Gefährliches Doppel

An einem Sonntagmorgen wird in den Industrieanlagen am Alsumer Berg in Duisburg ein Toter aufgefunden. Er wurde offensichtlich Opfer eines Verkehrsunfalls – der Mann war mit seinem Fahrrad unterwegs. Die örtliche Polizei soll nun die Todesursache und Hergang des Geschehens feststellen. Unfall mit Fahrerflucht – auf den ersten Blick scheint das Urteil schnell festzustellen. Hauptkommissar Willibald Pielkötter wittert jedoch Mord.

Als Leser kann man sich auf verschiedene Art und Weise dem Roman nähern. Er ist auf gute Unterhaltung angelegt, die schnell und flüssig lesbar ist. Die Handlung ist aber auch ein wenig konstruiert. Bei einem harmlos aussehenden Verkehrsunfall mit Todesfolge macht sich die Duisburger Polizei nicht nur auf die Suche nach einem geflüchteten Fahrer. Der zuständige Hauptkommissar ist schnell der Ansicht, daß hier ein gezielter Mord vorliegt.

In der Folge wirkt die Handlung dann auch ein wenig überfrachtet. Das Opfer arbeitet in einer Firma, die noch mit Familienhand geführt wird. In dieser Familie gibt es prompt diverse dunkle Stellen – der Geschäftsführer, der zugleich Ehemann der Inhaberin ist, gerät so schnell in Verdacht. Auch eine eineiige Zwillingsschwester der Inhaberin kommt mit ins Spiel, ohne dass dieser Handlungsstrang zu Ende erzählt wird – schließlich kennen sich die beiden leiblichen Schwestern noch nicht einmal persönlich. Auch die Spielsucht des Geschäftsführers wird eigentlich nicht richtig behandelt, weil nur unzureichend erzählt.

Scharenberg hat inzwischen mehrere Kriminalromane um den Duisburger Hauptkommissar Willibald Pielkötter (ist das nicht ein herrlicher Name?) geschrieben. Die Bücher bauen inhaltlich aufeinander auf, was die persönliche und berufliche Entwicklung Pielkötters anbelangt. Dies hier ist der zweite Band. Hier werden erstmals die persönlichen Probleme in der Ehe Pielkötters angedeutet. In der Ehe mit seiner Frau Marianne kriselt es. Er lernt seine spätere Freundin kennen. Wir dürfen gespannt sein, wie dieser Teil der Handlung in den folgenden Büchern weitergeht.

Das Buch ist vom Verlag als „Duisburg-Krimi“ vorgestellt. „Stimmt,“ kann man da als Leser nur sagen: Die Handlung spielt in Duisburg. Qua definitionem spielt die Handlung in einer bestimmten Region, meist einer Stadt. Bezeichnend für einen Regionalkrimi ist ein mehr oder weniger mit seiner Heimat verbundener Ermittler. Oft werden regional typische Charaktertypen und Klischees verarbeitet. Lokalkolorit kommt hier bestenfalls am Rande vor. Die Handlung könnte auch in jeder x-beliebigen Stadt spielen.

Die Bedeutung des Titels ist nicht unbedingt ersichtlich. Bezieht er sich auf das Doppelleben des Geschäftsführers? Seine Tenniskarriere? Oder worauf? Ein wenig mysteriös ist er schon.

Ein Fazit ist bei diesem Buch schnell gezogen. Es bietet gute Unterhaltung, hätte inhaltlich aber besser sein können.


Genre: Kriminalliteratur
Illustrated by Prolibris Verlag Kassel

Hochzeitsglocken

Margareta Sommerfeld hat sich von ihrer Mutter zu einer Kaffeefahrt überreden lassen. Sie sitzt in einem Reisebus, der mit Senioren gut gefüllt ist. Da entdeckt sie den Schönling Simon von Brehden. Wie Margareta senkt auch er den Altersdurchschnitt deutlich. Margareta ist so sehr von ihm angetan, daß sie sich prompt in ihn verliebt. Näherkommen können sie sich aber nicht. Kaum wieder zuhause angekommen, entdeckt sie seinen Leichnam im Heizungskeller seiner Villa.

Der Gmeiner-Verlag aus Baden-Württemberg ist dafür bekannt, daß er Kriminalromane herausgibt. Von einem Regionalkrimi ist hier nichts zu spüren. Dieses Werk ist mit „Ein Ruhr-Krimi“ untertitelt. Von Ortsangaben wie Gelder oder Gelsenkirchen abgesehen sind das Ruhrgebiet bzw. der Niederrhein aber nicht sichtbar. Es fehlt jeglicher (gegensätzliche) Flair, der für die beiden Regionen typisch ist. Das Arbeitermilieu kommt also genausowenig vor wie ein bäuerliches Umfeld.
Margit Kruse wurde 1957 in Gelsenkirchen geboren. Sie hat schon einige Romane herausgegeben. Viel mehr ist über die Autorin nicht in der Öffentlichkeit bekannt.
Der kriminalliterarische Dreisprung aus Aufgabenstellung – Ermittlung – Lösung ist vorhanden. Zwischen den ersten beiden Punkten gibt es noch einen Einschub, der die Vorgeschichte des Mordes erzählt, ohne den Mörder zu enthüllen.
Der Roman ist sowohl Kriminalgeschichte wie auch Liebesroman. Er bewegt sich am Rande zum Groschenroman. Die mannstolle, reiche verwitwete Alte, die verliebte Landadelige und die gutmütige Nachbarin kommen hier genauso vor wie ein unsicherer und überforderter Polizeikommissar. Selbst ein heißblütiger Madyarensohn darf nicht fehlen. Ist das eventuell Humor, der nicht sofort ins Auge fällt? Oder ein Kriminalroman, der sich gezielt an Frauen wendet? Sei es, wie es sei: Gut lesbar ist er auf jeden Fall, auch wenn man aus den eben genannten Gründen ein paar Abstriche machen muß.

