Der Leichenkünstler

Für Michael Stalzer ist die Familie das Wichtigste auf der Welt. Aber anders, als man vielleicht glauben mag. Er ist nicht der liebende Vater von zwei Kindern und Ehemann, wie alle annehmen. Viel mehr braucht er sie, um sein anderes Leben zu verheimlichen und um die Fassade aufrechtzuerhalten. Neben seiner Arbeit als Bestatter geht er seiner zweiten Berufung nach, und auch diese hat mit Leichen zu tun. Er ist ein Serienkiller und veröffentlicht als Leichenkünstler seine Werke im Darknet. Als der Privatdetektiv Karl Heinz Kellerer über die Ermittlungen zu einem anderen Fall mit Stalzers Kunst konfrontiert wird, begibt er sich auf die Suche nach ihm. Ihre Wege werden sich über kurz oder lang kreuzen, und es ist fraglich, ob diese Begegnung für beide glimpflich ausgehen wird.

Michael hat eigentlich alles: Er hat eine nette Frau, eine 14-jährige Tochter, einen 16-jährigen Sohn und besitzt ein erfolgreiches Bestattungsunternehmen in Duisburg. Nach außen hin das perfekte Leben, aber dieses Leben bedeutet ihm nichts und er führt es nur zur Tarnung. Seine wahre Berufung liegt im Umbringen von Prostituierten, aus denen er abscheuliche „Kunstwerke“ erschafft. Die Fotos und Videos von diesen Taten verkauft er dann lukrativ im Darknet.

»Der Leichenkünstler« ist das zweite Buch, das ich von Moe Teratos gelesen habe, und ich bin begeistert!

Was sich auf den ersten Blick nach einer plumpen Anhäufung von Metzeleien anhört, entwickelt sich nämlich zu einer wirklich richtig guten Geschichte mit einer ausführlichen Handlung und diversen Verkettungen/Verschachtelungen der einzelnen Handlungsstränge. Die Autorin hat sich wirklich Gedanken über die Handlung gemacht und keinesfalls nur eine blutrünstige Geschichte erschaffen.

Ich hatte schon mit recht viel Handlung gerechnet, denn das hatte mich bereits in ihrem Buch »Dort unten stirbst du!«  positiv überrascht. Aber mit so einer gut ausgeklügelten Geschichte hatte ich echt nicht gerechnet. Natürlich ist das Buch absolut nichts für schwache Nerven, die Geschichte ist hardcore und hat mir an manchen Stellen schon den Magen umgedreht. Aber das Buch ist keine Aneinanderreihung von sinnlosem Gemetzel, und das hat mir eben extrem gut gefallen.

Die Figur des Michael Stalzer wurde mit viel Herzblut geschaffen un.d obwohl er ein extrem kranker Serienkiller ist, so hat man ihn doch  irgendwie gern. Er ist höflich, freundlich, charmant, nutzt einen  geilen, schwarzen und trockenen Humor und trieft teilweise vor Sarkasmus, so dass ich an einigen Stellen laut lachen musste.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Ich-Erzählperspektive erzählt (ich liebe es!) und aus der Sicht des Privatdetektives Karl-Heinz. Auch diese Figur hat die Autorin mit Liebe zum Detail geschaffen.

Gefallen hat mir auch die Tatsache, dass Michael immer wieder mal von seiner Vergangenheit bzw Kindheit erzählt und man somit auch erfährt, warum er zum »Leichenkünstler« geworden ist. Auch darüber hat sich die Autorin Gedanken gemacht, denn auch auf dieses Thema wird ausführlich eingegangen.

Das Buch ist mit anderen Büchern, die einfach nur mit extremer Grausamkeit und literweise Blut schockieren wollen, nicht zu vergleichen, obwohl es streckenweise sehr metzelig ist. Die Autorin hat mit diesen Metzeleien aber nicht übertrieben und die perfekte, gut verteilte Dosis dafür gefunden.

Oftmals sind es gar nicht unbedingt die Beschreibungen der einzelnen Taten die einen schockieren, sondern einfach nur gut platzierte Sätze oder Äußerungen, die von Nebenfiguren im Darknet fallengelassen werden, die mir den Magen umdreht haben.

Ich könnte noch viel mehr über dieses Buch schreiben, denn ich bin wirklich begeistert. Aber man muss es einfach selbst lesen, um zu verstehen, dass es einfach anders ist und sich von anderen Splatter-Büchern stark unterscheidet. Ich habe viele extrem heftige Sachen gelesen, aber noch nie eine derart gelungene Kombination einer wirklich harten und kranken Geschichte und einer so guten, umfangreichen Handlung, so ausführlich sind die Personenzeichnungen  und Hintergrundinformationen …

Das Ende ist anders als erwartet bzw befürchtet und unterscheidet sich somit von den gängigen Splattergeschichten.

Leser, die es gern mal extrem krank und heftig mögen, oftmals aber eine gescheite Handlung vermissen, sollten dieses Buch  lesen. Alle anderen sollten von diesem Buch die Finger lassen.


Genre: Thriller
Illustrated by Independently published

Bis zum letzten Tropfen

Lynn lebt in einer Welt, in der nichts mehr selbstverständlich ist. Auf einer einsamen Farm kämpft sie mit ihrer Mutter ums Überleben. Der einzige Luxus, der ihnen nach dem Zusammenbruch der Zivilisation geblieben ist ein Teich hinter dem Haus und damit der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Doch als ihre Mutter verletzt wird, ahnt Lynn, dass sie den Teich allein nicht vor Eindringlingen schützen kann. Sie muss das Undenkbare tun: die sichere Farm verlassen und Hilfe holen.

 

 

Mal wieder ein Buch, bei dem der Klappentext doch ziemlich vom tatsächlichen Inhalt abweicht.

Lynn ist 16 Jahre alt und in einer Welt geboren und aufgewachsen, die schon vor längerer Zeit aus den Fugen geraten ist. Wann genau die Geschichte spielt, wird nicht erwähnt, aber ich vermute, um das Jahr 2050, jedenfalls in einer nicht allzu fernen Zukunft. Zuerst wurde das Öl knapp, es gab deshalb zwei Kriege, und dann fehlte das Trinkwasser.

Lynn hat im verlassenen Ohio nie etwas anderes kennengelernt als die alte Farm und hatte, bis auf ihre Mutter, nie Kontakt zu anderen Menschen. Ihre Mutter hat ihr alles Überlebensnotwendige, wie z.b Feuer machen, Gemüse anbauen und einkochen, Wasser reinigen und vor allem das Schießen beigebracht. Menschliche Werte, Mitgefühl oder Anteilnahme hat sie ihr allerdings nicht vermittelt.

Freizeit oder Spaß kennt das Mädchen nicht, denn das Leben ist hart und wenn sie nicht Feuerholz sammelt, Wasser reinigt oder sich um das Gemüse kümmert, dann hockt Lynn stundenlang mit dem Gewehr auf dem Dach, um den Teich vor durchreisenden Fremden zu verteidigen, die sie ohne zu zögern schon aus der Ferne erschießt.

Direkt am Anfang der Geschichte wird Lynns Mutter aber schwer verletzt und stirbt an ihren Verletzungen, so dass Lynn ganz alleine ist. Eher ungewollt kommt sie mit ihrem einzigen, entfernt wohnenden Nachbarn in Kontakt, freundet sich ganz langsam und vorsichtig ein wenig mit ihm an. Die beiden müssen feststellen, dass sich auch in ihrer unmittelbaren Umgebung ein paar andere Leute niedergelassen haben die eventuell zur Bedrohung werden könnten …

Im Gegensatz zum Klappentext verlässt Lynn die Farm nicht, fast die komplette Geschichte spielt sich eigentlich auf der Farm ab. Es geht in diesem Buch auch nicht um große Abenteuer oder Kämpfe, sondern eher um die kleinen Dinge. Es geht um ein isoliert aufgewachsenes Mädchen in einer zerfallenen Welt, das lernt, was Zusammenhalt, Mitgefühl und Freundschaft bedeuten. Eigentlich passiert in der kompletten Geschichte nicht allzu viel und ich denke, dass das Buch vielen deshalb auch langweilig sein könnte. Mir hat es aber sehr gut gefallen, man muss aber schon ein richtiger Endzeitfan sein, um es zu mögen. Die Geschichte ist mit Liebe und Herzblut geschrieben und man bekommt schnell eine enge Bindung zu den Figuren.

Gegen Ende nimmt die Geschichte dann zwar doch noch an Fahrt auf und es gibt ein bisschen Aktion, allerdings ist diese Aktion dann auch wieder recht schnell (etwas zu schnell) vorbei.

Gut fand ich dass es kein „Friede-Freude-Bratkartoffel“-Ende gibt, sondern dass die Geschichte schon ziemlich realistisch und nicht abgehoben endet.

Ein gutes Buch, das ich Endzeitfans auf jeden Fall empfehlen kann.

Mindy McGinnis lebt in Ohio und arbeitet in einer Bibliothek. Neben dem Schreiben sind ihre anderen Leidenschaften das Überleben in der Wildnis und das Einkochen von Konserven.

