Eden Summer

Eden Summer„Wenn wir Eden nicht finden, werde ich mir nie, nie verzeihen, was letzten Samstagabend passiert ist.“ Obwohl die schüchterne Jess und die allseits beliebte Eden so unterschiedlich sind wie Tag und Nacht, kann nichts die beiden trennen. Bis Eden eines Tages spurlos verschwindet! Die Suche nach der vermissten Freundin konfrontiert Jess bald mit dunklen Kapiteln ihrer eigenen Vergangenheit, und dann ist da noch Liam, Edens Freund, mit dem Jess mehr verbindet als sie wahrhaben will.

Die 15 jährige Jess und ihre beste Freundin Eden sind extrem unterschiedlich und trotzdem wie Pech und Schwefel. Während Eden mit Ihrer großen und schlanken Figur, der gebräunten Haut und den langen blonden Haaren eher einem Model ähnelt, ist Jess klein, mager und bleich. Sie wechselt ständig ihre Haarfarbe z.b von blau zu knallrot, hat Piercings und ist tätowiert.

Eines Morgens erreicht Jess die schreckliche Nachricht dass Eden nicht nach Hause gekommen und spurlos verschwunden ist. Was ist passiert? Wo ist Eden?

Die Geschichte wird in verschiedenen Zeitebenen aus Jess´ Ich-Erzählperspektive erzählt. Während die Hauptebene chronologisch abläuft und mit dem Tag nach Edens verschwinden beginnt, werden Kapitelweise immer wieder Rückblicke der letzten Jahre eingestreut.

In diesen Kapiteln erfährt man viel über Jess´ und Edens Freundschaft und man erfährt auch was für schlimme Dinge beide bereits durchleben mussten. Diese Dinge bekommt man von der Autorin allerdings sehr gekonnt nur häppchenweise serviert, so dass die Geschichte immer spannender wird und man unbedingt wissen möchte was den beiden wiederfahren ist und ob diese Ereignisse mit Edens Verschwinden im Zusammenhang stehen…

An dieser Stelle möchte ich auch unbedingt noch auf das Erscheinungsbild des Buches eingehen denn eigentlich ist mir das Cover und die Aufmachung eines Buches immer völlig egal denn es kommt ja schließlich auf den Inhalt und nicht auf die Aufmachung an, aber diesmal möchte ich doch etwas dazu sagen.

Das Cover ist einem freundlichen und hellen Blau gehalten, es zeigt eine Kinderzeichnung und der Innenteil des Buches ist knallig grün. Alles deutet auf eine leichte Jugendgeschichte hin und auch der Titel „Eden Summer“ lässt nicht wirklich auf den Inhalt schließen.

Die Gestaltung des Buches steht nämlich im ziemlichen Kontrast zur Geschichte (was ich wirklich klasse finde, ist auf jeden Fall mal eine interessante und ungewöhnliche Idee) denn die Geschichte ist eher düster, schwermütig und melancholisch. Das Buch ist für Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren gedacht und dieser Altersempfehlung kann ich gut zustimmen, nur sollte man keine flockig leichte Jugendliteratur erwarten.

Bei diesem Buch handelt es sich um einen Jugendthriller über Freundschaft, Trauer, Hoffnung, Liebe, Loyalität, Werte, Individualismus und noch einiges mehr. Eine sehr vielschichtige Geschichte die ich auf jeden Fall empfehlen kann!

Ein wirklich gutes Buch!

Liz Flanagan hat in verschiedenen Positionen, in diversen Kinderbuchverlagen gearbeitet. Sie promoviert zurzeit in  Creative Writing an der Leeds Trinity University und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in West Yorkshire.

 


Genre: Kinder- und Jugendbuch
Illustrated by Aladin

Im Wolfsland

Wolfsland»Wolfsland – erlebe das Abenteuer deines Lebens«, steht auf dem Werbeprospekt des Schullandheims, in das die 14-jährige Lou mit ihrer Klasse fährt. Der Slogan verspricht nicht zu viel, wie sich bald erweist. Im Grenzland zu Polen wird aus einer harmlosen Exkursion zu Bildungszwecken unversehens ein Kampf gegen gewissenlose Machenschaften. Und Lou ist mittendrin. Die Ereignisse überstürzen sich, als die Waise sich gegen Mobbing zur Wehr setzt und vorzeitig nach Hause geschickt werden soll. Lou reißt aus. In den einsamen Wäldern trifft sie nicht nur auf Wölfe, sondern auch auf den rätselhaften Lupo, der sich hier versteckt hält. Plötzlich befinden sie sich beide auf der Flucht – vor den Suchtrupps auf der Spur der vermissten Schülerin und vor den Wilderern, die hinter den Wölfen her sind. Wenige Tage und Nächte stellen Lous Leben auf den Kopf. Am Ende erkennt sie: Ich bin nicht allein.

Zum Inhalt brauche ich gar nicht mehr zu schreiben, da der Klappentext schon ausführlich genug ist.
Die Protagonistin Lou, aus deren Ich-Erzählperspektive die Geschichte erzählt wird, war mir zuerst nicht besonders sympathisch. Eine Außenseiterin die von ihren Mitschülern nicht akzeptiert wird, woran Sie meiner Meinung nach aber auch teilweise selbst schuld ist und die auch zu Ihren neuen Pflegeeltern durchaus netter sein könnte. Auf das Schullandheim und das Erforschen der Wälder hat Lou mal gar keine Lust und auch zu ihrer Zimmergenossin, das einzige Mädchen, das wirklich nett zu ihr ist, ist sie nicht gerade freundlich.

Dann überschlagen sich die Ereignisse und durch mehrere unglückliche Zufälle verschlägt es Lou alleine in den Wald, wo sie sich mit allerlei Gefahren wie Wilderern, Kälte und tagelangem Hunger auseinandersetzen muss.

Diese Tage verändern Lou, sie schließt endlich Freundschaft und zwar mit einem Jungen, der gemeinsam mit den Wölfen in den Wäldern lebt. Lou bekommt durch ihn endlich Verantwortungsbewusstsein und einen Freund.

Das Buch ist ganz nett, hat mich aber nicht umgehauen. Ich lese recht oft Kinder- und Jugendbücher und habe schon Besseres gelesen. Das Buch ist laut Verlag für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren geeignet, aber ich glaube, dass ein 15-jähriger das Buch bestimmt  zu unspektakulär finden würde, obwohl der Klappentext ja durchaus sehr spannend klingt. Aber gerade der Klappentext nimmt der Geschichte auch schon die Spannung denn er verrät eigentlich schon zu viel.

Die Geschichte ist nicht wirklich langweilig und wie gesagt ganz nett. Ich möchte sie nicht unnötig schlecht reden, aber mehr als „nett“ ist das Buch meiner Meinung nach halt nicht. Teilweise ist die Handlung auch recht vorhersehbar und es fehlt einfach das gewisse Etwas.

Uta Reichardt wurde 1970 geboren und hat osteuropäische Geschichte und Politikwissenschaften studiert. Außerdem absolvierte Sie eine Ausbildung bei der Polizei und schrieb für eine Lokalzeitung. Sie lebte mehrere Monate in Sankt Petersburg. 2013 erschien ihr erstes Kinderbuch „Verflixt und zugeMÄHt“, ein rasanter Schafskrimi mit zwei chaotischen Stoffschafen in den Hauptrollen. Sie arbeitet außerdem als Marketingassistentin und studiert literarisches Schreiben und Kulturjournalismus. Uta Reichardt lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Stuttgart.

 


Genre: Kinder- und Jugendbuch
Illustrated by Fabulus Verlag

Level (Silo Band 2)

Level2049. Die Erde ist unbewohnbar. Nur wenige haben überlebt. Ihre letzte Hoffnung liegt tief unter der Oberfläche. Im einzigen Ort, an dem sie noch sicher sind. Im Silo. Doch ihre Sicherheit hat einen hohen Preis: In den Silos wird das Leben autoritär organisiert und streng reglementiert. Und es fordert Opfer. Als ein Aufstand ausbricht, muss der Wärter Troy alle Bewohner in den sicheren Tod schicken. Doch Troy weiß mehr über die Silos, als alle vermuten …

Ich konnte es gar nicht erwarten den zweiten Teil der „Silo-Trilogie“ zu lesen und war dann zuerst einmal ein wenig enttäuscht.

Die Personen, die man im ersten Band so liebgewonnen hat und mit denen man so sehr mitfieberte, tauchten gar nicht auf. Der erste Band endete an einer sehr spannenden Stelle, und ich bin fest davon ausgegangen, dass der zweite Band genau dort wieder ansetzen würde. Aber das tut er leider nicht.

Die Geschichte beginnt im Jahr 2049. Das ist das Jahr, in dem alles begann und der Silo geplant und gebaut wurde. Die Hauptfigur ist der Mitte 30-jährige Donald, ein Abgeordneter, der in Washington für den Senator arbeitet. Eher unfreiwillig wird Donald mit der Planung des Silos beauftragt und eine Zeitlang weiß er auch gar nicht so genau, warum er so einen Silo überhaupt bauen soll und was genau er eigentlich tut.

Die Geschichte springt kapitelweise in verschiedenen Zeiten hin und her, denn während viele Kapitel von Donald im Jahr 2049 erzählen, gibt es auch Kapitel über einen Mann namens Troy und sein Leben im Silo im Jahr 2110. Diese Kapitel haben mich zu Anfang etwas genervt, denn sie sind teilweise recht konfus, man versteht vieles nicht und einige Sachen scheinen keinen Sinn zu ergeben. Diese Ungereimtheiten klären sich im Laufe des Buches natürlich wie erwartet auf aber nervig fand ich das schon.

