Isola

isolaZwölf Jugendliche, drei Wochen allein auf einer einsamen Insel vor Rio de Janeiro – als Darsteller eines Films, bei dem nur sie allein die Handlung bestimmen. Doch bald schon wird das paradiesische Idyll für jeden von ihnen zu einer ganz persönlichen Hölle. Und am Ende müssen die Jugendlichen erkennen, dass die Lösung tief in ihnen selbst liegt.

Joy ist 17 Jahre alt und hat sich freiwillig für ein ganz besonderes Filmprojekt gemeldet. Der exzentrische Regisseur Quint Tempelhoff will 6 Jungen und 6 Mädchen 3 Wochen lang auf einer kleinen, komplett Kamera überwachten Insel filmen um daraus hinterher einen Film zusammen zu schneiden, bei dem bisher weder Handlung noch Genre feststeht. Die Jugendlichen sollen sich neue Namen geben und können sich aussuchen ob sie sich selbst spielen oder in eine völlig andere Persönlichkeit schlüpfen. Es gibt nicht viele Regeln, nur dass es keinen Alkohol, keine Drogen und keinen Sex geben darf ist vorgeschrieben.

Bereits am Flughafen wird Joy, die sich auf der Insel „Vera“ nennt, bewusst dass es vielleicht keine gute Entscheidung war sich für dieses Projekt zu melden denn eigentlich ist sie eher eine Einzelgängerin und ziemlich still und schüchtern…! Während der 3 Wochen wird sie allerdings ihren 18. Geburtstag feiern und dann kann sie tun und lassen was sie will und sie will nach der Insel unbedingt noch etwas in Brasilien erledigen, denn zu Brasilien hat sie eine ganz bestimmte Verbindung, was nach und nach deutlich wird…!

Jedenfalls sind die 12 Jugendlichen so unterschiedlich wie es auch nur sein kann und Joy fühlt sich zuerst nicht besonders wohl unter Ihnen…! Nach 3 Tagen auf der Insel, stellt sich dann heraus, dass die Jugendlichen an eine „Spiel“ teilnehmen sollen und das Inselprojekt direkt abgebrochen wird, sollte sich Jemand weigern mitzumachen oder sich nicht an die Spielregeln hält…! Natürlich gerät dieses „Spiel“ ziemlich schnell außer Kontrolle und aus dem anfänglichen Spiel wird bitterer Ernst…!

Die Geschichte wird aus Joys bzw. Veras Sicht erzählt und ist eine sehr nette Mischung aus „Herr der Fliegen“ und Agatha Christies „10 kleine Negerlein“! Dies ist der Autorin aber durchaus bewusst denn sie lässt eine der Figuren sogar die „10 kleinen Negerlein“ erwähnen! Sicherlich ist die Idee nicht wirklich neu aber das Spiel bringt schon frischen Wind in die Geschichte! Aber auch wenn das Spiel nicht Bestandteil der Geschichte gewesen wäre, so hätte sie mir bestimmt trotzdem gefallen denn ich mag es einfach wenn so viele verschiedene Charaktere in einer Ausnahmesituation aufeinandertreffen und kann so etwas immer wieder und in verschiedensten Varianten (oder halt auf einer Insel) lesen und es wird mir nicht langweilig…!

Die Geschichte hält auch ein paar wirklich kreative Überraschungen bereit, allerdings ist sie an ein paar Stellen auch eher durchschaubar…!

Mir hat das Buch gut gefallen, es war sehr kurzweilig und ich kann es gut weiter empfehlen!

Isabel Abedi wurde 1967 geboren und lebt mit Ihrer FAmilie in Hamburg. Sie hat 13 Jahre lang als Werbetexterin gearbeitet und ist inzwischen eine der erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen Deutschlands. Ihr Roman „Whisper“ wurde 2006 für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und Ihr Roman „Isola“ war Spiegel-Bestseller.


Genre: Kinder- und Jugendbuch
Illustrated by arena Würzburg

Die Nachhut

 

NachhutJosef, Otto, Konrad und Fritz hat man blutjung und noch ohne Feindberührung kurz vor Kriegsende 1945 zur Waffen-SS eingezogen. Ihr Auftrag: den ultrageheimen Stützpunkt im Brandenburgischen warm halten, falls der Führer einen Rückzugsraum benötigt. Als sechzig Jahre später der letzte Büchsenöffner abbricht, kommt es in dem vergessenen unterirdischen Bunker nahe dem heutigen Autobahndreieck Wittstock zur Meuterei: Nach weit mehr als einem halben Leben tief unter der Erde, trotz unzähliger Durchhalteparolen und gegenseitiger Beförderungen ist die eiserne Disziplin der mittlerweile steinalten Männer endgültig aufgebraucht, und sie beschließen den Ausstieg. Ans Tageslicht treten vier Don Quichotes der deutschen Vergangenheit, die ein heilloses Chaos anrichten.

Als Fritz im Alter von 17 Jahren, kurz vor Kriegsende, zur Waffen-SS eingezogen wurde, ging alles sehr schnell. Gemeinsam mit 20 anderen, jungen Soldaten, verfrachtete man ihn in einen geheimen Bunker in der brandenburgischen Pampa um dort die Stellung zu halten und auf den Führer zu warten. Dann war der Krieg vorbei und man hat die jungen Soldaten einfach vergessen. Die Jahre zogen ins Land und ohne Kontakt zur Außenwelt, haben die Männer nie erfahren dass der Krieg schon längst vorbei ist.

Dummerweise wurde im Laufe der Jahre aus dem Wald ein Militärübungsgelände und somit hörten die Soldaten im Bunker immer wieder Schüsse und Militärflugzeuge, weshalb für sie feststand, dass der Krieg auch nach 60 Jahren noch im vollen Gang ist und sie die Stellung zu halten haben bis sie neue Befehle bekommen.

Im Jahr 2004 sind lediglich noch 4 von den inzwischen fast 80 jährigen Soldaten übrig, da viele bereits an Altersschwäche oder auch Krankheit verstorben sind. Als dann der letzte Dosenöffner abbricht, nehmen die 4 dies als Zeichen und beschließen nach tagelangem hin und her überlegen doch den Bunker zu verlassen, sich auf den Weg zur „Reichshauptstadt“ zu machen um dort neue Befehle entgegen zu nehmen…!

Otto, der Ranghöchste Soldat, ist bereits Mitte 80, extrem schlecht zu Fuß und wird bei Ihrem Marsch durch kleine, brandenburgische Dörfer deshalb in einem Sessel geschoben. So machen sich die 4 Kammeraden auf den Weg, natürlich extrem vorsichtig und selbstverständlich in standesgemäßer Waffen-SS Uniform und mit Gewehren bewaffnet…!

Auf Ihrem Weg kommen den Soldaten nicht die geringsten Zweifel daran dass der Krieg noch in vollem Gange ist, schließlich sind die Straßen marode, in kleinen Dörfern sind viele Häuser leerstehend oder verfallen und lediglich ältere Menschen sind auf den Straßen anzutreffen. Diese schauen beim Anblick der 4 Soldaten zwar oftmals sehr verstört aber das ist ja auch klar denn eigentlich sollten die Männer ja an der Front kämpfen und nicht durch die Gegend ziehen…! Bei wenigen zaghaften Unterhaltungen (das deutsche Volk ist durch den immer noch andauernden Krieg scheinbar stark traumatisiert) erfahren sie, dass die jungen Männer alle im Westen sind (dort müssen also die größten Gefechte stattfinden)! Aber es ist doch schön zu wissen dass es nach so vielen Jahren des Krieges immer noch genügend tapfere Soldaten gibt die für das Deutsche Reich kämpfen denn schließlich sieht man auch hier und da immer wieder Gebäude mit Hakenkreuzverzierungen und der Parole „Sieg Heil“!

Es dauert nicht lange da erwecken die 4 komischen Alten in Ihren SS-Uniformen natürlich Aufsehen und werden von Reportern (dem 27 jährigen Benny und seinem Team) und der SoRex (Sonderkommission Rechtsextremismus, geleitet von der 40 jährigen Evelyn) verfolgt. Irgendwie gelingt es den alten Herren aber immer wieder zu entkommen, sei es durch Glück, Zufall oder der Hilfe von Jugendlichen Neonazis die die Alten natürlich total super finden und die sie unwissentlich in ihrem Glauben bestärken dass der Krieg noch nicht vorbei ist denn von Nichts anderem lassen sich die 4 Kameraden überzeugen…!