 


Genre: Dystopie, Endzeitgeschichten, Kinder- und Jugendbuch
Illustrated by Heyne München

Monument 14 – Die Rettung (Band3)

Nachdem ein Tsunami die Ostküste der USA verwüstet hat, finden sich Dean und sein kleiner Bruder Alex in einer Welt wieder, in der nichts mehr ist, wie es einmal war. Gemeinsam mit anderen Jugendlichen gelingt es ihnen, sich in ein Flüchtlingslager in Kanada zu retten. Doch Zeit zum Atemholen bleibt ihnen nicht: Noch immer ist Josies Schicksal ungewiss, die sich nicht mit ihnen aus dem Herzen des Sturms retten konnte und dann spurlos verschwand. Und auch Astrid, Deans Freundin, schwebt in Gefahr: Da sie während des Chemieunfalls, der sich kurz nach der Naturkatastrophe ereignete, schwanger war, zeigt die Regierung nun ein beunruhigendes Interesse an ihr. Astrid fürchtet um ihr Kind und flieht aus dem Flüchtlingslager, begleitet von Dean. Doch sie ahnen nicht, was sie draußen erwartet…

Fast alle Kinder und Jugendliche haben es unter dramatischen Umständen zum Denver Airport geschafft und wurden nach Kanada ausgeflogen, wo sie nun unter akzeptablen Umständen in einem Flüchtlingslager untergebracht sind. Dort haben ein paar der Kinder sogar ihre Eltern wiedergefunden.

Allerdings herrschen nicht in allen Flüchtlingslagern solch akzeptable Bedingungen und in manchen Lagern der USA herrschen katastrophale Zustände die eher Hochsicherheitsgefängnisse für Schwerverbrecher oder sogar an Konzentrationslager erinnern.

Durch Zufall erfahren die Jugendlichen dass Josie in einem solchen Lager gelandet ist denn sie wurde bei der Flucht vom Rest der Gruppe getrennt. Natürlich gibt es jetzt für die Jugendlichen kein Halten mehr und sie wollen Josie dort raus holen. Vor allem ihr Anführer Niko will sofort aufbrechen denn Josie und Niko haben sich während der Flucht verliebt und sind mittlerweile ein Paar.

In einer ziemlich überstürzten Aktion verlassen Niko, Dean, Astrid und Jake das Lager und machen sich auf den langen Weg zu Josie.

Dass die hochschwangere Astrid die Jungs begleitet ist eigentlich nicht geplant aber Gerüchte darüber dass die Regierung Experimente an schwangeren Frauen durchführt die dem Giftgas ausgesetzt waren, treiben die Jungs dazu Astrid mit auf die Reise zu nehmen.

Diese Reise stellt sich aber als noch gefährlicher und anstrengender heraus als gedacht denn das Giftgas ist nicht völlig verschwunden. In manchen Bundesstaaten gibt es noch gefährliche Gaswehen, was die Regierung allerdings zu vertuschen versucht und natürlich sind das genau diese Bundesstaaten die die Jugendlichen auf dem Weg zu Josies Lager durchqueren müssen…

Im dritten und letzten Teil der Trilogie gibt nun die „Dean-Kapitel“, sowie auch die „Josie-Kapitel“, die jeweils aus der Ich-Erzählperspektive erzählt werden.

Obwohl die Josie-Kapitel aus dem grauenvollen Flüchtlingslager auch sehr spannend, interessant und heftig sind und auch die Dean-Kapitel sehr spannend bleiben, so muss ich doch sagen dass der dritte Band der schwächste der Trilogie ist.

Ich fand das Buch auch sehr gut und die komplette Trilogie extrem empfehlenswert, allerdings hat mich der dritte Band nicht so extrem gefesselt wie die ersten beiden Bände und das Ende fand ich auch etwas zu abrupt und ein bisschen zu schmalzig.

Alles in allem kann ich Endzeitfans diese Trilogie aber wirklich sehr ans Herz legen und auf jeden Fall extrem empfehlen.


Genre: Dystopie, Endzeitgeschichten
Illustrated by Heyne München

Monument 14 – Die Flucht (Band 2)

Wenn die Zivilisation zusammenbricht, bist du ganz auf dich allein gestellt.
Nachdem ein Tsunami die Ostküste der USA getroffen und weite Teile des Landes verwüstet hat, stranden vierzehn Jugendliche in einem Einkaufszentrum. Der Strom fällt aus, die Zivilisation bricht zusammen, und aus einer nahen Chemiefabrik entweicht eine gefährliche Giftwolke. Dann dringt das Gerücht durch, dass die Überlebenden von Denver aus ausgeflogen werden. Die Jugendlichen bestimmen eine Gesandtschaft, die sich nach Denver durchschlagen soll. Der Rest von ihnen bleibt zurück, darunter der eher schüchterne Dean, der sich früher immer aus allem herausgehalten hat. Als sie von einem gewalttätigen Einbrecher bedroht werden, muss Dean über sich selbst hinauswachsen…

Die Lage im Einkaufszentrum hat sich dramatisch zugespitzt. Nachdem Fremde in das Einkaufszentrum gelangt sind, wurde einer der Jugendlichen angeschossen und benötigt dringend Hilfe. Außerdem gibt es das Gerücht, dass am Flughafen von Denver Hilfe zu erwarten ist. Angeblich ist dort der Sammelpunkt für Überlebende, die von dort durch das Militär nach Kanada und Alaska ausgeflogen werden. Aber was ist dran an diesem Gerücht, und können die Kinder und Jugendlichen die 100 Kilometer nach Denver überhaupt schaffen? Die Straßen sind zerstört oder verstopft und die Giftgaswolke hängt noch immer über dem Land …

Den Jugendlichen bleibt keine Wahl, denn wenn Braydon nicht dringend Hilfe bekommt, dann sieht es sehr schlecht für ihn aus. Aber nicht alle sind dafür, das (relativ) sichere Einkaufszentrum zu verlassen, und so teilt sich die Gruppe auf. Die eine Hälfe der Kinder und Jugendlichen bleiben im Einkaufszentrum und die andere Hälfte macht sich auf die gefährliche und lange Reise nach Denver …

Dadurch dass sich die Gruppe aufgeteilt hat, ist im zweiten Band der Trilogie nicht mehr nur der 17jährige Dean der Ich-Erzähler, sondern auch sein 13jähriger Bruder Alex, der sich mit den anderen auf den Weg nach Denver macht. Von nun an gibt es immer abwechselnd die „Alex Kapitel“ und die „Dean Kapitel“, was mir sehr gut gefallen hat und gleichermaßen spannend war. Denn auch im Einkaufszentrum spitzt sich die Lage immer weiter zu, während Alex und die anderen sich mit den Gefahren der Außenwelt und anderen Überlebenden herumschlagen müssen, die nichts zu verlieren haben und an die Vorräte der Jugendlichen gelangen wollen.

Der zweite Teil der Trilogie hat an Spannung und Dramatik noch um einiges zugelegt, und ich habe das Buch noch schneller verschlungen als den ersten Teil. Jetzt kann ich es kaum erwarten, mich direkt auf den dritten Teil zu stürzen.

Einfach nur großartig, extrem spannend und sehr bewegend!

 

 


Genre: Dystopie
Illustrated by Heyne München

Monument 14

Monument 14Vierzehn Jugendliche. Eine Shopping-Mall. Eine Welt, in der nichts mehr ist, wie es einmal war. An dem Tag, als die Welt untergeht und ein Tsunami die Ostküste der USA trifft, stranden 14 Jugendliche in einem Einkaufszentrum. Schnell wird ihnen klar, dass sie völlig auf sich allein gestellt sind. Während der Strom ausfällt und die Zivilisation zusammenbricht, braut sich am Himmel etwas noch viel Furchtbareres zusammen. Eine Giftwolke aus einer nahen Chemiefabrik nähert sich dem Einkaufszentrum. Diejenigen, die die Chemikalien einatmen, verändern sich in völlig unerwarteter und beängstigender Weise. Der zurückhaltende Dean, bislang eher ein Außenseiter, muss sich mit den anderen verbünden und um sein Überleben kämpfen…

Die Geschichte spielt im Jahr 2024 und wird aus der Ich-Erzählperspektive des 17 jährigen Dean erzählt. Dean und seine Familie wohnen in dem kleinen Städtchen Monument in Colorado.

Es ist ein ganz gewöhnlicher Morgen und Dean und sein 13 jähriger Bruder Alex sind im Schulbus auf dem Weg zur Schule. In dem Bus befinden sich aber nicht nur Highschool Schüler sondern auch Grundschüler denn beide Schulen werden vom selben Bus angesteuert.

Plötzlich setzt kräftiger Hagel ein und innerhalb kürzester Zeit werden die Hagelkörner gigantisch groß und zerstören Häuser und Autos. Geistesgegenwärtig steuert die Schulbusfahrerin ein riesiges Einkaufzentrum an und brettert mitten hinein um die Kinder in Sicherheit zu bringen.