Genre: Liebesroman
Illustrated by Gmeiner-Verlag Meßkirche

Moriarty

Clarence Devereux ist ein gefürchteter Verbrecher aus Amerika. Ende des 19. Jahrhunderts möchte er seine Geschäfte nach England ausdehnen. Das kann Prof. Moriarty natürlich nicht zulassen! So kommt es zu einem Machtkampf in der englischsprachigen Unterwelt. Als eine grausam zugerichtete Leiche in London gefunden wird, nimmt Inspektor Jones von Scotland Yard, ein glühender Anhänger von Sherlock Holmes, die Ermittlungen auf. Eine blutige Spur führt ihn von den Docks bis in die Katakomben des Smithfield Meat Market.

Horowitz wurde 1956 im englischen Stanmore geboren. Er lebt heute in London und ist auch schon im deutschsprachigen Raum als Autor in Erscheinung getreten.

Die Bezüge zu dem Meisterdetektiv Sherlock Holmes sind unübersehbar. Der Fall des Clubs der Rothaarigen und sein dramatisches Ende an den Reichenbach-Fällen werden unmittelbar genannt. Jones hat sein privates Arbeitszimmer mit Devotionalien ausgestattet.

Gleichzeitig gibt es aber auch gravierende inhaltliche Unterschiede. Jones ist der geniale Ermittler. Er arbeitet für Scotland Yard. Frederick Chase heißt sein Adlatus. Er ist (angeblich?) Amerikaner und arbeitet für Pinkerton. Sie nehmen gemeinsam die Arbeit auf. Die Geschichte wird wie ein traditioneller Kriminalroman erzählt. Bis eben zum Ende. Die Horowitz`sche Erzählkunst kommt hier zu ihrem Höhepunkt. Der kriminalliterarische Dreisprung wird dabei eingehalten: Aufgabenstellung – Ermittlung – Lösung. Als Rezensent gerät man dabei in eine Zwickmühle. Wie diese geniale Auflösung beschreiben, ohne dem interessierten Leser zu viel zu verraten?

Jede Menge Spannung und Dramatik ist dabei, aber eben auch viel schwarzer Humor und Satire – so etwas kann sich nur ein Engländer ausdenken: Wie geht es weiter, im Leben des Sherlock Holmes, nach seinem Unfalltod in der Schweiz? In vielen Pastiches gehen diverse Autoren allein dieser Frage nach. „Wie könnte es im Leben des Prof. Moriarty ohne seinen Rivalen Sherlock Holmes weitergehen?“ Horowitz dreht die Frage ganz einfach um. Und geht ihr in angenehm lesbarer Art und Weise nach. Man muß kein Sherlock-Holmes-Liebhaber sein, um zu diesem Roman zu greifen. Es reicht, daß man gerne Kriminalromane liest, um dieses Buch zu mögen.

Anthony Horowitz: Der Fall Moriarty; Insel Verlag Berlin 2014; 342 Seiten; ISBN: 978-3-458-17612-1


Illustrated by Insel Frankfurt am Main

Die Bettelmönche aus Atlantis

Fünf Jugendliche  sind verschwunden. Haben sie sich den Bettelmönchen angeschlossen, die in einem abgelegenen Landhaus leben und in der ganzen Gegend ihr Unwesen treiben?

Niemand weiß, was die Jugendlichen wirklich vorhaben. Bekannt ist nur, daß der Orden aus Tunesien stammt.

Als auch ein Schüler aus dem Internat verschwindet macht sich TKKG – Tarzan, Klößchen, Karl und Gaby – auch auf die Suche. Anfangs tappen sie noch im Dunkeln. Als noch ein Schüler verschwindet, finden sie eine erste  Spur. Tarzan bekommt eine Reise für zwei Personen nach Tunesien geschenkt. Dort kommt es dann zum Showdown.

Rein äußerlich ist dem Buch sein Alter anzusehen. Am Anfang werden die vier Jugendlichen jeweils auf einer Seite vorgestellt. Auf den folgenden Seiten werden immer wieder Tuschezeichnungen in die Handlung eingestreut. Vermeintliche Fremdwörter werden noch an Ort und Stelle erklärt. Ganz am Ende gibt es Verlagswerbung, wobei TKKG natürlich am umfangreichsten vorgestellt wird.

Auch inhaltlich ist das Alter unübersehbar. Es gibt vier Kinder und ihren Hund. Der Vater von Gaby ist Polizeikommissar. Er steht am Ende hilfreich zur Seite. Die Personen sind vorhersehbar. Tarzan ist sportlich und ein Gerechtigkeitsfanatiker. Gaby ist das beschützenswerte Mädchen, das Tiere über alles liebt. Karl der Computer ist (fast) allwissend. Und Klößchen ist verfressen, gutmütig und auch ein wenig faul und naiv. Die vier Jugendlichen können entscheidend zum Aufklären des Verbrechens beitragen.

