Die Hyperion-Gesänge

Was haben der 1795 geborene Poet John Keats und eine moderne Space Opera gemeinsam? Der eine hat 1818 Verse unter dem Titel »Hyperion« gedichtet, und das moderne Buch kommt mit dem Namen »Die Hyperion Gesänge« daher. Doch damit nicht genug. Der Poet spielt eine wichtige Rolle im Science-Fiction-Roman von Dan Simmons. Aber später mehr zur Handlung. In der Sammelausgabe sind zwei Hyperion-Romane gesammelt erschienen. Insgesamt kommt man so auf stolze 1.450 Seiten.

Der Aufbau ist etwas gewöhnungsbedürftig, wirkt aber dadurch noch interessanter. Die Story beginnt mit einer Pilgerfahrt. Sieben Pilger sind unterwegs zum Planeten Hyperion, um das »Shrike« zu finden. Viel mehr als den Namen »Shrike« oder »Herr der Schmerzen« erfährt der Leser lange Zeit nicht über dieses Wesen. Jeder Pilger hat seine ganz persönliche Geschichte und Motivation für diese Reise und diese wird im ersten Teil des Buches erzählt. Das erste Buch ist also ein gigantischer Prolog. Im zweiten Buch beginnt dann die eigentliche Pilgerfahrt, und dramatische Ereignisse überschlagen sich. Langsam, Schritt für Schritt, wird dem Leser offenbart, wie die Geschichten der sieben Pilger zusammenhängen und worum es wirklich geht. Dan Simmons führt uns dazu in fantastisch beschriebene Welten ein und schafft ein absolut glaubwürdiges zukünftiges Universum. Ihm gelingt es zum Schluss, seinen selbst geschaffenen Gordischen Knoten mit Bravur zu entflechten und alle Handlungsstränge sauber filetiert auszubreiten.

Wer zusätzlich noch ein Fan von John Keats ist, findet in diesem Buch sicher viel mehr Referenzen und Anspielungen. Keats wird teilweise zitiert, Städte und Planeten sind nach seinen Werken benannt und man kann sehr viel über sein Leben lernen. Die vielen Referenzen auf Keats sind, für einen in diesem Gebiet unbedarften Leser wie mich, etwas ermüdend. Die anderen Ideen und der große rote Faden, der sich durch die Geschichte zieht sind jedoch unglaublich spannend.

Ein kleiner Schwachpunkt ist die Übersetzung. So wundert man sich an einer Stelle, wo denn plötzlich die Person her kommt, die gerade etwas gesagt hat. Kurze Zeit später stellt man fest, dass der Name nur falsch geschrieben wurde. Leider ist das nicht der einzige Fehler.


Genre: Science-fiction
Illustrated by Heyne München

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