Als der Hagel aufgehört hat, gleichen die Straßen einem Schlachtfeld und die Busfahrerin macht sich zu Fuß auf den Weg um Hilfe zu holen, die Kinder und Jugendlichen bleiben im Einkaufszentrum.

Kurze Zeit später gibt es ein extrem heftiges Erdbeben aber das Einkaufszentrum hält diesem wie durch ein Wunder stand. Die 14 Gestrandeten finden in der Elektroabteilung einen noch funktionierenden Fernseher und schalten die Nachrichten ein aber was sie dort erfahren ist schlimmer als alle Befürchtungen. Eine 800 Meter hohe Welle, ausgelöst durch einen gigantischen Tsunami, hat die Ostküste der USA getroffen und komplett ausgelöscht. Durch das Erdbeben wurde die ortsansässige Chemiefabrik stark beschädigt und chemische Kampfstoffe sind unkontrolliert ausgetreten. Eine riesige und hochgifte Wolke breitet sich aus und die Menschen werden aufgefordert sich unter keinen Umständen im Freien aufzuhalten.

Die Jugendlichen verbarrikadieren die Türen des Einkaufszentrums, können nirgendwo hin und auf die Rettung durch die Busfahrerin oder sonstige Rettungskräfte brauchen sie auch nicht zu hoffen denn schließlich liegt das Land in Trümmern…!

Die Jugendlichen sind in der Mall zwar recht gut aufgehoben, sind erst einmal sicher und haben ausreichend Nahrung, Kleidung und es gibt auch eine Apotheke aber wie soll es jetzt weitergehen?

Dazu kommt noch dass sich die 6 Jugendlichen, selbst noch halbe und verängstigte Kinder, jetzt auch noch pflichtbewusst um die Grundschüler und eine frühreife 13 Jährige kümmern müssen. Die Nerven liegen blank und es kommt durch Verzweiflung und Überforderung natürlich zu Streitereien und Machtkämpfen…!

Das Buch hat mir hammermäßig gefallen und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Eine sehr spannende Geschichte, die von der Grundidee zwar nicht wirklich neu ist und mich auch teilweise ein bisschen an „Herr der Fliegen“ erinnert hat, aber welche Idee ist schon noch wirklich neu?!

Generell liebe ich ja eh die Ich-Erzählperspektive und zusätzlich hat mir auch gut gefallen dass die Hauptfigur Dean am Anfang den Leser auch noch hin und wieder direkt anspricht. Für Endzeitfans eine wirklich spannende Geschichte mit einem sehr ergreifenden Ende bei dem mir auch ein Tränchen runtergekullert ist. Eine Geschichte über das Überleben, das Erwachsenwerden, Freundschaft, Liebe, Pflichtbewusstsein, Zusammenhalt und Menschlichkeit. Ich freue mich jetzt schon total auf den zweiten Band dieser Trilogie!

Bevor Emmy Laybourne zum Schreiben kam, arbeitete Sie als Schauspielerin. Ihr Debütroman „Monument 14“ wurde ein großer Erfolg, obwohl Sie selbst nicht damit gerechnet hatte. Sie lebt mit Ihrem Mann, zwei Kindern und einer australischen Echse in New York.

 


Genre: Dystopie, Endzeitgeschichten
Illustrated by Heyne München

Das verlorene Dorf

Das verlorene DorfOberbayern 1843: Als sich die junge Waise Rosalie in den Bauern Romar verliebt, scheint sie ihr Glück gefunden zu haben. Doch die Waisenhausvorsteherin warnt Rosalie vor dieser Ehe und macht sonderbare Andeutungen. Rosalie heiratet Romar dennoch und folgt ihm in sein Heimatdorf, das tief im Wald verborgen liegt. Eines Nachts hört Rosalie ein Neugeborenes weinen, das am nächsten Tag als angebliche Totgeburt begraben wird. Dann kommt eine junge Frau, mit der Rosalie sich angefreundet hat, auf mysteriöse Weise zu Tode. Rosalie wird bald bewusst, dass in Romars Dorf nichts ist, wie es scheint – und dass auch sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt…

Rosalie ist eine Waise. Direkt nach der Geburt wird sie von Ihren Eltern ausgesetzt, vermutlich weil sie Albinismus hat und ihre Eltern sie als „verflucht“ betrachtet haben. Rosalie wird gefunden und in ein Waisenhaus gebracht aber ihre Kindheit ist sehr einsam. Die anderen Kindern und auch die meisten der Waisenhausbetreiberinnen haben nämlich Angst vor dem stillen Mädchen mit der weißen Haut, den weißen Haaren und den rötlich schimmernden Augen.

Im Alter von 16 Jahren, als Ihre einzige Bezugsperson, die alte Waisenhausmutter stirbt, beschließen die anderen dass Rosalie das Waisenhaus verlassen muss. Mit einem anderen Waisenhaus wird ein Handel abgeschlossen und somit siedelt Rosalie in ein Waisenhaus in der Nähe von Augsburg über und arbeitet dort fortan als Küchenhilfe. Aber auch dort hat man Angst vor Rosalie und es steht fest dass sie auch dort nicht lange bleiben kann…

Eines Tages lernt sie durch Zufall den charmanten Romar kennen und genießt seine Aufmerksamkeiten. Sie fangen an sich heimlich zu treffen und Rosalie verliebt sich in ihn. Nach kurzer Zeit macht Romar ihr einen Heiratsantrag den Rosalie nur zu gern annimmt denn im Waisenhaus kann sie nicht bleiben und zum ersten Mal in ihrem Leben fühlt Rosalie sich geliebt.

Das Ganze hat nur einen Haken denn Romar gehört zu den Bewohnern von Haberatshofen, einem kleinen Dorf das sich tief in den Wäldern befindet und dessen Bewohner fast ausschließlich unter sich bleiben. Nur selten verlassen sie ihr Dorf, die Männer tragen geflochtene Bärte, laufen barfuß, gehen nie zur Kirche und im Laufe der Zeit sind unzählige, düstere Gerüchte um Haberatshofen entstanden…

Romar macht Rosalie klar dass wenn sie ihn heiratet auch sie dieses abgeschiedene Leben in den Wäldern führen muss und nicht zurückkehren kann aber wohin sollte Rosalie schon zurückkehren…?!

Sie heiratet Romar und geht mit ihm in die Wälder, wo sie von den Dorfbewohnern herzlich aufgenommen wird. Aber schon nach kurzer Zeit beginnt Romar sich zu verändern und Rosalie versucht lange ihr mulmiges Gefühl zu verdrängen aber Fakt ist dass in Haberatshofen etwas ganz und gar nicht stimmt…

Mehr kann ich zum Inhalt der Geschichte nicht schreiben denn ich würde zu viel verraten aber das Buch war super, es hat mir richtig gut gefallen und ich hatte es sehr schnell durch.

Richtig gut finde ich auch dass die Autorin mit dieser Geschichte eine regionale Sage/Legende aufgegriffen hat denn das Dorf gab es bis 1845 wirklich. Die Autorin hat die Schreibweise etwas verändert und das Dorf vergrößert aber Hab(er)ratshofen war einst ein real existierender Ort im Sachsenrieder Forst. Die Figuren und Ereignisse sind frei erfunden aber bis heute gibt es die Legende der „weißen Frau im Sachsenrieder Forst“, welche die Autorin zu dieser Geschichte inspiriert hat.

Auch gibt es hinten im Buch ein Fotos von einem Gedenkstein der heute noch an Habratshofen erinnert und ein Foto vom einstigen Tiefbrunnen des Ortes, der heute noch existiert.

Eine sehr spannende und schaurige Geschichte die ich auf jeden Fall sehr empfehlen kann.

Stefanie Kasper, Jahrgang 1984, ist im Bayerischen Oberland aufgewachsen. Sie ist gelernte Redakteurin, lebt und arbeitet als freiberufliche Schriftstellerin mit Ihrem Mann, zwei Söhnen und zwei Katzen im Ostallgäu.


Genre: Roman
Illustrated by Goldmann München

Chaos: 429 Tage ohne Strom

ChaosChristin und ihre Dorfmitbewohner werden von dem flächendeckenden Stromausfall hart getroffen. Es ist Winter, die Vorräte sind knapp und niemand weiß, wann es wieder Elektrizität geben wird. Um zu überleben, muss sich die Dorfgemeinschaft neu organisieren.
Als die nahegelegene Großstadt zu brennen beginnt, flüchten Tausende von hungrigen, verzweifelten Menschen aufs Land. Mit ihnen kommen Krankheit, Verwüstung und Tod. Die Werte menschlichen Miteinanders werden im Kampf ums eigene Überleben auf eine harte Probe gestellt. Christin erzählt von dem beinahe aussichtslos erscheinenden Kampf gegen Hunger, Angst und dem Schrecken von Verbrechen und Vergeltung.