So weit so gut. Eine entscheidende Änderung zu den anderen Geschichten gibt es hier schon. Die Kinder schlittern zwar eher durch Zufall in die Handlung; im Ausland spielt aber sonst keine andere Geschichte. Auch der Papa von Gaby hat hier einen großen Anteil am Erfolg.

Das Alter ist auch in anderer Hinsicht überdeutlich zu merken. Das Netz ist hier noch völlig unbekannt. Das Mobiltelefon in all´ seinen Varianten wird noch von niemandem genutzt. Für heutige, moderne Leser ist dieses Fehlen von moderner Technologie ein völliges Unding – wer kann sich das noch vorstellen?

Gibt es TKKG heute noch im Buchladen? Kauft das noch jemand? Gibt es überhaupt noch aktuelle Ausgaben aus der TKKG-Jugendbuchreihe? Laut Sekundärliteratur ist das letzte Buch aus der Reihe im Jahre 2012 erschienen; verschiedene Autoren haben die Hörspielreihe bis (aktuell) zur Nummer 1999 weitergeführt. Ob es noch jemals neue gedruckte Geschichten gibt, steht wohl in den Sternen.

Welche zeitgemäßen Aktualisierungen müßten in die Handlung eingebaut werden? Technische Neuerungen auf jeden Fall; ohne Mobiltelefone, Netz, moderne Unterrichtsmedien (z. B. Digitalstrahler) u. ä. wäre die Handlung nicht mehr zeitgemäß und für heutige Jugendliche unverständlich. TKKG müßte damit umgehen, aber auch die gejagten Verbrecher.

Wieviel Naivität kann man heutigen Kindern und Jugendlichen zumuten? Gemeint ist damit: Die alten TKKG-Bücher bieten viel Schwarz-Weiß-Denken. TKKG steht für gut. Die Verbrecher sind selten dämlich. Es geht um relativ harmlose Verbrechen wie Diebstahl, Erpressung oder Tierquälerei. Lockt man damit heute noch Kinder und Jugendliche hinter dem sprichwörtlichen Ofenrohr hervor.

Alkohol, Drogen, Kleidung, Autos, Freundschaft und Partys – dies waren – der Sekundärliteratur zufolge – gesellschaftliche Themen, die in der Anfangszeit der Buchreihe zielgruppengerecht aufgearbeitet werden sollten. Eigentlich ist der Ansatz ja nicht schlecht. Ob aber wirklich deutlich geworden ist, wo die Gefahren von Drogen und Alkohol liegen, sei einmal dahingestellt. Die Figur des Klößchens wird übertrieben dargestellt: Der übermäßige Genuß von Schokolade und damit Süßigkeiten kann – zumindest in der dargestellten Form – Diabetes und Zuckerkrankheit fördern. Hier hätte deutlicher auf die Gefahren von Gefräßigkeit und Unmäßigkeit hingewiesen werden können.

Sei es wie es sei. Wir dürfen gespannt sein, ob sich die Kinder- und Jugendbuchreihe in ihrer bisherigen, alten Form überholt hat und damit eingestellt wird oder mit einem Relaunch weitergeführt werden kann.

Stefan Wolf: Die Bettelmönche aus Atlantis; Pelikan Hannover 1981; 184 Seiten; ISBN: 3-8144-0113-1


Genre: Kinder- und Jugendbuch
Illustrated by PELIKAN Hannover

Die dunkle Macht

Auch wenn Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews einige spektakuläre Entdeckungen machen können, bleibt ihnen der „Teumessische Fuchs“ zunächst immer einen Schritt voraus. Wer verbirgt sich hinter dem rätselhaften Wesen? Je näher sie ihm kommen, desto gefährlicher wird es für sie.

„Schattenwelt“ ist Band 175 der „Die drei ???“ – Jugendbuchreihe überschrieben. Es handelt sich dabei um eine Trilogie. Hier liegt deren 3. Teil vor.

Der erste Teil des Buches wirkt so, als habe er einige Längen. Man kann leicht den Eindruck gewinnen, daß einige Kapitel durchaus weggelassen werden könnten. Der zweite Teil des Buches ist dafür umso spannender. Die drei Juniordetektive können den Teumessischen Fuchs sehr spektakulär entlarven. Die Fallgestaltung ist dabei sehr komplex und umfangreich angelegt – man braucht tatsächlich schon drei Bücher, um eine solche Geschichte hinzubekommen. In einen normalen, einteiligen Band hätte die Handlung nicht hineingepaßt. Die Handlung hat einen leicht verschwörungstheoretischen Ansatz. Es geht um unerlaubte Forschung, die auch für Spionage und Hypnose eingesetzt werden kann.

Drei Bücher drei Autoren. Klappt das? In dieser Trilogie schon. Man muß also Leser schon sehr genau hinschauen, um Unterschiede bei den Erzählweisen zu erkennen. Die Bücher bauen aufeinander auf; Fehler und Ungereimtheiten in der Handlung fallen da nicht auf. Dieser Band wird dem Drei-Fragenzeichen-Fall auf jeden Fall gefallen.

