Der letzte Schrei

Das wunderschöne hellblaue Leinencover mit zwei sich drehenden Karpfen verleitet direkt dazu, den Band in die Hand zu nehmen. Dass, was die britische Autorin dann in ihren 13 kurzen Episoden liefert, ist durchaus virtuos und zeugt von genauer Beobachtungsgabe. Es geht um Menschen, die sich nicht mehr viel zu sagen haben und dennoch umeinander kreisen.

Stilistisch häufig im Selbstgespräch verstrickt und dabei mit unterschiedlichen Bewusstseins- und Erzählebenen arbeitend, wirken die psychologisierenden Geschichten seltsam kalt, bisweilen sogar verzweifelt. Einige der Texte sind durchaus komisch, bisweilen sogar gnadenlos sarkastisch. Insgesamt aber verschließt sich die Autorin dem Leser eher als sich ihm zu öffnen.

Die Begegnung mit A. L. Kennedy empfand ich insofern als enttäuschend.

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Genre: Kurzgeschichten und Erzählungen
Illustrated by Carl Hanser München

Katzentisch

KatzentischExotischer Schauplatz des Geschehens: Ein Ozeanriese mit dem Prunk und Pomp der frühen fünfziger Jahre auf dem Weg von den Kolonien des britischen Empire heim ins geliebte Mutterland. An Bord eine bunt gemischte Gesellschaft, die noch ignorieren kann, dass die glanzvollen Zeiten des britischen Empire hinter ihnen liegen.

Unter diesen Passagieren sind die drei Kinder Michael, Ramadhin und Cassius, die auf dieser Reise ihre ersten Schritte heraus aus einer zwar wohlbehüteten, aber exotischen kolonialen Kindheit machen werden. Im Speisesaal sind die Kinder an den Katzentisch verbannt, gemeinsam mit anderen Außenseitern wie der altjüngferlichen Perinetta Lasquetti, die ihre Brieftauben an Deck spazieren führt oder dem melancholischen Pianisten Max Mazappa, der den Katzentisch mit obszönen Schlagern unterhält. Die Gesellschaft am Katzentisch ist gleichwohl geheimnisumwitterter, unterhaltsamer, spannender als die gepflegte Langeweile in der ersten Klasse, das merken die drei sehr schnell. Die drei Kinder sind alleine an Bord, fast ohne jede Aufsicht oder Kontrolle durch Erwachsene und für sie ist das alles ein großes Abenteuer. Sie beschließen, jeden Tag mindestens ein Verbot zu übertreten. Sie picknicken stibitzte Häppchen in den Rettungsbooten, tauchen des Nachts im Swimmingpool, assistieren einem charmanten, aber diebischen Baron, beobachten Michaels schöne Cousine Emily bei der ersten Liaison ihres Lebens mit dem Wahrsager der Artistengruppe und sind zu guter Letzt unbeabsichtigt verantwortlich für den Tod eines mit dem Fluch der Tollwut belegten steinreichen Großmoguls. Nach der Reise verlieren sich ihre Wege, kreuzen sich aber später wieder. Sie hören nicht auf den Rat der klugen Perinetta „Verzweifle jung und blicke nie zurück“, sondern interpretieren diese Reise als prägend für ihr ganzes Leben. Für sie waren es neben den Abenteuern die Fremden am Katzentisch, die sie an diesem frühen Wendepunkt ihres Lebens zu anderen Menschen machten.

Die Erzählung wirkt wie ein Märchen aus längst vergangenen Zeiten, eine Hommage an die Zeit, als Sri Lanka noch Ceylon hieß und das britische Empire führend in der Welt. Das Schiff wirkt wie das Sinnbild einer Arche für alle möglichen Typen von Menschen, die meisten davon entwurzelt. Den Kindern noch unbewusst stellt dieses Konglomerat die Weichen für ihre Entscheidung, an welchem Tisch des Lebens sie künftig sitzen wollen. Katzentisch ist ohne Frage ein klug konstruiertes Buch, gezielt die wehmütigen Gefühle im Visier, die solcherlei Kindheitserinnerungen beim Leser wecken mögen. Dabei schießt der Autor gelegentlich über sein Ziel hinaus. Ich empfand den Roman als überkonstruiert und in dieser Form berechnend.