Christin und ihr Mann leben in einem 300-Seelendorf irgendwo in Schleswig-Holstein. Es beginnt damit, dass eines Tages das Licht immer wieder mal anfängt zu flackern oder der Strom kurzzeitig ausfällt. Nach kurzer Zeit werden die Stromausfälle immer länger, und eines Tages bleibt der Strom komplett weg. Die Menschen in dem kleinen Ort wissen nicht, was passiert is,t denn Radio, Fernsehen und Internet gibt es nicht mehr, und auch als der Strom noch teilweise vorhanden war, erfuhren die Menschen nicht, was die Ursache für die Stromausfälle ist, nur dass an einer Lösung gearbeitet wird.

Christin und ihr Mann haben sich notdürftig mit Wasser und Lebensmitteln eingedeckt. Aber nach ein paar Wochen wird Ihnen klar, dass etwas ganz gewaltig im Argen liegen muss und der Strom wohl so schnell nicht wiederkommen wird. Dies bedeutet aber auch, dass es bereits nach ein paar Wochen keine neue Lebensmitteln in der Geschäften, kein Benzin, keine ärztliche Versorgung und keine Medikamente mehr geben wird, denn unsere heutige Gesellschaft ist extrem abhängig vom Stromnetz. Bricht das Stromnetz zusammen, dann bricht auch alles andere ziemlich schnell zusammen und das normale Leben kommt zum Erliegen.

Christin, ihr Mann und die Dorfbewohner sind noch recht gut dran, denn sie leben auf dem Land. Vor der Haustür gibt es Wälder und die Natur bietet einigermaßen Wasser und Nahrung. Aber die Menschen aus den nahe gelegenen größeren Städten sind gezwungen, diese zu verlassen, um überleben zu können, und es dauert nicht lange,  bis unzählige hungrige und verzweifelte Menschen das kleine Dorf erreichen, das selbst ums Überleben kämpfen muss.

Dies war nach „Rattentanz“ und „one second after“ das dritte Buch, das ich zum Thema “Apocalypse-Stromausfall” gelesen habe. Das Besondere an diesem Buch ist, dass es zur Abwechslung mal aus der Sicht von einer schon etwas älteren Frau erzählt wird. Ihr genaues Alter erfährt man nicht. Aber Christines Töchter sind beide bereits erwachsen und Ihre Enkelkinder sind 7, 4 und 2 ½ Jahre alt. Die gesamte Geschichte wird in Tagebuchform erzählt, welches von Christin geführt wird. Der Leser liest also ausschließlich ihre Aufzeichnungen, die sie ungefähr jeden zweiten Tag niederschreibt.

Christin tut dies für sich selbst aber auch für die Nachwelt, denn schließlich weiß sie nicht, was noch alles passieren wird. Da die gesamte Geschichte ausschließlich Ihre Tagebuchaufzeichnungen umfasst, weiß der Leser auch nur, was Christin weiß, selbst mitbekommen oder durch andere Leute erfährt, es gibt keinen allwissenden Erzähler.

Interessant fand ich auch, dass es kaum Namen gibt und man das ganze Buch über nicht weiß, wie die einzelnen Leute eigentlich heißen. Da es sich um Christins Aufzeichnungen handelt, erfährt man hauptsächlich, wie es ihr und ihrer Familie ergeht, aber sie spricht immer nur von „meinem Mann“, „meiner großen Tochter“ oder von „meinem Schwiegersohn“. Auch dass sie selbst Christin heißt, weiß man eigentlich nur durch den Klappentext. Man erfährt eigentlich nur die Namen Ihrer beiden größeren Enkelkinder und von ein paar Leuten aus dem Dorf, denen besonders schlimme Dinge wiederfahren sind oder die etwas besonders Schlimmes getan haben.

Ich denke, dass die Autorin damit zeigen will, dass Namen in einer Ausnahmesituation völlig egal sind und wir alle gleich sind. Trotz der fehlenden Namen baut man eine sehr starke Bindung zu Christin und Ihrer Familie auf ,denn schließlich liest man hauptsächlich über sie und Ihre Familie und erfährt aufgrund der Tagebuchform auch sehr viel über Ihre Empfindungen, Ängste und Gedanken.

Dadurch ist die Geschichte natürlich sehr emotional, man leidet förmlich mit Christin, ihrer Familie und den Menschen in ihrem Dorf mit und ich war an vielen Stellen sehr betroffen und hatte hin und wieder auch ein Tränchen im Auge. Ich habe das Buch verschlungen und fand es schade, dass ich die 512 Seiten so schnell durch hatte.

Das Ende hat mir auch gut gefallen ,denn es ist zwar, wie fast alle Endzeitgeschichten, offen aber man erkennt, in welche Richtung sich alles entwickeln wird und es gibt auch kein Friede-Freude-Bratkartoffel-Ende. Eine wirklich tolle, spannende, emotionale und erschreckend realistische Geschichte, die einem zeigt, wie schnell es in unserer hochentwickelten Welt doch zum Ausnahmezustand kommen kann. Eine Geschichte über Stärke, Not und Verzweiflung, über Zusammenhalt, Einfallsreichtum, Familiensinn und Menschlichkeit.

Ein großartiges Buch, ich kann es nur wärmstens empfehlen!

Bianca Bolduan ist Autorin und Unternehmerin und lebt mit ihrem Mann auf dem Land bei Bad Segeberg in Schleswig-Holstein. Sie engagiere sich für Tier- und Umweltschutz und für Obdachlose.
Seit 2010 schreibt sie ehrenamtlich für eine Straßenzeitung in Neumünster und hat im April 2013 die Buchreihe “LebensART – Ohne Dach und doch Zuhause” ins Leben gerufen. Mit dem Verkauf dieser Bücher unterstützt sie mit 50% der Erlöse Projekte für Leute, die ohne Dach über dem Kopf leben.


Genre: Dystopie, Endzeitgeschichten, Self-Publisher
Illustrated by CreateSpace Independent Publishing Platform

Homali Sagina – Wie die Viecher

Homali SaginaImmer mehr Personen verschwinden spurlos aus Lindas Umfeld. Als schließlich sogar ihre geliebte Mutter wie vom Erdboden verschluckt ist, macht sie sich auf die Suche nach ihr. Eine Suche, die jedoch schnell in einem nicht enden wollenden Albtraum endet.
Auf dem Planeten Homali Sagina werden Menschen von Außerirdischen wie Tiere in enge, stinkende Käfige gesperrt und zur Gewinnung von Fleisch, Milch und Kleidung missbraucht. Menschen die gequält, ausgebeutet und geschlachtet werden, um die Gier einer überlegenen Spezies zu befriedigen.

Linda ist Mitte 20 und arbeitet, nicht besonders glücklich, als Krankenschwester in einem großen Krankenhaus. Dass Sie dort nicht glücklich ist, liegt aber nicht daran, dass Sie Ihren Job nicht mag, sondern eher an den Kolleginnen. Außerdem gibt es noch den Arzt Dr. Tristan Schönbeck, der ein Auge auf Linda geworfen hat und sie immer wieder belästigt.

Zu Hause wartet dann auch noch ihr fauler Freund Sven auf sie, der sein Leben nicht auf die Kette bekommt, ständig sein Studienfach wechselt und eigentlich lieber den ganzen am PC spielt als zur Uni zu gehen oder zumindest im Haushalt zu helfen.

Als dann auch noch Lindas Mutter verschwindet, ist das alles zu viel für sie, und Linda beginnt auf eigene Faust, nach ihr zu suchen. Die Suche endet aber, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat, und Linda erwacht in einem engen Käfig, auf einem fremden Planeten zwischen anderen entführten Menschen und ausgerechnet der verhasste Dr. Schönbeck sitzt auch noch in diesem Käfig …

Eine sehr ungewöhnliche Geschichte und eine sehr ungewöhnliche Lektüre für mich, denn Science-fiction ist eigentlich  nicht mein Ding. Die Geschichte klang aber so interessant und ausgefallen, dass ich dem Buch einfach eine Chance geben wollte, und ich habe es absolut nicht bereut!

Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich die Außerirdischen, die von der Autorin geradezu lächerlich beschrieben werden. Es handelt sich um orangefarbene, knetgummiartige Wesen mit Elefantenrüsseln und Tentakeln auf dem Kopf, die sich durch meerschweinchen-ähnliche Laute verständigen, und ich dachte noch: „Na, das kann ja nichts werden.“ Wie sehr ich mich da doch getäuscht habe ,denn ihr lächerliches Aussehen machen die Außerirdischen vom Planeten „Homali Sagina“ durch ihre extrem grausamen Taten wieder wett und bilden somit einen krassen und sehr interessanten Kontrast.

Die Geschichte ist extrem heftig, blutig, brutal und absolut nichts für Leser mit schwachen Nerven oder empfindlichen Mägen. Selbst mir ist an einigen Stellen  flau geworden.

Das Krasse an der Geschichte ist aber, dass den Menschen auf Homali Sagina wirklich nichts anderes angetan wird, als das, was wir auf der Erde täglich Millionen von Tieren für die Fleischindustrie antun. Es wird gemästet, gerupft, geschlachtet, kastriert, gezüchtet und gemolken, nur dass es sich auf Homali Sagina nicht um Tiere, sondern um Menschen handelt, die dies alles über sich ergehen lassen müssen.

