Pokémon Go. Das ultimative inoffizielle Handbuch

8002Pokémon Go ist statistisch betrachtet das erfolgreichste Handy-Spiel aller Zeiten. Um die Millionen deutscher Kids, die mit ihren Smartphones Pokémons jagen, mit erforderlichem Basiswissen auszustatten, legt der Loewe Verlag nun ein ansprechendes Handbuch vor. Damit können sich Anfänger die Grundlagen des Spiels aneignen und Fortgeschrittene erhalten nützliche Anregungen.

Jeder zehnte Deutsche jagt seit dem Spielstart am 14. Juli 2016 Pokémons (von englisch Pocket Monsters = Taschenmonster) mit seinem Smartphone. Täglich werden 533 Millionen der niedlichen kleinen Viecher weltweit gefangen. Dazu ist die Spielerschaft gemeinsam insgesamt mehr als 8,7 Milliarden Kilometer gelaufen. Das entspricht mehr als 200.000 Reisen um die Erde.

239 verschiedene Taschenmonster können aktuell eingefangen, ausgebrütet, entwickelt und in Arenen trainiert werden. Darunter sind seltene Fabelwesen, die nur in bestimmten Regionen oder Gegenden vorkommen ebenso wie solche, die sich an jeder Ecke tummeln.

Cara Copperman, die Verfasserin des Handbuchs, gibt eine gut aufgebaute Einführung in das Spiel. Sie vermittelt Tipps und Tricks, teilt Insiderwissen und entwickelt Strategien, die angehenden wie fortgeschrittenen Pokémon-Trainern nützlich sind. Das durchgehend vollfarbige Buch ist reich bebildert und ausgezeichnet layoutet. Aufgrund des exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnisses dürfte dem Handbuch eine hohe Auflage beschert werden.


Kategorie: Kinder- und Jugendbuch, Sachbuch
Verlag: Loewe Bindlach

Der Filmstar

R. L. Stine: Der Filmstar Ihr Tod stand nicht im Drehbuch; Loewe Verlag Bindlach 2010; 155 Seiten; ISBN: 978-3-7855-7086-9

Tania ist hübsch, beliebt und die Freundin von Sandy, einem gutaussehenden Football-Spieler. Als an ihrer Schule ein Film gedreht wird, spielt Tania natürlich die Hauptrolle.

Die Handlung wirkt so, als ob sie für eine amerikanische Leserschaft geschrieben worden sei. Sie spielt an einer Highschool. Die Zahl der beteiligten Schüler ist überschaubar; sie sind miteinander befreundet. Es zeigt sich aber schnell, daß (verschmähte) Liebe, Haß und Neid das Verhalten das jungen Leute bestimmen.

Das Buch gehört zur Fear-Street-Reihe. Ungewöhnlich dabei: Es gibt hier einen Toten, der offensichtlich ermordet wurde. Die Jugendlichen können den Toter ohne die Hilfe von Jugendlichen (wie z. B. Lehrer, Eltern oder Polizei) ermitteln.

Das Buch bietet sicherlich spannende und teilweise auch dramatische Unterhaltung. Ob sie überzeugt, kann der Leser ja selbst entscheiden.


Kategorie: Kinder- und Jugendbuch
Verlag: Loewe Bindlach

Feuerfluch

R. L. Stine: Feuerfluch; Loewe-Verlag Bindlach 2004; www.loewe-verlag.de; 154 Seiten; ISBN: 3-7855-5198-5

Nicholas Mutter verschweigt ihrem Sohn nicht umsonst seinen wahren Namen. Sie sind schließlich nicht ohne einen wichtigen Grund aus Shadyside weggegangen. Immerhin ist Nicholas ein Fear. Nach dem Tod seiner Muter kehrt Nicholas allerdings in die Kleinstadt zurück. Und erweckt den Flucht, der auf seiner Familie lastet, damit zu einem neuen Leben.

Das hier vorliegende Buch bietet rasante und spannende Unterhaltung.

Für Stine`sche Verhältnisse ist sie aber auch ein wenig blutrünstig. Immerhin kommen einige Menschen nicht immer auf sehr sanfte Art und Weise um ihr Leben.

Das Buch gehört zur „Fear Street Wie das Grauen begann“ – Trilogie. Diese kleine Jugendbuchreihe soll also erzählen, wie das Grauen in die fiktive Fear Street in dem genauso fiktiven Ort Shadyside kam. Und erfüllt doch nicht seinen Zweck. Im Grunde genommen liegen hier drei eigenständige Geschichten vor, die durch nichts miteinander verbunden sind. Anfang und Ende der Geschichte werden so nicht deutlich. Man kann jedes einzelne Buch auch für sich genommen unabhängig von den anderen lesen, ohne etwas zu verpassen.