Nach dem englischen Patienten konnte Ondaatje nie wieder so recht an diesen großen Erfolg anknüpfen. Nachdem der englische Patient ein Mann ohne Erinnerung war, geht es im neuen Roman nun in erster Linie um die Erinnerung und was sie aus unserem Leben macht. Ondaatje betont in einer Nachbemerkung, die Erzählung sei reine Fiktion – gleichwohl, die Versuchung ist groß, autobiographische Züge in den Roman zu deuten.
Schon früh im Buch heißt es: „Wir haben alle einen alten Knoten im Herzen, den wir gern lockern und auflösen würden.“ Von da an kann der Leser sich kaum des Eindrucks erwehren, Ondaatje habe sich mit diesem lyrischen Abenteuerroman von etwas befreien wollen. Dafür aber setzt er dem Leser enge Grenzen, an keiner Stelle gestattet er ihm, eigene Bilder und Phantasien zu entwickeln.  Die Erzählstränge reichen fragmentarisch bis in die Gegenwart, verlaufen aber oft im Unklaren. Gegen Ende des Buches wird es immer mühsamer, diesen zu folgen oder sie gar sinnvoll zu entwirren, zumal etliche Protagonisten sehr distanziert und kühl beschrieben werden. Empathie kommt so nicht auf.

Vom Pianisten Mazappa lernt der Junge Michael Du darfst Dich nie für unwichtig im großen Zusammenhang des Lebens halten. Dass man sich aber nie für zu wichtig halten sollte, hat keiner hinzugefügt. Obwohl dem Roman das sicher gut getan hätte. Was immer die Intention des Autors war – die Berechnung seiner Konstruktion hat Schönheitsfehler

Der Autor: Michael Ondaatje ist wurde 1943 in Colombo,Sri Lanka, damals Ceylon, geboren und lebt nach etlichen in England verbrachten Jahren heute als eingebürgerter Schriftsteller und Dichter in Kanada. 1992 gelangte er mit dem später verfilmten Roman Der englische Patient zu Weltruhm.


Genre: Romane
Illustrated by Carl Hanser München

Leon und Louise

Leon und LouiseSchuld war Christine Westermann. Denn mein erster Gedanke war „Och nö, nicht schon wieder“, als ich das erste Mal von Leon und Louise hörte. Une affaire d’amour en France. Eine Liebe gelebt gegen die ganze Welt. Ein Mann, eine Frau, die eine ganz besondere Liebe erkennen, sie aber nicht leben können. Über die Weltgeschehnisse hinweg immer mal wieder gestohlene Stunden miteinander verbringend. Och nö, hatten wir das nicht schon mal? Benoite Groult. Salz auf unserer Haut. George und Gauvain. Ein unbestritten schönes Buch. Mich nachhaltig beeindruckend und lange begleitend. Wohl auch daraus resultierend mein Zögern ob der vermuteten Neuauflage. Doch der Radiomoderatorin meines Vertrauens sei Dank. Selten hat Christine Westermann ein Buch so innig, mit soviel Herzblut empfohlen. Frau Westermann schrieb „Eine wunderschöne Geschichte, bei der man nach 314 Seiten zutiefst bedauert, dass sie schon zu Ende ist. Und sich heimlich wünscht, dass einem im nächsten Leben einer wie Léon begegnen möge. Oder eine wie Louise“ und ich wurde doch neugierig. Als ich das Buch dann las, erlebte ich mehr als eine kleine Überraschung. So begeistert war ich selten. Nicht so sehr von der Handlung. Die – wie gesagt – hatten wir so ähnlich schon mal. Wobei die Geschichte von Leon und Louise der Geschichte von George und Gauvain an bittersüßer Romantik, Tragik und letztendlich Versöhnung in nichts nachsteht. Was das Buch des Schweizer Autors Alex Capus so kostbar macht, ist seine Sprache. Ein märchenhafter Erzählstil, lakonisch durch die Weltgeschichte mäandernd, sprachgewaltig und zart zugleich, schenkt er dem Leser Sätze von einfacher Klarheit und berührender Poesie. Es liest sich, als hätten Edith Piaf und ZAZ zusammen ein Album aufgenommen.

Leon und Louise lernen einander gegen Ende des ersten Weltkrieges kennen. Die beiden verbringen einen wunderbaren Tag und eine ebensolche Nacht miteinander – und werden doch kein Paar. Granaten reißen sie tragisch auseinander. In der Folge halten sie sich gegenseitig für tot. Erst Jahre später sehen sie sich zufällig in der Pariser Metro wieder, gestatten ihrer Liebe einen weiteren Tag und eine weitere Nacht. Mehr nicht, denn Leon ist inzwischen verheiratet und Vater. Und ein Mann wie Leon tut, was er tun muss und was er bleiben lassen soll, lässt er bleiben. Dennoch verbindet die beiden über die Jahrzehnte eine ganz besondere Liebe, die auch den zweiten Weltkrieg, die Besetzung von Paris, das Exil Louises und Léons Ehe überdauert.