Hendrik Buchna: Die dunkle Macht; Franckh-Kosmos Verlag Stuttgart 2014; 126 Seiten; ISBN: 978-3-440-13478-8


Genre: Kinder- und Jugendbuch
Illustrated by Frankh-Kosmos-Verlag Stuttgart

Angriff in der Nacht

Die drei Fragezeichen führen ihre Ermittlungen an der Universität Ruxton fort. Sie sind dem „Teumessischen Fuchs“ auf der Spur – doch wer ist dieser „Teumessische Fuchs“  eigentlich? Er scheint überall und nirgends zu sein. Und doch müssen die drei Schüler aus Rocky Beach ihm bedrohlich nahe kommen. Denn eines Nachts schlägt ihr Gegner plötzlich und gefährlich zu.

„Schattenwelt“ ist Band 175 der Jugendbuchreihe überschrieben. Es handelt sich dabei um eine Trilogie. Dies hier ist deren zweiter Teil.

Bei dem Teumessischen Fuchs handelt es sich um eine Figur aus der griechischen Mythologie. Es handelt sich dabei um einen riesigen, menschenfressenden Fuchs, den die Götter wegen eines Frevels nach Theben gesandt haben.

Die Geschichte wird gut und spannend erzählt. Insbesondere jugendliche und jung gebliebene erwachsene Leser werden ihre Freude daran haben.

Justus, Peter und Bob haben ja schon viele „gefährliche“ Abenteuer überstehen müssen. Doch so lebensbedrohlich wie hier ist es nur selten. Hinzu kommt, daß Justus in einer Szene neurologische Aussetzer haben, die ihn für einige Zeit außer Gefecht setzen. So kommt der große Einsatz für Peter und Bob. Sie können den „Fall“ aufklären. Oder doch etwa nicht?

Dieses Buch hat so etwas wie eine Brückenfunktion – es soll zum dritten Band überleiten. Von daher wird hier eigentlich nur Ermittlungsarbeit vorgestellt. Mit Samantha ist auch eine Figur dabei, die es nur in diesem Band gibt.

Drei Bücher, drei Autoren – was den Schreibstil anbelangt, gibt es keine (für den Laien sichtbaren) Unterschiede. Es macht auch Freude, dieses Buch zu lesen.

Kari Erlhoff: Angriff in der Nacht; Franckh-Kosmos Verlag Stuttgart 2014; 126 Seiten; ISBN: 978-3-440-13478-8


Genre: Kinder- und Jugendbuch
Illustrated by Frankh-Kosmos-Verlag Stuttgart

Teuflisches Duell

Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews sind die drei Fragezeichen. In den Sommerferien erhalten die drei Schüler aus Rocky Beach die Gelegenheit, das Studentenleben an der Universität von Ruxton kennenzulernen.

Und schon zu Beginn geraten sie in mysteriöse Ereignisse. Nicht nur, daß unmenschliche Schreie auf dem Universitätsgelände zu hören sind und sich eigentlich sympathische Mitstudenten (und Mitstudentinnen) plötzlich aggressiv verhalten – die drei Juniordetektive lernen auch eine geheimnisvolle Studentenverbindung kennen.

Dies hier ist Band 175 aus der Jugendbuchreihe. Er trägt den Titel „Schattenwelt“. Es handelt sich dabei um eine Trilogie – das Buch  besteht also aus drei eigenständigen Büchern, die aufeinander aufbauen.

Dies ist Band 1 aus der Trilogie. Er bietet – im Vergleich zu anderen Bänden – einige Besonderheiten.

Die Handlung spielt nicht in Rocky Beach auf dem Trödelplatz = Gebrauchtwarencenter von Onkel Titus und Tante Mathilda. Justus, Peter und Bob sind an einem fremden Ort auf sich alleine gestellt. Trotzdem ist der Geist von Bobs Vater bei ihnen – hat der Papa ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit zu verbergen?

Den drei  Fragezeichen gelingt es in Rekordzeit, eine kriminelle Verbindung auszuheben. Ungewöhnlich dabei: Justus muß sein Talent als Einbrecher und Dieb beweisen. Seine Kombinationsgabe ist weniger gefragt…

Pater hat (wieder?) eine Freundin. Auch bei den Kommilitoninnen hat er großen Erfolg.

Die Buchreihe ist ja inzwischen nicht nur für junge und jugendliche Leser attraktiv. Auch junggebliebene Erwachsene, die früher, in jungen Jahren schon zu den Büchern  gegriffen haben, werden sie heute  gerne lesen. Sie dürfen auf die Fortsetzung gespannt sein.

Christoph Dittert: Teuflisches Duell; Franckh-Kosmos Verlag Stuttgart 2014; 126 Seiten; ISBN: 978-3-440-13478-8


Genre: Kinder- und Jugendbuch
Illustrated by Frankh-Kosmos-Verlag Stuttgart

Schokolade des Schreckens

Lilo, Poppi, Axel und Dominik sind die Knickerbocker-Band. Als sie einem Schweizer Autoren helfen, ein Buch über die Kinderfreundlichkeit der Eidgenossenschaft zusammenzustellen, machen sie eine gruselige Entdeckung: In einem Fachgeschäft für Süßigkeiten gibt es hochexplosive Confiserie-Produkte. Und schon sind die vier Kinder mitten auf der Jagd nach finsteren Gestalten…

Dies hier ist Band 17 der „Die Knickerbocker-Bande“ – Jugendbuchreihe.