Im Prinzip weiß man selbstverständlich ,dass das alles nicht ungewöhnlich ist. Aber der Mensch ist ja Weltmeister im Verdrängen, und diese Taten bekommen einen ganz anderen Stellenwert ,wenn man sich vorstellt, dass wir Menschen so behandelt werden würden, wie wir tagtäglich die Tiere behandeln, obwohl das ja eigentlich keine Rolle spielen sollte.

Die Autorin hat mit diesem Buch  eine großartige Geschichte geschaffen, um auf die unzähligen Missstände in der Massentierhaltung und der Fleischindustrie aufmerksam zu machen und vielleicht sogar den einen oder anderen Verbraucher dazu zu bewegen, respektvoller/bewusster mit Fleisch umzugehen.

Der Roman ist zwar in sich abgeschlossen, aber gleichzeitig auch offen, so dass ich persönlich auf eine Fortsetzung hoffe, denn mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Ich habe es regelrecht verschlungen, denn es war ungewöhnlich, spannend, sehr krass und mal etwas völlig anderes.

Absolut zu empfehlen, aber nur für abgehärtete Leser mit unempfindlichen Mägen, die es gern grausam, brutal und blutig haben.

Marie Wigand wurde 1988 in Zittau geboren und im Kreis Kaiserslautern aufgewachsen. Sie lebt heute mit Ihrem Mann und drei Kindern in Niedermohr. Sie studierte Germanistik und evangelische Theologie, danach machte sie ihren Abschluss zur Staatlich geprüften technischen Assistentin für Biologie und ist überzeugte Vegetarierin.

 


Genre: Science-fiction, Thriller
Illustrated by Books on Demand

Survive – Du bist allein

SurviveZwölf Kandidaten, eine Survival-Show, nur einer kann gewinnen – wenn alle anderen aufgeben. Aber dann geschieht, was keiner planen konnte: etwas TÖDLICHES.
Eine junge Frau allein in der Wildnis – eigentlich sollte es nur ein Abenteuer werden. Doch aus diesem Albtraum wird niemand mehr erwachen. Tief in einem felsigen Waldgebiet beginnt die Fernseh-Show: mit zwölf Frauen und Männern, die sorgfältig gecastet wurden, um den Zuschauern etwas zu bieten. Schon bei den ersten Gruppenaufgaben geraten einige Teilnehmer an ihre Grenzen – Orientierungsläufe, Lager bauen, Nahrung finden. Allianzen werden geschmiedet, Konflikte brechen auf, die Prüfungen werden härter und perfider. Und bald muss sich jeder Kandidat ganz allein zu seiner großen Einzel-Challenge aufmachen. Doch keiner ahnt, welch tödliche Gefahr bereits in das Überlebens-Spiel eingebrochen ist.

Eine ganz besondere Survival-Show sollte es werden. So aufwendig wie bisher noch nie und das Budget so groß wie noch nie. Es gibt keine zeitliche Begrenzung, die Show sollte einfach so lange laufen bis alle Kandidaten, außer dem Gewinner, freiwillig das Handtuch werfen.

Natürlich sind die 12 Kandidaten so unterschiedlich wie man nur sein kann ,und nicht alle verstehen sich oder harmonieren miteinander. Sollen sie aber natürlich auch gar nicht denn das bringt keine Einschaltquoten …

Die Geschichte beginnt mittendrin und wird aus der Sicht einer Kandidatin während einer langen Einzel-Challenge erzählt. Das ist schon etwas verwirrend denn kurz vorher werden einige Kandidaten ganz kurz beschrieben bzw kurz umrissen und man weiß zuerst gar nicht so richtig aus wessen Sicht denn jetzt erzählt wird und man versteht irgendwie nur Bahnhof. Dann springt die Geschichte zurück zum Anfang, man lernt die einzelnen Kandidaten besser kennen und begleitet sie bei den ersten Aufgaben.

Ich persönlich finde es immer etwas schwierig, sich die Namen, Besonderheiten und das Aussehen von vielen verschiedenen Personen zu merken um in der Geschichte klar zu kommen und in diesem Buch sind es auch noch 12 verschiedene Personen. Dieses „Problem“ wurde aber ganz gut gelöst, da die Figuren fast ausschließlich nach Besonderheiten oder Ihren Berufen benannt werden. So trägt z.b eine asiatische Kandidatin, die sich als sehr geschickt im Umgang mit Holz beweist, nach kurzer Zeit den Namen „Schreiner-Girl“.

Die Hauptfigur in der Geschichte ist „Zoo“, eine ehrgeizige Frau die als Gruppenführerin in einem Zoo arbeitet und noch ein letztes Abenteuer erleben möchte bevor es an die Familienplanung geht. Nach kurzer Zeit stellt sich dann auch heraus dass die Geschichte aus Zoos Sicht erzählt wird.

Es bleibt aber fast das komplette Buch dabei, dass die Geschichte immer zwischen der aktuellen Zeit, während die Show schon seit Wochen im Gang ist und Zoo alleine durch die Wildnis streift, und den Anfängen hin und her springt. Und es bleibt auch dabei, dass das ziemlich lange recht verwirrend ist, weil man das aktuelle Geschehen gar nicht so richtig einordnen kann aber gerade das macht die Geschichte auch spannend.

Die Kapitel über die Anfänge der Show fand ich allerdings fast alle ziemlich unspektakulär, die Challenges waren eher langweilig und ich hätte lieber ausschließlich über die aktuelle Zeit, also Zoos Alleingang gelesen. Aus diesem Grund zog sich das Buch für mein Empfinden auch teilweise etwas dahin, und ich war erst nach 140 Seiten so richtig gefesselt. Dann konnte ich es aber kaum mehr aus der Hand legen, es wurde wirklich richtig klasse.

Über den Inhalt kann ich leider nicht mehr verraten, ich würde einfach zu viel vorwegnehmen. Ich kann aber sagen dass die Geschichte von anderen Survival- oder Fernsehshow-Büchern stark abweicht und sich in eine Richtung entwickelt die ich nicht erwartet hatte, die mir aber unglaublich gut gefallen hat und die ich persönlich wirklich großartig fand.

Eine Geschichte über „Überleg dir gut was du dir wünscht, du könntest es bekommen“, dem unglaublichen Talent der Menschen, nur das zu sehen was man auch wirklich sehen will und der Tatsache, dass man immer erst zu schätzen weiß was man hatte wenn man es verloren hat.

Trotz des etwas schleppenden Einstiegs ein richtig gutes Buch, das ich auf jeden Fall empfehlen kann.

Alexandra Oliva wuchs in einem kleinen Ort in den Adirondack Mountains auf und kennt sich in der Wildnis aus. Sie ist viel in der Natur unterwegs und hat verschiedene Survival-Trainings absolviert. An der Yale-Universität hat sie einen Bachelor in Geschichte gemacht und hat an der New School University in New York kreatives Schreiben studiert. Debüt-Thriller “Survive – Du bist allein” wurde auf Anhieb zu einem internationalen Bestseller und erscheint in über 25 Ländern. Sie lebt mit ihrem Mann und Hund Codex im Nordwesten der USA am Pazifik.

 


Genre: Endzeitgeschichten, Thriller
Illustrated by FISCHER Scherz

Die Dreizehnte

13Blutige Ritualmorde in den Kellergewölben hatten das Hotel Castle House einst in Verruf gebracht. Doch Jahrzehnte später, als man dort ein Sanatorium für Schwangere eröffnet, scheint der Fluch der Vergangenheit endlich besiegt zu sein. Aber dann verschwinden immer mehr junge Frauen aus den benachbarten Orten. Die Suche nach seiner vermissten Freundin führt David Shale nach Castle House. Dort entdeckt er eine verwitterte Holztür, gekennzeichnet mit einem roten X. Als er sie öffnet, betritt David ein okkultes Reich voller sadistischem Sex und qualvollem Sterben.

Der Student David verbringt den Sommer bei seiner Tante auf dem Land. Er will viel Fahrradfahren und seiner alten Tante bei der Renovierung ihres alten Hauses helfen. Aber schnell beginnt David sich zu langweilen und geht in die einzige Kneipe des kleinen Örtchens. Dort lernt er die wilde Brenda kennen, die beiden verbringen einen feucht-fröhlichen Abend und David ist ganz hin und weg von dem Mädchen. Zu einem Wiedersehen kommt es aber nicht, denn am nächsten Tag ist Brenda verschwunden wie schon einige andere junge Frauen des Ortes oder der Nachbarorte …

Nach ein paar Tagen nimmt David eine Stelle als Aushilfsgärtner in dem Sanatorium „Castle House“ an und schaut beim Rasenmähen zufällig zu einem der vielen Fenster hoch. Er ist sich sicher, hinter einem dieser Fenster kurz Brendas Gesicht gesehen zu haben aber kann das wirklich sein? Brenda ist doch nicht schwanger, was macht sie dann in dem Sanatorium, in dem man sich angeblich um psychisch kranke, schwangere Frauen kümmert?

David geht zur Polizei und gemeinsam mit der jungen Polizistin Christy will er dem Sanatorium einen Besuch abstatten. Aber was sie dort vorfinden, sprengt ihre Vorstellungskraft und die beiden befinden sich bald in Lebensgefahr.