Im Laufe der Geschichte gibt es dann immer mehr Zeitsprünge, und das Buch umfasst insgesamt eine Zeitspanne von 300 Jahren. Da ich kein großer Fan von Science-Fiction bin, fand ich es auch nicht so toll, dass doch einige (für meinen Geschmack zu freakige) Elemente wie z.b das 100-jährige Einfrieren und Wiederauftauen von Menschen vorkommen.

Zwar ist es super, dass man in diesem Band nun endlich erfährt, was überhaupt mit der Welt passiert ist, wie es zu allem gekommen ist und wer die „Hintermänner“ des Silos sind. Aber für meinen Geschmack waren diese ganzen Erläuterungen etwas zu umfangreich. Ich habe bei Endzeitgeschichten selten erlebt,  dass sich ein Autor so umfangreiche Gedanken über die Entstehung seiner Welt gemacht hat und dies so extrem detailliert erläutert und ziehe davor wirklich meinen Hut. Aber manchmal ist weniger halt einfach mehr.

Während ich den ersten Band quasi inhaliert habe, musste ich mich hier teilweise zwingen, weiterzulesen da manche Kapitel einfach zu detailliert und somit langatmig waren. Nicht, dass diese Kapitel uninteressant waren, aber es fehlte einfach der „Pep“ des ersten Bandes.

Bei der Hälfte schlägt die Geschichte dann zum Glück aber um, gewinnt deutlich an Tempo und ich konnte das Buch dann auch wieder kaum aus der Hand legen.

Und gegen Ende passierte dann endlich das, worauf ich die ganze Zeit gewartet (und womit ich gerechnet hatte): Die Figuren aus Band eins und Band zwei treffen aufeinander und man sieht einiges nochmal mit ganz anderen Augen.

Trotz einiger Schwächen ein sehr guter zweiter Band, den man aber nicht mit dem umwerfenden ersten Band vergleichen kann.

Ich freue mich aber jetzt schon sehr auf den dritten und letzten Band.


Genre: Dystopie, Endzeitgeschichten
Illustrated by Piper Verlag München

Der letzte Überlebende

ÜberlebendeSam war gerade mal 13 Jahre alt, als die Wehrmacht in Polen einmarschierte. Mit der Familie lebte er in einem oberschlesischen Städtchen, der Vater war Schneider und stopfte den Leuten die Hosen. Da wurde aus dem Städtchen ein Ghetto, und Sam, der damals noch »Szlamek« hieß, war mittendrin. Er überlebte, auch den Todesmarsch nach Auschwitz, die Selektion durch Mengele, die Zwangsarbeit, den Schiffbruch auf der Cap Arcona. All das erlebte Sam in den kurzen Jahren seiner Kindheit und Jugend. Vierzehn Mal entging er dem Tod. Der Krieg ließ keine Möglichkeit, an ein Morgen zu denken. Und wen interessierte nach dem Krieg das Gestern? Am Ende seines unglaublichen Lebens gelingt es Sam Pivnik, einem der letzten Überlebenden von Auschwitz, darüber zu sprechen.

Sam wuchs in ärmlichen aber glücklichen Verhältnissen im oberschlesischen Städtchen Bedzin auf. Der Vater arbeitete als Schneider, die Mutter war Hausfrau. Sam und seine 5 Geschwister gingen zur Schule und freuten sich jedes Jahr auf den Sommer, den sie im ca. 80 Km entfernten Örtchen beim Onkel verbrachten.

Zwar gab es auch vor dem Krieg schon immer Reibereien mit nicht jüdischen Familien denn Juden waren noch nie besonders gut angesehen aber als am 1. September 1939 die Deutschen in Polen einfielen, änderte sich alles und plötzlich waren die Juden DER „Feind“ schlechthin.

Der Ort Bedzin wurde bombardiert, viele Leute flüchteten aber Sam und seine Familie blieben. Schon sehr bald herrschten Nahrungsmittelknappheit und bittere Armut aber als jüdische Familie brauchten die Pivniks gar nicht erst mit Unterstützung, egal von welcher Seite, zu rechnen. Die Lage wurde immer schlimmer und schon bald musste die Familie ihre Wohnung aufgeben denn auch in Bedzin wurden am Stadtrand die ersten Ghettos errichtet und Juden durften nicht mehr in ihren gewohnten Umgebungen wohnen. Auch in den wenigen Geschäften in denen sie vor kurzem noch Lebensmittel erwerben durften gab es für sie bald nichts mehr zu essen …

Dann wurde eines Tages auch das Ghetto geräumt und die Juden sollten „umgesiedelt“ werden. Es entstanden Tumulte und viele Familien die sich weigerten wurden erschossen. Sam und seine Familie versteckten sich mehrere Tage aber der drohende Hungertod und die Angst vor dem verdursten ließen sie schließlich kapitulieren und so wurde auch die Familie Pivnik in einen überfüllte Zug gepfercht und abtransportiert … Die Reise endete in Auschwitz-Birkenau, dem berühmtesten und grausamsten „Arbeitslager“ der NS Zeit.

Bereits bei der Ankunft an der „Rampe“ wurde Sam von seiner Familie getrennt denn er wurde nach rechts geschickt, seine komplette Familie aber nach links in die Gaskammern. Die nächsten Jahre erlebte Sam eine unvorstellbare Hölle und es ist bis heute noch unglaublich dass er diese überhaupt überlebt hat.

Die Geschichte beginnt mit Sams Erzählungen darüber wie er schwer erkrankt mit „Judenfieber“ (Typhus) auf der Krankenstation in Auschwitz-Birkenau erwacht und nur knapp dem Tode entkommt weil ihn der berüchtigte Dr. Mengele trotz seiner schweren Krankheit doch nicht in die Gaskammer bringen lässt.

Dann macht die Geschichte einen Sprung zurück und in den ersten Kapiteln wird über Sams Kindheit in Bedzin vor dem Krieg, den Sommern auf dem Land und seinem bisherigen Leben erzählt. Dann geht alles rasend schnell und die Geschichte entwickelt ein dramatisches Tempo! Mit unglaublich viel Detailgenauigkeit und einem enormen Erinnerungsvermögen (auch was Namen von Personen und Daten betrifft) durchlebt man quasi gemeinsam mit Sam die unvorstellbar schrecklichen Jahre der Gefangenschaft.

Selbstverständlich wird die Geschichte aus Sams Ich- Erzählperspektive erzählt, so dass man wirklich das Gefühl hat Sam zu begleiten! Man kann es sich eigentlich nicht vorstellen dass überhaupt ein einziger Mensch dieses Grauen und diese Willkür überlebt hat aber Sam hat es geschafft und er ist dem Tod unzählige Male nur ganz knapp entkommen.

Ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen, es war extrem spannend, hat mich extrem ergriffen und mehr als einmal sind mir Tränen in die Augen gestiegen. Unfassbar was Sam alles erleben und erdulden musste.

Natürlich haben wir alle schon unzählige Bücher über den Holocaust gelesen (in der Schule wurde man ja jahrelang mit fast nichts anderem überschüttet) aber dieses Buch war das Beste aber auch grausamste das ich je zu diesem Thema gelesen habe.

Jeder kennt mit Sicherheit auch unzählige Reportagen über die Judenvernichtung in den verschiedenen Konzentrationslagern aber es ist doch noch mal etwas ganz anders wenn es um Einzelschicksale geht und man die Figur/Person quasi auf einem jahrelangen Leidensweg begleitet, mit ihr mitfiebert und eine emotionale Bindung zu ihr aufbaut.

Sams Geschichte ist auch etwas ausgewöhnlicher als die anderer Juden, denn Sam hatte zumindest ein wenig Glück im Unglück. Während die meisten Juden nur kurze Zeit in Auschwitz arbeiten „durften“ und dann ins Gas geschickt wurden, kam Sam irgendwann raus aus Auschwitz und musste in einem alten polnischen Kohlebergwerk arbeiten. Auch dort war das Leben die Hölle auf Erden aber dort hat er überlebt.

Sehr interessant fand ich auch dass man durch Sams Erzählungen von vielen SS-Leuten erfährt, von denen man vorher noch nie etwas gehört hat, einfach weil sie nicht so bekannt sind/waren. Sie standen den „hohen Tieren“ an Grausamkeit aber in nichts nach.

Sam überlebte nicht nur Auschwitz, das polnische Bergwerk und den Todesmarsch kurz vor der Befreiung, sondern auch die Bombardierung des Schiffes „Cap Arcona“ auf das er mit unzähligen anderen überlebenden Juden von der SS zusammengepfercht wurde. Es ist wirklich unglaublich wie oft Sam dem Tod entkommen ist, ich glaube es gibt keinen Menschen der mehr Schutzengel auf seiner Seite hat.

Auch von diesen Ereignissen erzählt Sam ausführlich, und ich habe jedes Wort verschlungen.

Sehr gut finde ich auch dass man auch viel über Sams späteres Leben nach dem Krieg erfährt. Man erfährt wie die erste Jahre verlaufen sind, wie es ihm ergangen ist, was aus ihm geworden ist und wie er alles verkraftet hat. Erstaunlich dass man so eine Jugend und solche Erlebnisse überhaupt verkraften kann.

Außerdem erfährt man auch, was aus gewissen SS-Monstern aus Auschwitz geworden ist, denn selbstverständlich haben Sam diese Jahre nie wieder losgelassen, und er hat immer versucht zu verfolgen, was aus seinen Peinigern geworden ist und hat auch einiges unternommen um zumindest ein paar dieser Monster zur Rechenschaft zu ziehen. Auch darüber wird in den letzten Kapiteln ausführlich berichtet und das hat mir ausgesprochen gut gefallen.