Die Geschichte spielt im Jahr 2004 und wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Der fast 80 jährige Fritz hat die 60 Jahre im Bunker akribisch in unzähligen Tagebüchern festgehalten und auch auf der „Flucht“ nach dem Bunker, schreibt er fleißig weiter und hält seine Eindrücke und Erlebnisse fest. Dabei richtet er sich ganz speziell an seine geliebte Lisbeth, der er in Briefform alles erzählt…!

Im Laufe der Geschichte bekommt der Leser auch nach und nach mehrere Male Eindrücke von den Geschehnissen im Bunker, da der Journalist Benny diese Tagebücher in die Finger bekommt und immer wieder mal in ihnen liest…!

Die zweite Perspektive ist nämlich Bennys Sichtweise, der nämlich seine Erlebnisse rund um die alten SS-Soldaten aufgeschrieben hat und in Briefform Evelyn davon berichtet. Dabei wird ziemlich schnell klar dass Benny und Evelyn mittlerweile ein Paar sind…!

Die dritte Perspektive ist die von Evelyn denn auch sie hat die komplette Geschichte aufgeschrieben und richtig ihre Briefe speziell an Benny.

Man könnte also sagen, dass das komplette Buch fast nur auf Briefen und Aufzeichnungen besteht, was ich eine gute Idee finde und der Spannung absolut keinen Abbruch tut! Außerdem ist es sehr interessant die Geschichte aus verschiedenen Sichtweisen, von doch sehr unterschiedlichen Personen erzählt zu bekommen…!

Ich habe viel gelacht, Fritz´ Sichtweise ist teilweise einfach nur zum Schreien, ich war aber auch betroffen denn obwohl es sich um SS-Soldaten handelt, so können sie einen in gewissen Situationen schon wirklich Leidtun und teilweise erwischt man sich sogar dabei dass manche Ihrer Aussagen tatsächlich Hand und Fuß haben! Z.B ist Fritz außer sich als er erfährt, dass junge, glatzköpfige Männer in der Nacht einen türkischen Imbiss angezündet haben denn „So etwas Feiges und hinterhältiges macht ein anständiger Deutscher nicht“! Generell muss man Fritz des Öfteren mal Recht geben und ist dann darüber erstaunt dass er zwischendurch wirklich vernünftige Sätze von sich gibt und Sichtweisen vertritt…!

Wer jetzt denkt dass das Buch nur ein Abklatsch von Timur Vermes „Er ist wieder da“ ist, dem sei gesagt, dass dieses Buch einige Jahre früher erschienen ist und auch nicht ganz sooo leichte Kost ist wie „Er ist wieder da“ (welches ich übrigens auch großartig fand)!

Dieses Buch ist auf viel mehr Ebenen zugänglich und behandelt unzählige Themen gleichzeitig wie z.b den (richtigen) Umgang mit der dunklen Vergangenheit (aber welcher ist der richtige Umgang?) es befasst sich mit Pressefreiheit und Vertuschungsaktionen seitens der Polizei, Vetternwirtschaft, Amtsmissbrauch, mit blindem Vertrauen und dem Folgen falscher Ideale und noch sooo vielen Themen mehr. Denn nicht nur die 4 alten SS-Soldaten stehen im Mittelpunkt sondern auch die Kapitel über Bennys und Evelyns Erlebnisse und das ist auch wirklich gut so denn man bekommt einen intensiven und speziellen Einblick über Polizeiarbeit und Journalismus…! Die Geschichte zeigt wie sehr man dazu neigt blind zu vertrauen und wie ratsam es ist, auch über den eigenen Horizont zu blicken und Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und zu hinterfragen…! Sie zeigt wie leicht Meinungen doch kippen können und das die Grenzen zwischen richtig und falsch oftmals nicht so leicht zu durchschauen sind…!

Das Buch ist absolut lesenswert, es hat mir super gefallen und es wundert mich sehr dass es nicht so erfolgreich wurde wie „Er ist wieder da“! Vermutlich liegt es aber daran, dass es doch ein wenig anspruchsvoller ist denn gerade in Evelyns „Polizeikapiteln“ geht es doch auch häufiger um Hintergründe und Politik und auch Benny fängt nach und nach an intensiver nachzudenken, Zusammenhänge zu verstehen und Sachen in Frage zu stellen…!

Hans Waal wurde 1968 geboren, lebt mit seiner Familie in Leipzig und arbeitet unter seinem richtigen Namen in Berlin und schreibt für den „Stern“.


Genre: Humor und Satire, Romane
Illustrated by Aufbau Taschenbuch Berlin

Breakout

breakoutCassies Stiefvater Rick ist Psychiater. Drei seiner jugendlichen Patienten nahmen sich unter mysteriösen Umständen das Leben. Kein Zufall, glaubt Cassie, und durchsucht heimlich die Patientenakten. Alle drei Verstorbenen erhielten die Verhaltensdroge Socom – ohne Erlaubnis von Eltern oder Behörden. Doch ehe Cassie Ricks illegale Experimente an eine Journalistin verraten kann, lässt er die Stieftochter in das Erziehungscamp “Peaceful Cove” einweisen. Dort beginnt die Hölle: eiserner Drill, Beruhigungsmittel und ständige Überwachung. Aber Cassies Willen kann niemand brechen. Schnell gewinnt sie eine Verbündete und zusammen planen die Mädchen den Ausbruch…

Cassie ist 16 Jahre alt, hat gute Noten und versteht sich blendend mit Ihrer Mutter. Doch Ihrem neuen Stiefvater Rick ist Cassie ein Dorn im Auge und erst Recht seit Cassie herausgefunden hat, dass Rick in illegale Machenschaften verstrickt ist…!

Die Geschichte beginnt direkt sehr dramatisch, nämlich als Cassie von der Schule nach Hause kommt und von zwei Männern in einen weißen Lieferwagen gezerrt wird. Cassie denkt zuerst dass sie entführt wird, aber dann erscheinen Rick und Ihre Mutter und geben den beiden Männern einen Koffer mit Cassies Sachen mit. Rick versteckte Drogen in Cassies Zimmer und überredete Ihre Mutter, Cassie in ein spezielles Erziehungscamp in der mexikanischen Wüste bringen zu lassen damit Cassie nicht völlig auf die „schiefe Bahn“ gerät…!

In Mexiko angekommen, muss Cassie feststellen, dass dieses Erziehungscamp so gar nicht dem entspricht was die Hochglanzbroschüre verspricht! Die Jugendlichen dort dürfen lediglich alte Klamotten und Schlappen tragen, die sie einmal wöchentlich in einem Eimer auswaschen dürfen, einmal pro Woche darf für 3 Minuten kalt geduscht werden, es gibt viel zu wenig und zu schlecht zu essen und man schläft auf harten Holzpritschen ohne Kissen und Decke! Darüber hinaus ist es strengstens verboten mit anderem Jugendlichen zu reden oder auch nur Blickkontakt mit einander auf zu nehmen! Man darf nur hochblicken oder reden wenn man von den „Betreuern“ etwas gefragt wird und auch dann sollte man sich seine Antwort gut überlegen. Die kleinsten Vergehen werden direkt bestraft und große Vergehen wie z.b weinen, werden mit einem Aufenthalt im BR-Raum bestraft, in dem man oft tagelang mit dem Gesicht nach unten auf kaltem Betonboden liegen muss…!

„In Peaceful Cove“ gibt es sechs verschiedene Level die die Jugendlichen durchlaufen müssen und man startet als Neuankömmling in Level eins. Durch Gehorsamkeit soll man sich bis Level sechs hocharbeiten und bekommt von Level zu Level ein paar Privilegien zugesprochen (z.b Augenkontakt zu anderen Jugendlichen). Nach erfolgreicher Absolvierung des sechsen Levels, ist die Resozialisierung angeblich abgeschlossen und die Jugendlichen dürfen wieder nach Hause, allerdings findet sich immer ein Grund die Jugendlichen wieder um ein paar Level zurückzustufen…!

Also mir hat das Buch super gefallen, ich bin total begeistert und konnte es kaum aus den Händen legen! Es ist sehr spannend und man leidet und fiebert förmlich mit Cassie und den anderen Jugendlichen mit.

Gut gefallen hat mir auch, dass das Buch am Anfang in zwei verschiedenen Zeiten erzählt wird. Es beginnt damit dass Cassie ins Camp gebracht wird, zwischendurch gibt es aber immer wieder Kapitel, in denen rückblickend erzählt wird, was vorher passierte und wie Cassie, gemeinsam mit einem Freund, hinter die Machenschaften Ihres Stiefvaters gekommen ist und wie gefährlich sie somit für ihn wurde…!