Auf den ersten Blick folgt die Handlung dem üblichen Schema dieser Buchreihe. Die Detektivarbeit führt die Knickerbocker in der Welt herum, hier: in die Schweiz. (Einige Abenteuer spielen auf heimischem (österreichischem) Boden.

Die Knickerbocker lösen ihre Fälle immer gemeinsam; in der Regel helfen ihnen dabei keine Erwachsenen. Bei ihren Abenteuern werden sie den Übeltätern ein ums andere Mal lästig Die Folge? Die vier Junior-Detektive oftmals in die Falle gelockt werden. Eine weitere Auffälligkeit: Die Knickerbocker jagen keinen Bankräubern aus Kitzbühel hinterher, sondern Erpressern im großen Stil oder Schatzräubern.

Diese Gemeinsamkeiten sind auch hier anzutreffen. Ein paar Auffälligkeiten gibt es dann aber doch. In dieser Geschichte tauchen weder die Eltern der Kinder noch Sachen, die zur Lebenswirklichkeiten von jungen Leser gehören (wie beispielsweise die Schule und Schulferien, das Elternhaus, Bezüge zu ihren Wohnorten u. ä.) auf. Es wird nicht erzählt, wie der Kontakt zu dem schweizerischen Schriftsteller zustandegekommen ist. Die Handlung wirkt etwas sprunghaft – was sich allein schon an den häufig wechselnden Schauplätzen zeigt.

Thomas Conrad Brezina wurde am 30. Januar 1963 in Wien geboren. Er ist ein österreichischer Kinder- und Jugendbuchautor, Drehbuchautor, Fernsehmoderator und Produzent. Er ist vor allem durch seine Buchreihe Die Knickerbocker-Bande bekannt geworden.

Thomas Brezina: Schokolade des Schreckens; OMNIBUS C. Bertelsmann Jugendbuch Verlag München 1997; 143 Seiten; ISBN: 3-570-20350-6


Genre: Jugendbuch, Kinder- und Jugendbuch
Illustrated by Bertelsmann Jugendbuch

Die Rückkehr der Monster

Lizzy und Luke kehren in Begleitung von Fernsehreportern ins HorrorLand zurück. Sie wollen der Öffentlichkeit die Gefahren des Parks zeigen…

Die Reihe „Gänsehaut“ ist für jugendliche Leser von 10 bis 14 Jahren angelegt. Die Helden wechseln. Es handelt sich dabei immer gemischte Gruppen aus Jungen und Mädchen von zwei bis vier Personen. Die Handlungen sind an Orten, die einen Bezug zur Lebenswirklichkeit der Leser haben. Die Schule der Kinder, die Ferien mit den Eltern oder die Wochenenden zuhause seien hier als Beispiele genannt. Die Kinder leben in westlichen amerikanischen Kleinstädten mit fiktiven Namen.

Gewöhnlich spielen Monster eine ebenso große Rolle. Ein jugendlicher Ich-Erzähler erzählt die Geschichte aus seiner Perspektive. Dieser Erzähler ist es auch, der als Erster, manchmal als Einziger, den Horror bemerkt. Die Sprache ist eher locker und umgangssprachlich. Einfach strukturierte Sätze gehören ebenfalls zum Erzählstil.

Stine hat ein relativ simples, einfaches Erzählschema entwickelt. Ein Jugendlicher (meist ein junger Teenager) zieht in ein etwas abgelegenes Haus, in dem es spukt oder dessen Umgebung von Spukgestalten heimgesucht wird. Meist glauben die Erwachsenen den Kindern nicht, wenn diese ihnen von den Geistern berichten. Gelegentlich kommt es am Ende zu einer unerwarteten Wendung in der Handlung, in deren Verlauf sich die Protagonisten selbst als Monster entpuppen.

Dies hier ist Band 67 aus der Gänsehaut-Jugendbuchreihe. Ausgehend von dem obigen literaturwissenschaftlichen Hintergrundwissen lassen sich einige Abweichungen von den Regeln erkennen.

Es gibt zwar mehrere Kinder, die gemeinsam ein Abenteuer erleben; einer von ihnen ist auch der Ich-Erzähler. Die Geschichte spielt aber nicht zuhause, sondern in einem Vergnügungspark ohne Begleitung der Eltern. Die Handlung hat eher episodenhaften Charakter, so, als seien einige Teilgeschichten miteinander verwoben. Jede für sich ist spannend und endet harmlos – die kindlichen Leser müssen also keine nächtlichen Alpträume befürchten.

Wer als Kind und Jugendlicher leicht gruselige Geschichten mag, wird hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen. Als Erwachsener mag man Bücher wie dieses natürlich als einfach strukturiert und oberflächlich empfinden. Es kann aber trotzdem als spannende und gut lesbare Alternative zu den Klassikern der Jugendbuch-Klassikern empfunden.

Robert Lawrence Stine stammt aus Columbus, Ohio, wo er am 8. Oktober 1943 geboren wurde. Er lebt heute in New York, wo er auch schon als Lehrer gearbeitet hat. Der literarische Erfolg begann in den 1980er Jahren mit Buchreihen wie „Gänsehaut“ und der „Fear Street“, die auch auf Deutsch erschienen sind.