In der Mitte des Buches findet man 15 Seiten mit Originalfotos von Sam und seiner Familie, von der Befreiung und auch aus seinem späteren Leben. Diese Fotos haben mich auch sehr berührt und bringen einen das Buch NOCH einmal ein Stück näher.

Ich könnte noch ewig weiterschreiben aber irgendwann muss ja auch mal Schluss sein. Ich hoffe meine Rezension kann diesem Buch irgendwie gerecht werden denn es ist ein absolut großartiges Werk und unbedingt zu empfehlen!!

Allerdings ist es nichts für schwache Nerven, es ist extrem heftig.

Ganz, ganz großes Kino. Ich bin extrem begeistert!!

Sam Pivnik wurde 1926 in Oberschlesien geboren und lebt heute in einem Seniorenheim in London


Genre: Biographien, Erfahrungen
Illustrated by Theiss

Silo

SiloIn einer feindlichen, zerstörten Umwelt gibt es nicht mehr viele Menschen. Sie haben sich in ein riesiges Silo unter der Erde geflüchtet. Um zu überleben, müssen sie die strengen Regeln des Silos befolgen. Aber einige Wenige tun das nicht. Sie sind gefährlich. Sie wagen es zu hoffen und zu träumen und stecken andere mit ihrer Hoffnung an. Ihre Strafe ist einfach und tödlich. Sie müssen nach draußen. Raus aus dem Silo. Juliette ist eine von ihnen. Vielleicht ist sie die Letzte.

 

Die Erde ist unbewohnbar, die Luft giftig! Seit mehreren Hundert Jahren leben die letzten Menschen in einem riesigen unterirdischen Silo auf 144 Stockwerken unter der Erde und wissen eigentlich nichts über die Außenwelt oder die Menscheitsgeschichte denn dieses Wissen ist verloren gegangen … Die Regeln im Silo sind streng denn nur so ist das Überleben möglich. In welchem Jahr die Geschichte spielt wird leider nicht erwähnt.

Das Silo ist in 3 große Bereiche unterteilt. In den oberen Stockwerken sitzt die Bürgermeisterin, eine gute und liebenswürdige aber auch naive Frau die nur das Beste für Ihr Volk will. Außerdem gibt es dort die Polizeistation, eine von mehreren Kranken- und Säuglingsstationen und eine von mehreren Hydrofarmen, auf denen Gemüse angebaut wird und sogar ein paar Nutztiere wie Kaninchen und Schweine gehalten werden.

Der wirkliche Strippenzieher des Silos ist allerdings die IT Abteilung die sich in der Mitte des Silos befindet und alles peinlich genau überwacht und kontrolliert. Jeder hat seine Aufgaben zu erfüllen, es gibt Träger, die den ganzen Tag zwischen den verschiedenen Stockwerken auf und abgehen um Lebensmittel oder Nachrichten zu übermitteln.

Auch Partnerschaften und Familiengründungen werden strengstens überwacht, denn der Platz im Silo ist schließlich begrenzt. Paare, die sich offiziell als solche eintragen lassen, dürfen erst ein Kind kriegen, wenn sie in der Lotterie gewinnen und diese Lotterie findet nur dann statt, wenn Jemand gestorben ist und seinen Platz quasi für einen neuen Menschen freigegen hat.

Um die Kontrolle nicht zu verlieren, gelten aber auch noch ganz bestimmte und extrem strenge Regeln, denn es ist z.b absolut verboten, das Silo zu hinterfragen, Fragen über die Außenwelt zu stellen oder sogar nur von der Außenwelt zu sprechen oder gar den Wunsch zu äußern das Silo zu verlassen. Dies sind die schlimmsten Verbrechen die man im Silo begehen kann und ziehen den Tod durch die „Reinigung“ nach sich.

Oberhalb des Silos gibt es nämlich einen Turm, der mit Kameras ausgestattet ist und über diese Kameras werden Bilder der Außenwelt in die erste Etage des Silos übertragen. Die Menschen aus der ersten Hälfte des Silos kommen nach Feierabend gerne dorthin um einen Blick auf die Außenwelt zu werfen, obwohl diese immer trostlos, grau und leer ist. Sandstürme verschmutzen die Kameralinsen aber immer wieder, so dass die Sicht getrübt wird und zwar so lange, bis wieder eine Reinigung ansteht und die Verurteilten zum Säubern der Linsen aus dem Silo verbannt werden. Sie bekommen zwar einen Schutzanzug, aber ihr Tod ist unausweichlich, denn die giftige Atmosphäre zersetzt die Anzüge innerhalb kürzester Zeit.

Das Silo ist so gewaltig, dass es 1-2 Tage dauert, die gigantische Wendeltreppe komplett zu beschreiten und von ganz oben bis ganz unten zu gelangen. Dort in den Tiefen des Silos sitzt die Mechanik und dort lebt und arbeitet die 34-jährige Juliett leidenschaftlich an ihren Pumpen und Generatoren, um den Menschen im Silo das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Sie interessiert sich nicht die Bohne für die oberen Etagen des Silos oder gar die Außenwelt sondern ist als Mechanikerin einfach nur zufrieden.

Eines Tages hinterfragt der Sheriff des Silos zu viel und wird zur Reinigung verurteilt, so dass nun ein neuer Sheriff her muss. Die Wahl fällt auf Juliett, denn die clevere und fleißige Frau hat in der Vergangenheit bereits einmal bei polizeilichen Ermittlungen in der Mechanik geholfen und interessiert sich absolut nicht für die Außenwelt –eine perfekte Frau für diesen Posten also.

Juliett ist zuerst gar nicht begeistert über ihre Beförderung, denn ihr Herz schlägt für die Mechanik, sie lässt sich dann aber doch auf den Job ein und zieht in den oberen Bereich des Silos. Dort fängt sie an das Vergehen des alten Sheriffs zu hinterfragen, beginnt in dieser Richtung heimlich zu ermitteln und stößt dabei auf jede Menge Ungereimtheiten was das Silo und die Außenwelt betrifft.

Endlich mal wieder eine richtig geniale und ausführliche/umfangreiche Dystopie, von der ich völlig begeistert bin. Ideal für Leute, die sich gern so richtig in Endzeitgeschichten festfressen denn dazu ist das Buch mit seinen 530 Seiten bestens geeignet. Von Anfang an ist die Geschichte sehr spannend und hat mich voll in ihren Bann gezogen. Teilweise konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. „Silo“ ist der erste Teil einer Trilogie und schon bevor ich das Buch auch nur zur Hälfte durch hatte, habe ich mir die anderen beiden Bücher besorgt.

Tolle Charaktere, eine außergewöhnliche und detailliert erschaffene Welt, unerwartete Wendungen, viel Spannung –was will man mehr?

Für Endzeitfans wirklich ganz großes Kino, ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen und werde jetzt gleich direkt mit dem zweiten Teil „Level“ beginnen!

Hugh Howey wurde 1975 geboren und verdiente sein Geld als Skipper, Bootsbauer, Dachdecker und Buchhändler, bevor er als Romanautor erfolgreich wurde. Sein Endzeitthriller »Silo« war eigentlich als Erzählung angelegt, fand aber so  überwältigend viele Leser dass schließlich ein Roman daraus wurde. Mit Silo gelang ihm auch der internationale Durchbruch. Inzwischen verkaufte sich die Trilogie weltweit mehr als 3 Millionen Mal. Hugh Howey lebt mit seiner Frau in Jupiter, Florida.


Genre: Dystopie, Endzeitgeschichten
Illustrated by Piper Verlag München

Tief im Wald und unter der Erde

tief-im-waldEine einsame Bahnschranke im Wald, dunkle Nacht. Seit an diesem Ort vier ihrer Freunde bei einem mysteriösen Unfall ums Leben kamen, wird Melanie von panischer Angst ergriffen, wenn sie hier nachts anhalten muss. Denn jedes Mal scheint es ihr, als krieche eine dunkle, schemenhafte Gestalt vom Waldrand auf ihren Wagen zu. Niemand glaubt ihr – bis die junge Jasmin Dreyer verschwindet, und ihr Fahrrad an der Bahnschranke gefunden wird…
 

Ein etwas unpassender Klappentext denn Melanie und Jasmin sind nur Nebenfiguren die nach ein paar Seiten auch schon wieder verschwunden sind.
Die Hauptfiguren sind die junge Polizistin Nele Karminter und Ihre Kollegin/Freundin Annouschka Rossberg, die alles daran setzen um denjenigen zu schnappen, der innerhalb von drei Tagen, drei Frauen entführt hat und sie vermutlich tief im Wald und unter der Erde, in der Nähe von Lüneburg gefangen hält…!

Nach anfänglichen, für meinen Geschmack etwas zu schleppenden Ermittlungen, entwickelt sich die Geschichte und wird ziemlich rasant und spannend.

Im Vordergrund steht die junge Polizistin Nele, die bei diesen Ermittlungen einen ziemlichen Spagat zwischen Beruf und Privatleben absolvieren muss und natürlich der Entführer, über den man im Laufe der Geschichte sehr viel erfährt. Man bekommt Einblicke in sein Leben und seine fürchterliche Kindheit, was mir gut gefallen hat.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Neles Sicht, der Sicht der entführten Frauen, der Sicht des Entführers und auch aus Annouschkas Sicht erzählt, was mir ebenfalls gut gefallen hat. Auch dass manche Szenen/Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden fand ich klasse.
Die Geschichte ist streckenweise schon sehr brutal und blutig, dies hält sich aber noch in Grenzen.