Ich hatte mal wieder Lust auf eine schöne, kranke Metzelei und habe mir deshalb dieses Buch besorgt. Ich muss sagen dass ich ziemlich überrascht war, denn bis kurz vor Schluss hält sich das Gemetzel ziemlich in Grenzen, ich würde sogar sagen, dass es so gut wie gar nicht stattfindet. Zwar ist die Geschichte hin und wieder ziemlich brutal, aber die richtige Metzelei findet erst gegen Ende des Buches statt. Das fand ich aber überhaupt nicht schlimm, denn die Geschichte war spannend und es gab wesentlich mehr Handlung als ich erwartet hatte.

Das Ende war allerdings der letzte Scheiß! Ich wusste bereits vorher, dass es in der Geschichte auch ein paar „übersinnliche“ Aspekte geben würde, und obwohl ich das eigentlich nicht mag, habe ich mich darauf eingelassen. Das ist auch gar nicht das, was ich kritisiere, sondern das Verhalten der Hauptfiguren Christy und David (und auch noch ein paar anderer Figuren). Klar handelt es sich bei dem Buch nicht um Weltliteratur und die Geschichte ist schon sehr an den Haaren herbeigezogen, aber muss man die Figuren so extrem unrealistisch agieren lassen? Und ich spreche hierbei nicht von panikhaften Rennen in dunkle Gänge statt zum Ausgang zu eilen, sondern über wirklich grottige Dialoge, die kaum zum Aushalten sind! Ich bin mir z. B. ziemlich sicher, dass kein Mensch der Welt ständig vom „Ficken“ redet, wenn er gerade gesehen hat, wie auf brutalste Weise zwölf junge Frauen abgeschlachtet wurden! Tut mir leid, aber da habe ich schon wesentlich „realistischere“ Metzeleien gelesen!

Wenn mir ein Buch nach spätestens 50-70 Seiten noch nicht zusagt, dann breche ich es ohne zu zögern ab. Mir ist es bisher aber noch nie passiert, dass ich ein Buch, das mir bis dahin gut gefallen hat, 30 Seiten vor Schluss abbreche. Doch bei diesem Buch wäre das fast der Fall gewesen, und das lag wie gesagt nicht an den Metzeleien oder den übersinnlichen Aspekten.

Für Fans der etwas „anderen“ Literatur zwar zu empfehlen, aber mit absolut grottigem Ende. Kann man lesen, muss man aber nicht.

Und jetzt möchte ich noch etwas zum Buch selber schreiben:

Was fabriziert Festa eigentlich für Bücher? Ich habe mittlerweile einige Bücher aus dem Festa Verlag gelesen und fast jedes Buch ist beim Lesen auseinander gefleddert! Der Buchrücken löst sich ab, und die Seiten fallen heraus und man hat sie beim Umblättern in der Hand! Auch bei diesem Buch war das wieder einmal der Fall, doch diesmal hab es zum Glück recht schnell bemerkt und  es erst einmal notdürftig verklebt, um es lesen zu können, ohne ständig die Seiten einsammeln zu müssen. Meine Bücher müssen schon einiges aushalten, ich schleppe sie in der Handtasche mit mir rum, ich lümmel im Garten, auf der Terrasse oder in der Badewanne mit ihnen herum und sie liegen auch oft in der Sonne. Jedes meiner Bücher hat diese Behandlungen aber bisher problemlos ausgehalten, nur die Bücher vom Festa Verlag schaut man einmal schräg an und sie fallen auseinander. Das kann es doch wirklich nicht sein, oder?!

John Everson wurde am 14. März 1966 geboren und ist ein amerikanischer Horrorschriftsteller. Bisher hat er sechs Bände mit Kurzgeschichten und neun Romane veröffentlicht. Sein erster Roman Covenant gewann den Bram Stoker Award und erschien im Jahr 2004.


Genre: Horror
Illustrated by Festa

Todesdomina

DominaSie machte sich die Männer untertan: Mit ihren Reizen, mit ihren erniedrigenden Worten, mit ihrer gnadenlos strafenden Hand. Doch sie selbst war auch missbraucht, verprügelt, zu einem Stück Fleisch degradiert worden. Und zuletzt stand sie vor Gericht weil einer ihrer Freier ums Leben gekommen war.

 

Im Jahr 2015 sorgte der Fall Pamela Fuchs in Österreich für Aufsehen und sie landete vor Gericht. Die knapp 30 -jährige Domina hatte den Tod eines Freiers zu verantworten. Dieser Freier verlangte von ihr ein Atemkontrollspiel, er wollte von ihr bis zur Bewusstlosigkeit gedrosselt werden, dann sollte sie ihn allein lassen. Pamela war nicht ganz wohl bei dieser Sache, denn diese spezielle Art der Atemkontrolle hatte sie noch nie durchgeführt. Sicherheitshalber setzte sie einen Vertrag auf, den der Freier auch unterschrieb. Er bestätigte mit diesem Vertrag, dass er alles aus freien Stücken macht, die Strangulation auf seinen Wunsch hin geschieht, er sich der Gefahr durchaus bewusst ist und er bereits viel Erfahrung mit Atemkontrolle hat.

Pamela, die sich als Domina „Lady Emily“ nennt, und der Freier kommen ins Geschäft und nachdem er bewusstlos zusammensackt, bleibt er allein im Hotelzimmer zurück denn das war sein ausdrücklicher Wunsch. Als sie ihn nach ein paar Stunden per SMS fragt ob alles in Ordnung ist, kommt von ihm jedoch keine Antwort und als sie auch nach weiteren Stunden keine Antwort erhält, geht Pamela zur Polizei. Der Freier wird daraufhin tot in dem Hotelzimmer gefunden und Pamela wird wegen fahrlässiger Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt, ihr drohen fünf bis zehn Jahre Haft …

Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt, sondern beginnt damit, wie Pamela im Jahr 2015 vor Gericht erscheinen muss und gar nicht fassen kann, wie es dazu kommen konnte und das alles so außer Kontrolle geraten ist.

Dann springt das Buch in der Vergangenheit zurück, und der Leser erfährt viel über Pamelas Leben und warum sie überhaupt den Weg der „käuflichen Liebe“ eingeschlagen hat. Vom saufenden Vater verprügelt, vom Stiefopa missbraucht, zieht sie bereits mit 16 Jahren zu Hause aus und zu Ihrem ersten Freund, der sie nach zwei Jahren Beziehung ins Krankenhaus prügelt.

Ihr nächster Freund ist zwar liebevoll, macht sie emotional aber so abhängig, dass sie ihm zuliebe in einem Striplokal anfängt und später auch als Prostituierte arbeitet. Nach ein paar Jahren erkennt sie, dass sie von ihm nur ausgenutzt wird, trennt sich von ihm und arbeitet von nun an als Domina, weil sich in diesem Bereich für weniger Arbeit mehr Geld verdienen lässt. So ziehen die Jahre ins Land und als sie knapp 30 ist geschieht der tragische Unfall.

Es gibt auch sehr viele Kapitel, in denen Pamela darauf eingeht, was die Freier von einer Domina erwarten. Sie berichtet auch über die ausgefallensten Wünsche die sie in ihrer Karriere erlebt hat. Diese Kapitel nehmen gefühlt den größten Teil des Buches ein. Diese Berichte sind interessant, man kann teilweise nur mit dem Kopf schütteln, sich ekeln oder auch lachen, weil manche Wünsche einfach so absurd/bescheuert sind.

Das Buch bedient auf jeden Fall Leute mit einer voyeuristischen Ader, die sich schon immer gefragt haben, was für seltsame Dinge bei einer Domina wohl verlangt werden. In diesem Buch erfahren sie es, so etwas verkauft sich natürlich auch gut…

Schade fand ich, dass auf die Gerichtsverhandlung meiner Meinung nach viel zu wenig eingegangen wird, denn diese hätte mich sehr interessiert. Sie kommt meiner Meinung nach leider viel zu kurz.

Das Buch ist voll von Fotos und Zeichnungen, besonders von Fotos der (halb)nackten Pamela und viele sind fast identisch, die Posen weichen kaum voneinander ab. Klar sieht sie als Sexworkerin gut aus, ich glaube, das ist jedem klar, aber musste man das Buch mit so vielen freizügigen Fotos füllen? Die Notwendigkeit erschließt sich mir nicht, außer dass viel nackte Haut bestimmt auch viele Bücher verkauft …

Doch es gibt auch Kinder- und Jugendfotos von Pamela, bei denen ich mir Bildunterschriften zum besseren Verständnis gewünscht hätte.

Was mir gut gefallen hat: Pamela spricht am Anfang des Buches den Leser direkt an und sie schiebt nicht alles auf ihre schlimme Kindheit. Zwar sagt sie, dass ihre Kindheit und ihr Leben ihren Werdegang  begünstigt haben und dass das Umfeld generell sehr prägend ist. Aber letztendlich ist jeder für sein Handeln und seine Taten selbst verantwortlich.