Erzählt wird die Geschichte aus Leons Sicht von seinem Enkel. Alex Capus gelingt es jedoch, nicht nur Leons Gefühle einfühlsam darzustellen. Mithilfe berührender Briefe aus ihrem Exil leiden, freuen und lächeln wir auch mit Louise. Und nicht nur mit ihr. Auch Yvonne, Leons Gattin, lernen wir schätzen und respektieren. Sie, die von der unerfüllten Liebe weiß und damit ihren Frieden macht. Sie, die mit diplomatischer Klugheit, agentenwürdiger Schlauheit und der Rücksichtslosigkeit einer Gotteskriegerin ihre Familie durch die Fährnisse der bewegten Zeit dirigiert und dadurch nicht zur bedauernswerten Betrogenen, sondern zur zweiten Heldin der Geschichte wird.

So schwer und traurig eine solche Liebesgeschichte in einem Jahrhundert der Kriege anmutet, so leicht schafft es Capus, Alex Capus, offizielles Autorenfot schon auf den ersten Seiten eine bezaubernd einfache Stimmung heraufzubeschwören. Die Stimmung unbeschwerter Jugend, die Stimmung eines leichten Sommerwinds, die den Roman nie ganz verlässt und im allerletzten Absatz unvermittelt wieder über den Leser hereinbricht. Den Leser, der dieses Buch danach mit einem warmen Gefühl, aber auch wehmütig zur Seite legt. Tatsächlich traurig. Darüber, dass es schon vorbei ist.

Mehr über den (die Bemerkung kann ich mir jetzt nicht verkneifen) sehr attraktiven Autor, von dem bedauerlicherweise noch nicht allzu viel auf Deutsch erschienen ist, auf seiner Homepage und in den Zehnseiten der Zeit.

Quellen: Autorenfoto www.alexcapus.de
und www.christine-westermann.de

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Genre: Romane
Illustrated by Carl Hanser München

Schuhhaus Pallas

Als die vierzehnjährige Amelie ihren Vater, den Kunstkritiker und Kunstsammler Kurt Fried, einmal mit Fragen nach seiner Rolle im Krieg überschüttete, verlor dieser nach einer Weile die Geduld und sagte zur wissbegierigen Tochter: „ Jetzt hörsch auf mit dem dumma Gschwätz, hasch ghört?“ Über dreißig Jahre stellte Amelie Fried keine Fragen mehr nach der Geschichte ihrer engsten Verwandten. Das änderte sich, als ihr Mann Ende 2004 entdeckte, dass Verwandte seiner Frau im März 1943 nach Ausschwitz deportiert und ermordet worden waren. „Was soll ich machen?“ fragte sich Amelie Fried. „Wegsehen oder hinsehen? So tun, als wäre nichts, oder herausfinden, ob da noch mehr ist?“ Sie machte sich auf die Spurensuche, recherchierte in Archiven, sprach mit Zeitzeugen. Was sie in drei Jahren erfahren und zusammengetragen hat liegt ab heute als Buch vor.

Seit 1914 ist das Ulmer Schuhhaus Pallas im Besitz vom Franz Fried, dem Großvater der Autorin. Er ist Jude und mit der „Arierin“ Martha (geb. Hoffmann) verheiratet. Das Geschäft floriert und wird zum zweitgrößten in der Stadt. Martha und Franz haben zwei Kinder, Kurt (geb.1906) und Anneliese (geb.1918). Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 beginnt für die Familie eine Leidenszeit. Die Nazis rufen zum Boykott des Schuhauses auf („Deutsche kauft nicht bei Juden“), die Scheiben werden über Jahre mit antisemitischen Parolen beschmiert, Ulmer Zeitungen weigern sich, Inserate der Frieds abzudrucken, und der Ulmer Polizeipräsident und Nationalsozialist Wilhelm Dreher (1892-1969) nutzt jede Gelegenheit, um die Familie zu schikanieren. 1935 wird Franz Fried bei einem Besuch des Gasthauses Ratskeller von Nazis angepöbelt, beschimpft und vor dem Lokal zusammengeschlagen. Obwohl die Täter namentlich bekannt sind, stellt die Staatsanwaltschaft einige Monate später die Ermittlungen ein.

Auch die Kinder bekommen die faschistische Repression und die gesellschaftliche Stigmatisierung zu spüren. Die beste Schulfreundin muss sich von Anneliese Fried abwenden. Ihr älterer Bruder Kurt, der an der Volkshochschule Kurse gibt und für zwei Zeitungen schreibt, wird 1933 aus der „Reichsschrifttumskammer“ ausgeschlossen und erhält Publikationsverbot. So bleibt dem Kunst- und Kulturinteressierten, der in München als Gasthörer an der Universität Seminare in Germanistik, Archäologie und Theaterwissenschaften besuchte, nur die Möglichkeit, im elterlichen Geschäft zu arbeiten.

