Dictator

Robert Harris lässt die Tage der untergehenden Republik lebendig werden, spannend wie ein Actionthriller, Cicero im Zentrum der Ereignisse. Und wir erleben, wie die politischen Institutionen eine nach der anderen zusammenstürzen.

Auch wenn Rom eine Adelsrepublik war, sie war eine Republik, in der die Gewalt geteilt war. Das sorgte dafür, dass niemand zuviel Macht bekam, dass Kompromisse geschlossen werden mussten.
Mit den Bürgerkriegen stürzte dieses System nach und nach zusammen. Und Cäsar war der große Totengräber, der die alleinige Macht an sich riss.

Wie ihm das gelang, das erleben wir im Buch. Und die Methoden ähneln denen unserer heutigen Populisten, egal ob rechts oder links. Den Plebs aufhetzen, die alten Institutionen lächerlich machen und zerstören, Menschen mit anderer Meinung verteufeln. Ihnen die Würde nehmen.

So ist ein bestürzend aktuelles Buch entstanden, spannend bis zur letzten Seite, das mich ratlos zurücklässt. Stehen wir heute in einer ähnlichen Entwicklung? Nur dass der Hass nicht auf dem Forum, sondern im Internet geschürt wird? Von Leuten, die keinerlei Hemmungen haben?

Das Buch ist Unterhaltung im besten Sinne, ich habe viel über den Untergang der römischen Republik gelernt und lange darüber nachgedacht. Eines der wenigen Bücher, die man so schnell nicht wieder vergisst.


Illustrated by ASKU-Presse Bad Nauheim, Heyne München
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