Asterix – Das Geheimnis des Zaubertranks

Nach einem schmerzhaften Sturz von einem Baum merkt der Druide Miraculix, dass er nicht mehr der Jüngste ist. Er fasst den Entschluss, das Geheimnis des Kräfte verleihenden Zaubertranks an einen jüngeren Druiden weiterzureichen. Dadurch soll sich das kleine gallische Dorf auch in Zukunft gegen angreifende Römer zu verteidigen wissen.

Gemeinsam mit den beiden Helden Asterix und Obelix wird ganz Gallien auf links gedreht: Es wird nach einem talentierten Druiden gesucht.

Eine wahrlich schwere Aufgabe, da das Rezept nur in vertrauensvolle Hände gelangen darf. Das ruft einen Erzrivalen von Miraculix auf den Plan, der das Geheimnis vom Kräfte verleihenden Zaubertrank an sich reißen möchte.

Während die Helden gemeinsam mit dem Druiden nach einem Nachfolger suchen, bekommt Cäsar vom Erzrivalen gesteckt, dass dem Dorf der Zaubertranksmeister fehlt. Der Imperator lässt umgehend seine Truppen gegen das kleine gallische Dorf marschieren, welches von den restlichen Einwohnern vehement und unter Einwirkung des Zaubertranks verteidigt wird. Jedoch schwindet der Vorrat des stärkenden  Tranks schnell, und das gesamte Unterfangen gestaltet sich zu einem Wettlauf gegen die Zeit.

Veröffentlichung

Die Erstauflage von „Asterix – Das Geheimnis des Zaubertranks“ erschien am 7. März 2019 und beinhaltet 48 Seiten als gebundene Ausgabe. Als Vorlage für diesen „Comic“ diente die Verfilmung des gleichnamigen Animationsfilms, der in deutschen Kinos am 14. März 2019 startete.

Die Originalgeschichte von Alexandre Astier, welche für den Film, Roman und diesen „Comic“ Pate stand, hätte den Zauber haben können, eine würdige Fortsetzung der unbesiegbaren gallischen Helden sein zu können. Zeichentechnisch überzeugen die Bilder von Fabrice Tarrin voll und ganz, wobei wir direkt beim Hauptkritikpunkt ankommen.

Wenn dem Leser „Der Himmel auf den Kopf fällt!“

Es handelt sich bei der neuesten Ausgabe nicht mehr um einen klassischen Asterix und Obelix-Comic, sondern um ein Bilderbuch, welches „nur“ noch ein- oder doppelseitige Zeichnungen vorzuweisen hat.

Bei diesen sehr guten Zeichnungen vermisst man schmerzlich typische Elemente wie Sprechblasen (ZACK! BUMM!) sowie aus den Latschen fliegende Römer. Eine genaue Namenszuweisung oder Vorstellung der Helden fehlt darüber hinaus fast komplett. Es wird wohl vorausgesetzt, dass der Leser jeden Akteur kennt und diesen auch einordnen kann.

Story

Die Story hat das Potenzial eines Rohdiamanten, jedoch fehlt es an Parallelen zum realen Leben. Ich hätte mir Namen wir Rationix und Aspirix (beide als Druidennamen zum Beispiel als Anspielung zu ähnlich klingenden Pharma-Riesen) gewünscht. Nach nur 20 Minuten Lesezeit hatte ich den faden Beigeschmack, lediglich ein Script vorgelegt bekommen zu haben, da ich mir selber viele Bilder im Kopf ausmalen musste.

Die Urväter

Der Erfinder und vor gut 43 Jahren verstorbene René Goscinny hätte diese neue Art von Comic sehr wahrscheinlich nicht gemocht. Ebenso sein noch lebender Kollege, Albert Uderzo, der seit 1951 den gallischen Helden von Goscinny Farbe verlieh. Dieser produzierte seit dem Tode Goscinnys die Erzählungen um die beliebten Gallier mit dem 1979 gegründeten Unternehmen „Éditions Albert René“ selber. Dabei wurden die Texte von Uderzo im Vergleich zu denen von Goscinny wiederholt kritisiert.

Im Jahr 2008 veräußerte Uderzo seine Anteile des Unternehmens an den französischen Verlag Hachette. Seitdem begann die qualitative Talfahrt der Geschichten rund um die unbeugsamen Gallier.

Erfinder GOSCINNY und UDERZO werden hier erneut nicht würdevoll vertreten.

Beim Teutates, beim Lesen dieser Geschichte ist mir der Himmel auf den Kopf gefallen.

(Anmerkung: Bei starken Unwettern ist dies das Einzige, was Galliern Angst macht.)

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Genre: Bilderbuch, Comics
Illustrated by Egmont Comic Collection