Der Vater wie auch der Sohn wehren sich auf ihre Weise gegen das Naziregime. Kurt Fried schließt sich einem Club von Menschen („Tapp-Club“) an, die eine systemkritische Einstellung haben, und versucht das Publikationsverbot zu unterlaufen. Franz Fried weigert sich in trotzigem Protest im Januar 1939 seine Kennkarte mit „Franz Israel Fried“ zu unterzeichnen. Er muss wegen „Ungebühr“ in das Untersuchungsgefängnis in der Griesbadgasse und kommt danach in das „Schutzhaftlager“ Welzheim, bei dem es sich in Wirklichkeit um ein KZ handelt. Im April wird er entlassen, kehrt aber nicht zu seiner Familie zurück.

Seit 1933 kämpft die Familie Fried verzweifelt darum, sich ihre Existenzgrundlage, das Schuhhaus Pallas, zu erhalten. Sie schreiben Briefe an Behörden, führen Prozesse, das Geschäft wird vom jüdischen Vater auf die „arische“ Mutter überschrieben. Als auch dies nicht hilft, wird eine Überschreibung auf den Sohn Kurt betrieben, der über seinen eigenen Schatten springt und durch eine opportunistische Haltung versucht positiv auf die Behörden Einfluss zu nehmen. Schließlich fasst die Familie in größter Verzweiflung einen Plan. Amelie Fried schreibt: „Irgendwann macht mein Vater meinem Großvater einen Vorschlag: Er solle sich doch von der Mutter scheiden lassen. Pro forma nur. Vielleicht lassen sie dann endlich das Geschäft in Ruhe…Dass mein Großvater durch diesen Schritt erst recht der Verfolgung preisgegeben wird, konnten oder wollten die Mitglieder der Familie damals offenbar nicht sehen … Sicher ist …, dass dieser Vorgang den endgültigen Bruch zwischen meinem Vater und meinem Großvater markiert und die beiden danach nie mehr ungezwungen miteinander umgehen konnten.“ (60/61) Haben Sohn und Mutter im Bund hier den Vater verraten? War der einzige Weg, die Familie zu retten, der, ein Familienmitglied zu opfern? Uns Lesern steht kein Urteil zu. Wir stehen nur fassungslos vor einer Situation, wie wir sie aus klassischen Dramen kennen. Uns Lesern wird klar, wie barbarisch ein System ist, das Menschen in eine solche Lage bringt. Franz Fried wurde von seiner Frau geschieden und ging nach seiner KZ-Haft in Welzheim nach München.

Nach dem Ende des Krieges waren alle Frieds wieder in Ulm. Der unbeugsame Franz entging in München durch einen Zufall dem Abtransport und damit dem sicheren Tod in einem Vernichtungslager. Ohne wieder zu heiraten lebte er in Ulm mit seiner geschiedenen Frau zusammen und führte das neu aufgebaute Schuhgeschäft. Sein Sohn Kurt war einer der Gründer der „Schwäbischen Donauzeitung“, der späteren Südwest Presse. Er konnte sich nun endlich dem widmen, was ihm wichtig war: der Kunst, der Kultur und dem Schreiben. In der Ulmer Gesellschaft trug er den Spitznamen „Kulturpapst“. Die Ulmer Frieds hatten mehr Glück als viele ihrer Verwandten, die den Naziterror nicht überlebten. Auch von ihnen erzählt das Buch Amelie Frieds.

Allerdings haben die schrecklichen Ereignisse alle Personen und Beziehungen der Ulmer Familie verändert.So klagt die Autorin über die Verschlossenheit ihres Vaters, über seine Unfähigkeit, Beziehungen einzugehen, sich anderen mitzuteilen und Glück zu empfinden. „Er (der Vater) hat über die traumatischen Erfahrungen seines Lebens geschwiegen, und ich musste … mit den Auswirkungen dieses Traumas leben, ohne es zu kennen.“(144)

Amelie Frieds Buch enthält neben dem berichtenden Text Familienfotos, Briefe, amtlich Dokumente und Schreiben sowie Gedichte von Vater und Tochter. Ein Familienstammbaum, eine Zeittafel historischer Ereignisse, Quellenangaben und erläuternde Bemerkungen helfen dem Leser beim Verständnis der Geschichte. Mir war Amelie Fried bisher nur als Fernsehmoderatorin bekannt; ich wußte auch von ihren Kinderbüchern und anderen Büchern, die eher der Unterhaltungsliteratur zuzuordnen sind. „Schuhhaus Pallas“ war für mich eine lehrreiche und interessante Lektüre.


Genre: Politik und Gesellschaft
Illustrated by Carl Hanser München

Mittelmäßiges Heimweh

Der Controller Dieter Rotmund wohnt allein in einer großen Stadt. Er lebt getrennt von seiner Frau, die im Schwarzwaldidyll siedelt und sich dort auf seine Kosten selbst verwirklicht. Doch da ist noch Susanna, die geliebte Tochter. Beide besucht er jeweils zum Wochenende. Edith weicht ihm ständig aus. Sie stürzt sich in eine Affäre und zieht sich und das gemeinsame Kind schließlich ganz von ihm zurück.