Und ich möchte an dieser Stelle noch sagen, dass es doch möglich ist eine spannende und detaillierte Geschichte auf gerade einmal 190 Seiten zu erschaffen! Für ein so dünnes Buch wirklich außerordentlich gut gelungen und sehr zu empfehlen…!

April Henry lebt mit Ihrem Mann und Ihrer Tochter in Portland und hat zahlreiche Thriller und Krimis verfasst. Bereits im Alter von 11 Jahren wurde Ihre erste Kurzgeschichte veröffentlicht. Sie studierte an der Oregon University und verbrachte ein Austauschjahr in Stuttgart.


Genre: Kinder- und Jugendbuch
Illustrated by Beltz und Gelberg

Das Labor

LaborIn Las Vegas geht die Angst um: Detektoren greifen sich obdachlose Männer und verschleppen sie in ein unterirdisches Geheimlabor, wo sie für grausame Versuche missbraucht werden. Auch Jacks jüngerer Bruder wird entführt. Als Jack ihn retten will, gerät er in tödliche Gefahr…

 

Las Vegas im Jahr 2061: Die einst so glitzernde Stadt ist nicht mehr das was sie einmal war. Chemiefabriken verpesten die Luft und das Trinkwasser und Las Vegas gleicht mittlerweile eher einer Müllkippe in der zum größten Teil Obdachlose hausen. Jack ist 20 Jahre alt und haust mit seinem 18 jährigen Bruder Hector in der oberen Etage eines alten Hotels. Um zu überleben muss sich jeder selbst der Nächste sein und Perspektiven gibt es nicht. Es gibt aber das Gerücht, dass „Detektoren“ (Männer in Robotor ähnlichen Anzügen) durch die Straßen streifen und immer wieder junge Männer verschleppen…!

Als Jack eines Tages in sein Versteck zurückkehrt, muss er feststellen, dass es keine Gerüchte sind denn diese Detektoren haben sich nun seinen Bruder gegriffen. Jack ist fest entschlossen ihn zu finden und zu retten und lässt sich deshalb selbst von den Detektoren gefangen nehmen und Sie bringen ihn ein riesiges, unterirdisches Labor…!

Zuerst muss ich sagen, dass ich mich nicht vernünftig informiert hatte als ich mir dieses Buch im Internet bestellte. Hätte ich auf die Seitenzahl geachtet (gerade mal 150 Seiten) dann hätte ich bestimmt direkt die Finger davon gelassen. Denn wie soll auf so wenigen Seiten eine ausführliche und packende Geschichte entstehen? Die Antwort lautet leider: Gar nicht!

Die Idee an sich ist schon gut, hat mich sehr interessiert und man hätte wirklich viel daraus machen können, hat die Autorin aber leider nicht. Die Geschichte ist leider sehr oberflächig. Ich hätte gern mehr über Las Vegas und Amerika im Jahr 2061 erfahren aber das bleibt einem verwehrt. Ich hätte auch gern eine engere „Bindung“ zum Protagonisten Jack aufgebaut und mit ihm mitgefiebert aber auf so wenig Seiten wird man ja kaum warm mit einander und erfährt leider auch nicht wirklich viel über ihn…! Auch über die Experimente und das Labor an sich erfährt man leider nicht so viel wie man es eigentlich möchte…! Irgendwie wird man nur „angefüttert“ und kommt nicht auf seine Kosten…!

Es tröstet mich auch nicht, dass dies erst der erste Teil einer Trilogie ist, denn ich bezweifle stark dass Band zwei und drei mehr Tiefgang haben werden. Ich hatte auch gar nicht mitbekommen dass es sich überhaupt um eine Trilogie handelt, denn auch dann hätte ich das Buch nicht gekauft (Bei der Kindle Version wurde darauf hingewiesen, beim Taschenbuch leider nicht). Mir geht es nämlich ziemlich auf die Nerven, dass Trilogien zur Zeit so extrem in Mode sind und man dann oftmals endlos warten muss bis der nächste Band auf den Markt geworfen wird…! Und es scheint auch hier so zu sein dass der zweite Band noch gar nicht geschrieben wurde, obwohl Band eins bereits im Jahr 2013 erschienen ist…!

Aus diesem Grund meide ich nämlich seit einigen Jahren Trilogien (es sei denn es handelt sich um ältere Bücher, die bereits komplett erschienen sind).

Die Geschichte ist schon nett und kurzweilig, man kann sie gut lesen, man verpasst aber Nichts wenn man es nicht tut…!

Dee Hunter arbeitet und lebt in Innsbruck. Früher hat Sie Bilanzen analysiert, Männerbünde wissenschaftlich untersucht und als Modefotografin gearbeitet. Heute schreibt sie Thriller, die vor allem düster und beklemmend sind.


Genre: Dystopie, Endzeitgeschichten, Thriller
Illustrated by CreateSpace Independent Publishing Platform

Miranda – Das Klon-Projekt

MirandaMiranda führt ein Bilderbuchleben: Sie ist hübsch und erfolgreich, klug und selbstsicher, das einzige Kind wohlhabender Eltern. Aber dann bricht von einem Tag auf den anderen ihre heile Welt zusammen. Miranda erfährt, dass sie eine seltene, lebensgefährliche Erbkrankheit hat. Vor allem ihre Leber ist bereits so geschädigt, dass sie sofort gegen eine neue ausgetauscht werden muss. Miranda ist verzweifelt, denn woher soll so schnell ein Organ kommen, das ihr Körper nicht wieder abstoßen wird?

Miranda ist fast 14 Jahre alt und führt mit Ihren wohlhabenden Eltern ein perfektes Leben. Sie hat gute Schulnoten, ist eine begabte Tänzerin, hübsch und versteht sich mit Ihren Eltern hervorragend. Am Tag vor einer wichtigen Tanzaufführung, bekommt Miranda plötzlich Probleme mit den Augen und wird direkt in eine Spezialklink gebracht die Ihrem Vater gehört.

Miranda wird von Kopf bis Fuß durchgecheckt und schnell stellt sich heraus, dass Sie schwer erkrankt ist und nur eine Organtransplantation Sie retten kann. Miranda ist verzweifelt und gleichzeitig aber auch sehr verwundert denn warum sind Ihre Eltern so zuversichtlich, geradezu überzeugt davon dass das benötigte Organ sehr schnell gefunden werden kann? Sie kann sich darauf keinen Reim machen und dann belauscht Sie heimlich mehrere Gespräche Ihrer Eltern und Ihres Arztes die keinen Sinn zu ergeben scheinen und Sie sehr neugierig und auch misstrauisch werden lassen! Als Sie zwei Tage vor der Lebertransplantation heimlich nachts durch das Krankenhaus streift, schnüffelt Sie auf der Forschungsstation herum und macht dabei ein paar erschreckende Entdeckungen…!

Die Geschichte ist aus Mirandas Ich-Erzählperspektive geschrieben und äußerst kurzweilig, so dass ich das Buch an nur einem Nachmittag durch hatte. Natürlich kann man sich direkt denken was Miranda auf der Forschungsstation findet (den „Untertitel“ „Das Klon-Projekt“ hätte ich persönlich ja weggelassen denn er verrät ja schon extrem viel) und dieses Thema ist ja auch schon oft in Büchern behandelt worden. Als Jugendbuch kannte ich eine solche Geschichte aber noch nicht und finde die Idee sehr gut. Außerdem das Buch nicht so vorhersehbar wie man es annimmt denn es gibt auch ein paar Überraschungen die mir gut gefallen haben. Außerdem finde ich es sehr erfrischend, ein solche Geschichte mal aus der Sicht eines jungen Mädchens zu erleben.

Ein sehr gutes Buch über Ethik, Verzweiflung, Vertrauen zwischen Eltern und ihren Kindern und die Frage wie weit der Mensch/die Forschung gehen darf um geliebte Menschen zu schützen und Krankheiten zu heilen. Was macht den Menschen wirklich zum Menschen?

Ich kann dieses Buch sehr empfehlen!

Die Jugendbuchautorin Carol Matas wurde 1949 in Winnipeg, Kanada geboren und hat bisher 45 Bücher für Kinder und Jugendliche veröffentlicht, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden.


