors Gift

„Bis daß der Tod euch scheidet“ heißt es bekanntlich bei der kirchlichen Hochzeit. Ein Versprechen, das bei uns in Österreich von vielen Brautpaaren schon lange nicht mehr eingehalten wird.

Der Kölner Redakteur Florian Halstaff plant eine Fernsehsendung zu dem Thema „Späte Scheidungen“. Die 72jährige Lisa Spangenberg ist als der wichtigste Gesprächspartner eingeplant. Sie möchte sich nach 30 Ehejahren scheiden lassen. Doch sie erscheint nicht zur Sendung. Halstaff erfährt, daß sie ihren Ehemann umgebracht hat und in Untersuchungshaft sitzt.

Böcker stammt zwar aus Wolfsburg, hat aber an der FU Berlin studiert. Sie ist studierte Sinologin und Germanistin sowie Publizistin. Nach der Rückkehr von Studienaufenthalten in Südostasien abreitete sie als Redaktionsmitglied für das Wirtschaftsfachblatt „China Handel“. Seit Mitte der `90er Jahre ist sie Mitinhaberin eines Film-, Fernseh- und Videoproduktionsunternehmens in Köln. Es ist also naheliegend, daß sie ein Motiv aus ihrem Wohnort und beruflichem Umfeld auswählt.

Das Buch bietet gute Unterhaltung. Der Kriminalfall wird um einen Schuß Liebe angereichert. Daß ein Journalist durch Zufall in einen Kriminalfall gerät und ihn prompt auch aufklären kann, kennen wir ja schon von anderen Autoren.

Bücher wie dieses eignen sich für lange Wochenenden, die man auf der heimischen Couch verbringt.


Kategorie: Kriminalliteratur
Verlag: Gmeiner-Verlag Meßkirche

Printenprinz

Peter von Sybar ist ein gut betuchter Produzent von Printen aus Aachen. Daneben war er auch auf dem SPrung, als Pitter III der Karnevalsprinz von Köln zu werden. Als von Sybar bei einem Verkehrsunfall stirbt, tritt der pensionierte Kommissar Rudolf-Günther Böhnke wieder in Aktion.

In der fünften Jahreszeit begibt er sich in Lebensgefahr. Auch auf ihn wird ein Attentat verübt. SInd die Motive für die Verbrechen im privaten, wirtschaftlichen oder karnevalistischen Umfeld zu suchen?

Aachen mag vielleicht nicht die Hochburg des Rheinlandes sein. Durch die Bezüge zum Karneval und Köln sei der Untertitel „Ein Krimi aus dem Rheinland“ hier aber erlaubt.

Die literarische Figur Böhnke entwickelt sich hier weiter. Die mysteriöse und unheilbare Krankheit aus den früheren Romanen tritt hier in den Hintergrund; Böhnke kann unbeschwert von ihr mit einem befreundeten Rechtsanwalt und einem ehemaligen Arbeitskollegen von der Polizei zusammenarbeiten.

Eine Hand wäscht die andere. Im öffentlichen Leben gilt dies genauso wie unter Freunden. In Politik, Verwaltung und Wirtschaftsleben wird nach außen der schöne Schein gewahrt. Die hohen Herren machen sich nicht die Hände schmutzig; macht sich ein Handlanger bei der Drecksarbeit die Hände schmutzig, hat einer eine Andeutung falsch verstanden.

Das Buch ergeht sich in mancher Hinsicht sicherlich in Plattitüden. Es bietet aber auch gut lesbare Unterhaltung, die man gerne zur Hand nimmt.


Kategorie: Kriminalliteratur
Verlag: Gmeiner-Verlag Meßkirche

Nürburghölle

Der Nürburgring ist die Attraktion der Eifel. Bei einem 24-Stunden-Rennen stibt der Fahrer Berthold Theberath bei einem schweren Unfall. Helmut Bahn ist ein weiterer Fahrer, der an dem Rennen teilnimmt. Er erhält nur wenige Tage später einen Drohbrief. Zufall? Für einen gezielten Anschlag fehlen der Polizei die Anhaltspunkte. Der pensionierte Aachener Kommissar Rudolf-Günther Böhnke läßt sich – trotz Krankheit – in den Fall hineinziehen.

Die Handlung wird ruhig und ohne jeglichen Schnörkel erzählt. Erst zum Ende hin nimmt sie im wahrsten Sinne des Wortes Fahrt auf.

Ein paar Punkte fallen dabei schon auf. Die Bildungslücken Böhnkes in puncto Automobilrennsport sind unübertroffen. Namen wie Rudolf Caracciola, Juan Manuel Fangio oder Wolfgang Graf Berghe von Trips sind ihm genauso unbekannt wie aktuell erfolgreiche Rennfahrer.

Trotzdem gelingt es Böhnke, den Fall zu lösen. Es gibt kein direktes, bestenfalls ein indirektes Geständnis der Täter. Böhnkes Lösungsansatz besteht aus einer Mischung aus Bluff, Raten und Wissen. Werden heute so Fälle in der Kriminalliteratur gelöst?

Lehmkuhl ist Jahrgang 1952. Er wurde in der Nähe von Aachen geboren. Er studierte Jura in Bonn, lebt in Erkelenz und arbeitet beim Zeitungsverlag Aachen. Vom Flair der Kaiserstadt ist in diesem Buch jedenfalls nichts zu spüren.


Kategorie: Kriminalliteratur
Verlag: Gmeiner-Verlag Meßkirche