Der Mörder saß im Wembley-Stadion

Sommer 1966. Die Fußballweltmeisterschaft beginnt in England. Viel Arbeit für die Polizei. Aber auch viel Arbeit für Scotland Yard, denn Kommissar George Varney hat es mit einer Bande »schwerer Jungs« zu tun. Eine Bank wurde beraubt und ein Mitarbeiter wude angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Während sich Kommissar Varney bemüht, den Fall rasch zu lösen, geschehen weitere Straftaten. Ein auf eigene Faust ermittelnder Journalist wird ermordet, und aus einem Gefängnis flieht ein Insasse. Und das ist noch nicht die letzte Straftat in diesem merkwürdigen Fall.

Kommissar Varney steht unter großem Druck, zumal ihm sein Vorgesetzter Sheperdson schon mit einer Versetzung in die Provinz gedroht hat. Der Fall, bei dem die Fußballweltmeisterschaft eine kleine Begleitmusik spielt, löst sich am Tage des Endspiels.

Ein neuer, alter Kriminalroman von Erich Loest. Interessant dazu ist das Nachwort in dieser Buchausgabe. Loest beschreibt dort, wie er 1964 nach langer Haft in der DDR aus dem Gefängnis entlassen wird. Anschließend wird er vom Mitteldeutschen Verlag aufgefordert, Kriminalromane zu schreiben. Unter dem Pseudonym Hans Walldorf beginnt er zu schreiben. 1967 erschien dann »Der Mörder saß im Wembley-Stadion« im Mitteldeutschen Verlag Halle. Loest, der ja aus seiner Position in der DDR nur unzureichend recherchieren konnte, erinnert mit seinem Roman ein wenig an die Edgar-Wallace-Verfilmungen der frühen sechziger Jahre, als deutsche Regisseure und Schauspieler eine britische Atmosphäre erzeugen wollten. Wie diese Filme, so hat auch dieses Buch durchaus Charme und Spannung.


Genre: Kriminalliteratur
Illustrated by Steidl Göttingen