Fürchte die Nacht

51x90LKs8QL._SX331_BO1,204,203,200_Ein neuer, wirklich erschütternder Fall beschäftigt die beiden Komissare Brandt und Aydin in Köln. Ein Psychopath, der in seinem ganzen Leben bisher nur Ablehnung erfahren hat, fühlt sich zu Höherem berufen. Um zu erreichen, was er sich vorgenommen hat, bedarf es einiger junger engelsgleicher blonder Frauen. Er ermordet sie auf eine bestialische Weise, die selbst das hartgesottene Team der Kölner Mordkommission erschüttert. Fieberhaft ermittelt das ganze Team im vorweihnachtlichen Köln, doch der Täter ist ihnen immer einen Schritt voraus. 

Als das Team zum ersten Tatort gerufen wird, dreht sich ihnen kollektiv der Magen um. Liegt doch wahrhaftig in einer Tonne eine Leiche, die nicht zu identifizieren ist, denn sie wurde skalpiert und gehäutet. Natürlich hat der Täter keine Spuren hinterlassen. So glaubt die Polizei zuerst. Die Gerichtsmedizin findet später ein einzelnes Haar, dessen Analyse schnell zu einem Mann führt, der bereits in der Datenbank gespeichert ist. Ein Exhibitionist, der vehement den Mord bestreitet. Selbstverständlich wird er in U-Haft gesteckt und ordentlich durch die Mangel gedreht.  Sein Umfeld wird durchleuchtet und die Polizei stößt auf einige „Kollegen“ des Verdächtigen, fndet aber kein Mordmotiv. Bis ein zweiter Mord geschieht. Offensichtlich hat sich der Täter nur mit dem Skalp begnügt, denn die angefangene Häutung des Opfers hat er nicht vollendet. Ist er unterbrochen oder gestört worden? Oder gibt es einen anderen Grund?

Während der Leser aufmerksam und atemlos die Ermittlungen verfolgt, lässt ihn der Autor parallel dazu in einem weiteren Erzählstrang am Leben des Täters teilhaben. Sehr detailliert schildert er die Verhaltensweisen dieses kranken Typen, besucht ihn mit dem Leser zusammen auf seinem Arbeitsplatz, lässt jeden teilhaben, wie der Mörder von seiner Umwelt gehänselt und von seiner Familie tyrannisiert wurde. Grausig. Fast möchte man  Mitleid bekommen mit ihm, aber dann siegt doch der Ruf nach Gerechtigkeit.

Salim Güler versteht es wieder in höchster Vollendung, den Leser glauben zu lassen, er wisse mehr als die Polizei und könne in die Handlung eingreifen. Stattdessen führt der Autor ihn gewaltig auf falsche Spuren. Jedesmal, wenn man sich entspannt, weil man glaubt, nun den richtigen Täter gefunden zu haben und der Polizei einen Tipp geben zu müssen, zerschlägt sich die Spur. Und wieder tappt man vollkommen im Dunkeln. Dass der Autor am Ende einen Täter aus dem Hut zaubert, den der Leser zu kennen glaubt, aber von dem er bis zur letzten Minute nicht weiß, wer es ist, macht die Story wirklich grandios.

Trotz aller Düsternis ist dieser Thriller wunderbar kurzweilig und lebensnah gehalten. Die Plänkeleien zwischen Brandt und Aydin, die aufzeigen, dass sie sich erst noch zusammenraufen müssen, die Schilderung des kölschen Lokalkolorits und die Hahnenkämpfe innerhalb des Teams sind sehr real und menschlich geschildert. Man fühlt sich als Mitglied des Teams, allerdings als ein etwas klügeres, da man die Abartigkeiten des Täters kennt.

Auch diesen Thriller von Salim Güler kann ich jedem Fan von düsteren Geschichten nur empfehlen.

Fulminant.

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Genre: Krimi, Thriller
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