Kategorie: Kinder- und Jugendbuch
Verlag: Loewe Bindlach

Ausgelöscht

Martha leidet an Amnesie – sie kann sich an den kalten Novembertag vor einem Jahr nicht mehr erinnern. Bei diesem Ausflug muß etwas Schreckliches passiert sein. Ihre Freunde haben sich von ihr zurückgezogen. Und sie zeichnet immer wieder das Gesicht eines toten Jungen.

Dieses Buch gehört zu der Fear Street – Jugendbuchreihe. Es ist eines der besten Bücher aus dieser Reihe. Es ist atmosphärisch gut gelungen und auch psychologisch ansprechend. Es geht nicht mehr um reinen, jugendlichenregerechten Horror; es ist fast schon eine gut lesbare, in sich stimmige Geschichte aus dem Alltag einiger US-amerikanischer Jugendlicher. Das Ende ist spannend und dramatisch gestaltet und bietet eine überraschende Lösung. Wer gute Unterhaltung für Jugendliche sucht, dem sei dieses Buch empfohlen.


Kategorie: Kinder- und Jugendbuch
Verlag: Loewe Bindlach

Erebos

An einer Londoner Schule geschehen rätselhafte Dinge. Schüler tauschen geheimnisvolle Päckchen aus, und selbst gute Freunde benehmen sich untereinander seltsam. Nick versucht heraus zu finden, was geschieht. Doch er blickt erst durch, als auch er in den Kreis der Eingeweihten aufgenommen wird und eine geheimnisvolle CD erhält.

Auf dem Speichermedium befindet sich ein Spiel namens Erebos, das den Jugendlichen sofort in Bann schlägt. Nick wählt einen Spielcharakter mit individuellen Eigenschaften und zieht in die Schlacht gegen allerlei erbarmungslose Kreaturen. Doch Erebos ist anders als die üblichen Strategiespiele, die Nick kennt. Eine geheimnisvolle Macht scheint hinter dem Spiel zu stecken, fast mutet sie menschlich an. Jedem Mitspieler ist es zudem verboten, über das Spiel zu sprechen, und jeder hat auch nur einmal ein Leben zu verlieren. Weitere Chancen gibt es nicht, das Spiel widersetzt sich einer Neuinstallation.

Nick taucht schnell in das Spiel ein. Binnen weniger Tage vernachlässigt er seine Schularbeiten ebenso wie seine Freunde. Mit jedem neuen Level bei Erebos verliert seine Lebenswirklichkeit an Wert. Das Spiel ist anders als alles, was er bisher gespielt hat. Der Junge verweigert sich zunehmend und verschreibt sich den Verlockungen der Weltenflucht. Mit ganzem Herzen stürzt er sich in die scheinbare Unendlichkeit des Spielgeschehens. Innerhalb kürzester Zeit verwandelt er sich in einen Internetjunkie, der bleich und hohläugig den Unterricht verpennt, und dessen Gedanken ausschließlich um den Spielverlauf kreisen.

Ein geheimnisvoller Bote, der ihm im Spielgeschehen immer wieder begegnet, stattet ihn mit immer neuen Waffen und Fähigkeiten aus. Dafür muss Nick in der Realwelt seltsame Aufgaben verrichten. Er deponiert Gegenstände unter Brücken und fotografiert heimlich ihm unbekannte Menschen. Als er sich weigert, einem Lehrer, der Erebos kritisch sieht und bekämpft, Gift in den Tee zu kippen, wird er aus dem Spiel geworfen. Verzweifelt sucht er eine Möglichkeit, weiterspielen zu können.

Ist Erebos eine lernfähige Software, die lesen und das Gelesene inhaltlich verarbeiten kann? Handelt es sich um Künstliche Intelligenz? Jedenfalls ist es ein unheimlich realistisches Spiel, das mit jedem Spieler individuell spricht, ihn beobachtet, belohnt, prüft, gegebenenfalls auch bedroht, und ein Ziel hat: Es will töten.

Die Autorin versteht es, die Faszination gut gemachter Computerspiele zu vermitteln. Sie zeigt, wie schnell Sucht entstehen kann, welche Macht ein Programm über Menschen bekommen kann und wie diese sich dann auch in ihrer Persönlichkeit verändern. Dabei erzählt sie die Geschichte derart dicht und spannend, dass man vermuten könnte, sie stamme aus den USA. Tatsächlich stammt Ursula Poznanski aus Wien und hat bisher Kinderbücher verfasst.

Erebos ist nicht nur optimal geeignet, um mit Jugendlichen, die gern am Computer spielen, ins Gespräch zu kommen. Auch gestandene PC-Nutzer werden das Buch verschlingen, denn Erebos ist atemberaubend.

Diskussion dieser Rezension im Blog der Literaturzeitschrift


Kategorie: Thriller
Verlag: Loewe Bindlach