R. L. Stine: Die Rückkehr der Monster; cbj Verlag München 2011; 121 Seiten; ISBN: 978-3-570-22012-2


Genre: Jugendbuch
Illustrated by cbj Verlag München

Fünf Freunde im Orient-Express

Die fünf Freunde sind in den Sommerferien mit dem Zug auf dem Weg zu einem Ferienkurs. Doch plötzlich muß der Expreßzug halten – ein umgestürzter Baum verhindert das Weiterfahren. Ein Unglücksfall? Oder sind Eisenbahnräuber am Werke?
Auf den ersten Blick ist der Buchtitel etwas irreführend. Die Kinder sind in England mit einem Nachtzug und nicht mit dem berühmten Zug durch den Balkan unterwegs.
Interessant sind eher die Bezüge zu der englischen Kriminalschriftstellerin Agatha Christie und deren Roman „Mord im Orientexpress“, der bei uns auch unter dem Titel „Kimono“ erhältlich ist.
Die fünf Freunde sind der Detektiv, der sich auf eine Reise begibt. Sie treffen eine Truppe unterschiedlichster Personen an, zu denen auch der „Chef“ des Eisenbahnunternehmens gehört. Der Zug bleibt aus irgendeinem Grunde stecken und hat einen längeren Aufenthalt – ein Kunstkniff, den jeder Krimi-Liebhaber sofort erkennt: Ort und Personen sind überschaubar, der Detektiv arbeitet unter Zeitdruck, weil sich die Tatverdächtigen ansonsten in alle Winde verstreuen würden.
Ein Verbrechen aus der Vergangenheit spielt auch hier eine Rolle. Die Kinder können die Tat auch (fast) ohne Hilfe von Erwachsenen lösen – die Eltern von George werden hier noch nicht einmal namentlich erwähnt.
Für Kinder und Jugendliche welchen Alters ist das Buch am besten geeignet? Gezielte Angaben darüber sind in dem Buch nicht enthalten? Es dürften Kinder im Alter von 10 – 14 Jahren sein. Die Geschichte wurde behutsam modernen Lesegewohnheiten angepaßt, ohne die Originalgeschichte völlig in die Neuzeit zu holen. Gegenstände wie Computer oder gar Mobiltelefonie sind also nicht enthalten – wer die Originalgeschichten noch von früher aus seiner eigenen Kindheit kennt, wäre heute als Mama / Papa wohl auch reichlich überrascht darüber.
Trotz aller offensichtlichen Bezüge zu Agatha Christie gefällt die Geschichte aber. Die Handlung ist gut lesbar; man kann sie leicht und locker an einem Wochenende schaffen.

Enid Blyton wurde 1897 in London geboren. Sie ist bereits 1968 verstorben. Dieses Buch wurde nicht etwa posthum veröffentlicht. Es stammt vielmehr aus der Feder von Sarah Bosse.

Und Bosse ist mitnichten Engländerin. Sie erblickte 1966 in Düsseldorf das Licht der Welt, lebt seit 1975 im Münsterland, hat Germanistik und Skandinavistik studiert. Und schreibt so nebenbei Kinderbücher.

Enid Blyton: Fünf Freunde im Orient-Express; cbj München 2012; 156 Seiten; ISBN: 978-3-570-13818-2


Genre: Kinder- und Jugendbuch
Illustrated by cbj Verlag München

Der Armbrustmörder

Thomas Marwitz arbeitet als Event-Manager in Mönchengladbach. Ihn treibt die Angst um. Die MEAN DEAVVILS sind eine Rockergang, die seine Veranstaltungen regelmäßig sprengen. Er entgeht auch nur knapp einem Anschlag, der mit einer Armbrust auf ihn verübt wird.

In seiner Not wendet er sich an Robert Berringer, den Privatdetektiv aus Düsseldorf. Die Frage lautet: Steckt Eckart Krassow, der Konkurrent von Marwitz, hinter den Attentaten? Schnell wird klar: Es gibt auch andere Attentate mit Armbrust-Geschossen.

Bekker ist Jahrgang 1964. Er stammt aus dem münsterländischen Ort Borghorst. Er veröffentlicht Bücher im Bereich Science-Fiction, Krimi, Fantasy und Gruselromane für Jugendliche.

Auf den ersten Blick ist dies gut lesbare Unterhaltung. Es gibt einen verschrobenen, wenn nicht gar abgehalfterten Privatdetektiv mit privaten Problemen, der zudem ein Ex-Polizist ist. Er arbeitet im Graubereich dessen, was erlaubt ist – den Eindruck, daß er tatsächlich immer noch Polizeibeamter ist, tritt er jedenfalls nicht aktiv entgegen.

Das örtliche Drogen- und Rocker-Milieu spielt hier auch oberflächlich eine Rolle, genauso wie untalentierte und unqualifizierte Veranstaltungsfachleute – Event-Manager sind Veranstaltungskaufleute ohne Berufsabschluß.

Die aktuellen Ereignisse haben ihre Ursache in der persönlichen Vergangenheit der Beteiligten. Viele dieser Elemente sind schon bei den Klassikern der Kriminalliteratur bekannt. Lediglich die Armbrust ist als Mordinstrument neu.

Einige Elemente der Handlung werden allerdings nicht zu Ende erzählt. Wer ist die Eminenz, die hinter all´ den Rauschgiftverbrechen (auch in der Vergangenheit) stecken soll? Kann der ominöse Auftraggeber des Mordes an Berringers Familie endlich entlarvt werden?