Rotmund fällt im Gefühl des Zerfalls seiner Ehe immer stärker in ein gleichförmiges, langweiliges Leben. Seine Sehnsucht nach Frau und Kind verkümmert zur Gleichgültigkeit. Obwohl ihm der Schwarzwald inzwischen ganz gut gefällt, empfindet er für den Ort, an dem seine Lieben sind, bald nur noch mittelmäßiges Heimweh. Darauf bezieht sich der Titel des Romans.

Mittelmaß und Gleichgültigkeit machen das Leben Rotmunds aus. Selbst als er in einer Kneipe plötzlich ein Ohr verliert, irritiert ihn das nur leicht. Später kommt ihm sogar noch eine Zehe abhanden. Er scheint sich damit allmählich im Mittelmaß aufzulösen. Sein unscheinbares Leben wird ungenau. Eine kleine Qual hat ihr Zelt in ihm aufgeschlagen und drangsaliert ihn von innen. Da hilft auch keine sexuelle Beziehung mit einer Frau, die zufällig in sein Leben tritt.

Deutlich merkt er, dass sein Gefühlsleben stehen geblieben ist und sich nicht bewegen will, obwohl er es manchmal anzuschieben versucht. In diesem Stillstand fällt ihm auf, dass er Sehnsucht nicht mehr von Heimweh unterscheiden kann. Früher war ihm klar, dass Sehnsucht dem Heimweh vorausgeht: »Du liebst eine Frau, dadurch entsteht Sehnsucht. Indem sich die Sehnsucht zeigt, bildet sich nebenbei auch Heimweh nach der Landschaft oder der Stadt, in der die geliebte Frau zu Hause ist. Indem du die Frau liebst, wird die Sehnsucht gestillt, und das Heimweh verschwindet. So einfach war das einmal. Zuerst wurde die Sehnsucht mittelmäßig, jetzt auch das Heimweh«. Rotmunds Leben verdichtet immer mehr zum inneren Monolog eines Menschen, der den Glauben an erfüllende Partnerschaften ebenso wie das Gefühl inneren Glücks verloren hat.

Wilhelm Genazino zeichnet in dem ihm eigenen resignativen Stil das Bildnis eines Mannes, der die Fremdheit überwinden will und doch von Fremdheit zugewuchert wird. Er konzentriert sich mit seinem Roman auf den merkwürdigsten Punkt im Leben: auf den Punkt, da sich ein zuvor heftiges Interesse plötzlich aufzulösen beginnt. Lakonisch und gleichzeitig haarscharf in der Beobachtung schildert er den Wärmetod des Gefühls, die Abflachung aller Emotionen und ihr Verlöschen in Mittelmäßigkeit.

Ausgeprägt ist seine enorme Beobachtungsgabe von Personen und Ereignissen. Detaillierte Beschreibungen alltäglicher Banalitäten münden durchaus in eigenwillige, skurrile Erkenntnisse. »Es ist diese Wahrnehmung, die meine Melancholie über den vielleicht ausbleibenden Sinn vertreibt und mich wieder ins Leben zurückholt«, lässt er seinen Helden sagen. Genazinos Verfremdungstechnik hilft, die eigene Verzweiflung durch die Situationskomik des Alltags zu betäuben. Aufgelöst wird sie dadurch nicht.

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Genre: Romane
Illustrated by Carl Hanser München

Lea

In Saint-Remy begegnen sich zufällig zwei Männer, sie sind Mitte fünfzig und waren früher beide in verantwortlicher Position tätig, Martijn van Vliet als Professor für Biokybernetik, Adian Herzog als bekannter Chirurg. Sie stammen beide aus Bern und treten gemeinsam die Rückreise an. Auf dieser erzählt Martijn die Geschichte seiner Tochter Lea. Die wenigen Tage, die sie zusammen verbringen, und das anrührende Schickal Martijns, verändern den Chirurgen, der am Ende eine überraschende Feststellung trifft: „Ich legte Miles Davis auf. Er löschte das Licht. Als der letzte Ton verklungen war, stand ich im Dunkeln auf, berührte ihn an der Schulter und ging ohne Worte aus der Wohnung. Nie habe ich größere Nähe erlebt.“

