Besoffen – Deutsch. Ein Wiener Sprachführer

Ein Sprachführer durch das Wienerische: Besoffen Deutsch

Homseihinshianschssn?“ Die vorliegende Holzbaum Publikation „Besoffen -Deutsch“ widmet sich wie immer mit sehr viel Humor ganz besonderen Verständigungsschwierigkeiten, denn wer versteht den Wienerischen Besoffenen noch, wenn ihn selbst die Wiener nicht mehr verstehen können. Ein kleiner blauer Sprachführer schafft jetzt Abhilfe, denn mit „Besoffen – Deutsch. Ein Wiener Sprachführer
“ von Harald Havas, kann man ihm nun immer und überall und gut vorbereitet begegnen: dem Homo viennensis ebrius, dem betrunkenen Wiener, auch – laut Autor – als „gemeiner Bsuff“ bekannt. Die eingangs erwähnte Floskel kann hier aus Pietätsgründen leider nur sinngemäß und nicht wortwörtlich übersetzt werden: „Geht es auch günstiger?“

Besoffen auf Wienerisch

 

„Sbife is Glas!“ Wer einem betrunkenen Wiener begegnet – und das muss, wie auch der Herausgeber betont durchaus nicht unbedingt immer in der österreichischen Hauptstadt sein – der ist künftig gut gewappnet: in 20 kurzen, aus dem Leben gegriffenen, beispielhaften Lektionen wird archetypisch die Ausdrucksweise der Spezies Homo viennensis ebrius vermittelt und für mehr Verständnis gesorgt. „Denn gar nicht selten ist der betrunkene Wiener auch in den Bergen oder am Meer anzutreffen. Manchmal sogar in Begleitung seines Weibchens, das oft seine Leidenschaft für alkoholisch-induzierte Entrückungszustände teilt“, schreibt Havas und spricht damit zugleich eine Warnung aus: sie können auch in Paaren (!) auftreten. Zum Beispiel am Eislaufplatz: „Das Buffet ist hervorragend.“ Mehr als 600 weitere Floskeln erwarten Sie!

Bonustracks zum Mitsingen

 

Als Bonustracks werden in „Besoffen – Deutsch. Ein Wiener Sprachführer.“ auch bekannte Wienerlieder, die beim Heurigen mitgesungen und Austropop zum Mitgröhlen als Quiz vorgestellt. Etwa: „Eif Ah Ah Ah Ah Ah Eifiseif!“ Na, hätten Sie’s erkannt? Was? Na, dann wird’s höchste Zeit!

Harald Havas:
Besoffen – Deutsch
Ein Wiener Sprachführer
978-3-902980-63-2
38 Seiten, Softcover,
ISBN 978-3-902980-63-2
5,00 EUR
Holzbaum Verlag


Genre: Humor, Sprache
Illustrated by Holzbaum Wien

Paradiesvögel

Herr Huse, auch bekannt als Björn Ciesinski, ist ein Cartoonist mit wundervoll doppelbödigem Humor, der gern mit Wörtern und Wendungen spielt. Seine »Heilige Dreifaltigkeit« ziert beispielsweise ein dreifach gefaltetes Doppelkinn; und bei »Haltet den Dieb« versuchen drei Polizisten, verzweifelt einen Bankräuber festzuhalten, der gerade über eine Klippe gestürzt ist.

Ein Gekreuzigter denkt kurz vor dem Verdursten daran, ob er daheim den Herd ausgemacht hat. Zwei Schnecken fragen »Zu mir oder zu dir?«, und ein Wandersmann sieht auf einer Orientierungstafel im einsamen Tann, dass der »Standort des unsichtbaren Touristen-Axtmörders« ganz in seiner Nähe ist.

Am besten gefällt mir von den 55 wundervollen Zeichnungen, die der 1976 in Bremen geborene Karikaturist in seinem Debutband »Paradiesvögel« präsentiert, die Darstellung einer Sanduhr, in deren oberem Teil ein Urlauber in der Sonne brät, während der Sand langsam aber stetig in sein Arbeitskabinett rieselt.

Huses Cartoons finden sich in der »Titanic«; er bloggt unter www.flachwissen.blogspot.de.


Genre: Humor und Satire
Illustrated by Holzbaum Wien

Ein Geräusch klopft an die Tür

Werner Vogel beweist, dass auch ein Deutschlehrer nach 25 Jahren Fron im Schuldienst seine Freude am Spiel mit der Sprache nicht zwingend verlieren muss. Dem Schulmann aus Wien sagen seine Schüler nach, er habe »Augen, die öfters strahlen und zwei abstechende Ohren«, und »Er hat zwei lange normale Arme und zwei normal lange Beine«. Diese strahlenden Augen und normalen Arme pflückten nun in hunderten Schulaufsätzen allerlei Sprachpannen, die in gesammelter Form verewigt wurden.

