Alexander Sergejewitsch Puschkin
Pique Dame
Verlag Neues Leben, Berlin
Alexander Puschkins „Pique Dame“ ist ein eher unbekannteres Werk von bescheidenem Umfang.
„Pique Dame bedeutet heimliches Übelwollen“ heißt es zu Anfang der Erzählung.
Die Erzählung ist in 5 Kapitel unterteilt. Im Zentrum stehen das Kartenspiel, jedoch auch die Motive Liebe und Verrat, vor allem jedoch die Habgier.
Im ersten Kapitel ist von einem Kartenspiel die Rede, welches erst im weiteren Verlauf der Erzählung verstanden und in Zusammenhang gebracht wird.
Im zweiten Kapitel treten die alte Gräfin und ihre Pflegetochter Lise auf. Die alte Dame ist schwierig, sie hat viele Schrullen, unter denen vor allem Lise zu Leiden hat. Eines Abends sieht die junge Frau aus dem Fenster und erblickt einen Mann, der auf der Strasse steht und sie beobachtet. Der Gardekavallerist heißt Hermann und ist der Sohn eines nach Russland immigrierten Deutschen. Hermann schickt ihr einen Brief, der eine Liebeserklärung enthält, doch geht es ihm nicht um Lise, sondern lediglich um die alte Dame. Die Gräfin hat das Talent, drei Karten zu raten, was sich Hermann beim Kartenspielen zu nutze machen will. Doch bevor sie Hermann die Zahlen der Karten verraten kann, stirbt sie. Beim alles entscheidenden Kartenspiel verliert Herman, die Pique Dame schlägt ihn, die hier symbolisch für die alte Gräfin steht. Daraufhin wird Hermann verrückt in eine Klinik eingewiesen.
Diese kurze Erzählung ist sehr real geschrieben. Die alte Dame wird trotz ihrer Absonderlichkeiten keinesfalls negativ dargestellt.
Alle Figuren sind ironisch und karikiert gezeichnet, fast hätte man Mitleid mit ihnen, beispielsweise mit Lise, die ein regelrechtes Mauerblümchen ist, oder Hermann, der lediglich auf das Kartenspielen aus ist. Phantasie und Realität verschwimmen und der Leser ist sich manches Mal nicht sicher, ob sich die Hauptfigur die gesamte Handlung einbildet oder nicht.
Insgesamt ist die Erzählung lesenswert und zeigt ein typisches Werk Alexander Puschkins: Realität und Phantasie stehen nah beieinander.
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