Alles in allem ist es ein spannendes und sehr kurzweiliges Buch. Umgehauen hat es mich allerdings nicht, da hab ich von Herrn Winkelmann schon Besseres gelesen (z.b „Die Zucht“ oder „Kill Game“) denn „Tief im Wald und unter Erde“ ist bereits das vierte Buch dass ich von Andreas Winkelmann gelesen habe, da waren die Erwartungen natürlich auch dementsprechend groß…!

Empfehlen kann ich das Buch aber auf jeden Fall!


Genre: Thriller
Illustrated by Goldmann München

Memento

mementoSchneemannwettbewerb in Minneapolis. Auch die beiden Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth bauen fleißig mit, als plötzlich ein Kind wie am Spieß zu schreien beginnt. Die Mittagssonne hat einen Schneemann zum Schmelzen gebracht und sein makabres Innen-leben enthüllt – einen toten Polizisten. Als einen Tag später eine zweite Leiche in einem Schneemann in Dundas County entdeckt wird, machen sich die Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth inmitten eines Blizzards auf den Weg nach Norden. Dort, am gefühlten Ende der Welt, entdecken sie mehr, als ihnen lieb ist…

Ich erwühlte dieses Buch auf einem Flohmarkt und nahm es spontan mit. Erwartet hatte ich nicht viel, höchstens einen netten 0 8 15 Thriller der mir die Zeit vertreibt bis ich mir neues Lesefutter herangeschafft habe und mit dem ich mein „Notfallregal“ wieder aufrüsten kann…!

Bekommen habe ich aber einen richtig guten, spannenden und kreativen Thriller den ich gar nicht mehr aus der Hand legen wollte und den ich blitzschnell durch hatte!

Die Geschichte entwickelte sich in eine völlig andere Richtung als ich es erwartet hatte und die beiden Ermittler haben mir mit ihrem Witz, ihrem Zynismus und bissigem Humor außerordentlich gut gefallen!

Die Geschichte startet im sehr verschneiten Minneapolis, die Ermittlungen führen Gino und Leo dann aber an den Arsch der Welt, in das große aber sehr dünn besiedelte Dundas Country in Minnesota, wo Fuchs und Hase sich noch gute Nacht sagen und wo seit Tagen ein schrecklicher Schneesturm wütet…

Bei Ihren Ermittlungen bekommen Gino und Leo immer wieder Hilfe von ein paar merkwürdigen/freakigen Computerspezialisten die auf einer Ranch, der „Monkeewrench“ leben und arbeiten und auch diese Figuren haben mir gut gefallen!

Leider kann ich nicht mehr zur Geschichte schreiben da ich sonst schon zu viel verraten würde aber das Buch lohnt sich, ich fand es einfach super!

Auch das Ende fand ich gut denn es handelt sich nicht um ein ewig gleiches „Friede-Freude-Bratkartoffelende“ sondern es bleibt vieles offen und „Recht und Unrecht“ sind auch nicht eindeutig zuzuordnen, was zum nachdenken anregt…!

Jetzt habe ich erfahren dass dieses Buch zu einer ganzen Reihe von Büchern über die Detectives Leo Magozzi, Gino Rolseth und die „Monkeewrench“ gehört und ich hier Band 4 gelesen habe. Das war aber überhaupt nicht schlimm denn dieses Buch kann prima auch unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden, mir ist nichts aufgefallen…!

Jetzt werde ich mir aber auf jeden Fall noch die anderen Bände besorgen und hoffe dass mir diese dann auch so gut gefallen wie dieses Buch…!

P.J. Tracy ist das Pseudonym eines Autorenteams welches aus Mutter und Tochter besteht. Die ehemaligen Drehbuchautorinnen erzielten mit ihrem Krimidebüt „Spiel unter Freunden“ einen internationalen Überraschungserfolg, der von Lesern und Kritikern mit Lob überhäuft wurde. Seitdem schreiben sie erfolgreich an ihrer Serie um das Monkeewrench-Team.


Genre: Thriller
Illustrated by Rowohlt Tb.

Anatomie eines Soldaten

anatomie45 Gegenstände, 1 unvergessliche Geschichte.
Captain Tom Barnes leitet einen Einsatz der britischen Armee, als er auf eine Landmine tritt. Zwei einheimische Jungen werden in den Konflikt hineingezogen, kaum ahnend, was dort geschieht. Auf allen Seiten verändert Gewalt das Leben von Grund auf.
In diesem ungewöhnlichen Roman erzählen die Gegenstände des Krieges: Turnschuhe, Soldatenstiefel, Helm, ein paar Dollar, eine Drohne, ein Fahrrad, ein militärischer Orden, ein Glas Bier, eine Schneeflocke, medizinisches Gerät und eine Landmine.

Ein sehr ungewöhnliches/außergewöhnliches Buch und mir fällt das Rezensieren deshalb auch etwas schwer.

Die Geschichte wird nach und nach aus der Perspektive von verschiedenen Gegenständen erzählt die den Soldaten Tom Barnes bei seinem Einsatz und dem Leben danach begleiten. Da wären zu Beginn z.b die neuen Kampfstiefel, die beschreiben wie Barnes mit Ihren losrennt um sie geschmeidig zu machen und sie einzulaufen oder eine Patrone die sich in seiner Hosentasche befindet. Diese Gegenstände erzählen ziemlich genau was um sie herum passiert. Sie tun dies auf eine recht nüchterne und neutrale Beobachtungsweise, was schreckliche Dinge auf eine ganz verstörende Art irgendwie noch schrecklicher wirken lässt.

Barnes tritt im Einsatz in der Wüste auf eine Tretmine und diese beschreibt z.b sehr detailliert und emotionslos wie Barnes Blut sie besudelt, wie er durch die Luft geschleudert wird und Fleischstücke weggeflogen sind. Auch seine Hundemarke beschreibt dieses Erlebnis aus ihrer sicht.

Die neutrale Beobachtungsweise der Gegenstände vermittelt dem Leser oftmals aber auch eine ganz besondere Nähe und es sind vor allem die medizinischen Geräte, deren Beobachtungen/Berichte mich sehr bewegt haben und die einem dem Soldaten Tom Barnes sehr nahe bringen!

Besonders die Knochensäge, die von Barnes Amputationen erzählt hat mich sehr berührt denn Barnes hat durch die Tretmine beide Beine verloren. Zuerst wird ihm das erste Bein amputiert weil die Verletzungen einfach zu schwer waren um es zu retten und ein paar Tage später muss ihm dann auch noch das zweite Bein amputiert werden da sich eine Infektion eingeschlichen hat. Diese Infektion wurde durch einen Pilz hervorgerufen und eine Pilzspore berichtet wie sie bei der Explosion in Barnes Bein eingedrungen ist und unbemerkt wachsen konnte.

Aber auch die Berichte einer Blutkonserve, des Tubus, des Urinkatheters und dem Klingelknopf an Barnes Bett haben mich sehr bewegt und haben mir am besten gefallen denn diese Gegenstände berichten auch was sie sonst noch mitbekommen haben, so wie z.b die Besuche von Toms verzweifelten Eltern an seinem Krankenbett als er tagelang mit dem Leben rang…!

Auch die Handtasche von Toms Mutter berichtet detailliert (aber nüchtern) über die Verzweiflung die sie beobachten konnte!

Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt und immer wieder gibt es zwischen den Krankenhauskapiteln auch Kapitel aus dem Einsatz und diese Kapitel werden z.b aus der Sicht eines Feldbettes, eines Feldpostbriefes oder Barnes Soldatenrucksack erzählt.

Sehr berührt haben mich auch die Kapitel aus der Reha, die z.b von einem Badezimmerspiegel, seiner Prothese und seinem Rollstuhl erzählt werden.

Interessant finde ich dass die „Zivilgegenstände“ immer über Tom als Person berichten, die Militärgegenstände ihn aber immer nur als die Dienstnummer BA5799 bezeichnen. Eine wirklich gute Idee, so zeigt dies meiner Meinung nach doch sehr gut dass Toms Schicksal kein Einzelfall ist sondern auf unzählige Soldaten zutrifft…!

Die Geschichte ist generell alles andere als einseitig denn die Gegenstände berichten nicht nur von Tom und seiner Familie sondern ein Teil dreht sich auch um die Leute aus dem Kriegsgebiet, hauptsächlich um einen jungen Mann namens Faridum und seine Bauernfamilie.

Faridums Erlebnisse werden z.b durch sein Fahrrad, einen handgewebten Teppich oder einen Sack Dünger wiedergegeben. Ein Kapitel, in dem Faridum in Streit gerät, wird sogar aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt, nämlich einmal aus Sicht des Düngersackes und einmal aus der Sicht von ein paar Turnschuhen.

Sehr bewegend war auch ein Kapitel gegen Ende des Buches, indem eine Schubkarre erzählt wie Faridums Vater die Leiche seines Sohnes in ihr transportiert hat.

Das Buch ist sehr vielschichtig denn es beschreibt das Grauen des Krieges aus wirklich vielen Perspektiven und es gibt auch nicht wirklich „die Guten“ oder „Die Bösen“ sondern die Geschichte zeigt dass alle Seiten gleichermaßen betroffen sind und es „schuldig“ und „unschuldig“ nicht wirklich gibt und die Grenzen fließend sind…!

Als Barnes gelernt hat mit seinen Prothesen klarzukommen, da berichtet ein Bierglas in einer Kneipe wie Barnes über all das denkt was ihm zugestoßen ist und was er erlebt hat einer von Barnes Sätzen hat mich wirklich sehr beeindruckt denn er lautet „Du hast ja keine Ahnung, würden die Leute die mir das angetan haben jetzt zur Tür hereinkommen dann würde ich sie zu einem Bier einladen“.