Vogel trug wundervolle Sprachminiaturen zusammen. Diese entstanden meist im Stress von Prüfungen und Tests und bilden in ihrer Zusammenstellung einen bunt schillernden, exotisch anmutenden Blütenstrauß. Dabei wird unter andrem Dramatik pur geboten: »Anne verlor das Übergewicht und flog in die Tiefe«. Doch zum Glück geht (meist) alles gut aus: »Die ganze Schule brannte ab, nur der 2. und 3. Stock blieben unversehrt«.

Seien es Themen aus der Welt der wilden Kreaturen (»Er fragte den Hund, warum er das gemacht hätte, aber der antwortete nicht«), aus Liebe & Erotik (»Sie war nackt und hatte ein blaues Kleid an«) oder dem Märchenreigen (»Ich rettete mich auf einen Stein, der mich glücklicherweise auf eine einsame Insel trieb«), in dem vorliegenden Bändchen finden sich strahlende Perlen des unfreiwilligen Sprachwitzes der Schülerschaft.

Gemeinsam ist den aufgelisteten »Fehlern«, dass ihnen ein wesentlich längeres Leben beschieden ist als dem korrekten Rest der Texte. Denn gerade die sprachlichen Stolpersteine sind es, die dem Leser Freude schenken an unserer »funkelnden, eigensinnigen, stets aufs Neue überraschenden Sprache«, wie Vogel meint. Er überlegt aus diesem Grunde, ob diese sogenannten »Fehler« »nicht das Schönste in unserem Leben« sind. – Der Mann könnte Recht haben, zumindest stilsicherer kann es einem Schulmeister kaum ins Stammbuch geschrieben werden: »Der Bub öffnete die Schultasche und gab seinen Kopf hinein«.


Genre: Humor und Satire
Illustrated by Holzbaum Wien

Zauberkunst lernen mit Thommy Ten

Thomas Höschele war zehn Jahre jung, als es das erste Mal im Wohnzimmer der elterlichen Wohnung eine selbst gebastelte Bühne erklomm, um sein Publikum zu verzaubern. Er hatte von seinen Eltern einen Zauberkasten bekommen und führte die Tricks vor, die er daraus gelernt hatte. Schnell bemerkte der kleine Magier, dass sehr viel mehr dazu gehört, um Zuschauer zu verzaubern, als lediglich Tricks zu zeigen. Er erfand Geschichten rund um seine Kunststücke und begriff, dass die Magie tatsächlich im Kopf des Publikums stattfindet.

Mittlerweile ist Höschele unter dem Künstlernamen »Thommy Ten« mehrfacher deutscher und österreichischer Meister der Zauberkunst und wurde 2012 zu den Top-Mentalmagiern bei den Weltmeisterschaften der Magie erwählt.

In diesem Buch nun verrät der Zauberkünstler seinem jugendlichen Nachwuchs, der ebenso gern die Herzen der Zuschauer gewinnen will, seine zehn besten Tricks. Er erklärt anhand detaillierter How-to-do-Fotos, wie aus zwei Bindfäden einer gemacht werden kann, wie ein aufgemalter Punkt von einem Fingernagel auf den anderen springt, wie man mit Gummibändern zaubert und wie Münzen auf geheimnisvolle Art verschwinden.

Ansprechend an diesem Buch ist, dass jeder Trick mit einer kleinen biografischen Erinnerung von Eltern, Freunden und Verwandten eingeleitet wird. So wird deutlich, dass jeder große Zauberer einmal klein angefangen hat und nur durch ständiges Üben und immer neue Auftritte zur Meisterschaft kommt.

Das Buch empfiehlt sich für den Zauberernachwuchs ab acht Jahre. Wer die zehn vorgestellten Tricks beherrscht und – angespornt von begeisterten Zuschauern – Lust verspürt, tiefer in die Thematik einzutauchen, hat dann vielleicht Lust zur Kontaktaufnahme mit einem Magischen Zirkel, den es in jedem Land gibt. Und – Abrakadabra – vielleicht findet durch die Lektüre dieses Buches der größte Zauberkünstler kommender Jahrzehnte seinen Weg in die Welt der Magie.


Genre: Kinder- und Jugendbuch
Illustrated by Holzbaum Wien