Martijn van Vliets Frau stirbt an Krebs, als die gemeinsame Tochter Lea acht Jahre alt ist; diese leidet stumm unter dem Tod und ist sehr schwierig. Bei der Begegnung mit einer Straßenmusikantin entflammt das Mädchen für das Geigenspiel, in den kommenden fünfzehn Jahren wird die Geige zu ihrer Passion und schließlich zu ihrem Verhängnis. Der Vater unterstützt und fördert Lea bei ihrer musikalischen Ausbildung mit allen Mittel; unter Anleitung zweier außergewöhnlicher Geigenlehrer avanciert das Mädchen zu einer Musikerin, die Konzertsäle füllt und in den Medien größte Beachtung findet.Doch die Geschichte der schönen, jungen Virtuosin hat auch ihre Schattenseite: ihr Ehrgeiz ist grenzenlos, ihre Affekte sind oft unkontrollierbar, Aggression wechselt mit depressiver Verstimmung. Martijn van Vliet ist in seine Tochter vernarrt und tut alles für sie: er investiert sein ganzes Vermögen, er vernachlässigt seine berufliche Tätigkeit, gerät zunehmend in ein vereinsamtes und isoliertes Leben und schreckt am Ende selbst vor einer schweren Straftat nicht zurück, um Lea einen Weg zu ebnen, von dem er schon früh ahnt, dass er in einer Katastrophe münden wird…

Pascal Mercier ist das Pseudonym von Peter Bieri, einem Professor für Philosophie. International bekannt wurde Mercier durch seinen Roman „Nachtzug nach Lissabon“ (2004), der bis heute 1,5 Millionen Mal verkauft und in fünfzehn Sprachen übersetzt wurde. Voraussichtlich wird die Novelle „Lea“ keinen so großen kommerziellen Erfolg haben, obwohl es sich um ein lesenswertes Buch handelt, das allerdings auch einige Schwächen aufweist.

Der Leser erwartet nicht – auch dann nicht, wenn ein Autor Merciers beruflichen Hintergrund hat -, dass in einem literarischen Text die Behandlung eines philosophischen Problems mit einfließt. Die von Martijn van Vliet immer wieder aufgeworfene Frage: „… wäre es anders gekommen, wenn ich damals…“ ist überflüssig und nervt, zumal über die Frage hinaus nichts Erhellendes zu dem Spannungsfeld zwischen schicksalhafter Bestimmung des Menschen und seiner Willensfreiheit gesagt wird. Max Frisch, ein Landsmann von Mercier, schrieb vor über vierzig Jahren den Roman Homo Faber. Die Art, wie er das Thema Zufall-Notwendigkeit-individueller Wille behandelt – übrigens auch anhand einer Vater-Tochter-Beziehung – scheint mir gelungener.

Eine Novelle hat eine „unerhörte Begebenheit“ zum Gegenstand. Das ist auch bei Merciers Werk der Fall, allerdings werden hier auch unrealistische Ereignisse erzählt. Wenn ein Chirurg in fortgeschrittenem Alter unter dem Eindruck der Geschichte und Persönlichkeit einer Zufallsbekanntschaft sich in seinen Einstellungen grundsätzlich zu ändern beginnt, klingt das einfach unglaubwürdig.

Pascal Mercier, ein intelligenter und sehr wortgewandter Autor, ist mit der literarischen Tradition bestens vertraut. So ist es sicher kein Zufall, dass sich der Leser in mancherlei Hinsicht an eine literarische Epoche erinnert fühlt, die als „Poetischer Realismus“ bezeichnet wird und der Dichter wie Gottfried Keller und Theodor Strom zugerechnet werden. An Storm und Keller lassen neben der Textart (Novelle) und der Textstruktur (Rahmenerzählung, Retrospektive) vor allem auch die zahlreichen märchenhaften Elemente denken: eine geheimnisvolle Geigerin, ein steinreicher, verschrobener Greis, der das Leben eines Armen führt, ein nächtliches Geigenkonzert vor den Bewohnern eines Mietshauses…Ich denke, diese phatastischen (surrealen) Passagen sind Glanzlichter der Erzählung. Sie bewirken den Zauber und den Reiz, den viele Leser an etlichen deutschsprachigen Gegenwartsautoren vergeblich suchen und in den Büchern von Pascal Mercier finden.


Genre: Romane
Illustrated by Carl Hanser München

Talk Talk

Fast ist es ein Tag wie jeder andere. Dana Halter, gehörlose Lehrerin aus San Roque in Kalifornien, kämpft morgens mit den Hindernissen des Alltags. Außerdem hat sie einen Termin bei ihrem Zahnarzt. Sie ist nervös, sie ist in Eile und möglicherweise wird sie zu spät kommen. Gerade ist sie mit dem Auto losgefahren, sie fährt sehr schnell, da gerät sie in eine Polizeikontrolle. Mit einem nervösen Lächeln und einer Ausrede versucht sie, den Polizisten gnädig zu stimmen. Das funktioniert aber nicht. Stattdessen wird Dana in Gewahrsam genommen und kommt ins Gefängnis. Sie wird verhaftet und unter Anklage gesetzt. Nach Meinung der Polizei und der Staatsanwaltschaft werden ihr zahlreiche Verbrechen zur Last gelegt. In verschiedenen Bundesstaaten der USA sind Straftaten, wie Betrügereien und Autodiebstähle, von einer Person mit dem Namen Dana Halter begangen worden.