So traurig und dramatisch diese Geschichte auch ist, sie ist aber auch hoffnungsvoll und steckt voller Zuversicht denn sie Endet mit einem Bericht von Barnes neuer Laufprothese, mit denen er nun sehr oft joggen geht und sich beim Laufen im Wind erleichtert und frei fühlt und voller Zuversicht in die Zukunft blickt…!

Die Geschichte ist so schon etwas Besonderes und wird noch besonderer wenn man weiß dass der Autor als 23 Jähriger Mann tatsächlich im Einsatz war und dort beide Beine verloren hat! Wie viel von dieser Geschichte jetzt tatsächlich autobiografisch ist kann ich nicht sagen aber ich vermute mal eine ganze Menge…!

Ein lesenswertes Buch, was aber auch seine Schwächen hat denn gerade die Berichte aus dem Einsatz waren mir etwas zu viel und zu langatmig! Das Buch ist nichts was man ein fix drei runtergelesen hat und gehört durch seinen sehr ungewöhnlichen Stil und das ernste Thema schon irgendwie zur schwereren Kost, ist aber auf jeden Fall lesenswert und zu empfehlen!

Harry Parker, aufgewachsen in Wiltshire, ging mit 23 Jahren zur britischen Armee und war im Irak und Afghanistan im Einsatz. Er lebt heute er als Schriftsteller und Künstler in London.


Genre: Roman
Illustrated by Benevento

Kontrolle. Macht. Tod.

kontrolle-macht-todEine schöne Frau zu quälen verschafft ihm Befriedigung. Ihren Willen zu brechen ist besser als jeder Sex. Von dieser Erkenntnis führen den Unbekannten nur wenige Schritte bis zum perfide kalkulierten Mord. Das erste Opfer ist eine Jurastudentin, das grausame Spiel beginnt. Es wird sechzehn lange, entsetzliche Tage dauern.Wer steckt dahinter? Die Polizei tappt im Dunkeln, während der 54-jährige Privatdetektiv Molden mitten in die Ermittlungen gerät. Für seine Auftraggeberin verfolgt er Spuren, die sich als trügerisch erweisen, und verliebt sich leidenschaftlich in eine faszinierende Frau. Dabei merkt er nicht, dass er unaufhaltsam selbst in den Fokus des Mörders rückt. Und mit ihm Greta, deren bezauberndes Lachen seinen wunden Punkt berührt.

Molden ist 54 Jahre alt, sieht nicht besonders gut aus, ist eher ein Eigenbrödler und hat weder Familie noch Freunde. Er geht voll auf in seiner kleinen 1 Mann Detektei und außer seiner Arbeit kennt er eigentlich nicht viel…!

Eine Jurastudentin wird ermordet aufgefunden und ein Sohn aus reichem Hause wird anonym verdächtigt mit dem Verbrechen in Verbindung zu stehen. Als dieser aber entlastet wird, will seine reiche Mutter die falsche Anschuldigung aber nicht ungestraft im Sande verlaufen lassen und beauftragt Molden die Identität des anonymen Anrufers herauszufinden…!

Moldern nimmt den Auftrag an und ermittelt dabei völlig anders als die Polizei denn sein Ziel ist ja nicht den wahren Mörder zu fassen sondern den anonymen Anrufer zu enttarnen…!

Eher durch Zufall gerät er dabei tiefer in die eigentlichen Mordermittlungen als er eigentlich wollte und plötzlich befindet er sich in der gleichen Gefahr in der sich auch seine neue Bekannte Greta befindet…!

Die Geschichte wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt, hauptsächlich aber aus Moldens Perspektive. Es gibt aber auch Kapitel die aus der Sicht des ermittelnden Kommissars oder aus der Sicht von Zeugen oder Verdächtigen erzählt werden.

Ein paar Kapitel werden auch aus der Sicht des Täters geschildert, was mir immer ziemlich gut gefällt und damit beginnt das Buch auch. Leider gibt es von diesen Kapiteln nur sehr wenige und schon nach kurzer Zeit hören diese Kapitel fast ganz auf. Dies kam mir ein bisschen vor wie „Anfüttern“ denn das Buch fing sehr spannend und interessant an, wurde dann meiner Meinung nach aber leider nicht mehr als ein recht lahmer 0 8 15 Thriller! Viel Spannung gab es nicht mehr und irgendwie war die Geschichte wirklich nichts Besonderes sondern plätscherte so dahin…!

Die Nebenhandlung (beginnende Liebesgeschichte zwischen Molden und Greta) ist auch nicht sonderlich spannend und deshalb auch recht überflüssig, genau wie manche Kapitel die aus der Sicht von Zeugen/Verdächtigen erzählt werden…!

Gut gefallen haben mir allerdings ein paar Kapitel die aus der Perspektive eines Verdächtigen, geistig behinderten Jungen Mannes erzählt werden aber diese sind auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen…! Auch diese Kapitel gab es direkt zu Anfang des Buches aber dann hörten sie leider schon wieder auf!Das Buch begann wirklich vielversprechend, driftete dann aber in eine völlig andere/langweilige Schiene ab, was ich wirklich schade finde…!

Nach dem Klappentext hatte ich mir deutlich mehr versprochen aber ich kann dieses Buch leider nur als mittelmäßig bezeichnen! Gegen Ende gab es ein paar Wendungen aber ich kann nicht sagen dass diese Wendungen mich wirklich überrascht haben und das Ende an sich war irgendwie auch 0 8 15 mäßig! Auch die Taten des Mörders hab ich mir wesentlich kreativer vorgestellt, mal abgesehen davon dass auch gar nicht sooo intensiv darauf eingegangen wird wie ich gedacht/gehofft hatte…! Damit lockt man echt keinen Hund hinterm Ofen hervor…!

Ein Buch das man lesen kann  wenn man sich die Zeit vertreiben muss (vielleicht in einem Wartezimmer oder in der Bahn/Flugzeug) aber wirklich kein Buch das man gelesen haben muss…!

Klaus Schuker wurde 1959 geboren, ist verheiratet und lebt bei Ravensburg. Bevor er sich ganz dem Schreiben widmete, arbeitete er als Polizeibeamter. Neben Krimis (»Brudernacht«, »Trau keiner Leiche«) veröffentlicht er Kurzgeschichten, Erzählungen und Filmbesprechungen.

 

 


Genre: Thriller
Illustrated by Fabulus Verlag

Casting – Spiel ums Leben

castingLovis ist ein Siegertyp. Geschickt bewegt er sich in der schillernden Spielewelt, deren Gesetze längst in sämtlichen Bereichen des Lebens gelten. Eine Clique von selbstverliebten Juroren hält das Karussel der Castings und Contests in Gang. Sie sorgen mit drastischen Methoden dafür, dass niemand aus der Reihe tanzt. Als Lovis sich mit Jo anfreundet, beginnt er am Sinn der strengen Regeln zu zweifeln. Das Mädchen und er gehen auf gefährliche Touren. Was sie dabei hinter den Kulissen der Vergnügungsmaschinerie entdecken, stellt alles Gewohnte infrage. Mit einigen Gleichgesinnten finden sie Zuflucht in einer alten Manufaktur und proben den Widerstand. Aber Detektive sind ihnen bereits auf der Spur. Wird es den Ausreißern gelingen, sich gegen das übermächtige System zu behaupten und ihren eigenen Ideen zu folgen?

Der 12 jährige Lovis lebt in einer harten Welt. Es gibt kaum noch Arbeit oder gesicherten Wohnraum. Auch Essen und Kleidung sind knapp und um dies alles zu bekommen, sind die Menschen gezwungen an unzähligen Castingshows teilzunehmen denn wer diese gewinnt der kann diese Güter gewinnen, wer verliert der bleibt auf der Strecke.

 
Für den Großteil der Bevölkerung gibt es keine Arbeit und somit kein Geld mehr aber Geld ist auch, zumindest für die Unterschicht der Bevölkerung, sehr nebensächlich und uninteressant geworden. Es gibt für Geld nämlich nichts mehr zu kaufen, keine Nahrung, keine Kleidung und auch sonst nichts…!

 
Geld nur noch dazu da sich die Teilnahmegebühren an den Castingshows leisten zu können denn nur dort können die Menschen durch gewinnen an Kleidung, Nahrung oder Wohnraum kommen.
Wohngewinn ist heiß begehrt aber auch dieser ist immer zeitlich auf höchstens 3 Monate begrenzt denn man möchte ja nicht dass die Castidaten faul und träge werden denn schließlich sollen sie das wohlhabende Publikum unterhalten, das außerhalb der Stadt, gemeinsam mit den Regisseuren, Juroren und Sponsoren der Castingshows im gut abgeriegelten und luxuriösen „St. Privat“ residiert.

 
Ist der Wohngewinn, der ausschließlich aus winzigen Einraumwohnungen in überwachten Wohnbunkern besteht  ausgelaufen, die Nahrung gegessen und die Klamotten zerschlissen, so sind die Menschen wieder gezwungen an Castings teilzunehmen um ihr Überleben zu sichern.
Ist man alt und/oder krank und kann nicht mehr an Castingshows teilnehmen, so wird man „ausgecastet“ und fristet sein Leben zwangsläufig in großen Fabriken denn schließlich braucht man auch Leute die die ganzen Castinggewinne, wie Kleidung anfertigen…!

 
Die Castingsshow selbst sind sehr unterschiedlich. Weit verbreitet sind über klassische Gesangsshows harte sportliche Wettbewerbe, es gibt aber auch Quizshows, Kochshows und vieles mehr.
Als die Castingshows immer härter, ausgefallener und erniedrigender werden, reicht es Lovis und er tut sich mit der gleichaltrigen Jo zusammen, die er bei einer Castingshow kennengelernt hat. Gemeinsam wollen sie gegen das System angehen denn es soll endlich Schluss sein mit den Castings…! Nach und nach finden Lovis und Jo immer mehr Verbündete im Kampf gegen das menschenunwürdige System  und entwickeln einen Plan…!