Einen Vorgänger hat das vorliegende Buch auf jeden Fall. Ob es auch noch einen Nachfolger gibt / geben soll, müßte beim Verlag nachgefragt werden.

Das Buch spielt in der niederrheinischen Metropole Mönchengladbach. Daß der Niederrhein gut für Kriminalliteratur ist, wissen wir ja  spätestens seit dem Trio Criminale Hiltrud Leenders / Michael Bay / Artur Leenders. Regionale Krimis aus der Region nördlich einer Linie Düsseldorf – Mönchengladbach sind beim Leser beliebt – sonst würde es sie nicht in so zahlreichen Facetten geben.

Lokalen Flair gibt es hier nur bedingt. Die Borussia wird zwar am Rande erwähnt. Örtlichkeiten wie der Abteiberg, Schloß Rheydt u. ä. kommen aber nicht vor. In gewissem Rahmen könnte die Handlung auch woanders spielen.

Alfred Bekker: Der Armbrustmörder; Droste Verlag Düsseldorf 2010; 216 Seiten; ISBN: 978-3-770-1249-7


Illustrated by Droste Düsseldorf

Herzschlag

Paul Stein arbeitet als engagierter Journalist. Eines Tages erfährt er von seinem Hausarzt, daß er unheilbar an Krebs erkrankt ist. Der Arzt eröffnet ihm, daß er (Stein) nur noch wenige Monate zu leben hat.

Gleichzeitig läuft der Wahlkampf – schließlich steht die Wahl eines neuen Bundestages an. Die Nationalkonservative Volkspartei ist eine rechtsradikale Partei, der große Chancen eingeräumt werden, in den Bundestag einzuziehen. Strategie und Propaganda erinnern stark an das Vorgehen der Nationalsozialisten zu Beginn der 1930er Jahre.

Stein beginnt, sich mit der Partei zu beschäftigen. Er möchte nicht nur als Journalist darüber schreiben. Er faßt irgendwann auch den Beschluß, den Parteivorsitzenden zu ermorden…

Hansjörg Martin ist Jahrgang 1920. Er wurde in Leipzig geboren. Nach Schulabschluß und Studium der Gebrauchsgraphik und Buchillustration war er Soldat, Clown, Schaufensterdekorateur, Leiter eines Volksbildungswerkes, Bühnenbilder, Lehrer, Gebrauchsgraphiker, Journalist und Dramaturg. 1965 macht er sich dann als Schriftsteller freiberuflich selbständig. 1999 ist er dann gestorben.

Bekannt geworden ist er als Kriminalschriftsteller. In der Sekundärliteratur wird er als jemand gefeiert, der dem deutschen / deutschsprachigen Kriminalroman zu neuer Geltung verschaffen hat.

Dies hier ist allerdings kein Kriminalroman; man könnte das Werk eher als Thriller einordnen. Gleichzeitig ist es auch ein Gesellschaftsroman. Er seziert die Befindlichkeit der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Erschreckend ist dabei, wie tagesaktuell das Thema dabei auch in den 2000er Jahren noch ist – siehe das Erstarken rechter und rechtspopulistischer Parteien. Inhaltlich beschreibt das Buch also, inwieweit stockkonservatives, wenn nicht gar rückwärtsgewandtes und nationalistisches Gedankengut auch heute noch in der Mitte der Gesellschaft vorhanden ist. Der Vorwurf, Autor und Inhalt wären überholt, kann also nicht geltendgemacht werden.

Der Text ist dabei gut geschrieben. Es fängt mit einer gepflegten Sprache an, die nur deutsche und keine fremdländische Begriffe verwendet. Mancher Ausdruck hat eher barocken Charakter – das Wort „obschon“ sei hier als beredtes Beispiel genannt. Auch die konservative Namensgebung bei den handelnden Personen gehört dazu. Die Charaktere werden ausführlich gezeichnet, ohne daß es dem Handlungsablauf schadet.

Das Buch gefällt. Es ist auch in unseren Tagen noch sehr gut lesbar.

Hansjörg Martin: Herzschlag; Wilhelm Goldmann Verlag München 1980; 254 Seiten; ISBN: 3-442-03951-7


Genre: Gesellschaftsroman
Illustrated by Goldmann München

Das Todeswasser von New York

An einem bitterkalten Wintertag des Jahres 1808 wird in New York eine Leiche gefunden. Das Opfer, ein Mann, wurde offensichtlich lebendig begraben. Ist er einer politischen Intrige zum Opfer gefallen? John Tonnemann hat allen Grund, zu ermitteln, zumal auch  sein Sohn Peter zu den Hauptverdächtigen zählt.

Annette Meyers ist Jahrgang 1934. Sie wurde durch die Smith&Wetzon-Krimis bekannt. Diese Bücher spielen im Headhunter-Milieu. Meyers kann darin ihre Erfahrungen aus der Management-Consulting-Branche sowie einer Broadway-Produktionsfirma einbringen. Nach dem Ende der Smith&Wetzon-Serie beginnt Annette Meyers eine (neue) Serie historischer Kriminalromane. „Ein Kriminalroman aus dem 19. Jahrhundert“ lautet dementsprechend der Untertitel des  hier vorliegenden Titels.