Auch den Titel „Todesdomina“ finde ich eher ungünstig gewählt, denn es war ja ein Unfall bzw, eine Praktik, die schief gelaufen ist, und der Begriff Todesdomina ist für mich persönlich mit Schuld behaftet. An Pamelas Stelle hätte ich diesen Titel auf keinen Fall gewählt aber auch hier ist es wahrscheinlich so, dass reißerische Titel mehr Bücher verkaufen.

Das Buch ist hochinteressant, ich hatte es an einem einzigen Nachmittag durch. Dabei so viel über die mir „fremde Welt“ der SM-Szene zu erfahren ist schon spannend, allerdings wirkt es durch die vielen Nacktfotos, den Titel und die anderen Kritikpunkte, die ich bereits aufgezählt habe, „billig“. Ich persönlich hätte an Pamelas Stelle das Buch in dieser Form so nicht rausgebracht, vor allem weil es sich ja um ihre Biografie handelt.


Genre: Biographien
Illustrated by Egoth Verlag

Dark Wood

Dark WoodAuf sich gestellt und rund um die Uhr von Kameras überwacht, sollen sechs Angestellte einer Hamburger Werbeagentur ihre Teamfähigkeit unter Beweis stellen. Für eine neue TV-Reality-Show müssen sie drei Tage und Nächte in einem abgelegenen Camp im Norden Norwegens einen hinterhältigen und zum Teil lebensgefährlichen Parcours bewältigen. Aber die schikanösen Aufgaben sind das kleinste Problem der Gruppe. Denn in den Wäldern lauert ein uraltes Grauen, eine tödliche Bedrohung, die die sechs vernichten will…

Es ist DIE neue Erfolgsshow im deutschen Fernsehen. Finanziell angeschlagene Firmen können sechs ihrer Mitarbeiter an der Show teilnehmen lassen denn das Preisgeld beträgt 500.000 Euro und hat schon so manch kleine Firma vor der Insolvenz bewahrt. Für den Publikumsliebling gibt es obendrein noch einmal 50.000 Euro. Somit melden sich sechs Mitarbeiter einer Hamburger Werbeagentur, der das Wasser bis zum Hals steht, um ebenfalls bei der Reality-Show mitzumachen.

Die Teilnehmer sind der übergewichtige Systemadministrator Sören, die Sexbombe Katja, die graue Maus Dagmar, der Weiberheld Lars, der arrogante Bernd und der mit dem Chef befreundete Gunnar.

Alle Mitarbeiter sind motiviert, die Agentur zu retten, haben darüber hinaus aber auch alle ihre eigenen, privaten Probleme und können aus verschiedensten Grünsten die 50.000 Euro Extraprämie sehr gut gebrauchen. Außerdem haben alle ihre kleinen oder größeren Geheimnisse und nach und nach kommt raus, dass sie doch nicht so ein gutes Team sind wie sie eigentlich immer dachten …

Kaum in der Wildnis angekommen, werden sie gekonnt gegeneinander ausgespielt, und von Teamgeist ist schon nach dem ersten Tag nicht mehr viel zu sehen.

Dabei ist Teamgeist das, was sie jetzt am meisten brauchen, denn schon sehr bald passieren komische Dinge: Die Filmcrew ist plötzlich verschwunden und eine Kontaktaufnahme zur Außenwelt ist nicht möglich. Als einer der Kandidaten verletzt wird, wollen sie die Show abbrechen, aber das ist nicht möglich, denn der Hubschrauber, der sie in der Wildnis abgesetzt hat, kommt erst in drei Tagen zurück und somit sitzen sie fest.

Darüber hinaus haben sie keine Nahrung und kein Trinkwasser, denn das wären die Gewinne der einzelnen Spiele/Aufgaben, die es absolut in sich haben und völlig übertrieben sind. Somit haben die Kandidaten keine Wahl als trotz allem noch die Aufgaben zu bewältigen, wenn sie in den nächsten Tagen essen und trinken wollen. Außerdem wird immer deutlicher, dass in diesen Wäldern noch ganz andere Gefahren lauern. Was als Spiel begann wird schnell zum Kampf um Leben und Tod…

Das Buch war von Anfang an sehr spannend und das nicht nur, weil die gesamte Show innerhalb kürzester Zeit so dermaßen außer Kontrolle gerät, sondern auch, weil man nach und nach erfährt, welche Geheimnisse jeder der Teilnehmer zu hüten versucht und weil sich in dieser Extremsituation auch sehr schnell der wahre Charakter jedes Einzelnen zeigt. Die gestellten Aufgaben sind sehr kreativ und es gibt einige überraschende Wendungen.

Natürlich ist vieles ziemlich übertrieben, manche Handlungen sind echt nicht nachzuvollziehen, aber mir hat das Buch sehr gut gefallen und die „Metzeleien“ halten sich auch in Grenzen. Die Geschichte ist nicht unnötig von Blut durchtränkt, vielmehr geht darum, die drei Tage bis zur Rettung durchzuhalten und sich mit wenigen Hilfsmitteln am Leben zu halten und sich zu verteidigen.

Eine kreative, coole und spannende Mischung aus „wrong turn“, „28 days later“ und dem Dschungelcamp. Muss man schon mögen aber ich persönlich fand es super!

Thomas Finn, geboren 1967 in Chicago, wuchs in Deutschland auf und wohnt in Hamburg. Er ist ausgebildeter Werbekaufmann, Diplom-Volkswirt und preisgekrönter Spiele- und Romanautor. Er arbeitete als Lektor und Dramaturg in einem Drehbuchverlag und als Chefredakteur des Phantastik-Magazins Nautilus. Für seinen Roman “Das unendliche Licht” gewann er 2007 den Literaturpreis ‘Segeberger Feder’. Viele Titel der Rollenspielreihe „Das schwarze Auge“ stammen aus seiner Feder.


Genre: Horror, Thriller
Illustrated by Knaur TB

Underground

UndergroundEin tödliches Grippevirus grassiert in den USA. Während Chaos um sich greift, flieht eine Gruppe ganz unterschiedlicher Menschen in einen unterirdischen Luxusbunker – das Sanctum –, ihre eigene, sich selbst versorgende Welt. Doch schon bald befeuern Abschottung und Enge erste Spannungen unter den Bewohnern. Als der Erbauer des Bunkers tot aufgefunden wird, bricht Panik aus. Mit ihm ist der Code zum Öffnen der Türen verloren. Der Sauerstoff wird knapp. Die Wasservorräte schwinden. Der Kampf ums Überleben beginnt.

 

Bereits seit einiger Zeit wütet ein tödliches Virus in Asien und tausende Menschen sterben. Nun ist das Virus auch in den USA angelangt und das Massensterben beginnt…

Wie gut dass es das „Sanctum“, einen unterirdischen Luxusbunker, versteckt in den Wäldern von Maine gibt. Für 1,5 Millionen Dollar kann man sich dort ein Luxusappartement mieten um einer drohenden Katastrophe zu entfliehen. Auf 7 Etagen sind 6 Luxussuiten, ein Aufenthaltsraum, ein Fitnessraum, Swimmingpool, eine Krankenstation, eine kleine Hühnerfarm, und ein kleiner Hydrokulturgarten verteilt. So soll das Überleben für ein Jahr gesichert sein.

Aber der Platz im Sanctum ist begrenzt und nur wenige haben das Glück sich so ein Appartement sichern bzw überhaupt leisten zu können.

Fünf extrem unterschiedliche Familien treffen zu Beginn der Geschichte im Sanctum ein, klar dass Spannungen vorprogrammiert sind. Denn nicht nur die grundverschiedenen Charaktere gestalten das Leben im Bunker als schwierig, der Erbauer des Sanctum hat in seiner Hochglanzbroschüre auch mächtig übertrieben und an allen Ecken und Enden gespart…

Die Krankenstation ist nicht einmal ansatzweise fertig, so dass es keinerlei ärztliche Versorgung gibt, der Fahrstuhl zwischen den einzelnen Etagen funktioniert nicht, Essensvorräte und Wasser reichen nicht annähernd für ein Jahr und Vieles ist einfach nur billig zusammengeschustert.