Mit Hilfe ihres Freundes Bridger und einer Anwältin gelingt es, ihre Unschuld und ihre wahre Identität zu beweisen. Zwischenzeitlich ist sie auch noch ihren Arbeitsplatz losgeworden und deshalb hat sie nur noch ein Ziel, zusammen mit Bridger den Mann zu finden, der sich auf ihre Kosten ein angenehmes Leben macht.

T.C. Boyle gab vor Jahren mit seinem wundervollen Afrikaroman »Wassermusik« ein hervorragendes Debut und hat sich in der Zwischenzeit erfolgreich den amerikanischen Lebensweisen und den Lebensspuren der Hippies sowie eines Mister Kellog und eines Dr. Sex gewidmet.
Das Buch ist spannend erzählt und Freunde von T.C. Boyle werden an »Talk Talk« ihre Freude haben.


Genre: Romane
Illustrated by Carl Hanser München

Schüsse mit Empfangsbescheinigung

Seit 1985 erscheint in dem italienischen Wochenmagazin »L´Espresso« jeweils auf der letzten Seite eine Kolumne von Umberto Eco. Diese Kolumne behandelt alle möglichen (und scheinbar unmöglichen) Themen. Es sind auch politische Fragen, über die Eco resoniert, aber viel häufiger entstammen die Themen der Alltagswelt. Die Kolumne trägt den Titel »Bustina di Minerva« und Eco selbst hat bisher zweimal eine Auswahl seiner »Streichholzbriefe« bezeichneten Texte veröffentlicht. Nun ist eine dritte Auswahl, zusammengestellt von seinem deutschen Übersetzer Burckhart Kroeber, im Hanser Verlag unter dem Titel „Schüsse mit Empfangsbescheinigung“ erschienen.

Was aber sind »Streichholzbriefe«, was ist eine »Bustina di Minerva«? — Wer könnte auf diese Frage kompetenter antworten als der Autor selbst. In der Einleitung zu seiner letzten Auswahl an »Streichholzbriefen« schrieb Eco: »Der Titel `Bustina di Minerva´ bezieht sich auf jene kleinen Streichholzhefte, die von der Firma Minerva hergestellt werden, und auf die Tatsache, dass man sich auf der Innenseite des Deckels oft Telefonnummern notiert, Einkaufslisten anlegt oder auch (wie ich) eben festhält, was einem gerade durch den Kopf geht, während man im Zug unterwegs ist, in der Bar oder im Restaurant sitzt, Zeitung liest, ein Schaufenster betrachtet, in den Regalen einer Buchhandlung stöbert. Daher hatte ich von Anfang an festgelegt, dass ich, falls es mir eines Abends aus ganz persönlichen Gründen einfallen sollte, über Homer nachzudenken, darüber schreiben würde, auch wenn Homer nicht gerade die Titelseiten der Zeitungen füllt. Wie man sieht, habe ich es oft so gehalten, mit oder ohne Humor.«

Die Auswahl, die Kroeber nun vorstellt, ist komplett frei von politischen Texten. Eco macht sich in diesen erstmals im deutschen nachzulesenden Texten Gedanken über die immerwährende kulturpessimistische Frage, ob das Buch, ob das Lesen überhaupt noch eine Zukunft habe und schreibt »Vom Lesen im Bett«. Er echauffiert sich über »Leibffreudige Katholiken und bigotte Laien« ebenso wie über »Diebstähle mit Pfiff«. Oder er beschäftigt sich mit der Frage, warum Hacker — auch gegen den eigenen Willen — systemerhaltend wirken:

»Die jüngsten weltweiten Virenanschläge aufs Internet dürfen uns nicht wundern. Je komplizierter eine Technik ist, desto angreifbarer wird sie. In einer niedrig fliegenden Propellermaschine war es ein leichtes, mit einem Flugzeugentführer fertig zu werden: Man machte die Tür auf und warf ihn hinaus. In einer interkontinentalen Düsenmaschine kann auch ein Irrer mit einer Schreckschusspistole alle in Schach halten. (…) Wer hat Zeit, vierundzwanzig Stunden am Tag die neuen Möglichkeiten seines Computers zu studieren? Die Hacker, eine neue Art von Eremiten, die den ganzen Tag mit (elektronischer) Meditation verbringen. (…) Dabei kann es sein, daß viele von ihnen glauben, im „Geist von Seattle“ zu handeln, das heißt, sich dem Moloch der Globalisierung entgegenzustemmen. In Wahrheit sind sie jedoch die besten Kollaborateure des Systems, denn um sie zu neutralisieren, muß das System sich immer mehr und immer noch schneller erneuern.«

Eco beschäftigt sich mit Sprache, er ist Professor für Semiotik. Ecos Texte sind eine wahre Lesefreude. Sie sprühen vor Eloquenz und sind zugleich selbstironisch. Wer von diesem Professor aus Bologna seziert wird, weiß am Ende nicht, ob er weinen oder lachen soll. Die Leserinnen und Leser sind sich einig: Sie freut´s.