 
Als ich das Buch angefangen habe, da dachte ich mich erwartet ein Abklatsch der „Tribute von Panem“, nur halt als Kinderbuch aufgemacht  denn das Buch ist für Kinder und Jugendliche von 10-16  Jahren gedacht. Ich wurde aber positiv überrascht denn die Geschichte weicht doch stark von Panem ab. Es handelt sich zwar um ein Kinderbuch, allerdings hab ich es mir wesentlich „kindlicher“ vorgestellt. Man merkt zwar vor allem an Namen und Bezeichnungen (z.b heißt der Juror der Castingshow „Topkoch“ „Donald Meck“ und die Jurorin der Castingshow „Topkult“ trägt den Namen „Kroko Flanell“) aber ansonsten ist es nicht unbedingt als Kinderbuch erkennbar und kann durchaus auch gut von Erwachsenen gelesen werden.
Leider erfährt man nicht genau in welcher Zeit das Buch spielt denn so etwas interessiert mich bei Dystopien/Endzeitgeschichten immer sehr. Es wird aber angedeutet dass die Geschichte irgendwann zwischen 2040 und 2060 spielen muss…! Einzig das Ende hat mir nicht sooo gut gefallen da ich es etwas zu abrupt fand aber ansonsten fand ich das Buch wirklich gut!

Eine spannende und schöne Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt, dem Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung und dem Kampf gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung!

Mir persönlich hat das Buch wirklich gut gefallen und ich kann es auf jeden Fall empfehlen.

Yvonne Richter wurde im Jahr 1956 geboren und studierte zuerst Kunst, bevor Sie eine Ausbildung zur Kunsterzieherin absolvierte.  Anschließend fand Sie bei einem Museum im Nürnberg ihre berufliche Heimat. Dort baute sie das erste mobile Kindermuseum mit auf, bis sie nach der Geburt ihrer Tochter 1990 neue Aufgaben suchte und einige Jahre als Figurentheaterspielerin und Performancekünstlerin arbeitete. Sie blieb dem Kindermuseum aber treu und als sich das  Kinder & Jugendmuseum Nürnberg formte, stieg sie wieder mit ein und gab dem jungen Unternehmen grafisch und gestalterisch ein unverwechselbares Gesicht.
Seit 2008 schreibt Sie Kinder- und Jugendbücher.


Genre: Dystopie, Endzeitgeschichten, Kinder- und Jugendbuch
Illustrated by Fabulus Verlag

Ihr tötet mich nicht

toetetSie ist 16 Jahre alt und im 7. Monat schwanger, als sie auf dem Heimweg von der Highschool überwältigt und in einen Lieferwagen gezerrt wird. Doch die Entführer machen Fehler – Fehler, die ihr vermeintlich hilfloses Opfer kühl kalkulierend registriert. Und der größte Fehler war, sich dieses Opfer auszusuchen. Denn das Mädchen in ihrer Gewalt verfügt über einen messerscharfen Verstand und die einzigartige Fähigkeit, seine Emotionen vollständig zu kontrollieren. Sie weiß, dass es den Kidnappern um ihr Baby geht, und sie selbst nach der Geburt wertlos für sie ist. Also fasst sie einen Plan: Ihr werdet mich nicht töten, ihr werdet mein Kind nicht bekommen – und ich werde mich rächen…

Die Geschichte beginnt am vierten Tag der Entführung. Dies und die Tatsache dass man überhaupt erst nach einer ganzen Weile den Namen des Mädchens erfährt, hat es mir recht schwer gemacht mich in das Buch reinzufinden und eine Bindung zur Hauptfigur aufzubauen.

Man erfährt aber ziemlich schnell dass das entführte Mädchen freikommen wird denn 17 Jahre später schreibt sie Ihre Entführungsgeschichte nieder.

Aus der Ich-Erzählperspektive und teilweise direkt an den Leser gewandt, berichtet das Mädchen ziemlich detailliert und sachlich über Ihre Zeit in Gefangenschaft und später auch von der Entführung selbst und den ersten Tagen nach der Entführung.

Da das Mädchen (ich habe mich dazu entschlossen ihren Namen auch nicht zu nennen) außergewöhnlich intelligent ist und durch eine besondere Ausprägung des Frontallappens auch Ihre Gefühle wie auf Knopfdruck ausschalten kann, schildert sie die Ereignisse nüchtern und sachlich, was auch nicht gerade dazu beiträgt eine Beziehung ihr aufzubauen. Im Gegenteil: Sie weiß wie intelligent sie ist, das lässt sie den Leser deutlich spüren und somit kommt sie nicht sonderlich sympathisch sondern eher überheblich und arrogant rüber! Es fiel mir sehr schwer mich in diese Geschichte reinzufinden und das entführte Mädchen überhaupt zu mögen, obwohl sie einem natürlich schon leidtut denn was die Entführer mit ihr Vorhaben ist absolut grausam! Sie wollen sie so lange gefangen halten bis sie ihr das Kind aus dem Leib schneiden und an wohlhabende, kinderlose Paare verkaufen können…! Das Mädchen lässt aber keine Angst zu und schmiedet mit Hilfe von „Pluspunkten“ (Der Eimer in Ihrer Zelle, einer roten Wolldecke usw) über Wochen einen Plan um aus der Gefangenschaft zu entkommen…!

Dann gibt es noch den FBI Agenten Roger Lui und seine Partnerin „Lola“ die mit dem Entführungsfall betraut werden. Auch Roger hat die ganze Geschichte aufgeschrieben und spricht den Leser zwischendurch immer wieder direkt an. Ich muss gestehen, dass mir die Kapitel über die Ermittlungen auch oftmals besser gefallen haben als die nüchterne Berichterstattung des entführten Mädchens, was sehr ungewöhnlich ist denn meistens finde ich die Ermittlungsbeschreibungen in Büchern zu ausschweifend und schleppend…!

Was mich auch ziemlich gestört/genervt hat: Roger und das entführte Mädchen schweifen in ihren Erzählungen immer wieder stark ab und das teilweise an den unmöglichsten Stellen, so dass ich hätte ausflippen können. Eine super spannende Situation, voll mit Aktion und Schnelllebigkeit und die Autorin lässt die Figuren an eine banale Sache aus der Vergangenheit denken und ausführlich darüber berichten –zum Haare raufen!! Natürlich aber auch ein cleverer Schachzug denn man MUSS einfach weiterlesen und am Ball bleiben und wird noch neugieriger auf die eigentliche Handlung…!

Was mir allerdings sehr gut gefallen hat: Das Mädchen bzw die Frau berichtet in ihren Aufzeichnungen auch recht ausführlich darüber wie es nach der Entführung weiterging. Über Ihr Leben, was aus ihr geworden ist, was aus Agent Lui geworden ist und über die Gerichtsverhandlung nach der Entführung und das hat mir sehr gefallen!

Nachdem ich mich einmal in die Geschichte reingefunden hatte (was aber wie gesagt recht lange gedauert hat), hat mir das Buch gut gefallen! Es hat mich nicht umgehauen aber ich würde es durchaus empfehlen!

Shannon Kirk ist Anwältin und lebt und arbeitet in Massachusetts. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn. Ihr Debütroman »Ihr tötet mich nicht«, wurde von der Presse euphorisch aufgenommen und die Produktionsfirma Next Wednesday sicherte sich gleich nach Veröffentlichung die Filmrechte.


Genre: Psychothriller
Illustrated by Goldmann München

Lebensnacht

lebensnachtMenschen sterben weltweit in großer Zahl, ihre Leichname lösen sich in Pfützen auf, nur Knochen und Kleidungsstücke bleiben übrig. Und der Geruch nach Benzin. Der nicht für möglich gehaltene Super-GAU stellt selbst die Auswirkungen der Atombombe in den Schatten und wird Realität: Die Menschheit steht vor dem Aus.
Professor Harry Kauffmann, Träger des Chemie-Nobelpreises und weltweit anerkannte Koryphäe auf seinem Gebiet, versucht mit seinem Team, den Schaden einzudämmen, der ihm bei seinen Experimenten unterlaufen ist. Er wollte Benzin mithilfe genetisch veränderter Bakterien herstellen. Um die tödlichen Folgen seiner Forschungen zu bekämpfen, fehlen aber die adäquaten Mittel. Ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit beginnt. Wie wird dieser enden?

Harry Kaufmann, der berühmte und geniale Biochemiker hat es geschafft! Er hat Tuberkulose Bakterien genetisch so verändert dass sie Oktan produzieren, woraus dann Benzin hergestellt werden kann. Die Nation feiert ihn denn Deutschland ist nicht länger abhängig vom Benzinimport. Für die Wirtschaft ein unvorstellbar großer Gewinn. Er wird umjubelt und bekommt den Chemienobelpreis verliehen. Doch dann gerät alles außer Kontrolle denn seine Bakterien sind ins Trinkwasser gelangt, sind dort mutiert und haben klamm heimlich 98% der Bevölkerung infiziert.

Nach und nach erleiden immer mehr Menschen heftige Schmerzen und brechen innerhalb von Minuten zusammen. Die Bakterien haben im menschlichen Körper Oktan produziert, dass sie tötet und die Körper zersetzt…!

Diese „Krankheit wird „Oktanose“ genannt und bedroht die gesamte Menschheit denn sie ist hoch ansteckend und tritt innerhalb kürzester Zeit auch weltweit auf! Harry wird vom gefeierten Helden zum größten Unheilbringer der Menschheit degradiert und versucht nun, schockiert und von Schuld zerfressen, gemeinsam mit seinem Bruder, dem Arzt Wolfgang ein Gegenmittel zu finden…!

