Wölfe im Münsterland

Anfang April 2016 riss ein Wolfsrüde drei Schafe in der Nähe von Oelde. Nach Jahrhunderten gab es damit wieder Wölfe im Münsterland. Nun nimmt die im Outback von Drensteinfurt lebende Diplom-Pädagogin Sabine Gronover sich des Themas als Ausgangspunkt für einen Regionalkrimi an. Continue reading


Genre: Kriminalromane, Regionalkrimis
Illustrated by KBV Hillesheim

Sherlock Holmes und die letze Fahrt der Lusitania

Wolfgang Schüler: Sherlock Holmes und die letzte Fahrt der Lusitania; kbv-Verlag Hillesheim 2015; 242 Seiten; ISBN: 978-3-95441-225-9

Der erste Weltkrieg wütet im Frühjar 1915 in Europa. Sherlock Holmes und Dr. Watson beenden ihren Aufenthalt in den USA und reisen mit dem Luxusdampfer Lusitania zurück in die alte Welt. Die Überfahrt ist aber alles andere als angenehm. Ein Einbrecher hat sich in die Welt der Reichen und Schönen eingeschlichen. Und geht auch prompt auf Beutejagd…

Dies ist der fünfte Sherlock-Holmes-Band, den Schüler inzwischen veröffentlicht hat. Er gehört auch der Sherlock-Holmes-Gesellschaft an.

Die Handlung weist einige Besonderheiten auf. Ist das Gespann Holmes / Watson jemals in Amerika gewesen? AUch wenn die Doyle`schon Originalromane einige Bezüge zur Neuen Welt aufweisen, ist der Amerika-Aufenthalt von Holmes und seinem Adlatus wohl mehr der Dramaturgie derHandlung geschuldet. Es bedarf wohl einer Begründung, warum sich der Meisterdetektiv auf einem Schiff aufhält.

Dies dürfte wohl auch der erste Fall sein, den Holmes auf hoher See auf einem Schiff zu bearbeiten hat. Genau genommen sind es zwei Handlungsstränge – zu einem der Kriminalfall = die Diebstähle. Gleichzeitig kommt ein Spionagefall hinzu.

Holmes ist bei beiden Handlungssträngen erfolgreich. „Natürlich,“ möchte man sagen. Wen wundert`s; Holmes ist ja gewissermaßen der Übervater aller Detektive und beratenden Ermittler.

Und dennoch ist das Ende irgendwie schlecht einzuordnen. Holmes wird hier zu Boden gestreckt, und das gleich zweimal. Wann hat es das schon einmal gegeben, daß Holmes im Zweikampf von einem Gegenspieler niedergeschlagen wird und im wahrsten Sinne des Wortes aus einer Gefahrensituation gerettet werden muß?

Auch politisch stellt sich Holmes mit seinem Gerechtigkeitssinn und Wahrheitsdrang ins Abseits. Im öffentlichen Leben existiert er nicht mehr. Wird damit das Ende der kleinen Buchreihe eingeläutet? Oder ein Paradigmenwechsel, weg von der Verquickung von historischen Tatsachen mit fiktionalen Elementen hin zu mehr Belletristik? Wir dürfen gespannt sein, was die Zukunft bringt?


Genre: Kriminalliteratur
Illustrated by KBV Hillesheim

Sherlock Holmes und die Katakomben von Paris

Sherlock Holmes hält sich im südfranzösischen Montpellier auf. Er geht dort seinen chemischen Experimenten nach. Und besucht zusammen mit David Tristram, einem englischen Buchhändler und Adlatus von Holmes, ein Antiquariat. Dort ist Holmes das Tagebuch seiner Großmutter angeboten worden. Der Besitzer des Manuskript, ein Anwalt aus der Hauptstadt Paris, erscheint aber nicht zum verabredeten Termin. Am folgenden Tag wird auch der Grund bekannt: Der Anwalt ist tot aufgefunden worden – ermordet!

Der Roman gefällt gut. Er ist inzwischen schon der dritte Sherlock-Holmes-Roman aus der Feder von Franziska Franke und läßt die historische Kriminalroman-Figur im guten Sinne lebendig werden.

Unter zeitlichen Gesichtspunkten ist die Geschichte zwischen Holmes´ vermeintlichem Tod an den Reichenbach-Fällen in der Schweiz und seiner Wiederauferstehung angesiedelt.

Inhaltlich ist dies eine der persönlichsten Geschichten um Holmes. Wir erfahren etwas aus der Geschichte seiner französischen Vorfahren. Fernab der Heimat und ohne die Hilfe (beispielsweise) von Dr. Watson (was würde der nur zu den Ereignissen sagen?), Mycroft Holmes und den Bakerstreet Boys begibt sich Holmes auf eine Art Schatzsuche, bei der lange Zeit nicht klar ist, was er überhaupt in den Händen halten wird.


Genre: Kriminalliteratur
Illustrated by KBV Hillesheim

Sherlock Holmes und der Fluch des grünen Diamanten

David Tristram ist der neue Weggefährte und Adlatus von Sherlock Holmes. Auf den Weg zur Weltausstellung in Antwerpen (Belgien) lernt er den Brüsseler Juwelier Jan Peeters kennen. Durch einen Zufall war das Gepäck der beiden Reisenden im Zug vertauscht worden. Wenige Tage später wird die Leiche von Peeters in der Schelde gefunden!