Die New Yorker Lokalgeschichte bildet den äußeren Rahmen der Handlung. Anmerkungen am Ende erklären Einzelheiten, die für nicht-amerikanische Leser unverständlich sind.

Das Buch ist natürlich auch ein Kriminalroman. Es bietet aber auch Familiendrama, Liebesgeschichte und Fortsetzungsroman. Dies letztgenannte ist insofern wichtig, als daß hier auch zwei Mordfälle aus dem Vorgängerbuch „Das Kingsbridge-Komplott“ (dessen Handlung spielt 30 Jahre zuvor) gleich mitgelöst werden.

Die Geschichte selbst ist gut angelegt. Es liegt wohl eher am barocken und ausufernden Erzählstil des Autoren-Ehepaars, daß die Handlung überfrachtet ist. Sie hätte ruhig deutlich kürzer gestaltet werden können. Kann man das so deutlich sagen? Vielleicht hätte deutlicher herausgearbeitet werden können, wie Lokalpolitik in den USA damals funktionierte.

Ein Gestaltungsmerkmal zieht sich durch das gesamte Buch. Zu Beginn eines Kapitels gibt es ein (immer wieder das  gleiche) gezeichnete Bild zu sehen. Unterschiedlich sind die Zeitungs-Annoncen, die wohl tatsächlich so in New Yorker Zeitungen des Jahres 1808 erschienen sind.

Annette und Martin Meyers: Das Todeswasser von New York; ECON Taschenbuch Verlag Düsseldorf 1996; 440 Seiten; ISBN: 3-622-25101-5


Genre: Krimi
Illustrated by ECON Taschenbuch Verlag Düsseldorf

Robert Blum

Robert Blum gilt als Aktivist und Märtyrer der 1848 Revolution. Er machte sich einen Namen als Redner, Vereinsgründer und politischer Autor, sorgte aber auch für die Entstehung der neuen freigeistigen Religionsbewegung als Opposition zur katholischen Kirche.

Anläßlich des 200. Geburtstages im Jahre 2007 würdigte der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften und seine Mitgliedsverbände in Zusammenarbeit mit der Freireligiösen Gemeinde Berlin Blum in einer zentralen Festveranstaltung und in einer wissenschaftlichen Tagung. Deren Ergebnisse sind hier zusammengestellt.

Das Buch ist weniger eine Biographie – wer die Lebensdaten Blums sucht, wird zu anderer Lektüre greifen müssen. Es bietet vielmehr eine gut recherchierte Einführung in die deutsche Ideen-, Kultur- und (katholische) Kirchengeschichte des 19. Jahrhunderts. Der interessierte Leser lernt Robert Blum (neu) kennen – außerhalb einer interessierten Fachöffentlichkeit ist er heute weitestgehend vergessen. Man mag dies bedauern. Wo aber das Interesse an Religiösität und geistiger Orientierung nachläßt, geht auch und vor allem das Wissen um Randgruppen verloren. Umso wichtiger sind Publikationen wie diese.


Genre: Dokumentation
Illustrated by Angelika Lenz Verlag Neustadt

Die Jagd nach den Millionendieben

Als Tarzan / Carsten, Gaby und Karl abends über das Volksfest bummeln wollen, wird aus dem kleinen Ausflug ein großes Abenteuer. Tarzan beobachtet nämlich zufällig, wie die schon lange gesuchten Millionendiebe wertvolle Gemälde aus einer Villa stehlen. Die vier Kinder (Klößchen = Willi Sauerlich ist der vierte im Bunde) möchten den Fall eigenständig lösen.

Welche Rolle spielt der seltsame Bruder des unsympathischen Zeichenlehrers Pauling? Haben die Rocker, denen TKKG auf dem Rummelplatz begegnen, etwas damit zu tun? Und was geschieht, als die vier Kinder zu den Sauerlichs eingeladen sind, der Chaffeur niedergeschlagen und das Luxusauto gestohlen wird.

Dies hier ist Band 1 der Jugendbuchreihe. Dies ist an vielen Stellen zu spüren. Gaby wird hier noch ihrem Spitznamen „Pfote“ gerecht – gleich zwei Hunde müssen ihr in der Geschichte die Pfote geben. Karl hat – wie sein Spitzname „Computer“ verrät – viel Wissen auf Lager. Und Klößchen ist – daher der Spitzname – verfressen und hat immer Schokolade zur Hand – sein Vater ist schließlich ein reicher Schokoladenfabrikant, während seine Mutter vegetarisch diätet.

TKKG gehören zu den Guten. Klar. Die bösen Verbrecher sind schon an der Körperbeschreibung zu erkennen. Etwas plump gezeichnet sind sie mit auffälligen Eigenschaften behaftet – rote Haare und Segelohren seien hier als Beispiele genannt.

Das Buch ist zielgruppengerecht aufbereitet. Unverständliche Fremdworte werden weitestgehend vermieden und falls erforderlich im Text erklärt. Die Kinder können den Fall selbständig lösen. Kommissar Glockner tritt hier noch nicht helfend in Aktion. Die Handlung ist eher schlicht und unkompliziert. Der Textteil wird durch Illustrationen ergänzt.

Die Buchreihe gibt es heute noch und ist bei Band 192 angelangt.


Genre: Kinder- und Jugendbuch
Illustrated by PELIKAN Hannover