Genre: Humor und Satire
Illustrated by Carl Hanser München

Der Weltensammler

Hauptfigur dieses Romans ist der britische Offizier Sir Richard Burton (1821-1890), der zu einer Einheit nach Indien versetzt wird. Anstatt die koloniale Lebensweise seiner Landsleute anzunehmen und sich ein angenehmes Leben zu machen, lernt er die Sprachen des Landes und vertieft sich in fremde Religionen. Zum Erstaunen seiner Vorgesetzten sucht er einen Brahmanen als Lehrer, konvertiert zum Islam, läßt sich beschneiden, lebt mit einem indischen Diener und einer gottgeweihten Priesterkurtisane zusammen. Als die Kurtisane stirbt, entwickelt der Offizier eine eigentümliche seelische Störung; er schafft sich eine Gruppe Affen an, mit denen er fortan sein Leben teilt. Burton gibt vor, ihre Sprache zu lernen und eine der Äffinnen wird von ihm wie eine Geliebte mit Schmuck behängt.

Der Roman ist inhaltlich in drei unterschiedliche Abschnitte gegliedert: spielt der erste Teil in Indien, so spielt der zweite in Arabien und der dritte in Ostafrika. In jedem dieser Teile erlebt man einen anderen Richard Burton: mal ist er verkleidet und besucht unerkannt als einer der ersten Europäer die heiligen Stätten des Islam in Mekka und Medina, mal führt er eine Expedition durch den Urwald Ostafrikas.

Ein Buch, das einen ambivalenten Blick auf den Protagonisten erlaubt, das in vielen Momenten komisch und zugleich nachdenklich ist, raffiniert aufgebaut und wunderschön erzählt.


Genre: Romane
Illustrated by Carl Hanser München

Mallorca

In der „Mallorca-Zeitung“ bezeichnet der Autor sein Werk selbst als „Mogelpackung“, denn ein farbenfroher Schuber hindere den potentiellen Leser am vorzeitigen Öffnen und Durchblättern seines Werks. Tatsächlich handelt es sich bei der Veröffentlichung, die aus Gründen des Gebrauchswerts einige Kochrezepte unterrührt, weder um einen Reiseführer noch um eine Inselbeschreibung. Vielmehr sind es kurze Erzählungen, die sich an fiktiven einheimischen Freunden des Autors bewegen: einem Schäfer, einem Gärtner und einer Apothekerin. Es geht um Mallorca im Regen, um den täglichen Umgang mit Fremden und anderen Eingeborenen, um Prozessionen, schwarze Schweine, Windmühlen, Fahrradfahrer und Pferderennen. Inselkenner, die keine Ausflugstipps oder sonstige Hilfestellungen bei der Erkundung des Eilands erwarten, werden die literarisch gefärbten Reflexionen über das Leben auf „der“ Insel gern lesen.


Genre: Kurzgeschichten und Erzählungen
Illustrated by Carl Hanser München

Die Insel des vorigen Tages

Umberto Ecos dritter Roman, Abenteuerstory, Liebesgeschichte und gewaltiges Zeitepos, spielt Mitte des 17. Jahrhunderts, zu Beginn der Aufklärung. Roberto de la Grive wird vom französischen Kardinal Mazarin auf eine streng geheime wissenschaftliche Expedition in die Südsee geschickt. Als er bereits einen Teil seines Auftrags erledigt hat, erleidet er Schiffbruch und wird an Bord eines verlassenen englischen Schiffes gespült. Dort findet er genügend Vorräte, aber auch exotische Pflanzen, ausgestopfte Tiere, Messinstrumente und ihm unbekannte, merkwürdige Gerätschaften. Nach einiger Zeit an Bord merkt er, dass er nicht allein ist. Er trifft auf Caspar Wanderdrossel, einen Jesuiten, der dem gleichen Geheimnis auf der Spur ist wie er selbst.

Umberto Eco wurde 1932 in Alexandria geboren und lebt heute in Mailand. Er verfasste zahlreiche Schriften zur Theorie und Praxis der Zeichen, der Literatur, der Kunst und nicht zuletzt der Ästhetik des Mittelalters. Seine Romane „Der Name der Rose“ und „Das Foucaultsche Pendel“ sind Welterfolge geworden.


Genre: Romane
Illustrated by Carl Hanser München