Genre: Dystopie, Kinder- und Jugendbuch
Illustrated by Sauerländer

Angst

AngstDas Leben von Randolph Tiefenthaler scheint mit dem Kauf der schönen Berliner Altbauwohnung seine Erfüllung zu finden. Der Architekt und seine Familie ahnen nichts Böses, als der schrullige Herr Tiberius ihnen Kuchen vor die Tür stellt. Doch bald wird der Nachbar aus dem Souterrain unheimlich. Er beobachtet Tiefenthalers Frau, schreibt erst verliebte, dann verleumderische Briefe, erstattet sogar Anzeige. Die Ehe stürzt in eine Krise, das bloße Dasein des Nachbarn vergiftet den Alltag. Die unerträgliche Situation bringt Randolph auf einen entsetzlichen Gedanken…

Randolph ist Mitte 40, Architekt und zieht mit seiner Frau Rebecca und den beiden Kindern Paul und Fee in eine Berliner Altbauwohnung. Herr Tiberius aus dem Souterrain ist zuerst ziemlich nett, legt Ihnen selbstgebackenen Kuchen und Plätzchen vor die Tür und ist freundlich. Dann verändert sich sein Verhalten allerdings, er fängt an Rebecca gegenüber anzügliche Bemerkungen zu machen, woraufhin Sie ihn in seine Schranken weist!

Ab diesem Zeitpunkt fängt er an ihr Gedichte von Sex und Tod vor die Tür zu legen! Es dauert dann auch nicht lange, da fängt Herr Tiberius an zu behaupten, dass Randolph und Rebecca Ihre Kinder sexuell missbrauchen würden und erstattet Anzeige gegen Sie. Ständig ruft er die Polizei und Randolph und Rebecca erstatten Anzeige wegen Verleumdung. Randolph ist nun selbst ständig bei der Polizei, bei Anwälten und sogar beim Jugendamt aber Niemand kann ihm helfen Herrn Tiberius aus der Wohnung zu bekommen da dieser ja nie gewalttätig ist und keine aktive Gefahr darstellt…! Seine Briefe werden immer schlimmer und er schildert sehr bildlich was Randolph und Rebecca in seinen Augen angeblich mit Ihren Kindern anstellen…!

Die Geschichte wird aus Randolphs Ich-Erzählperspektive erzählt und beginnt damit dass Randolph im Gefängnis ist um dort seinen 78 jährigen Vater zu besuchen der wegen Mordes an Herrn Tiberius zu 8 Jahren Haft verurteilt wurde! Randolph sitzt nach diesem Besuch ziemlich verzweifelt zu Hause und beginnt die komplette Geschichte aufzuschreiben! Er beginnt in seiner frühesten Kindheit, was auch nicht unwichtig ist, da Randolph und sein Vater schon immer ein schwieriges Verhältnis hatten! Eigentlich schreibt Randolph sein komplettes Leben auf und zwischendurch denkt man schon des Öfteren mal „also so ausführlich brauch ich das alles jetzt eigentlich nicht“ sondern möchte eigentlich viel mehr über den Nachbarn erfahren! Uninteressant sind Randolphs Erinnerungen aber wirklich nicht und dadurch dass man seine komplette Lebensgeschichte erfährt, bekommt man einen sehr engen Bezug zu ihm als Protagonisten!

Eigentlich kommt Herr Tiberius in dem Buch gar nicht so oft vor und ich hatte mir die Geschichte völlig anders vorgestellt! Wer ausgeprägte Streitereien und einen ordentlich aus dem Ruder laufenden Kleinkrieg zwischen Nachbarn erwartet, der wird von diesem Buch enttäuscht sein denn das alles gibt es nicht und das Buch ist komplett gewaltfrei!

Es geht hauptsächlich darum mit dem Psychoterror und seiner eigenen Angst klarzukommen denn die Angst ist in dieser Geschichte das beherrschende Thema (wie der Titel ja auch vermuten lässt)! 😉 Randolph hat Angst! Er hatte schon in seiner Kindheit Angst, in seiner Jungend und auch jetzt hat er Angst! Angst davor wie weit Herr Tiberius gehen wird, denn wer so detailliert Kindesmissbrauch beschreibt, der hat doch bestimmt selbst eine pädophile Ader, oder?! Er hat Angst davor dass die Polizei Herrn Tiberius glauben könnte, Angst davor bald als Kinderschänder abgestempelt zu werden, Angst davor seine Kinder in der Öffentlichkeit zu berühren und auch Angst davor dass seine Kinder eine unbedachte Äußerung machen könnten die man falsch auslegen könnte…! Randolphs und Rebeccas Leben wird von Angst bestimmt und auch das angespannte Verhältnis zwischen den beiden spielt eine große Rolle und wird stark thematisiert.

Ein wirklich sehr gutes Buch über Psychoterror, Verzweiflung, Hilflosigkeit, Selbstjustiz, Angst und darüber was Angst aus Menschen machen kann…! Ich hatte mir das Buch völlig anders vorgestellt, bin aber total begeistert und kann es sehr weiterempfehlen!

Dirk Kurbjuweit wurde 1962 geboren und war Redakteur der „Zeit“ und arbeitet nun seit 1999 für den „Spiegel“. Bisher hat er sechs Romane geschrieben, von denen drei verfilmt wurden („Die Einsamkeit der Krokodile“ „Zweier ohne“) Für seine Reportagen erhielt er 1998 und 2002 den „Egon-Erwin-Kisch-Preis“ und weitere Auszeichnungen.


Genre: Romane
Illustrated by Rowohlt

5150 Das Haus des Wahnsinns

51aGm5yI08L._SX314_BO1,204,203,200_Nach einem Sturz mit dem Fahrrad will der Student Yannick im Haus 5150 eigentlich nur um Hilfe bitten. Doch als er Schreie aus dem ersten Stock hört, wird er von dem Sadisten Jacques Beaulieu und dessen Familie gefangengenommen, damit er ihr Geheimnis nicht verrät.
Gequält und gefoltert ist Yannick jetzt dem Wahnsinn der ganzen Familie ausgeliefert. Weil er kein »Böser« ist, dürfen sie Yannick nicht einfach so töten, also muss er sich mit dem Vater in einer Partie Schach messen. Der Einsatz: Yannicks Leben.
Der erste Zug ist gemacht, doch welche Pläne sein Peiniger wirklich verfolgt, erkennt der Junge im Verlauf seines Martyriums erst nach und nach…

Yannick ist Anfang 20 und Student in einer neuen Stadt! An einem Sonntag will er mit dem Fahrrad seine neue Umgebung erkunden, stürzt aber und geht zu dem Haus mit der Nummer 5150 um zu fragen ob er sich über deren Telefon ein Taxi bestellen darf! Bevor es jedoch dazu kommt, geht Yannick ins Badezimmer um sich die aufgeschürften, blutigen Hände zu waschen und hört aus einem der Zimmer ein jämmerliches Stöhnen! Yannick öffnet die Tür, findet einen blutüberströmten Mann der ihn um Hilfe anfleht, wird in diesem Moment aber bereits von Hausbesitzer Jacques dabei ertappt und kurzerhand selbst eingesperrt!

Jetzt steht Jacques vor einem großen Dilemma denn er sieht sich selbst als die personifizierte Gerechtigkeit und tötet nur böse Menschen die den Tod auch verdient haben aber Yannick hat ja nichts Böses angestellt…! Freilassen kann er Yannick aber auch nicht denn dieser würde bestimmt direkt zur Polizei gehen und somit hält er Yannick letztendlich mehrere Monate in seinem Haus gefangen…! Yannick bittet irgendwann vor Langweile um einen Stapel Papier und fängt an seine Geschichte und alles was ihm während seiner Gefangenschaft wiederfährt aufzuschreiben…!

Die Geschichte wird also aus Yannicks Sicht erzählt, spielt im Jahr 1991 und der Leser liest quasi Yannicks Niederschriften, was ich eine gute Idee finde! Nach und nach erfährt man somit viel über Jacques Taten und darüber wie besessen dieser von angeblicher Gerechtigkeit ist!

Jacques ist mit der extrem gottesfürchtigen bzw fanatisch religiösen Maude verheiratet und hat eine 16 jährige Tochter namens Michelle und eine 10 jährige (autistische?) Tochter namens Anne!