Auch wenn der Name des belgischen Meisterdetektivs hier nicht direkt genannt wird: Sherlock Holmes und Hercule Poirot lernen sich hier kennen. Und bieten sich auch gleich ein Kräftemesse…

Dies ist die literaturwissenschaftliche Sensation, die es in diesem Buch gibt. Ganz so abwegig, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag, ist die Idee nicht. „The mysterious affair at Styles“ heißt die allererste Kurzgeschichte, in der Poirot auftaucht. Dort lernen wir ihn als Flüchtling während des 1. Weltkrieges kennen. Vor seiner Flucht war Poirot bereit ein erfolgreicher Kriminalbeamter der belgischen Polizei. Der Gedanke, Holmes und Poirot einander kennenlernen zu lassen, hat also einen gewissen Charme.

Ansonsten bietet der Krimi diejenige gut lesbare Unterhaltung für den Krimi-Freund, wie wir sie von Franke kennen.


Genre: Kriminalliteratur
Illustrated by KBV Hillesheim

Der Viehhändler von Dülken

Der Dreißigjährige Krieg wütet im Jahre 1640 auch im niederrheinischen Ort Dülken (das heute zu Dülken gehört). Henricus Swart ist ein reicher Viehhändler und Kriegsgewinnler. Dunkle Gerüchte begleiten ihn. Hat er sich durch Diebstahl bereichert? Wieso sterben so viele seiner Feinde plötzlich an unerklärlicher Atemnot? Und was ist mit den Skorpionen – sind ihre Stiche für die Todesfälle verantwortlich? Der Verdacht fällt auf einen Spanischen Hauptmann, der plötzlich verschwindet.

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben. Ungewöhnlich dabei: Hier blickt jemand, der tot ist und sich im Reich der Engel befindet, auf sein abenteuerliches Leben zurück.

Hier liegt ein historischer Roman vor. Er stellt die niederrheinische Ortschaft Dülken sowie ihr religiös-geistiges Umfeld am Ende des 30jährigen Krieges vor.

Mit ganz viel gutem Willen kann man das Buch auch als einen Kriminalroman bezeichnen. Es gibt zwar diverse mysteriöse Todesfälle, für die am Ende auch der / die Täter genannt werden. Einen genialen Detektiv, geschweige denn eine Polizei, gibt ees in dieser Geschichte nicht. Als Leser kann man die Lösung glauben oder nicht.

Ein wenig Liebesgeschichte kommt hinzu. Wesentlich deutlicher wird aber der klassische Vater-Sohn-Konflikt herausgearbeitet. Hier der ehrgeizige, materialistische und skrupellose Vater, dort der heranwachsende, moralisch integere und nach Bildung dürstende Sohn. Der Sprößling wird in diesem „Drama“ das Scheitern des Vaters nicht lange überdauern.

Die Figuren sind glaubhaft angelegt. Als Leser bekommt man vor Augen geführt, was passiert, wenn jemand einen sprichwörtlichen Pakt mit dem Teufel eingeht und dabei seine Seele verkauft. Das kennen wir doch vom Faust, nicht wahr? Die Handlung ist zwar chronologisch angeordnet, beleuchtet einige entscheidende Szenen genauer, während andere weggelassen werden. Unter literarischen Gesichtspunkten ist diese Herangehensweise schon gelungen und interessant. Sie führt zu dem Ergebnis, daß das Buch sehr gut lesbar ist.

Gorissen ist Jahrgang 1958. Zwar zum Kaufmann (Fachrichtung unbekannt) ausgebildet, ist er aber schon seit den `80er Jahren als Autor von Sachbüchern, Romanen, Radio-Features, Hörspielen, Beiträgen für Literaturzeitschriften und journalistischen Texten unterwegs. Diese reichhaltige Erfahrung ist dem Buch im guten Sinne anzumerken.


Genre: Kriminalliteratur
Illustrated by KBV Hillesheim

Ein glasklarer Mord

Castor L. Denning ist Privatdetektiv in Berlin. Der Sohn des Trierer Fensterfabrikanten Jochen Staudt macht sich Sorgen um seinen Vater ob dessen plötzliche Unruhe und Nervosität. Grund genug, Denning den eigenen Vater beschatten zu lassen. Daß Staudt senior kein Saubermann ist, ist schnell offensichtlich.

Sittmann wurde am 10. November 1965 in Trier geboren. Berufsbedingt Weltenbummler (Stationen u. a. in Fontainebleau, Brüssel, Islamabad, Paris und Washington DC) lebt er heute mit seiner Familie in Berlin.

Der Roman bietet gute Hausmannskost und solide Unterhaltung, wobei auch beides ein wenig oberflächlich geraten ist. Trierer Flair – beispielsweise Basilika und römische Spuren – gibt es leider nicht. Dafür viele Damen des horizontalen Gewerbes und ein klassisch gestaltetes Ende.


Genre: Kriminalliteratur
Illustrated by KBV Hillesheim