Die Geschichte wird zu großen Teilen aus der Sicht des 80 jährigen, ehemaligen Biologielehrers Walter erzählt, von dem man erfährt dass die ganze Katastrophe mittlerweile 15 Jahr her ist und die Menschheit jetzt anfängt sich langsam von den Folgen der Oktanose-Seuche zu erholen.

Walter hat nämlich beschlossen alles aus seiner Sicht niederzuschreiben denn er kennt Harry und Wolfgang schon seit deren Kindheit denn er war viele Jahre lang ihr Nachbar und die Jungs gingen bei ihm ein und aus und haben bis heute ein gutes Verhältnis zu Walter.

Die Geschichte umfasst insgesamt also einen Zeitraum von 15 Jahren, wobei aber nur die ersten 4 Jahre wirklich ausführlich thematisiert werden.

Anders als bei vielen anderen Dystopien/Endzeitgeschichten befasst sich dieses Buch nicht hauptsächlich mit der detaillierten Beschreibung der Veränderungen der Welt/Gesellschaft, sonders hauptsächlich mit der Hauptfigur Harry Kaufmann und seinem Kampf gegen die Oktanose. Natürlich erfährt man auch was für Auswirkungen diese Seuche auf die Menschen, die Gesellschaft und die Wirtschaft hat aber nicht so ausführlich wie es in Endzeitgeschichten normalerweise der Fall ist.

Da ich schon sehr viele Dystopien gelesen habe, fand ich das eine gelungene Abwechslung aber ich könnte mir schon vorstellen, dass dies nicht allen Lesern gefallen wird.

Man erfährt sehr viel über Harrys Kindheit und Jugend, seine Arbeit und begleitet ihn bei seinen Forschungen nach einem Gegenmittel. Auch die Beziehung zu seinem Bruder Wolfgang und sein gestörtes Sozialverhalten sind ein großes Thema. Harry ist in dieser Geschichte einfach das Hauptthema.

Außerdem ist die Geschichte sehr „chemisch“ und man bekommt wirklich viele chemische und biologische Erklärungen über die Bakterien, ihr wirken, die Auswirkungen und bekommt detaillierte Erklärungen zu Harrys Versuchen diese zu stoppen.

Ich persönlich war schon immer sehr an Biologie und Chemie interessiert und fand es deshalb sehr interessant, auch wenn es mir ab und zu doch auch etwas zu viel war…!

Ich würde dieses Buch deshalb nicht ausnahmslos jeden empfehlen aber Leute die Endzeitgeschichten mögen und die mal eine lesen wollen die etwas aus der Art schlägt, werden das Buch definitiv mögen.

Ich persönlich fand es spannend und es hat mir wirklich gut gefallen!

 


Genre: Dystopie, Endzeitgeschichten
Illustrated by Fabulus Verlag

Killgame

killgameDas Mädchen hat Angst. Seit Tagen ist sie in einem Verschlag unter der Erde gefangen. Jemand öffnet die Klappe und wirft Laufkleidung herunter. Sie klettert aus ihrem Gefängnis und beginnt zu rennen. In die Freiheit. In den Wald.
Da zischt der erste Pfeil haarscharf an ihrem Kopf vorbei..

Dries Torwellen hat geschworen, seine Nichte Nia zu finden, die von zu Hause ausgerissen ist. Die Spur führt ihn zu einer Lodge in den tiefen Wäldern Kanadas. Ihre Betreiber werben mit einem einzigartigen Urlaubserlebnis. Einem Erlebnis, das alle Grenzen sprengt…

Nia ist gerade 18 Jahre alt und träumt von der großen Freiheit. Nach dem Tod Ihrer Mutter vor 6 Jahren hält sie es zu Hause in Frankfurt nicht mehr aus. Ihr Vater hat den Tod seiner Frau nicht verkraftet, ist dem Alkohol verfallen und versinkt in Selbstmitleid, während er nur noch neben Nia her lebt.

Nia verlässt ihr zu Hause und will schnell etwas Geld verdienen um in Kanada, dem Land Ihrer Träume neu anzufangen und frei zu sein. Da kommt ihr der alte Walter gerade recht den Sie zufällig in einem Schnellrestaurant kennenlernt. Die beiden kommen ins Plaudern, verstehen sich recht gut und Nia erfährt dass Walter ein Haus in den kanadischen Wäldern besitzt. Die beiden beschließen gemeinsam nach Kanada zu gehen, Walter bezahlt Nia den Flug und füttert Sie durch, während Nia den Haushalt schmeißen und sich um den kränklichen Walter kümmern soll. So fliegen Sie nach Kanada aber es kommt alles anders als Nia es sich vorgestellt hat denn Walter ist nicht der harmlose, alte Herr den Nia in Frankfurt kennengelernt hat…!

Als Nia bereits ein paar Tage fort ist, bitten Ihre Großeltern Dries Torwellen, den Zwillingsbruder von Nias Mutter, Ihre Enkelin zu finden denn sie machen sich schrecklichen Sorgen um Nia.

Dries, ehemaliger Polizist und jetzt eine Art Söldner, nimmt Nias Spur auf und folgt ihr nach Kanada, wo er durch die Wildnis streift und auf eine schreckliche Lodge stößt, in der reiche Touristen für 500.000 Euro Jagd auf Menschen machen können…!

Nachdem ich von „Wassermanns Zorn“ etwas enttäuscht war und das Buch lediglich als mittelmäßig einstufen konnte, hat mir „Killgame“, wie bereits schon „Die Zucht“, ausgesprochen gut gefallen!

Die Geschichte braucht zwar ein bisschen bis sie richtig in Gang kommt, denn sie spielt doch recht lange in Frankfurt, ist aber ein keiner Stelle langweilig. Der Wechsel des Handlungsorts in die kanadischen Wälder ist dem Autor sehr gut gelungen, man bekommt einen richtigen tollen und detaillierten Eindruck der Wildnis und man merkt dass der Autor selbst viel Zeit in den Wäldern und beim Jagen mit Pfeil und Bogen verbringt.

Das Buch hat mir super gefallen, einzig die Figur Dries Torwellen fand doch ein wenig überzogen.

Dries ist Mitte 30, ehemaliger Polizist und eine Art Söldner, wobei er sich selbst nicht als Söldner bezeichnet sondern als Mann der noch weiter außerhalb des Systems steht. Er wird beauftragt Leute zu finden die nicht gefunden werden sollen/wollen und ER ist es der abtrünnige Söldner findet und ausliefert. Er ist groß, sieht blendend aus, ist intelligent, ein absolut harter Kerl aber auch gleichzeitig einfühlsam und sensibel. Man hat das Gefühl dass (wenn überhaupt) nur Chuck Norris es mit diesem Bild von einem Mann aufnehmen könnte…! 😉 Die Figur ist einfach zu perfekt angelegt aber das ist ja nur ein kleiner Kritikpunkt und auch nur meine persönliche Meinung.

Ein wenig hat mich auch gestört dass Dries´ Spiritualität (z.b der Glaube an gute und böse Schatten), die er sich auf seinen unzähligen Einsätzen in verschiedenen Krisengebieten der Welt angeeignet hat, auch eine recht große Rolle spielt aber auch das ist ja nur mein persönliches Empfinden…!

Besonders gut gefallen hat mir, dass auch die Touristengruppe recht stark mit einbezogen wird, denn man fragt sich natürlich was für Menschen viel Geld dafür bezahlen ein Mädchen mit Pfeil und Bogen durch die Wildnis zu jagen…!

Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen, es hat mir sehr gut gefallen!


Genre: Thriller
Illustrated by Wunderlich

Albino Devil

albinoEine unberührte Naturlandschaft. Eine fast vergessene Legende. Die Brut der Hölle, die einen harmlosen Abenteuerurlaub in ein blutiges Schreckensszenario verwandelt. Larissa bricht mit drei Freunden zu einem Camping-Trip in den rumänischen Karpaten auf. Phantastische Naturimpressionen, Lagerfeuerromantik und tanzende Hormone sorgen schnell für eine ausgelassene Stimmung, die auch nicht von der Legende des Albino Teufels getrübt wird, von der Medizin-Student Marc erzählt. Schnell jedoch hält der Trip in die Berge mehr Abenteuer für die Gruppe bereit, als ihnen lieb ist. Zudem bemerkt Larissa, dass Marc ein Geheimnis vor den anderen verbirgt. Bald schon entwickelt sich der Ausflug zu einem blutigen Albtraum – und einem Kampf um das nackte Überleben. Abenteuer, Sex und Horror!

Larissa ist Mitte 20 und hat sich dazu entschlossen mit Ihrem lockeren Bekannten Marc und seiner Freundin auf einen Campingtrip in die Karpaten zu gehen. 3-4 Tage sollen es werden, mit einer strammen Wanderroute, tollen Natureindrücken, Lagerfeuer und Übernachtungen im Zelt.

Larissa ist mit Marc gar nicht sooo gut befreundet, will sich diesen Trip aber nicht entgehen lassen. Seine Freundin, mit der Marc erst seit 3 Monaten zusammen ist, kennt sie noch gar nicht.

Mit von der Partie ist Marcs Freund, ein Computer-Nerd der in der wilden Natur eigentlich völlig fehl am Platz ist.

Die ersten zwei Tage verlaufen super, doch dann fängt die Gruppe an sich beobachtet und verfolgt zu fühlen und Marc wird immer nervöser, so als ob ahnt dass etwas ganz und gar nicht stimmt…!