Das Buch besteht aber nicht nur aus Yannicks Aufzeichnungen, sondern auch aus Maudes Tagebucheinträgen die im Jahr 1978 beginnen und davon berichten wie die junge, gottesfürchtige Maude den Gerechtigkeitsfanatiker Jacques kennenlernt und wie er sich im Laufe der Jahre immer mehr verändert! Auch die Tagebucheinträge haben mir gut gefallen, auch diese Idee fand ich sehr gelungen, nur braucht man für diese Einträge starke Nerven da Maude wirklich fanatisch religiös ist…!

Durch Yannicks Aufzeichnungen wird deutlich, wie auch er sich im Laufe der Zeit verändert und seine ganz eigene Form von Besessenheit entwickelt…! Das Schachspielen nimmt im Laufe der Geschichte eine immer größere Rolle ein und verkörpert quasi den Kampf „Gut gegen Böse“!

Die Geschichte beginnt und bleibt recht lange unspektakulär (aber interessant) wird dann zum Ende hin aber schön krank, bleibt aber durchweg erstaunlich unblutig und auch relativ unbrutal! Generell habe ich mit wesentlich mehr Blut und Gemetzel gerechnet aber das ist kaum der Fall…! Der Klappentext ist meiner Meinung nach nicht sehr gelungen weil er einen falschen Eindruck der Geschichte vermittelt denn „gequält und gefoltert“ so wie man sich das vorstellt, wird Yannick während seiner Gefangenschaft nicht! Die Geschichte ist schon recht krank, ist aber absolut keine blutige Metzelei und auch das Cover ist völlig unpassend gewählt und soll scheinbar etwas vermitteln was das Buch aber einfach nicht ist!

Eine coole Geschichte über Fanatismus, Besessenheit und verschiedene Auffassungen von Gerechtigkeit!

Patrick Senécal wurde am 20. Oktober 1967 in Drummondville, Kanada geboren ist einer der erfolgreichsten französischsprachigen Horror- und Thrillerautoren. Nach dem Literaturstudium lehrte er einige Jahre Literatur, Film und Theater. Bisher sind etwa zehn Thriller von Patrick Senécal erschienen, die in seiner Heimat eine Millionenauflage überschritten haben. Sein Buch Sieben Tage der Rache (Les Sept Jours du talion, 2002), wurde als 7 Days erfolgreich verfilmt.

 


Genre: Thriller
Illustrated by Festa

Centum Night

51rAhGc2QPL._SX326_BO1,204,203,200_Macht ist alles, was zählt. Mehr und mehr Länder schließen sich der Coastal Alliance an. Der Beitritt eines Landes verhilft der dortigen Elite zu einem Luxusrefugium, während die verarmte Bevölkerung in einer vom Verbrechen beherrschten Crime Zone leben muss. Zwischen diesen Territorien befindet sich eine Hochsicherheitszone, deren Bewohner in monotoner Bedürfnislosigkeit gehalten werden. Wünsche nach emotionaler Nähe und sexuelles Verlangen werden auf hohem technologischen Niveau kontrolliert abgebaut. Hier, in Solocity, gibt es keine Gewalt. Da geschieht das Undenkbare. In Solocity beginnt eine rätselhafte Mordserie. Agent Eddie Bellefleur erhält bei seinen Ermittlungen Hinweise auf ein weitgespanntes Netz aus Verrat und verborgenen Leidenschaften, das bis in die Spitze des Regimes reicht.

Die Geschichte spielt in einer Zukunft, in der die Armen immer ärmer werden und die Reichen immer reicher werden. Das Land ist in drei unterschiedliche Bereiche aufgeteilt, in den Bereich der High Society, der „Ghettos“ und den Bereich der Normalbevölkerung die in „Solocity“ leben. Solocity befindet sich zwischen den anderen beiden Bereichen und fungiert quasi als Puffer um die Reichen in großem Abstand zu den Armen und den Ghettos fern zu halten. Die Landesgrenzen verschwimmen immer mehr und mehr denn nicht nur Reichtum und Macht, sondern auch Armut und Kriminalität steigen stetig an. In Solocity gab es seit 18 Jahren keine Gewalt mehr und erst recht keinen Mord, deshalb ist das Regime jetzt natürlich in größter Sorge als innerhalb kurzer Zeit gleich drei Frauen umgebracht werden …

Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut, meine Erwartungen waren recht hoch; aber leider wurde ich ziemlich enttäuscht.

Die Geschichte spielt in einer unglaublich technisierten Zukunft mit unzähligen neuen, technischen Wörtern, neuen Erfindungen, neuen Staatsformen, Berufen und Berufsbezeichnungen, Personenbezeichnungen, Dienstgraden, Einrichtungen und und und. Diese Begriffe sind alle frei erfunden und man weiß oft nicht einmal wie sie ausgesprochen werden und es gibt kaum einen Satz ohne diese ganzen Begriffe! Man kann die Geschichte kaum flüssig lesen, man holpert und stolpert förmlich durch die Sätze und das alles ist so gewaltig, dass es hinten im Buch sogar ein zehnseitiges Glossar gibt, um sich diese Begriffe erklären zu lassen.

Ich als großer und auch erfahrener Endzeitfan bin ziemlich enttäuscht von dem Buch, und es hat mir überhaupt nicht gefallen. Es erinnerte mich in seiner Art ein wenig an „Der zweite Engel“ von Philip Kerr, denn auch dieses Buch wimmelte in der ersten Hälfte von vielen neuartigen Begriffen aber bei weitem nicht in diesem Ausmaß. Dort gab es auch immerhin Sternchen mit Fußnoten, so dass die Erklärung zumindest unten auf der Seite stand!

In diesem Buch muss man immer nach hinten blättern und sich die richtigen Begriffe auf unzähligen Seiten und zusammensuchen, einfach nur grauenhaft! Man kommt gar nicht voran, das Lesen macht echt keinen Spaß und ich würde es sogar als Qual bezeichnen! Die Autorin ist da wirklich sehr weit übers Ziel hinausgeschossen, was ich wirklich schade finde, denn die Grundidee gefällt mir ziemlich gut und die Autorin hat auch sehr viel Herzblut in die Geschichte fließen lassen und eine sehr detaillierte Zukunftsvision geschaffen. Herzblut und Detailgenauigkeit sind aber leider nicht alles und manchmal ist weniger halt mehr und in diesem Fall wäre viel weniger auch wirklich viel mehr gewesen!

Lou Timisono studierte Englische Literatur und Philosophie. Sie lebt abwechselnd in Cambridge, England, und Orange, Frankreich.


Genre: Dystopie
Illustrated by Balladine Publishing

Fida

Fida

Was würden Sie tun, wenn Ihr Kind einfach verschwindet? Wenn Sie nicht wissen ob es noch am Leben oder schon tot ist? Würde Ihre Familie näher zusammenwachsen oder unter der Last auseinanderbrechen? Wann würden Sie die Hoffnung aufgeben? Und wie weit würden Sie gehen, wenn Sie den Täter finden? Die dreizehnjährige Laura kam nach einem Besuch in der Bücherei nicht nach Hause. Schnell fand die Polizei einen Verdächtigen – doch keine Spur von dem Kind. Seit mehr als einem Jahr sucht Tatjana nach ihrer Tochter und ist nicht bereit, die Hoffnung aufzugeben. Während ihre Ehe langsam zerbröckelt und ihr Leben zerfällt, setzt sie alles daran, herauszufinden, was geschah. Tom wollte schon immer ein Haustier. Am liebsten ein Hündchen, das seinen Befehlen gehorcht. Doch sein Vater Wolfgang ahnte schon damals, was für eine bösartige, sadistische Ader sein Sohn hat und so blieb dieser Wunsch lange unerfüllt. Heute ist Wolfgang alt und bettlägerig – und Thomas erwachsen. Tom findet, es ist Zeit, sich seine Wünsche selbst zu erfüllen. Zeit für Fida!

Tom ist ein Soziopath, er ist nicht fähig Gefühle oder Mitleid für andere zu empfinden und es bereitet ihm Größtes Vergnügen seine sadistischen Triebe an Frauen auszulassen! Jetzt ist es endlich soweit denn Tom hat das alte Haus seiner Eltern übernommen, den Keller schalldicht isoliert und sich die 13 jährige Laura für seine sadistischen Vorlieben ins Haus geholt…! Seit nunmehr einem Jahr hält er Sie nun schon in seinem Keller gefangen, während Lauras Mutter Tatjana an Ihrer Trauer und der Ungewissheit über den Verbleib Ihrer Tochter fast zerbricht. Anders als Ihr Mann, ist Tatjana nämlich nicht in der Lage nach vorne zu blicken, was die Ehe extrem stark belastet. Einmal in der Woche zieht Tatjana mit Flugblättern los um diese in der ganzen Stadt aufzuhängen, dabei ahnt Sie nicht wie nah Sie Laura dabei immer wieder kommt…!