Bereits nach ein paar Tagen bricht ein kleines Feuer aus, welches die Internetverbindung zur Außenwelt abschneidet und der Erbauer Greg wird tot aufgefunden. Leider hatte er kurz vor seinem Tod wohl noch den Sicherheitscode für die Einstiegsluke geändert und diese Luke ist scheinbar das Einzige woran nicht gespart wurde…

Die Geschichte beginnt damit dass erst einmal alle Familien getrennt voneinander auf dem Weg ins Sanctum sind und man einen so einen ersten Eindruck von den Bewohnern bekommt:

• Da wäre die kanadische Zahnärztin Stella, mit Ihrem koreanischen Mann und dem Teenager Sohn Jae, der am liebsten den ganzen Tag World of Warcraft spielt und chattet

• das stinkreiche, verwöhnte und ziemlich arrogante Ehepaar James und Vicky, dessen Ehe auch schon besser Tage gesehen hat

• der alleinerziehende Vater Tyson, mit seiner vier jährigen Tochter Sarita und dem südafrikanischen Aupair Mädchen Cait, die Mitte 20 ist und einfach nur wieder nach Hause möchte

• das 70-jährige Ehepaar Dannhauser und ihre 40 jährige Tochter Trudi

• der Erbauer und Besitzer Greg

• sein Bauleiter Will, der eigentlich gar nicht im Sanctum bleiben sondern zurück zu seiner schwerkranken Frau wollte

• und zu guter Letzt die Familie Guthrie. Vater Cameron und Teenagersohn Brett sind absolute „Alphamännchen“, Waffenbesessen, rassistisch und totale Machos. Mutter Bonnie hat absolut nichts zu sagen, will sie aber auch eigentlich gar nicht denn sie ist übertrieben religiös, eigentlich schon fanatisch und beschäftigt sich am liebsten mit ihrer Bibel und Gebeten. Bretts Zwillingsschwester Gina könnte man schon fast als Hausmädchen statt als Familienmitglied bezeichnen und sie hat noch viel weniger zu melden als Mutter Bonnie.

Klar dass das totale Chaos bei so einer Konstellation, unter Extrembedingungen auf engstem Raum vorprogrammiert ist.

Die Geschichte wird Kapitelweise aus der Sicht von verschiedenen Personen erzählt, wobei aber nicht die Sicht von allen Personen geschildert wird. Interessant fand ich dass die Kapitel über drei bestimmte Personen immer aus der Ich-Erzählperspektive geschildert werden, die anderen aber nicht.

Das Buch war der totale Hammer, von Anfang an sehr spannend und ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen, so dass ich die knapp 400 Seiten in Windeseile durch hatte.

Absolut großartig, sehr zu empfehlen!!

S.L Grey ist das Pseudonym der beiden Bestsellerautoren Sarah Lotz und Louis Greenberg. Sie leben beide in Südafrika. Unter ihrem Pseudonym beschäftigen sie sich mit Geschichten in denen Menschen in Extremsituationen geraten.


Genre: Dystopie, Endzeitgeschichten, Thriller
Illustrated by Heyne München

Gymnasium

GymnasiumAlex kämpft um seine Familie, Kampfarena ist seine neue Schule. Alex denkt, wenn er es hier schafft, werden seine Eltern aufhören, sich wegen seiner schlechten Noten gegenseitig fertigzumachen. Am Gymnasium aber ringt die akademische Mittelschicht um ihren Status, schickt ihre Kinder ins Rennen … »Hanne Christ liebte ihr Kind und Birgit liebte ihres. Alle liebten ihre Kinder und wollten sie vor dem Niedergang bewahren, vor einem Dasein als Klempner, als Krankenschwester oder kaufmännische Angestellte.« Ein Schulroman voller wunderbar böser Beobachtungen. Eine Geschichte über erschöpfte Schüler, verzweifelte Mütter und ratlose Lehrer.

Nach der Trennung seiner Eltern zieht der 14-jährige Alex mit seiner Mutter von Dortmund nach Bochum. Von nun an besucht er das Goethe-Gymnasium und jetzt soll alles besser werden. Er will seine schlechten Noten verbessern und ein fleißiger Schüler sein denn wenn ihm dies gelingt dann vertragen sich seine Eltern vielleicht ja doch wieder …

Zu Hause ist es nämlich gar nicht so einfach für Alex, denn seine Mutter hat seit der Trennung angefangen zu trinken.

Voller Motivation beginnt er das neue Schuljahr, aber ihm werden direkt diverse Knüppel zwischen die Beine geworfen. Er gerät direkt mit dem beliebtesten und angesehensten Mädchen der Klasse aneinander, bekommt den Spitznamen „Ali“ verpasst und niemand will etwas mit ihm zu tun haben. Alex´ Neuanfang wird zum Alptraum denn schon bald haben ihn auch die Lehrer auf dem Kieker, aus den unterschiedlichsten Gründen …

Die Geschichte wird abwechselnd aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt. Da wäre zum einen natürlich Alex´ Perspektive, aber auch die Perspektiven von Alex verzweifelter Klassenlehrerin, Alex´ Mutter, der Mutter des beliebtesten Mädchens Leonie und vieler weiterer Personen.

Diese verschiedenen Blickwinkel haben mir gut gefallen, allerdings hat das Ganze auch einen Haken denn bei so vielen verschiedenen Blickwinkeln, in Kombination mit einer eher geringen Seitenzahl (290), geht doch einiges verloren bzw kommt zu kurz.

So bekommt man irgendwie keinen wirklichen Bezug zu den verschiedenen Figuren, und es dauert auch recht lange bis man eine „Beziehung“ zu Alex aufgebaut hat, denn irgendwie war mir doch einiges zu oberflächlich. Natürlich bekommt man einen Eindruck wie Alex und auch die anderen Figuren sich fühlen, aber diese Gefühlswelten sind für meinen Geschmack nicht ausreichend dargestellt, denn dazu hätte das Buch einfach länger sein müssen.

Gut gefallen haben mir die Verkettungen (und ihre Auswirkungen) die in der Geschichte auftreten. Alex´ Mutter ist z. B. Krankenschwester in der Privatklinik von Leonies Vater und der neue Hausmeister ist ein ehemaliger Callboy mit dem sich Alex´ Lehrerin einst getroffen hat …

Diese Verkettungen und Überschneidungen verdeutlichen sehr gut, wie wichtig das Privatleben und der soziale Stand der Eltern sein können und welche Auswirkungen dies auf den Erfolg der Schüler hat bzw. haben kann. Ein paar Verkettungen und Überschneidungen weniger hätten es indes auch getan, denn so viele Zufälle kann es nun wirklich nicht geben und das macht das Ganze leider etwas unglaubwürdig.

Ein großes und in der heutigen Zeit wohl wichtiges und unumgängliches Thema habe ich allerdings sehr vermisst und zwar das Thema Handys und soziale Netzwerke/Medien. Dieses Thema wird gar nicht aufgegriffen, und es macht sogar den Anschein, als ob keines der Kinder überhaupt ein Handy besitzt, obwohl die Geschichte definitiv in der Gegenwart spielt.

Das Ende war gut auch recht vorhersehbar.

Ein Buch, das sich schon zu lesen lohnt, was man aber nicht zwingend gelesen haben muss. Ich habe zu diesem Thema – ehrlich gesagt – auch schon Besseres gelesen.

Susanne Giebeler unterrichtet an einem Weiterbildungskolleg und lebt seit 1980 in Bochum. Darüber hinaus arbeitete Sie fürs Theater und erhielt bereits Drehbuchförderungen der Filmstiftung NRW. Ihr Theaterstück »Die Stalingrad-Madonna« erschien im Litag-Verlag.


Genre: Roman
Illustrated by tredition

Exit (Silo Band 3)

ExitWas würdest du tun, wenn du wüsstest, dass das Schicksal aller in deinen Händen liegt? Juliette Nichols, die neue Herrin in Silo 18, bricht mit den jahrhundertealten Regeln der unterirdischen Gemeinschaft – und lässt den riesigen Bohrer demontieren, um ihn für einen neuen Zweck einzusetzen. Denn Juliette weiß, dass ihr Freund Lucas und die anderen sterben werden, wenn sie nicht sofort handelt. Doch sie weiß nicht, dass ihr die größte Überraschung noch bevorsteht…
Der dritte und letzte Band der “Silo” Trilogie und ich fand ihn großartig!

Die Figuren aus Band 1 und 2 stehen jetzt im direkten Zusammenhang und teilweise auch in Kontakt und das Buch war super spannend.
Die Geschichte springt kapitelweise immer zwischen den Personen aus Band 1 und Band 2 hin und her und entwickelt sich rasant. Währen große Teile des zweiten Bandes einige Schwächen hatten (Langatmigkeit und für meinen Geschmack zu viele und zu detaillierte Hintergrundinformationen), so sind jetzt auch die Kapitel über die Figuren aus Band 2 sehr fesselnd und kurzweilig.

Über den Inhalt möchte gar nicht viel verraten, weil die Klappentexte eigentlich schon zu viel preisgegeben und man diese dringend meiden sollte, wenn man erst bei Band 1 ist!
Ich möchte aber zumindest sagen, dass in Band 3 noch einmal ganz andere Aspekte hinzukommen, z.b die Angst vor Veränderung und wie sich Gruppen unter Extrembedingungen spalten können und Menschen sich verändern, wenn es ums Überleben geht…
Das Ende hat mir auch sehr gut gefallen, es ist nicht zu offen (was bei sehr vielen Endzeitgeschichten der Fall ist) und auch nicht zu sehr “alles ist schön“. Ich persönlich würde mir auch noch einen vierten Teil wünschen, denn genug Stoff dafür gäbe es allemal. Aber dann wäre es wohl eine unendliche Geschichte…

Eine wirklich großartige Trilogie, mit einigen Schwächen im zweiten Band aber für Endzeitfans auf jeden Fall sehr zu empfehlen!


Genre: Dystopie, Endzeitgeschichten
Illustrated by Piper Verlag München