Eigentlich gibt es zu der Geschichte nicht viel zu sagen, die story ist durch Filme wie „the hills have eyes“ oder „wrong turn“ bestens bekannt. In den Wäldern lebt ein seltsam zurückgebliebener Stamm von Männern die u.a unter dem Gendefekt des Albinismus leiden. Sie leben einem großen Höhlensystem und entführen immer wieder Wanderer um u.a frisches Blut in ihren Genpool zu bringen…!

Wer auf Filme wie „The hills have eyes“ oder „wrong turn“ steht der sollte dieses Buch unbedingt lesen denn genau so eine Geschichte bekommt man, nicht mehr und nicht weniger.

Ich Persönlich liebe diese beiden Filme, wusste dass das Buch so sein würde, habe exakt aus diesem Grund gekauft und wurde nicht enttäuscht denn es hat mir ziemlich gut gefallen!

Wer mit dieser Art nichts anfangen kann der sollte aber die Finger von dem Buch lassen denn eine große Handlung darf man nicht erwarten, obwohl ich positiv überrascht war denn ich hatte sogar mit noch weniger Handlung gerechnet. Es gibt zwar viel Gewalt, Metzeleien und auch die eine oder andere Vergewaltigungsszene aber es geht auch viel um die abenteuerliche Flucht und den Kampf gegen die Albinos und das Buch besteht nicht ausschließlich aus Gewaltexessen…!

Dem Autor ist auch durchaus bewusst dass er sich sehr an die von mir erwähnten Filme lehnt und so musste ich schon sehr schmunzeln als zwei der Hauptfiguren an der letzten runtergekommenen Tankstelle am Rand der Zivilisation anmerken „Also irgendwie erinnert mich das hier an „The hills have eyes“ oder „wrong turn“! Diesen Schachzug und dass sich der Autor damit selbst ein wenig auf die Schüppe nimmt fand ich einfach nur cool!

Gut gefallen hat mir auch die Hauptfigur Larissa, die mit Ihren schwarzgefärbten Haaren, den piercings,  Tattoos und einem spezielleren Charakter etwas aus der Rolle fällt…!

Ich kann dieses Buch gut empfehlen aber an  solche (recht flachen) und metzeligen Geschichten auf jeden Fall mögen…!

1978 in Friesoythe geboren, arbeitet André Wegmann seit 2011 als Autor und Texter. Er hat bereits einige Romane und Geschichten aus dem Horror-Genre veröffentlicht.


Genre: Horror
Illustrated by CreateSpace Independent Publishing Platform

Der Junge im gestreiften Pyjama

PyjamaDie Geschichte von »Der Junge im gestreiften Pyjama« ist schwer zu beschreiben. Normalerweise geben wir an dieser Stelle ein paar Hinweise auf den Inhalt, aber bei diesem Buch – so glauben wir – ist es besser, wenn man vorher nicht weiß, worum es geht. Wer zu lesen beginnt, begibt sich auf eine Reise mit einem neunjährigen Jungen namens Bruno. (Und doch ist es kein Buch für Neunjährige.) Früher oder später kommt er mit Bruno an einen Zaun. Zäune wie dieser existieren auf der ganzen Welt.

Bruno ist 9 Jahre alt und wurde im Jahr 1934 geboren. Bis vor kurzem lebte er glücklich und unbeschwert mit seinen Eltern und seiner 12 jährigen Schwester Gretel in einer riesigen Villa in Berlin.

Dann wird Brunos Vater aber befördert, er bekommt eine eindrucksvolle Uniform und alle reden ihn nur noch mit „Kommandant“ an. Bruno ist sehr stolz auf seinen Vater aber dann ändert sich das Leben der gesamten Familie schlagartig denn der „Furor“, ein kleiner, immer ernst dreinblickender und unsympathischer Mann mit einem winzigen Bärtchen hat „Großes“ mit Brunos Vater vor und die Familie muss Berlin verlassen und an einen hässlichen grauen Ort namens „Aus-Wisch“ ziehen. Bruno gefällt es in „Aus-Wisch“ gar nicht, das neue Haus ist viel kleiner und hässlicher, die ganze Umgebung ist trostlos und grau und er hat keine Kinder zum Spielen. Dabei gäbe es Kinder aber die befinden sich hinter einem hohen Zaun, weit in der Ferne und Bruno kann sie von seinem Kinderzimmerfenster aus sehen…! Komisch ist allerdings, dass es für ihn und seine Schwester streng verboten ist sich dem Zaun auch nur zu nähern und noch komischer ist es dass diese Kinder, und auch die Erwachsenen jenseits des Zauns, alle dieselbe Kleidung tragen, nämlich gestreifte Pyjamas…!

Bruno versteht das alles nicht und fragt seine Mutter was das für Menschen sind die sich dort hinter dem Zaun befinden aber er bekommt nur die Antwort „Das sind im Grunde gar keine Menschen“! Jetzt versteht Bruno gar nichts mehr denn wenn das angeblich keine Menschen sind, was sind es dann…?

Bruno findet es weiterhin ganz schrecklich in „Aus-Wisch“, ihn nerven die vielen Soldaten und dass sein Vater kaum mehr Zeit für ihn hat. Außerdem findet er es unfair dass sein Vater sehr viel Zeit hinter dem Zaun verbringen darf und er noch nicht einmal in die Nähe des Zauns gehen soll. Seine Langeweile wird immer größer und so beschließt er eines Tages den Zaun zu erkunden und wandert an ihm über eine Stunde entlang. Als er gerade wieder umkehren will, sieht er einen jungen hinter dem Zaun sitzen der in seinem Alter ist und auch einen dieser seltsamen Pyjamas trägt…!

Von nun an treffen sich Bruno und er junge Schmuel, der ebenfalls 9 Jahre alt ist, jeden Tag heimlich am Zaun und Bruno ist froh Jemanden in seinem Alter gefunden zu haben, auch wenn der Zaun zwischen ihnen ist und sie so nicht zusammen spielen sondern lediglich mit einander reden können.

Bruno und Schmuel beschließen aber dass sie eines Tages miteinander spielen werden, nämlich dann wenn Bruno und seine Familie wieder nach Berlin zurückkehren denn dann kann ihn Schmuel sicher mal in den Ferien besuchen kommen denn beide sind sich einig dass Schmuel und die anderen ja nicht ewig hinter dem Zaun bleiben können…!

Die Geschichte wird aus der Sicht des 9 jährigen Bruno erzählt und hat mich sehr bewegt. Sie ist sehr kurzweilig und man will unbedingt wissen in welche Richtung der Autor die Geschichte treibt. Natürlich ist von vorne herein klar dass es kein happy end geben wird aber man ist doch sehr gespannt darauf wie die Geschichte wohl enden wird…!

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich hab es fast in einem Zug durchgelesen.

Ich habe im Netz ein paar (persönliche) Kritiken zu dem Buch gelesen und finde es ziemlich schade dass es bei manchen Leuten so schlecht abgeschnitten hat. Es wurde nämlich z.b bemängelt, dass das Buch völlig ungeeignet ist um ein realistisches Bild aus dieser Zeit zu vermitteln weil es so viele unrealistische und unmögliche Elemente enthält und das Bild dieser Zeit verzerren würde.

Natürlich ist es absolut unwahrscheinlich dass es ein jüdischer Junge in Auschwitz geschafft hat sich täglich über ein Jahr lang weg zu schleichen um unbemerkt mit einem Jungen auf der anderen Seite des Zauns zu reden und sich mit ihm anzufreunden! Selbstverständlich ist es unrealistisch dass ein 9 jähriger Junge damals nicht wusste was „ein Jude“ oder wer der „Führer“ ist denn dieses „Wissen“ wurde den Kindern damals ja quasi schon mit der Muttermilch verabreicht. Und selbstverständlich ist noch unrealistischer dass auch Brunos Schwester, die bereits 12 Jahre alt ist, auch nicht viel mehr weiß als Bruno! Dies alles und noch viel mehr wurde bei diesem Buch bemängelt und es wurde davon abgeraten das Buch ohne wahre Vorkenntnisse aus dieser Zeit zu lesen weil es halt einen so falschen Eindruck vermitteln würde…!

Aber ganz ehrlich, wer hat denn zu diesem Thema Bitte keine Vorkenntnisse??? Gibt es das überhaupt?? –Ich denke nicht, denn man wird ja bereits in frühester Schulzeit immer wieder an das Thema Nationalsozialismus/Drittes Reich herangeführt!

Außerdem bin ich mir sehr sicher dass der Autor mit diesem Buch kein historisch 1:1 realistisches Werk schaffen wollte sondern völlig andere Absichten hatte…!

Kinder sind völlig unvoreingenommen und behandeln alle Menschen gleich, wenn sie nicht bestimmte Werte (Vorurteile) von den Erwachsenen „lernen“! Außerdem ist es sehr gefährlich Kinder völlig im Dunkeln zu lassen und ihnen gewisse Dinge komplett vor zu enthalten, nur weil sie angeblich noch zu klein dafür sind…!

Ich denke das sind u.a zwei der wichtigsten Aussagen die der Autor mit diesem Buch vermitteln wollte…!

Ein wirklich sehr gutes Buch das ich wärmstens empfehlen kann!!

John Boyne wurde 1971 in Dublin geboren, wo er auch heute lebt. Er ist Autor von vierzehn Romanen. „Der Junge im gestreiften Pyjama“ hat sich weltweit sechs Millionen Mal verkauft, hat zahlreiche internationale Buchpreise gewonnen und ist mit großem Erfolg verfilmt worden. John Boynes Romane wurden in über vierzig Sprachen übersetzt.


Genre: Roman
Illustrated by FISCHER KJB