Die Geschichte wird abwechselnd aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, nämlich aus Lauras, Tatjanas und Toms Perspektive, was mir gut gefallen hat.

Sehr intensiv wird auf Tatjanas Gefühlsleben und Ihre Verzweiflung eingegangen, die Autorin hat sich wirklich gut in eine leidende Mutter hineinversetzt.

Auch über Tom und seine Neigungen, die er bereits in frühster Kindheit entdeckte, wird ausführlich eingegangen und auch das hat mir gut gefallen.

Die Geschichte ist krass, grausam und schockierend und nicht unbedingt etwas für zarte Gemüter, obwohl ich sie mir wesentlich blutiger vorgestellt hatte. Die Autorin berichtet zwar von den Taten die der Entführer Tom an Laura begeht, bricht aber oftmals im richtigen Augenblick ab und überlässt die finalen Handlungen der Phantasie des Lesers, was ich sehr positiv fand. Diese Tatsache, und auch dass sich so intensiv mit der Psyche der beteiligten Figuren beschäftigt wird, lässt die Geschichte nicht so „billig“ wirken wie es bei solchen Büchern oft der Fall ist und werte Sie meiner Meinung nach gut auf…!

Nicht die körperliche-, sondern die psychologische Folterung des Opfers steht hier im Vordergrund, denn Toms Ziel ist es, Laura komplett zu brechen und Sie nach und nach quasi in sein „Hündchen“ „Fida“ zu verwandeln, welches ihm bedingungslos gehorcht…!

Ein Buch was für dieses Genre recht viel Niveau an den Tag legt und mir gut gefallen hat.

Auch das Ende hat mir gut gefallen denn es ist kein klassisches „Friede-Freude-Bratkartoffel“ Ende.

Eine Sache hat mich allerdings ziemlich gestört, das Buch wimmelt von Rechtschreibfehlern (nicht dass ich da perfekt wäre), Wörter sind doppelt geschrieben und Sätze sind ab und an mal verdreht und das hat mich schon ziemlich genervt…!

Stefanie Maucher lebt in Leipzig und wurde 1976 in Stuttgart geboren. Sie sammelte Erfahrung in verschiedenen Berufszweigen und widmet sich nun ihrem Kindheitstraum, dem Schreiben von Geschichten. Ihr Buch „Fida“ wurde 2013 für den Vincent Preis in der Kategorie „Bester deutschsprachiger Roman“ nominiert. Mit diesem Preis werden jedes Jahr die besten Werke der Genres „Horror“ und „Unheimliche Phantastik“ ausgezeichnet.


Genre: Horror
Illustrated by CreateSpace Independent Publishing Platform

Schmetterling aus Staub

SchmetterlingDie Stadt, in der die 16-jährige Mika lebt, gleicht dem Paradies: Blumen blühen überall, die Menschen lächeln einander freundlich an und die Sonne scheint 365 Tage im Jahr. Dennoch ist Mika nicht glücklich. Seit sie vor acht Jahren am staatlich angeordneten Persönlichkeitstest teilnehmen musste, ahnt sie, dass die Realität außerhalb von Seelenheide ganz anders aussieht, als sie das Fernsehen glauben machen will. Ihre Vermutung bestätigt sich, als eines Tages ein fremder Junge auf der Mauer in ihrem Garten sitzt. Aaron gehört zu den »Risi­kos«, die als Kinder von ihren Eltern getrennt werden, weil sie sich zu Freidenkern entwickeln könnten. Die Regierung hat Angst vor ihnen, nennt sie Verbrecher und sperrt sie ein. Aaron konnte fliehen und will nun das System stürzen, das ihn und Tausende andere aussortiert hat. Mika ist vom ersten Moment an fasziniert von Aaron und begibt sich mit ihm auf die gefährliche Mission. Doch schon bald muss sie sich nicht nur mit Kopfgeldjägern auseinandersetzen, sondern auch mit Janna, die bei dem Test zum »Machtmenschen« erkoren wurde.

Die Geschichte spielt im Jahr 2250 und wird aus der Ich-Erzählperspektive der 16 jährigen Mika erzählt. Vor ca. 70 Jahren wurde Deutschland von einer Infektion heimgesucht, die großen Teilen der Bevölkerung das Leben gekostet hat und die Bevölkerungszahl Deutschlands drastisch minimiert hat. Ein Diktator, der sich selbst „Caesar“ nennt, bekam die Herrschaft über Deutschland und schuf das neue „Alemania“. Seitdem ist Alemania vom Rest der Welt abgeschottet und hat nichts mehr mit dem eigentlichen Deutschland gemeinsam.

Alemania besteht nun aus 4 Sektoren, nämlich aus „Seelenheide“, aus „Geistfurt“, „Machthall“ und „Sturmbruch“. Der Rest des Landes ist unbewohntes Ödland und die 4 Sektoren sind durch Mauern abgeschottet und liegen weit voneinander entfernt, so dass es keine Berührungspunkte zwischen den Sektoren gibt. Den Menschen ist es strengstens untersagt Ihre jeweiligen Sektoren zu verlassen. In Seelenheide leben die „Harmoniemenschen“, die Arbeiterschicht in der die Menschen Bauern sind oder auf Obstplantagen arbeiten. Sie sollen immer glücklich sein und sind einzig und allein dazu da um glückliche und zufriedene Nachkommen zu zeugen, die wiederum glückliche aber kleingehaltene Bauern werden. Wissen wird Ihnen verwehrt, sie sollen nicht denken, nichts hinterfragen denn dazu gibt es schließlich die Gelehrten aus Geistfurt. Diese Menschen fristen Ihr einsames Leben in Laboratorien oder Bibliotheken um Alemania mit neuem Wissen und Erfindungen zu versorgen, glücklich sind sie jedoch nicht.

Die Menschen in „Machthall“ sind kalthartzig, zielstrebig und wie schon der Name sagt Machtbesessen. Diese Gruppe von Menschen sind Caesars bevorzugte Bevölkerungsschicht und sie bekommen vom ihm Vieles dass den anderen Schichten verwehrt wird wie z.b Partys und Alkohol. Diese Machtmenschen sind Caesars Soldaten, Leibwächter und sein innerer Kreis, der ihm dabei hilft das System aufrecht zu erhalten.

Der Dorn im Auge der Nation sind die „Risikos“ aus Sturmbruch. Es sind abenteuerlustige Freidenker die es gilt auszurotten. Sturmbruch ist verfallen und dem Rest Alemanias werden seit Jahrzehnten die schlimmsten Geschichten über die Risikomenschen erzählt. Sturmbruch selbst ist noch einmal unterteilt und zwar in die „Frauenstadt“ und die „Männerstadt“ denn selbstverständlich möchte Caesar nicht dass sich die Risikos fortpflanzen und neue Risikokinder zur Welt bringen. Schwangere Risikofrauen werden sofort getötet.

Im Alter von 8 Jahren müssen alle Kinder Alemanias zur „Selektion“, einem psychologischen Test, bei dem festgestellt werden soll, was für eine Persönlichkeit sie entwickeln werden. Ein Kind, welches z.b aus einer Harmoniefamilie stammt, aber eher Tendenzen zum Machtmenschen hat, wird somit aus der Familie herausgenommen und einer Familie in Machthall zugeteilt.

Als die kleine Mika zur Selektion muss, da wissen sie und Ihre Harmonieeltern eigentlich, dass Mika kein Harmoniemädchen ist aber Mika hat verstanden was zu tun ist um bei Ihren geliebten Eltern bleiben zu dürfen und gibt bei der Selektion unehrliche Antworten…!

Nun ist Mika 16 Jahre alt und nicht glücklich in Seelenheide denn Sie möchte mehr als glücklich Pfannkuchen essen, sie möchte Abenteuer erleben, das Land bereisen oder einfach nur wissenschaftliche Artikel veröffentlichen. Eines Tages sitzt dann der Risikojunge Aron auf Ihrer Mauer und Aron hat Genug von diesem System und möchte Caesar stürzen…!

Ich muss sagen, dass ich begeistert bin! Eine wirklich tolle, detailliert ausgedachte und spannende Dystopie! Ich persönlich mag es sehr gerne wenn eine Geschichte aus der Ich-Erzählperspektive erzählt wird, man so richtig intensiv mit dem Erzähler mitfiebern kann und das ist hier auf jeden Fall gegeben!

Meiner Meinung nach hat sich die Autorin von der großartigen „Delirium Trilogie“ von Lauren Oliver inspirieren lassen, denn vor allem zu Anfang, gibt es doch deutliche Parallelen, die sich im Laufe der Geschichte aber immer mehr verlieren! Ich möchte jetzt aber Nichts unterstellen und es ist auch nur mein persönliches Empfinden…!

Ein bisschen etwas hat mich aber schon gestört! In der Geschichte ist Alemania vom Rest der Welt völlig abgeschottet, die Bevölkerung weiß Nichts über die Geschehnisse der übrigen Welt oder über die Vergangenheit und altes Wissen, ja sogar Fremdsprachen sind im Laufe der Jahre völlig in Vergessenheit geraten. Das ist ja alles schön und gut aber die Figuren benutzen immer wieder mal Sprichwörter und Redewendungen die sie eigentlich gar nicht mehr kennen dürften und das hat mich ein klein wenig gestört, halt weil der Rest so gut durchdacht ist. Vielleicht bin ich mittlerweile aber auch zu empfindlich und hier geht einfach der „Endzeitpingel“ mit mir durch…!

Von Anna Palm habe ich bereits „die Selbstvergessenen“ gelesen, was mir auch gefallen hat, mit „Schmetterling aus Staub“ aber nicht zu vergleichen ist, denn dieses Buch ist noch ein paar Klassen besser.

Ein wirklich tolles Buch, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann!

Die 1995 in Aachen geborene Anna Palm ist Schülerin an einem Gymnasium in Neuss. „Schmetterling aus Staub“ ist nach Ihrem Debütroman „Ellen, Schutzengel“ und „Die Selbstvergessenen“ ihr drittes Buch.


Genre: Dystopie, Kinder- und Jugendbuch
Illustrated by Schwarzkopf & Schwarzkopf

Vakuum

VakuumAm 17. August um 15.07 Uhr bleibt die Zeit stehen. Kora. Tamara. Alissa. Leon. Hannes. Sie alle haben einen dunklen Fleck in ihrer Vergangenheit und erleben, was es heißt, allein zu sein. Denn am 17. August um 15.07 Uhr passiert das Undenkbare: Die Zeit bleibt stehen, und alle Menschen um sie herum sind plötzlich verschwunden. In diesem beängstigenden Vakuum finden die fünf Jugendlichen nach und nach heraus, dass sie auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden sind.

Erzählt werden abwechselnd und in verschiedenen, unabhängigen Kapiteln die Geschichten von Alissa, Leon, Hannes, Tamara und Kora! Jeder dieser Jugendlichen hat ein Geheimnis und ein bewegtes Leben hinter sich, was den Leser, obwohl das Buch recht unspektakulär und sogar etwas langwierig beginnt, sehr neugierig macht! Warum herrscht zwischen den Geschwistern Alissa (18) und Ihrem Bruder Leon (12) so eine frostige Stimmung und warum haben Sie und Ihre Eltern vor 2 Jahren so überstürzt ihr Heimatörtchen verlassen? Welche Schuldgefühle quälen den 16 jährigen Hannes so sehr, dass er sich von seiner besten Freundin abgewendet hat und jeden Abend um genau 20.30 Uhr zum Golfplatz fährt um dort Schilder zu kontrollieren? Aus welchem Grund sitzt die 16 jährige Kora bereits ein halbes Jahr im Jugendgefängnis und hat noch weitere 1 ½ Jahre vor sich?

Nach und nach erfährt man mehr über die Jugendlichen, die im Laufe der Geschichte aufeinandertreffen und zu einer spannenden Reise aufbrechen! Und da ist dann natürlich noch DIE Frage überhaupt: Wohin sind all die Menschen verschwunden und warum sind diese Jugendlichen als einzige Menschen nicht auch verschwunden…?

Vor einiger Zeit hab ich bereits „Unland“ von Frau Wagner gelesen und es hat mir sehr gut gefallen! Als ich mir „Unland“ besorgte, da wusste ich nicht dass die Geschichte nach und nach ins „Übersinnliche“ abdriften würde, was mir eigentlich gar nicht gefällt und mich definitiv davon abgehalten hätte, dieses Buch zu lesen! „Unland“ hat mir dann aber trotz dieser Fantasyaspekte wirklich gut gefallen und deshalb beschloss ich auch „Vakuum“ zu lesen! Bei diesem Buch war mir von vorne herein klar, dass auch diese Geschichte „übersinnlich“ sein würde, aber ich war mir ziemlich sicher dass mir das Buch gefallen wird und so war es dann auch!

Wie bereits „Unland“ ist auch „Vakuum“ eine sehr schöne, spannende und rührende Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt, Verantwortung, Schuld, Trauer und das Erwachsenwerden! Ein wirklich tolles Jugendbuch, das ich genau wie „Unland“ unbedingt empfehlen kann und es war bestimmt nicht das letzte Buch das ich von Frau Wagner gelesen habe!

Antje Wagner wurde 1974 in Lutherstadt, Wittenberg geboren. Sie schreibt Bücher für Erwachsene und Jugendliche und erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen wie z.b den Leipziger Lesekompass, den ver.di Literaturpreis oder den Mannheimer Feuergriffel.


Genre: Dystopie, Kinder- und Jugendbuch
Illustrated by Beltz und Gelberg

Wilder Fluss

515It+rl-dL._SX330_BO1,204,203,200_Der South Nahanni River in den kanadischen Northwest Territories ist bekannt für seine Geschichten um mysteriöse Todesfälle, kopflose Leichen und Entführungen, aber er kann auch der Schlüssel zum Überleben der Menschheit sein oder ihrer Zerstörung. Del dachte, dass ihr Vater schon lange tot war. Doch jemand aus ihrer Vergangenheit behauptet etwas anderes. Jetzt ist sie mit einer Gruppe ihr nahezu fremder Menschen auf einer lebensgefährlichen Mission. Vor sieben Jahren verschwanden Del Hawthornes Vater und drei seiner Freunde in der Nähe des Nahanni River und wurden für tot erklärt. Del ist schockiert, als ihr einer der vermissten Männer an der Universität begegnet; gealtert zwar und kaum wiederzuerkennen, aber äußerst lebendig. Was der Mann ihr sagt, scheint undenkbar: Auch ihr Vater ist noch am Leben! Mit einer Gruppe von Freiwilligen fährt Del zum Nahanni River, um ihren Vater zu retten. Was sie vorfindet, ist ein geheimnisvoller Fluss, der sie in eine technologisch fortgeschrittene Welt voller Nanobots und schmerzhafter Seren führt. Del deckt eine Verschwörung unvorstellbaren Grauens auf, die uns alle zu vernichten droht. Wird die Menschheit für die Suche nach dem ewigen Leben geopfert werden? Ab welchem Punkt werden wir zu… Gott?

Delila ist Mitte 30 und hat den (angeblichen) Tod Ihres geliebten Vaters, eines angesehenen Genetikers, nie überwunden. Jetzt taucht einer seiner Kollegen plötzlich auf und behauptet, dass Ihr Vater noch am Leben sei. Er liegt im Sterben, kämpft gegen eine unbekannte Variante von Progeria, die den Körper im Zeitraffer altern lässt, kann Del aber noch sein Notizbuch mit rätselhaften Codes übergeben, bevor er das Bewusstsein verliert! Für Del steht nun fest dass Sie Ihren Vater finden und nach Hause bringen muss. Gemeinsam mit Ihrem Exfreund stellt sie ein Expeditionsteam zusammen, um am Nahanni River mitten in der kanadischen Einöde nach Ihrem Vater zu suchen, denn dorthin brach er vor 7 Jahren zu Forschungszwecken auf.

Das Buch beginnt als spannender Abenteuerroman, mit dem Überleben in der Wildnis, Spurensuche in den Wäldern, Kanufahrten auf dem reißenden Fluss und hat mir bis dahin äußerst gut gefallen, was auch an den verschiedenen Persönlichkeiten liegt, die miteinander auf die Suche gehen und dort aufeinanderprallen.

Nach der Hälfte kippt die Geschichte aber (leider) und driftet mir zu sehr in ScienceFiction ab und das hat mir gar nicht gefallen. Damit hätte ich ja noch leben können, denn jetzt wollte ich auch wissen, wie die Geschichte endet. Ich hatte mich mit ScienceFiction abgefunden, aber auch die Handlungen und die Gespräche der Figuren ändern sich stark. Die Geschichte wird sehr unglaubwürdig, ich habe an manchen Stellen mit dem Kopf geschüttelt, weil sich kein normaler Mensch so verhalten würde. Vieles ist meiner Meinung nach einfach unlogisch und unglaubwürdig (und ich rede nur vom Verhalten der Figuren, nicht von ScienceFiction Aspekten)! Die Geschichte wird nach und nach leider immer blöder, obwohl sie mir zu Anfang so gut gefallen hat und das Ende fand ich auch sehr enttäuschend…! Na ja, zumindest war es kein „Friede-Freude-Bratkartoffel-Ende“ das ich schon befürchtet hatte.

Eine Geschichte aus deren Grundidee (illegale Stammzellenforschung, der Besessenheit von ewiger Jugend und Macht) man wirklich viel hätte machen können, aber irgendwie hat das nicht so ganz geklappt! Die ScienceFiction Elemente waren auch einfach zu viel des Guten und hätten nicht sein müssen. Oft ist weniger halt einfach mehr.

Cheryl Kaye Tardif ist eine preisgekrönte, kanadische Bestsellerautorin. Ihr bekanntestes Werk ist der übernatürliche Thriller „Des Nebels Kinder“, der sich über 60.000 Mal verkaufte. Sie wird mit Michael Crichton, James Patterson und J.D. Robb verglichen.

 


Genre: Romane, Thriller
Illustrated by Luzifer Verlag

One second after

517dd1kaZsL._SX310_BO1,204,203,200_Was wäre, wenn jemand vorhätte, die USA anzugreifen? Wäre es da nicht strategisch klug, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten zunächst den Schutz durch die überlegene Technologie zu rauben? Was wäre, wenn es eine Waffe gäbe, die alles Elektronische ausschalten könnte? Diese Waffe könnte bereits in den Händen der Feinde sein … John Matherson, Geschichtsprofessor und Ex-Colonel, lebt mit seiner Familie in einer friedlichen Kleinstadt in den Bergen North Carolinas. Doch die Idylle findet ein jähes Ende, als ein elektromagnetischer Puls (EMP) die kompletten Vereinigten Staaten lahmlegt.

Alle elektronischen Geräte Autos, Computer, Radios, Flugzeuge funktionieren von einer Sekunde auf die andere nicht mehr. Die Gesellschaft bricht erschreckend schnell zusammen, und John muss sich eine entscheidende Frage stellen: Wie weit würdest du gehen, um deine Familie und deine Heimat zu schützen? Dieser Roman ist eine Warnung. Eine Warnung vor einer Gefahr, die schon morgen Realität sein könnte: Einem Angriff mit einer EMP-Waffe. Der elektromagnetische Impuls kann in einer Sekunde jede Form von Elektronik außer Gefecht setzen – und die Zivilisation, wie wir sie kennen, komplett ausradieren…

John ist Mitte 40 und lebt mit seinen beiden Töchtern (16 und 12 Jahre) in dem beschaulichen Örtchen Black Mountain am Fuß der Berge North Carolinas. Als Johns Frau Mary vor einigen Jahren an Krebs erkrankte, quittierte er den Dienst bei den Marines und zog mit seiner Familie in Marys Heimatort Black Mountain, wo sie gegen den Krebs kämpfte und er eine Stelle als Geschichtsprofessor am dortigen Collage annahm. Mary verlor den Kampf gegen den Krebs und John ist mittlerweile seit 4 Jahren alleinerziehender Vater und in Black Mountain ein anerkanntes Mitglied der Gesellschaft geworden.

Dann wird eines Tages, kurz vor dem Frühlingsbeginn eine Atombombe außerhalb der Erdatmosphäre gezündet und alles bricht zusammen! John erkennt als Ex Marine ziemlich schnell, dass es sich um einen EMP-Angriff handelt und auch als erster sehr schnell, was für katastrophale Ausmaße dieser totale Technikausfall nach sich ziehen wird! Die Pumpen für die Wasserversorgung funktionieren nicht mehr, es gibt keine Lebensmittel- und Arzneilieferungen, denn bis auf ein paar alte Autos aus den siebziger Jahren gibt es keine Transportmöglichkeiten. Die komplette US Regierung und die Infrastruktur sind zusammengebrochen. Doch darüber kann man eigentlich nur Vermutungen anstellen, denn natürlich gibt es auch keine Kommunikationsmöglichkeiten.

Innerhalb von ein paar Tagen gibt es Plünderungen der Lebensmittelgeschäfte und Apotheken, nach bereits 2 Wochen gibt es nichts mehr zu essen und man muss anfangen auf die Jagd zu gehen. In den Krankenhäusern und Pflegeheimen sterben die Patienten, die auf Beatmungsgeräte und lebenswichtige Medikamente angewiesen sind wie die Fliegen. Regelrechte Seuchen brechen aus, denn man kann der Leichen kaum Herr werden und es gibt kein Pflegepersonal mehr, dass sich um die Patienten und pflegebedürftigen alten Menschen kümmert. Kleinste Schnittverletzungen werden zu tödlichen Bedrohungen, denn für infizierte Wunden gibt es keine Antibiotika mehr und auf den Feldern ist die Ernte noch lange nicht reif.

Mitten in diesem Chaos fühlt sich John als Ex Marine verpflichtet, sich um sein Örtchen zu kümmern und die Zivilisation soweit es geht aufrecht zu erhalten. Aber John hat auch seine Familie und ein riesiges Problem, denn seine 12-jährige Tochter Jennifer ist Diabetikerin Typ 1 und hat nur noch einen begrenzen Vorrat an Insulin. Die Lage wird immer schlimmer, denn aus den größeren Städten kommen immer mehr Flüchtlinge und plündernde Banden an den Rand der Berge, da sie der Ansicht sind, dass es auf dem Land etwas zu essen geben muss. Nun muss sich Black Mountain auch noch mit einer Flüchtlingswelle befassen, denn die Flüchtlinge sind hungrig, schleppen Krankheiten herein und sind genauso verzweifelt wie die Bewohner des Örtchens selbst. Es gibt Einbrüche, Raubüberfälle, Vergewaltigungen und die Lage wird immer schlimmer….

Ich habe schon viele Endzeitgeschichten gelesen, aber dieses Buch hat mich förmlich umgehauen. Es war so unfassbar großartig, kaum in Worte zu fassen! Eines der besten Endzeitbücher, die ich je gelesen habe. Man muss aber auch dazu sagen, dass ich ein riesiger Fan von Endzeitgeschichten bin und dieses Buch nicht unbedingt etwas für Leute ist, die nur mal in eine Endzeitgeschichte reinschnuppern wollen. Da mich dieses Thema aber wirklich extrem interessiert, fand ich das Buch super spannend und fesselnd, könnte mir aber vorstellen, dass es anderen Lesern vielleicht zu langatmig ist! Es ist mit 500 Seiten ein ziemlicher Klopper und wirklich sehr detailliert beschrieben. Der Autor hat sich wirklich extrem mit diesem Thema befasst und sich um jedes Details Gedanken gemacht – ganz großes Kino!

Die ganze Geschichte spielt sich in Black Mountain ab und befasst sich ausschließlich mit den Problemen dieses einen Städtchens, was mir persönlich mehr als gut gefallen hat, weil man so einen ganz speziellen Bezug zur Geschichte bekommt und wirklich das Gefühl hat, ein Teil dieser Gemeinde zu sein. Die persönlichen Schicksale werden auch sehr stark herausgearbeitet, so dass die Geschichte sehr emotional ist und ich an mehreren Stellen ordentlich Tränen vergossen habe. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass dies für den einen oder anderen Leser einfach too much und zu detailliert sein könnte.

Fazit: Für hardcore Endzeitfans ein absolutes Muss, für Endzeitneulinge aber vielleicht eine Nummer zu viel.

William R. Forstchen (1950 in New Jersey geboren) ist ein US-amerikanischer Historiker, Experte für Militär- und Wissenschaftsgeschichte und den Amerikanischen Bürgerkrieg. Weitere Interessen sind Luftfahrt und Archäologie (er nahm an mehreren Expeditionen in die Mongolei, nach Rumänien und Russland teil). Er veröffentlichte bereits mehr als 40 Bücher.


Genre: Dystopie, Endzeitgeschichten, Romane
Illustrated by Festa